Verfahren zum Behandeln der Abzweigdosen kabelähnlicher elektrischer Leitungen. Es ist bekannt, Abzweigdosen für kabel ähnliche elektrische Leitungen in der Weise zu behandeln, dass man mittels eines Druck luftstromes zerstäubtes Wachs einspritzt.
Bei diesem bekannten Verfahren soll ein gas- und wasserdichter Abschluss der Dosen erzielt werden. Man geht daher so vor, dass die Dose zunächst geschlossen und dann der Zerstäubungsluftstrom in eine Öffnung der Dose eingeführt wird. Dieser Luftstrom kann nur durch die noch vorhandenen Undichtig- keiten aus der Dose wieder ausströmen, und zwar nur so lange, bis diese Undiehtigkeiten durch die von ihm mitgeführten zerstäubten Wachsteile verschlossen sind.
Ist dieser Ver schluss eingetreten, so kommt der Luftstrom zum Stillstand, bevor Gewähr dafür gegeben ist, dass die Drahtenden und Anschlussklem- men von der Wachsmasse völlig umkleidet sind. Diese Teile liegen daher mehr oder weniger frei. Da sich aber im Hohlraum der Dose bei Temperaturschwankungen Kondens wasser bildet, werden die freiliegenden Metall teile angegriffen, und es werden die Isolier- werte herabgesetzt und das Entstehen von Kriechströmen begünstigt.
Dieses bekannte Verfahren bietet daher keine Gewähr dafür, dass Zerstörungen der elektrischen Anlage durch die Bildung von Kondenswasser ausgeschlossen sind. Diesem Mangel abzuhelfen, ist das Ziel der vorlie genden Erfindung. Zur Lösung dieser Auf gabe werden die innerhälb der Dose liegen den Leitungsenden in offenem Zustande der Dose durch Aufstäuben von Kunstwachs mit einer lückenlosen Wachsschicht überzogen. Da das Aufstäuben des Kunstwachses er folgt, während die Dose noch offen ist, kann man den Vorgang genau überwachen und dafür sorgen, dass sämtliche freiliegenden stromführenden Teile mit einer geschlosse nen Wachsschicht überzogen werden. Erst wenn das geschehen ist, wird der Deckel der Dose aufgesetzt.
Die Wachsscbicht ge währleistet einen gas- und wasserdichten Ab schluss aller Verbindungsstellen der Dose, so dass Kondenswasser, das sich etwa im Dosenhohlraum bilden könnte, keinen Scha- den anrichten kann. Vorzugsweise wird die Dose an ihrer tiefsten Stelle mit einem Ent wässerungsloch versehen, durch das das Kon denswasser abfliessen kann. Die Ansammlung grösserer Wassermengen, die mit der Zeit auch durch etwaige Poren der Wachsschich ten durchdringen könnten, wird dadurch aus geschlossen.
Eine beispielsweise Ausführungsform des Verfahrens nach der Erfindung ist nach stehend mit Bezug auf die beigefügte Zeich nung näher erläutert. Diese zeigt einen waag rechten Schnitt durch eine an der Wand IV angebrachte Abzweigdose. Diese besteht aus einem an der Wand befestigten Unterteil 10 und einem aufgeschraubtem Deckel 11. Der Unterteil 10 hat eine Reihe von Einführungs öffnungen 12 für Rohrdrähte 14 oder andere kabelähnliche Leitungen. Die Eintrittsstellen werden durch Stopfbuchsen 15 abgedichtet. Im Innern der Dose verlaufen die von ihrer Isolierung befreiten Drahtenden 16 der Lei tung 14 zu den einzelnen Abzweigklemmen 19 mit den Klemmschrauben 20.
Die Einführungsöffnungen 12 sind für ge wöhnlich durch herausbrechbare Wände 13 verschlossen und werden nur in solcher An zahl geöffnet, als es der Zahl der einzufüh renden Leitungsenden entspricht.
Bei dem bekannt gewordenen Verfahren wurde in die Dose 10 nach dem Verschliessen des Deckels 11 ein mit zerstäubtem flüssi gen Wachs geschwängerter Druckluftstrom eingeführt. Das konnte in der Weise ge schehen, dass die Druckluftleitung an eine unbenutzte Öffnung 12 nach Ausbrechen der Wandung 13 angeschlossen wurde. Die Zu führung des Druckluftstromes konnte bis zum Verschliessen der kleinen Öffnungen fortge setzt werden, die noch etwa am Rande des Deckels 11 oder den Stopfbuchsen 15 vor handen waren oder die durch mangelnde Dichtheit der Leitungen 14 in deren Längs richtung bedingt waren.
