Verfahren zur Herstellung von Glasgefässen, insbesondere Ampullen, aus Glasröhren, und Maschine zur Ausübung dieses Verfahrens. An Glasgefässen mit gegenüber dem Aus gangskörper verengten, vorzugsweise rohr- förmigen Verlängerungen, z. B. Ampullen, Sanduhrgläsern etc. mit weitem Körper und engerem Spiess, wurde bis anhin dieser Spiess erzeugt, indem der zur Spiessbildung be stimmte Teil des Glasrohres durch Heizbren- ner erhitzt, erweicht und der erweichte Teil durch Ausziehen verengt wurde.
Während .des Ausziehens erfolgte keine Erhitzung, sondern dieselbe erstreckte sich vorher auf den gesamten zur Spiessbildung bestimmten Teil des Rohres und erfolgte gleichzeitig in der ganzen erforderlichen Breite. Eine Ver änderung der Spiessform in bezug auf Längo und Durchmesser bedingte fast immer die Verwendung anderer Brenner mit entspre chender Heizbreite. Da die Erhitzung in der Mitte des für die Spiessbildung erweichten Teils am stärksten war und seitlich an den Übergängen zwischen erweichtem und star rem Glas infolge der Abkühlung nachliess, wurde der Spiess beim Ausziehen davon stark beeinflusst,
und erhielt eine der Erhitzung entsprechende, nach ider Mitte zu kegelför mige und stark verjüngte Form. Besondere Schwierigkeiten ergaben sich bei der An fertigung weiter Spiesse und wenn lange, möglichst zylindrische Einfülilrohre, wie sie z. B. an Pulver- und Serumampullen üblich sind, verlangt wurden.
Die Erfindung soll alle diese Nachteile beheben. Sie betrifft ein Verfahren zur Her stellung von Glasgefässen, insbesondere Am- pullen, aus Glasröhren unid kennzeichnet sich dadurch, dass die Ausziehbewegung der zur Erzeugung des Spiesses bestimmten Stelle des Glasrohres nach Erweichung, jedoch unter fortdauernder Erhitzung erteilt wird.
Die Erfindung betrifft auch eine Ma schine zur Ausübung dieses Verfahrens, die sich kennzeichnet idurch einen Heizbrenner zur Erhitzung der umzuformenden Glasstelle mit zwei gegenüberstehenden, achsial zuein- ander verschiebbaren Haltevorrichtungen, so wie durch Vorrichtungen, um gleichzeitig eine achsia.le Bewegung zwischen Glasrohr und Heizbrenner auszuführen.
Die beiliegenden Zeichnungen dienen zur beispielsweisen Erläuterung der Erfindung. Fig. 1 zeigt einen Schnitt. durch eine lNIa- schine, Fig. 2 eine Hilfskurvenstellung, Fig. 3 eine Draufsicht auf ein Klenini- backenpaar mit der Anordnung des Brenners, Fig. 4 die Anordnung eines Einengwerk- zeuges, Fig. 5 die vordere Ansicht.
eines Halte vorrIchtungspaares und die abgewickelten Arbeitsstellen, Fig. 6 die Draufsicht auf einen Halte kranz für Einen- verkzeuge, Fig. 7 die Trennung des mit.
