Sendeanordnung zur Erzielung von Eurslinien.
Es sind Sendeanordnuugen zur Erzielung von Kurslinien bekannt, bei denen zwei von einem gemeinsamen Hochfrequenzerzeuger gespeiste Antennensysteme verwendet werden, deren Strahlungen abwechselnd bei gleicher und entgegengesetzter Phase kombiniert werden. Ein bekanntes System dieser Art benutzt ein Antennengebilde mit doppelkreis- formiger Richtcharakteristik (z. B. Rahmen- antenne) und eine lineare Hochantenne, wobei durch Umschalteinrichtungen oder dergleichen die Phase des einen oder des andern Antennengebitdcs im Rhythmus von Komplementärzeichen (Punkt-Strich oder a-n) um 180 gedreht wird.
Durch die Überlagerung des Doppelkreisdiagramms des Rahmens und des Kreisdiagramms der Linearantenne ergibt sich ein kardioidenähnliches resultierendes Diagramm, das bei Phasenumkehr um 180 versetzt wird. Die beiden abwechselnd erzeugten, um 180 versetzten, resultierenden Richtdiagramme überschneiden sich und erzeugen in Richtung der Sehnittpunkte Linien gleicher Feldstärken (Dauerton), die als Kurs- linie zur Navigation benutzt werden.
Die bekanute Sendeanordnung besitzt den Nachteil, dass durch die beiden kardioiden- ähnliohen Diagramme lediglich zwei Schnittpunkte und demzufolge auch nur zwei gurus- linien mit einer Sendeanordnung erzeugt werden können. In der Praxis ist jedoch auch, zum Beispiel bei der Kursweisung von Luftfahrzeugen, die Aufgabe gestellt, von einem Stützpunkt aus mehrere, den jeweiligen Flug- linien entsprechende Kurslinien ausgehen zu lassen. Bei Verwendung der bekannten Anordnung kann diese Aufgabe nur mit Hilfe mehrerer gesonderter Sender und Antennesysteme durchgeführt werden.
Durch vorliegende Erfindung wird eine Sendeanordnung angegeben, bei der mit Hilfe eines einzigen Sendesystems die geforderte Anzahl von Kurslinien erzeugt werden kann.
Die Erfindung lost diese Aufgabe dadurch, dass ein mehr als zweiblättriges Strahlungsdiagramm, dessen nebeneinander- liegende Blätter gegenphasig sind, mit einem gleichphasigen Strahlungsdiagramm kombiniert wird.
Die Erfindung ist im folgenden in einer beispielsweisen Ausf hrungsform an Hand von Abbildungen erlÏutert.
In Abb. 1 ist die Entstehung der ge wünschten Strablungsdiagramme zur Erzie- lung von vier Kurslinien dargestellt. Die Abb. 2 zeigt eine beispielsweise Ausführungs- form einer Sendeanordnung.
Mit Hilfe von Gruppenantennen, deren Einzelstrahler in bestimmten AbstÏnden angeordnet sind und mit bestimmten Phasebeziehungen erregt werden, ktiiii man mehr als zweiblättrige Strahiungsdiagramme er- zeugen. Benutzt man zum Beispiel zwei in einem Abstand von einer WellenlÏnge ange ordaete, gleichphasig erregte Einzeistrahier, so erhätt man das in der Abb. l schraffiert gezeieluete vierblättrige Diagramm, dessen Eigenart darin besteht, dass die aufeinander folgenden BlÏtter 1, 2, 3, 4 abwechselnd gegenphasig zueinander sind, was in der Abbildung durch (+) und (-) angedeutet ist.
Dieses vierblÏttrige Strahlungsdiagramm wird mit dem Kreisdiagramm 5 einer vom gleichen Sender gespeisten Linearantenne kombiniert, dessen Phase mit (+) angenommen ist und das demzufolge mit den BlÏttern 1 und 3 gleichphasig ist, während die BlÏtter 2 und 4 die entgegengesetzte Phase besitzen. Durch die Kombination von 5 und 1, 2, 3, 4 entsteht ein resultierendes Diagramm mit den BlÏttern 6 und 7, da sich das Kreisdiagramm 5 Pu den mit diesen gteichphasigen Blättern 1 und 3 addiert und von den gegen- phasigen Blättern 2 und 4 abzieht.
