CH210430A - Mittel zum Absorbieren von Kohlensäure, insbesondere in Gasschutzgeräten, und Verfahren zu seiner Herstellung. - Google Patents
Mittel zum Absorbieren von Kohlensäure, insbesondere in Gasschutzgeräten, und Verfahren zu seiner Herstellung.Info
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Description
Mittel zum .Absorbieren von Kohlensäure, insbesondere in Gasschutzgeräten, und Verfahren zu seiner Herstellung. Die Absorption von Kohlensäure erfolgt hauptsächlich mit Hilfe von Alkalien oder Erdalkalien, die in Lösung oder auch in fester Form verwendet werden. Für Gas schutzzwecke benutzt man meistens die festen Absorptionsmittel und bringt diese in Pa tronen, sogenannten "Alkalipatronen", unter.
Bei der Kohlensäureabsorption bildet sich Karbonat, das bald die Oberfläche des kör nigen Materials bedeckt und wie eine Haut die noch nicht umgesetzte Reaktionsmasse einhüllt. Deswegen werden die alkalischen Massen der Alkalipatronen verhältnismässig schlecht ausgenutzt. Selbst wenn die Reak tionsmasse aus Alkalihydrogyden, z. B.
Na triumhydrogyd oder Kaliumhydrogyd, be steht, zeigt sich dieser Nachteil, obgleich die Stoffe bekanntlich in der Patrone durch Auf nahme von Feuchtigkeit aus der Ausatemluft zerfliessen und von vornherein anzunehmen wäre, dass dabei immer wieder neue reaktions fähige Oberflächen gebildet werden. Wie die Erfahrung gelehrt hat, ist dies aber nicht der Fall, besonders nicht beim Natriumhydro- gyd, weil das entstehende Natriumkarbonat in der gleichzeitig entstehenden konzentrier ten Natronlauge praktisch unlöslich ist.
Es umhüllt daher den flüssigen Alkalikern als feste Kruste und verhindert den weiteren Zutritt und damit die Bindung der Kohlen säure.
Die Erfindung betrifft nun ein Mittel zum Absorbieren von Kohlensäure, insbeson dere in Gasschutzgeräten, das diese Nach teile nicht aufweist. Das neue Mittel ist da durch gekennzeichnet, dass es aus einem Ge- misch besteht, das einen (vorzugsweise ge körnten) kohlensäurebindenden Stoff,
sowie mindestens einen die Krustenbildung auf die sem störenden Stoff enthält.
Unter einem die Krustenbildung stören den Stoff wird hierbei ein Stoff verstanden, der die Krustenbildung überhaupt verhindert, oder ein solcher, der bei Eintritt von Kru stenbildung die Kruste wieder zerstört.
Als kohlensäurebindenden Stoff kann das Mittel Alkalihydroxyd, insbesondere Na triumhydroxyd für sich oder in Mischung mit Erdalkalihydroxyden, Magnesiumhydro- xyd oder Aluminiumhydroxyd enthalten.
Als die Krustenbildung störender Stoff kann zum Beispiel ein oberflächenaktiver Stoff, vorzugsweise eine Seife, das heisst eine Metallverbindung der höheren Fettsäuren, der Harzsäuren usw. vorhanden sein, die als sol che zugesetzt oder beigemischt, oder durch Umsetzung der entsprechenden Säuren oder ihrer Ester mit den in dem Mittel enthal tenen alkalischen Stoffen entstanden ist.
Als die Krustenbildung störender Stoff kann aber auch ein emulgierend und pepti- sierend wirkender Stoff vorhanden sein, z. B. ein sulfoniertes<B>01</B> oder ein Emulgierungs- mittel der Textilindustrie, z. B. Igepon.
Das Drittel kann natürlich auch gleich zeitig oberflächenaktive, sowie emulgierend und peptisierend wirkende Stoffe der vor erwähnten Art gleichzeitig enthalten.