Spiess ver- sehenen Ampullenkörpers innerhalb des wei ten Rohres mit möglichen Trennlinien a-h innerhalb des Spiesses, c-d an dem Übergang zwischen Spiess und weitem Rohr, e-f im ,weiten Rohr;
Fig. 8 stellt eine Ansicht und Fig. 9 eine Draufsicht auf die Vorrich tung Zur Erzeugung der Einengung mittels eines Werkzeuges dar, an die anschliessend die fortschreitende Erhitzung und Erzeub ing des Spiesses erfolgt; Fig. 10 und 11 zeigen die Vorbereitung einer Trennstelle, nachdem der Spiess bereits angefertigt ist;
in Fig. 12 ist vor dem Trennen der ko nische Übergang zwischen Spiess und Schul ter beseitigt: in Fig. 13 ist eine Einengung von geringe- rem Durchmesser als dem Spiess dargestellt; in Fig. 14 und 15 sind Ventilscheiben zur Regulierung der Gaszufuhr dargestellt; Fig. 16 stellt eine Ampulle dar mit teil -eise weiterem und engerem Spiess;
Fig. 17 zeigt einen Schnitt durch ein anderes Ausführungsbeispiel der Maschine gemäss der Erfindung, Fig. 18 die Brennerverstellung in waag rechter Richtung; Fig. 19 zeigt; die Vorderansicht eines Haltevorrichtungspaaresund die abgewickel ten Arbeitsstellen; Fig. 20 zeigt eine Vorrichtung zum Ver schieben der Auffallplatte beim Nachsehub des Rohres und gleichzeitigem Verschieben des Brenners;
Fig. 21 zeigt eine Vorrichtung um die Brenner zii verschieben wenn in Abstand von einanderliegende Stellen cles Glasrohres er weicht werden; Fig. 2 ? zeigt die Ventilplatte eines Rund- scliiebers mit verschiedenen Kanälen; Fig. 23 stellt schematisch das Abtrennen der Ampullen innerhalb des Spiesses und die Erzeugung der Einengung an beiden Schul tern dar;
Fig. 24 zeigt eine Auffallplatte zur Her stellung von Rundbodenampullen und Fig. 25 für Flachbodenampullen; Fig. 26 stellt ein Umformwerkzeug dar. Die Maschine gemäss Fig. 1 hat acht Klemmbackenpaare. die senkrecht überein ander stehend auf einem Drehgestell verteilt um eine Achse kreisen und zugleich Dreh bewegungen um ihre eigene Achse ausführen.
Es werden also gleichzeitig acht Glasrohre bearbeitet, so dass bei jeder Umdrehung des die Klemmfutterpaare tragenden Drehgestelles acht Ampullen fertiggestellt werden.
In dem Drehgestell 1 sitzt senkrecht be festigt die nach unten durchgehende fest stehende Achse \?. Um diese Achse dreht sich der obere Stern 3 und der untere Stern 5, so wie das mittlere Rad 4. Die Sterne 3 bezw. 5 sind miteinander durch Stehbolzen 6 starr verbunden. Zwischen den Sternen 3 und 5 sind für jedes Klemmbackenpaar je z,%vei auf recht stehende Stangen 7, 7' fest angeordnet (Fig. 1 und 5). Die Klemmbacken 8 der obern Haltevorrichtung, welche zur Aufnahme der Glasrohre 9 dienen, sind an dem Drehgestell fest angeordnet.
Der obern Haltevorrichtung steht die untere Haltevorrichtung mit den Klemmbacken 10 gegenüber, die in den La gere 11 auf den Führungsstangen 7, 7' in der Höhenrichtung verstellbar ist. Beide Klemm- backenpaare sind durch eine Schliessfeder 12 selbstschliessend ausgebildet.
Von einem Motor wird über einen nicht gezeichneten Antrieb die Schnecke 15 ange trieben, die in das Schneckenrad 16 eingreift. Das Schneckenrad 16 sitzt auf der Nabe des Sternes 5 fest verbunden. Wenn die Schnecke 15 sich dreht, so wird durch diese auch das aus den Sternen 3, 5, Rad 4 und den Bolzen 6 bestehende Drehgestell mit den Klemm backenpaaren in Umdrehung versetzt. Die Klemmbacken erhalten ausserdem eine gleich artige Drehbewegung um ihre Achse. Zu die sem Zweck wird von der nicht gezeichneten Antriebswelle über Kegelräder eine in dem Lager 19 gelagerte, aufrecht stehende Welle 20 angetrieben, an deren obern Ende das Zahnrad 21 sich befindet, das in einem frei drehbaren Zahnkranz 22 eingreift.
Der Zahn kranz 22 läuft auf Kugeln um eine zylin drische, feststehende Scheibe 24 (Fig. 1 und 14) die gleichzeitig als Ventilscheibe mit Gaskanälen für die Zufuhr und Verteilung des Heizgases dient.
In jedem äussern Schenkel der Sterne 3 und 5 sitzen drehbar gelagerte, aufrecht stehende Wellen 25, deren unteres Zahnrad 26 in das Zahnrad 22 eingreift. Auf jeder Welle 25 sitzen weiterhin zwei Zahnräder 27 und 28, die über je ein Zwischenrad 29 und 29' auf das Zahnrad 30 der Haltevorrichtung 8 und das Zahnrad 32 der Haltevorrichtung 10 wirkt und diese dreht. Beide Haltevorrich tungen werden somit in derselben Drehrich tung angetrieben.