Wird die Phase von Diagramm 5 un3 180¯ gedreht (-), so addiert es sich zu den Blät- tern 2 und 4, während es sich von 1 und 3 subtrahiert, so dass nunmehr ein resultieren- des Diagramm mit den Blättern 8 und 9 entsteht. Bei Phasenumkehr erhält man also abwechselnd verschieden gericiitete, sich schueidende Diagramme, die vier Seljiiitt- punkte 10, 11, 1'? , 13 miteinander bilden und infolgedessen vier Kurslinien L1, L2, L3, L4 erzeugen.
Die Umkehrung der Phasenlage erfolgt im Rhythmus von unterschiedlichen Komple- mentarzeichen, so dass Seitenabweichungen von der Kurslinie in bekannter Weise festgestellt werden können. Es ist gleichgültig, ob die Phase der linearen Hochantenne oder des Richtsystems umgetastet wird.
Die Schärfe der entstehenden Leitstrah- len ist bekanntlich von dem Schnittwinkel der Diagramme abhängig. Die Strahlschärfe kann durch zweckmässige Wabi des Grossen- verhältnisses der beiden Diagramme zuein ander eingestellt werden. Wird das Rund diagramm gegenüber dem Blätterdiagramm verkleinert, so verschieben sich die Schnitt- punkte nach dem Mittelpunkt zu und der Schnittwinkel wird kleiner, der Leitstrahl also schärfer. Wird das Kreisdiagramm gegen ber dem BlÏtterdiagramm vergr¯¯ert, so rücken die Schnittpunkte nach au¯en und der Leitstrahl wird breiter.
Die Abb. 2 zeigt prinzipmϯig eine Sendeanordnung zur Erzietung der Strahlungsdia- gramme gemϯ Abb. 1. Vom Sender S wird das aus im Abstand von einer Wellenlänge angeordneten Einzelstrahlern A und C bestehende Richtsystem gespeist, das ein vierblättriges Strahiungsdiagramm gemäss Abb. 1 erzeugt. Vom gleichen Sender wird die in der Mitte zwischen A und C liegende Linearantenne B erregt und die Phasenlage beider zueinander durch das Umtastgerät U im Rhythmus von KomplementÏrzeichen verÏndert.
Die Anordnung kann selbstverstÏndlich auch so getroffen sein, da¯ A und C vom Sender dauernd gespeist werden und die Umtasteinrichtung U in der Zuf hrungsleitung der Linearantenne liegt.
Diese Phasenumkehr kann auf verscliie- dene bekannte Arten vorgenommen werden, z. B. durch einen mechanischen Umschalter, durch Schaltr¯hren oder durch abwechselndes Offnen und Schliessen von Kettenleitern.
Durch Verändern des Abstandes der Strahler A und C und ihrer Phasenbeziehung lassen sich die Winkel zwischen den Leit- strahlen verändern, um deren Richtung den jeweiligen Flugrichtungen anzupassen.
Durch Einstellung eines bestimmten Abstandes zwischen 9. und C und durch Herstel- lung bestimmter Phasenbeziehungen lassen sich auch Strahlungsdiagramme mit mehr als vier Einzelblättern erzeugen, so dass man bei Kombination mit einem gleichphasigen Diagramm ohne weiteres auch eine grössere Anzahl von KursUnien erzeugen kann. Es ist auch nicht unbedingt erforderlich, dass der Strahler Bs ein Kreisdiagramm erzeugt, son dern er kann ebenfalls eine bestimmte Richtwirkung aufweisen ; allerdings ist es not wendig, dass seine Strahlung in allen Rich tungen die gleiche Phase besitzt.
Das Richtsystem braucht ausserdem nicht aus zwei Einzelstrahlern (A, C) zu bestehen, sondern kann sich auch aus beliebig vielen und beliebig zueinander stehenden erregten beziehungsweise strahlungsgekoppelten Einzelstrahlern zusammensetzen.