Durch den Zusatz von oberflächenaktiven und/oder emulgierend und peptisierend wir kenden Stoffen wird die Krustenbildung ver hindert. Durch die oberflächenaktiven Stoffe wird die Bildung neuer Oberflächen erleich tert oder herbeigeführt. Fügt man beispiels weise zum Ätznatronkorn etwas Seife, so bil det sich beim Zerfliessen des Ätznatrons, also beim Arbeiten der Alkalipatrone, durch die mit der Atemluft zugeführte Feuchtigkeit und das bei der chemischen Umsetzung ent stehende Wasser eine Seifenlösung.
Seifen lösungen zerstören bekanntlich krustenartige Bildungen und lösen sie in ihre Einzelteil chen auf, die dann in das Innere der Lösung eintreten können. Ausserdem schaffen sie neue Oberflächen und damit neue Reaktions flächen.
Die den kohlensäurebindenden Stoffen zu gesetzten Stoffe können also zweierlei Auf gaben erfüllen. Sie geben erstens der Alkali- lösung die Eigenschaft, leicht Oberflächen und damit neue Reaktionszonen zu bilden, zweitens bewirken sie die Aufteilung der Karbonatkrusten und die Suspension dieser Krusten in der Lösung. Sie peptisieren mit andern Worten das Karbonat in der Lösung. Für die praktische Verwendung können beide Wirkungen gleichzeitig oder auch nur eine derselben nutzbar gemacht werden.
Ober flächenaktive Stoffe sind meistens auch gute Peptisationsmittel (Emulgierungsmittel) und umgekehrt, wie es von jeder wässrigen Seifen lösung bekannt ist.
Zur Herstellung des neuen Mittels kann man daher alle bekannten oberflächenaktiven Stoffe und/oder Emulgierungsmittel ver wenden, soweit sie durch konzentrierte Al kalilaugen nicht zerstört werden. Besonders geeignet sind daher die schon genannten Sei fen. Da in dem Mittel ein grosser Alka.li überschuss von vornherein vorhanden ist, kann man statt der Seifen selbst auch die zur Bil dung seifenartiger Salze geeigneten Säuren oder deren Ester verwenden, z.
B. also Öl säure, Palmitinsäure. Abietinsäure. Elaidin- säureamylester, Stearinsäurebuty lester. Au sserdem eignen sich, wie schon erwähnt, Emulgierimgs- und Peptisationsmittel, wie sulfonierte Öle und die Emulgierungsmittel der Textilindustrie, z. B. Igepon.
Zur Herstellung des neuen Mittels kann man die kohlensäureabsorbierenden Stoffe aus ihren wässrigen Lösungen zusammen mit den oberflächenaktiven und/oder emulgierend und peptisierend wirkenden Stoffen durch Ver dampfen mit oder ohne Anwendung von Wärme oder Vakuum ausscheiden.
Man kann auch die oberflächenaktiven und/oder emulgierend und peptisierend wir kenden Stoffe mit den alkalischen kohlen sä,urebindenden Stoffen zusammenschmelzen oder sie der Schmelze vor dem Erstarren zu setzen.
Benutzt man zum Körnen der Alkalien besondere Formen, so kann man in diesen eine Schicht der oberflächenaktiven und/oder emulgierend und peptisierend wirkenden Stoffe oder ihrer Lösungen anbringen, indem man die Formen damit auskleidet, ausstreut oder ausstreicht. Man kann auch auf der Oberfläche von fertig gebildeten Alkalikörnern die oberflä chenaktiven und/oder emulgierend und pepti- sierend wirkenden Stoffe oder deren Lösun gen auftragen, indem man sie damit über streut oder überzieht.
Schliesslich kann man die oberflächen aktiven und/oder emulgierend und peptisie- rend wirkenden Stoffe oder ihre Lösungen in eine fertig beschickte Alkalipatrone einbrin gen, z. B. durch Hineinblasen, Hineinstreuen oder Hineinsprühen.
Die Menge der oberflächenaktiven bezw. emulgierenden Stoffe im Endprodukt kann verhältnismässig gering sein. Sie wird vorteil haft 1 bis 2 % nicht überschreiten.
Als Alkaligrundlage wählt man am besten Ätznatron oder Ätzkali, Gemische die ser Hydroxyde miteinander oder mit Erd alkalien, zu denen auch das Magnesium ge rechnet werden soll. Auch Aluminiumhydro- xyd ist brauchbar.