Sobald diese Un- dichtigkeiten aber durch das Wachs zum Verschwinden gebracht waren, hörte der Druckluftstrom zwangläufig auf, da er aus der Dose keinen Ausgang mehr fand. In- folgedessen unterblieb auch die weitere Zu führung des zerstäubten Wachses, ohne dass Gewähr dafür gegeben war, dass in diesem Zeitpunkt alle freiliegenden stromführenden Teile mit Wachs überzogen waren. Bildete sieh dann Kondenswasser, so konnten sich Kriechströme zwischen den blossliegenden Teilen 16, 19 und 20 entwiekeln.
Im Sinne des vorliegenden Verfahrens wird das verflüssigte Wachs auf alle Innen teile der Dose aufgestäubt, bevor man den Deckel 11 aufschraubt. Zweckmässigerweise bestäubt man den Deckel vor dem Auf schrauben auch auf seiner Innenfläche. Da bei überziehen sich die Abzweigklemmen 19, die Schrauben 20 und die Leitungsenden 16 mit einer dichten Wachsschicht 17. Denn jedes von dem Zerstäuberluftstrom mitge führte flüssige Wachströpfchen erstarrt au genblicklich beim Auftreffen. Der die strom führenden Teile und alle Innenflächen des Dosenunterteils 10 bedeckende Wachsüber zug 17 schützt die Anlage zuverlässig vor schädlichen Einwirkungen von Kondenswasser oder von Feuchtigkeit, die aus andern Grün den in die Dose eindringen könnten.
Die Wirkung entspricht also derjenigen, die man bei Kabelverbindungskästen durch Ausgiessen mit einer Isoliermasse erreicht, ohne dass aber damit der Nachteil verknüpft wäre, dass man bei einer späteren Änderung der Anschlüsse die Ausgussmasse heraussohmel- zen müsste, was erfahrungsgemäss eine schwie rige, feuergefährliche und schmutzige Arbeit ist. Die Wachsschicht nämlich, welche die Abzweigklemmen und Drahtenden umgibt, kann man ohne weiteres mit dem Finger nagel oder einem Messer abkratzen. Denn in kaltem Zustand ist sie hinreichend spröde, damit man sie an den freizulegenden Stellen vollständig abblättern kann.
Die Zuverläs sigkeit der herzustellenden elektrischen Kon takte wird daher nicht durch Rückstände von Wachs an den blossgelegten Stellen be einträchtigt.
Nach dem Aufstäuben des Wachses, das mit einem gewöhnlichen Zerstäuber erfolgen kann und nur wenige Augenblicke in An- spruch nimmt, schraubt man den Deckel 11 auf. Der durch die Wachsschicht 17 ge währte Schutz vor Feuchtigkeit könnte höch stens dann unzureichend werden, wenn Flüs sigkeit sich in der Dose ansammelt. Um das zu verhindern, wird die Dose 10 zweek- mässigerweise an ihrer tiefsten Stelle mit einem Loch versehen, wie es bei 18 gezeigt ist.
Als zur Durchführung des Verfahrens geeignetes Wachs kommt ein solches in Frage, welches bei Erwärmung auf etwas über 100 C flüssig wird, so dass es sich zerstäuben lässt, und welches in erkaltetem Zustand widerstandsfähig gegen Säure ist.
Bisher hat man es im allgemeinen für ausreichend gehalten, die Einführungsstellen der Dose durch Stopfbuchsen und den Deckel durch Dichtungen abzudichten. Anlagen, die in dieser Weise ausgeführt wurden, zeigten indessen häufig schlechte Isolierwerte, ins besondere unmittelbar nach der Herstellung. Als Ursache dieser Erscheinung wurde fest gestellt, dass beim Verputzen der Wände nasser Mörtel und Wasser in die noch offe nen Dosen gelangt und dass diese alsdann geschlossen werden, ohne zuvor richtig aus getrocknet zu sein. Die vorliegende Erfin dung vermeidet diesen Nachteil dadurch, dass das Innere der ,Dosen durch den warmen Zerstäubungsluftstrom ausgetrocknet wird, der sicher und schnell alle Feuchtigkeit ent fernt, die beim Verputzen der Wände etwa in die Dose gelangt ist.