Das untere Zahnrad 28 ist mittels eines Halsringes 33 mit der Lager= Büchse 34 der untern Klemmbacken 10 ge kuppelt und durch Nut und Feder mit der Welle 25 verbunden, so da.ss bei Verschiebung der Klemmbacken 10 in Achsenrichtung auch der Zahnradantrieb 28, 29', 32 diese Verschie bung mitmacht. An den Stangen 7, 7' ist der Doppelbrenner 35, 35' in Achsenrichtung verschiebbar und über die Rohrleitung 36 mit einer auf der Scheibe 24 sitzenden mit dem Traggestell 11 umlaufenden Scheibe 24' ver bunden.
Entsprechend den acht Arbeitsstellen sind in der als Rundschieber dienenden Scheibe 24' acht Gaszuführungsrohre und dementsprechend acht Durchlassöffnungen vorgesehen. Diese Scheibe liegt dicht auf der feststehenden Platte 24, welche mit einem oder mehreren nutförmigen Knälen 39, 39' versehen ist, die sich über einen Teil des Um fanges erstrecken und zu denen eine Zufüh rungsleitung für Gas und Luft führt.
Das Gas wird also über diese Leitung in den. Nutenkanal durch die Öffnung des Schie bers und die Leitung 36 zu den Brennern 35, 35' geführt. Die Gaszufuhr erfolgt nur so lange, wie die zugehörigeÖffnung des Rund schiebers 24' sich frei über den Nutenkanal der Scheibe 24 befindet. Die Entzündung der Brenner erfolgt durch eine an geeigneter Stelle der Umlaufbahn der Haltevorrichtung angeordnete Zündflamme.
Das Erlöschen der Flamme erfolgt, sobald die Öffnung des Rundschiebers 24' den Nutenkanal 39 bezw. 39' verlässt.
Auf dem Grundgestell 1 ist eine an steigende und abfallende Bahnen aufweisende Gleitkurvenbahn 40 angeordnet, die ausser den Überleitungen verstellbare Teile 41, 42, 43, 44 besitzt. Mit dieser Kurvenbahn stehen die untern Klemmbacken 10 über die an ihrem untern Ende mit einer Gleitrolle 45' versehene Führungsstange 45 in Verbindung, die in dem Führungslager 46 des untern Sternes 5 gleitet und die die untern Klemm backen 10 entsprechend dem abfallenden und ansteigenden Teil der Kurvenbahn 40-44 heben oder senken lässt.
Über,dem obern Stern 3 ist auf ,der feststehenden Mittelachse 2 an dem Ring 47 die in der Höhe verstellbare Kurvenbahn 48 angeordnet, die in abge wickelter Form in Fig. 5 ersichtlich ist. Auch diese obere Kurvenbahn 48 besitzt ebenso wie die untere Kurvenbahn 42, 43 verstellbare Backen, und zwar sowohl waagrecht zur Ver- änderung,des Zeitpunktes, als auch senkrecht zur Veränderung der Bewegungsstrecke.
Der Brenner 35 und 35' ist über eine in dem obern Stern 3 gelagerte Stange 49, die unten mit dem Brenner und oben mit einer Rolle 50 auf der Kurvenbahn 48 gleitet, verbunden. Dadurch werden die Brenner entsprechend den ansteigenden und abfallenden Bahnen unter Berücksichtigung der Ausziehbewegung der untern Klemmbackenpaare gehoben und gesenkt.
Die Düsen 35 und 35' sind durch die mit Rechts- und Linksgewinde versehene. Stell schraube 51 gleichzeitig entsprechend dem jeweiligen Rohrdurchmesser verstellbar.
Das Öffnen der obern Klemmbacken 8 in den Halt-vorriclitungen erfolgt durch an dein Umfang der -Maschine angeordnete Anschläge 52, die die Klemmbacken offen halten oder aber für die Klemmbacken 10 durch selbst sperrende, entsprechend geformte Winkel hebel 53, die durch einen feststehenden An schlag 79 die Backen öffnen und so lange offen halten, bis sie wieder .durch einen an anderer Stelle angeordneten Anschla-, 53' ge schlossen werden.
Der Doppelbrenner 35. 35' wird, wie in Fig. 3 ersichtlich, über die Leitung 36 mit Gas- und Luftgemisch gespeist.