Es wurde ferner gefunden, dass man in den sogenannten Alkalipatronen die Absorp- tionswirkung des Alkalis steigern bezw. die Bildung der die Alkalikörner einhüllenden Carbonatkrusten weitgehend durch Zusatz von solchen oberflächenaktiven Stoffen ver hindern kann, die selbst Kohlensäure binden, wie z. B. organische Basen.
Solche ober flächenaktive Stoffe geben im Verlauf der Reaktion die an sie gebundene Kohlensäure an das Alkali ab. Als organische Basen kommen zum Beispiel das Trimethyl- oder Triäthylsulfoniumhydroxyd in Betracht.
Derartige kohlensäurebindende oberflä chenaktive Stoffe können dem Alkali im Verlauf der Herstellung zugesetzt oder auf die Oberfläche der Alkalikörner aufgetragen werden.
Die Grenzfläche des Alkalis gegen das Kohlensäure - Luftgemisch kann weiterhin auch durch Zusatz äusserst fein verteilter Stoffteilchen beeinflusst werden. Bekanntlich können derartige fein-disperse Teilchen die Oberflächenspannung des Suspensionsmittels verändern. Für eine derartige Wirkung kommen alle möglichen Stoffe in Frage. Doch ist es auch hier von Vorteil, solche Stoffe zu wählen, die selbst wiederum Kohlensäure bin den, wie z.
B. Kalziumoxyd, Magnesium- oxyd usw. Es können aber auch inerte Stoffe verwendet werden, wie zum Beispiel fein ver teilte Carbonate. Ferner können andere, die Kruskenbildung störende Stoffe, insbesondere Chloride, z. B. Kalziumchlorid, verwendet werden. Wertvoll ist dabei, dass diese Stoffe das Alkali auflockern.
Die fein. verteilten Stoffe können dem eventuell mit Erdalkali vermengten Alkali während der Herstellung nach irgendeinem Verfahren zugesetzt werden. Eine sehr ge ringe Korngrösse der fein verteilten Stoffe kann man vorzugsweise dadurch erreichen, dass man diese Stoffe sich im Verlaufe che mischer Umsetzung im zum Beispiel ge schmolzenen Alkali bilden lässt.
Setzt man zum Beispiel der Schmelze organische oder anorganische Kalzium- oder Magnesiumsalze zu, so werden diese unter Bildung von im geschmolzenen Alkali ungelösten Produkten wie z. B. Carbonaten, Oxyden usw. zersetzt.
Durch diese Zersetzung erhält man eine äusserst feine Verteilung der entstehenden und auflockernden Kalzium- oder Magne- siumverbindungen. Beispiel Gekörntes Alkali wird mit einer konzen trierten Lösung von TriäthyIsulfonium- hydroxyd besprüht und in der üblichen Weise in die sogenannten Alkalipatronen ge füllt.
Zweckmässig verwendet man auf 1000 Teile Alkali 2 bis 10 Teile Triäthylsulfo- niumhydroxyd.