Wie in Fig. 5, Arbeitsstelle 3 ersichtlich, wird mit dem Glasrohr nach entsprechender Erweiehung erst eine Einengung erzeugt, an die sich dann fortschreitend die weitere Er hitzung anschliesst. Es ist zweclzmässi-, diese Verengun- durch ein Werkzeug zu formen.
In Fig. 4 und 6 sind auf dem Ring 4 die Lager 54 angeordnet, in denen ein mit einer Rolle 55 versebener Schieber 56 gleitet, der nach der Mittelachse zu die Rolle 57 trägt, die an der auf der -Mittelwelle 2 sitzenden Kurvenscheibe 58 gleitet und durch die an- ste:gende Bahn derselben gegen die anstei gende Stelle des Glasrohres 9 gewebt wird.
Die Kurvenscheibe 58 ist. für den Zeitraum und den Zeitpunkt der Einengbewegung, wie in Fig. 4 ersichtlich, verstellbar. Die Grösse c'er Bewegung gegen das Glasrohr wird regu liert durch die Stellschraube 59, Fig. 4.
Die Rolle 55 ist. glatt oder besitzt. für die Vorbereitung einer Trennstelle zweckmässig eine ringsum verlaufende Erhöhun < - 60 (Fig. 8), die entweder noch eine entsprechend der Erhöhung ringsum verlaufende Vertie fung einformt, oder aber durch die Auswahl eines entsprechenden Materials und der Tein- peratur eine Spannung erzeugt. Die Erzeu gung dieser Trennstelle kann auch,
wie in Fig. 10 an beiden Übergängen vom Spiess zum weiten Körper nur durch ein schmales 1\'crkzeug 61 getrennt erfolgen.
Wenn die Bildring einer Trennstelle mit. dem Werkzeug 61 in einem besonderen Ar beitsgang erfolgt, empfiehlt sich die Anord nung eines Brenners 62 (Fig. 11) zur noch nialigen Erwärmung. Auch die Brenner 62 können dann auf demselben Ring 4 befestigt sein und werden ebenfalls durch eine auf der 3littelwelle sitzende Kurve gegen die einzn. eggende Stelle des Glasrohres geführt.
Die Stangen 45 als auch die Stangen 49, die an ihren Enden die Rollen 45' bezw. 50 tragen, können. wie in Fig. 2 ersichtlich, neben der Rolle 45' bezw. 50 eine zweite Hilfsrolle 63 tragen, die dann auf den neben der Hauptkurve 40 bezw. 48 verstellbaren Kurvenstrecken z. B. 41, 42, 43, 44 laufen. Der Kurvenkranz 43 wird in seinem ganzen Umfange gehoben, durch das Handrad 76, die Spindel 75, den Arm 74, die Führungs stangen 73, die in den Führungslagern 72 gleiten.
Der Nachschub des Glasrohres nach dem Abtrennen eines fertig geformten Am pullenkörpers erfolgt über den feststehenden Anschlag 52 zwangsläufig, indem das Glas rohr bis zum Auftreffen auf die Auffall- platte 64 nachfällt. Die obere Klemmfutter- vorricht.ung kann ebenfalls über den finit Ge stänge versehenen Handhebel 65 geöffnet v,erden. Die Länge des Nachschubes wird ge regelt durch Verstellen der Platte 64 in Fall richtung.
Zum Erhitzen des Glasrohres wird ein mit Düsen 35, 35' versehener Doppelbrenner ver wendet, der über die Rohrstutzen 80, 80' über Gummischlauchstücke 81, 81' und ein T Stück, sowie den Gummischlauch 36 mit der Rundscheibe 24' und der Ventilplatte 24 in Verbindung steht.
Die Rohre 80. 80' sind in Armen 82, 82' befestigt, die durch eine mit Rechts- und Linksgewinde versehene Spindel in dem senkrecht verschiebbaren Gleitstück 84 entsprechend dem Durchmesser des Glas rohres verstellt -erden, so dass die Brenner- düsen 35, 35' gleichzeitig in den richtigen abstand zu dem Glasrohr gebracht werden können.
Das Führungsstück 84 und somit das ganze Brennersystem steht über die Füh rungsstange 49 und Rolle 50 mit der Kur- i-enbahn 48 in Verbindung und wird durch diese gehoben und gesenkt.