<I>Beispiel 2:</I> 35,0 kg technisches Natriumhydroxyd wird geschmolzen und der Schmelze 3,0 kg pulverförmiges Kalziumformiat zugegeben. Dieses zersetzt sich sofort unter feinster Verteilung in der Schmelze. Aus dieser wird in. der üblichen Weise gekörntes Alkali für die Füllung der Alkalipatronen hergestellt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Mittel zum Absorbieren von Kohlensäure, insbesondere in Gasschutzgeräten, dadurch gekennzeichnet, dass es aus einem Gemisch besteht, das einen kohlensäurebindenden Stoff, sowie mindestens einen die Krusten bildung auf diesem störenden Stoff enthält. UNTERANSPRÜCHE: 1. Mittel nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es als kohlensäure- bindenden Stoff Alkalihydroxyd enthält. 2.Mittel nach Patentanspruch I und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es als kohlensäurebindenden Stoff ein Gemisch von Natriumhydroxyd mit min destens einem Erdalkalihydroxyd ent hält. 3. Mittel nach Patentanspruch I und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es als die Krustenbildung störenden Stoff einen oberflächenaktiven Stoff ent hält. 4. Mittel nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 3, dadurch ge kennzeichnet, dass es als oberflächen aktiven Stoff eine Seife enthält. 5.Mittel nach Patentanspruch I und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Stoff enthält, der mit dem im Mittel enthaltenen Alkalihydroxyd eine Seife bilden vermag. 6. Mittel nach Patentanspruch I und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es als die Krustenbildung störenden Stoff einen emulgierend und peptisierend wir kenden Stoff enthält.7. Mittel nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 6, dadurch ge kennzeichnet, dass es als emulgierend und peptisierend wirkenden Stoff ein sulfo- niertes 01 enthält. B. Mittel nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 6, dadurch ge kennzeichnet, dass es als emulgierend und peptisierend wirkenden Stoffein Emul- gierungsmittel der Textilindustrie ent hält. 9.Mittel nach Patentanspruch I und den Unteranspriiehen 1 und 3, dadurch ge kennzeichnet. dass es als oberflächen aktiven Stoff eine organische, kohlen säureaufnehmende Verbindung mit ober flächenaktiven Eigenschaften enthält. 10. Mittel nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1, 3 und 9, dadurch gekennzeichnet, dass es als kohlensäure- aufnehmenden Stoff eine organische Base enthält. 11. Mittel nach Patentanspruch I und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es als die Krustenbildung störenden Stoff einen fein verteilten Stoff enthält. 12.Mittel nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 11, dadurch ge kennzeichnet, dass es als feinverteilten Stoff einen kohlensäurebindenden anor ganischen Stoff enthält. 13. Mittel nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 11, dadurch ge kennzeichnet, dass es als fein verteilten Stoff einen gegen Kohlensäure inerten anorganischen Stoff enthält. 14. Mittel nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 11, dadurch ge kennzeichnet, dass es ausser dem fein ver teilten Stoff noch Erdalkali enthält.PATENTANSPRUCH II: Verfahren zum Herstellen des Mittels nach Patentanspruch I, dadurch gekenn zeichnet, dass man einen kohlensäureabsor- bierenden Stoff mit mindestens einem die Carbonatkrustenbildung auf diesem stören den Stoff mischt. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 15.Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet. da.ss man den koh- lensäureabsorbierenden Stoff aus wä.ss- riger Lösung zusammen mit dem die Krustenbildung störenden Stoff durch Verdampfen abscheidet. 16. Verfahren nach Patentanspruch 1I, da durch gekennzeichnet, dass man den die Krustenbildung störenden Stoff mit einem alkalischen kohlensäurebindenden Stoff zusammenschmilzt. 17.Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass man einer Schmelze eines alkalischen, kohlensäure- absorbierenden Stoffes vor dem Erstar ren den die Krustenbildung störenden Stoff zusetzt. 18. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass man in For men, in. denen man den kohlensäureabsor- bierenden Stoff formt, eine Schicht des die Krustenbildung störenden Stoffes an bringt. 19.Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass man auf der Oberfläche von fertig gebildeten Alkali körnern den die Krustenbildung stören den Stoff aufträgt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE210430X | 1937-11-24 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH210430A true CH210430A (de) | 1940-07-15 |
Family
ID=5797327
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH210430D CH210430A (de) | 1937-11-24 | 1938-11-23 | Mittel zum Absorbieren von Kohlensäure, insbesondere in Gasschutzgeräten, und Verfahren zu seiner Herstellung. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH210430A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP4587387A1 (de) | 2022-09-15 | 2025-07-23 | Aspiring Materials Limited | <sup2/>? <sub2/>?2?zusammensetzungen, verfahren zur herstellung und verwendung bei der kohlendioxidsequestrierung |
-
1938
- 1938-11-23 CH CH210430D patent/CH210430A/de unknown
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP4587387A1 (de) | 2022-09-15 | 2025-07-23 | Aspiring Materials Limited | <sup2/>? <sub2/>?2?zusammensetzungen, verfahren zur herstellung und verwendung bei der kohlendioxidsequestrierung |
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