In nachstehendem soll die Arbeitsweise für die in der Zeichnung und Beschreibung als Ausführungsbeispiel dargestellte Ma schine beschrieben werden.
Die durch Traversen 6 zu einem Dreh- o;estell verbundenen Sterne 3 und 5 werden durch den Schneckenantrieb 15, 16 um die feststehende Mittelachse 2 gedreht, und somit die an dem Drehgestell befestigten, sich ;gegenüberstehenden Klemmbacken 8 und 10. Diese Klemmbacken werden während ihres Umlaufes um die Mittelachse ausserdem um die eigene Achse gedreht über die Antriebs welle 20, das Zahnrad 21, 22, 26, die Welle 25 mit den Zahnrädern 27, 28, die Zwischen räder 30, 32. Die Schliessfeder 12 drückt -die Klemmbacken zusammen, so dass das Rohr ge spannt wird.
In Arbeitsstelle 1. (Fig. 5) wird das Glasrohr nach öffnen der obern Klemm backen durch die Klemmbacken hindurch bis zum Auftreffen auf die Anschlagplatte 64 geführt, durch :die obern Klemmbacken fest gehalten, wenn die obern Klemmbacken bei dem Umlauf um die Mittelachse an dem An schlag 52 vorbeigelangt sind. Den Brennern 35, 35' wird nun entsprechend den Kanälen 39 bezw. 39' in der Ventilscheibe 24 in Ver bindung mit dem Rundschieber 24' Gas zu geführt, welches durch einen am Umfange an geordneten Zündbrenner entzündet wird, so dass sie die zur Erzeugung des Spiesses be stimmte Stelle des Glasrohres erhitzen.
Wäh rend des Umlaufes werden die untern Klemm- backen durch die ansteigende Bahn der Kurve 40 über die Führungsstange 45 gehoben und die Klemmbacken durch einen ebenfalls am Umfange angeordneten Anschlag 53' ge schlossen, indem der mit Rast versehene Win kelhebel 53 entgegen der Uhrzeigerrichtung bewegt und die Klemmbacken so der Wir- läng der Schliessfeder unterworfen werden. Das Schliessen erfolgt bevor das Glasrohr so erweicht ist, @dass es etwa durch das eigene Schwergewicht absacken kann.
In Stellung 3 (Fig. 5) ist das Glasrohr beiderseits der Schmelzstelle von den Klemmbacken gehal ten und in dieser Stelle ist das Glas bereits so weich, dass es durch die untern Klemm backen ausgezogen werden kann, wodurch sich die in dieser Arbeitsstelle dargestellte Verengung ergibt. Das Ausziehen erfolgt durch Verstellen des Kurvenstückes 41. Gleichzeitig wird die Formrolle 55 gegen die Einengstelle geführt, welche die erweichte Glasmasse auf einer schmalen Stelle zweck mässig entsprechend dem anzufertigenden Spiessdurchmesser zusammendrückt, wobei aber gleichzeitig die Glasmasse zentrisch ge richtet wird.
Dieses Richten und Umformen mittels des Werkzeuges kann wie in Fig. 8, 9, 10 und 11 ersichtlich, auch mittels eines Formwerkzeuges erfolgen, das gleichzeitig eine ringsum verlaufende Kerbe oder auch Be kannterweise eine Spannung erzeugt.
Die Heizbrenner 35, 35' werden nun durch den ansteigenden Teil der obern Kurvenbahn 48 über die Rolle 50 und die Stange 49 langsam gehoben, während gleichzeitig, wie in Ar beitsstelle 3a, 4 bis 5 ersichtlich ist, die un tern Klemmbacken die erweichte Glasmasse ab- und zu einem Spiess ausziehen. Ebenso wie die untere Kurvenbahn 40 besteht auch die obere Kurvenbahn 48 aus beweglichen und verstellbaren Teilen,
die gegenüber dem festen Kurventeil 48 in der Höhe und in der Arbeitsrichtung verstellbar sind. Die (Däe- schwindigkeit des Ausziehens wird geregelt durch den verstellbaren Kurventeil 42 unter Berücksichtigung der Erhitzungstemperatui durch die Brenner 35, 35' und unter Beach tung des anzufertigenden Spiessdurchmessers.
Nachdem das Ausziehen in Arbeitsstellung 5 beendet ist, wird die Gaszufuhr zu den Bren nern 35, 35' durch den Rundschieber 24' ge sperrt und es kann, wie in Arbeitsstelle 6 und Fig. 10, 11 gezeigt, entweder durch einen be sonderen Brenner 62 und ein Werkzeug 61 an einer oder beiden Schultern (das ist der Über- gang von Spiess 70 zum Rohr 9) eine Ein engung erzeugt werden, oder.der konisch;:
Cberga.ng zwischen weitem Rohr und aus gezogenem Spiess vermindert werden, oder aber, die Brenner 35, 35' können für die Er zeugung dieser Einengung so weit gesenkt werden, dass durch sie die Einengung erzeugt -ird. Zum Betrieb der etwa notwendigen Brenner 62 ist die in Fig. 15 dargestellte Ventilscheibe 7 7 mit. dem Nutkanal <B>77'</B> und dem Rundschieber 78 vorgesehen.
Nenn der gegebenenfalls eingeengte Ampullenkörper mit Spiess versehen ist, kann derselbe sofort, oder auch -.,st nachdem mehrere zusammen hängende, mit Spiessen versehene Ampullen körper erzeugt sind, von dem übrigen Rohr abgetrennt werden. Das Abtrennen erfolgt. je nach dem Verwendungszweckdurch Abspren gen, Abschneiden oder auch Abschmelzen, unter gleichzeitigem Zuschmelzen des Glas rohrendes.
Das Abtrennen kann durch einen besonderen Brenner oder durch denselben Doppelbrenner 35, 35' erfolgen. wie er zur Erzeugung des Spiesses verwendet wurde, wo bei jedoch zweckmässig für die Gaszufuhr ein besonderer Nutenkanal 39' in der Ventilplatte 24 vorgesehen wird. Dieses empfiehlt sieh deshalb, weil für ein Abschmelzen mit gleich zeitiger Bodenbildung an dem Glasrohr eine andere Erhitzung notwendig sein kann, wie zum Spiessziehen.
Hinter Arbeitsstellung 6 wird der Bren ner 35, 35' zu diesem Zweck durch den an steigenden Teil der Kurvenbahn 48 gehoben, so dass er, wie in Arbeitsstelle 7 dargestellt, das Glasrohr an dem Übergang zwischen Spiess und weichem Glasrohr erhitzt und er weicht, während unter dem Einfluss des ver stellbaren Kurventeils 44 die untern Klemm backen den Ampullenkörper so abziehen, dass eine Trennung von dem Rohr und gleich zeitig ein Zuschmelzen und damit eine Boden bildung erfolgt. Die.
Brenner 35. 35' können auch soweit gehoben oder gesenkt werden, dass ein Abschmelzen an einer Stelle des Spiesses, z.<I>B.</I> a-b, oder des Rohres e-f (Fig. 7) erfolgt. Wenn das Abschmelzen an der Stelle e-f erfolgt, so -,wird. ein doppel- ter Ampullenkörper mit umgekehrt zueinan der stehenden Körperteilen erzeugt, die durch den Spiess 70 verbunden bleiben.
Diese Arbeitsweise ist besonders vorteilhaft, weil ohne Glasabfall ein allseitig ver schlossener Ampullenkörper erzeugt wird, der vor der Füllung durch Abschneiden in der Mitte des Spiesses in zwei Körper ge trennt wird, so dass kein durch einen über schüssigen Spiess verursachter Glasabfall ent steht und ausserdem mit einem Schnitt gleich zeitig zwei Ampullen geöffnet werden. Die Länge des Spiesses wird in diesem Fall selbst verständlich für zwei fertige Ampullen be messen.
Nach der Arbeitsstellung 7 wird die un tere Klemmbacke durch den Anschlag 79 ge öffnet, so dass der fertige Ampullenkö rper aus den Klemmbacken herausgelangt. In Ar beitsstelle 8 wird die obere Klemmbacke durch den Anschlag 52 geöffnet, so dass das Glasrohr, wie in Arbeitsstelle 1 gezeigt, durch die Klemmbacke hindurch bis auf den festen Anschlag 64 fallen kann.
Nach diesem Verfahren ist es möglich. Spiesse mit beliebiger Wandstärke, Durch messer und Länge zylindrisch und in jeder andern Form herzustellen, denn die obere Kurvenbahn 48 und die untere Kurvenbahn 90, 43 sind nur unter Berücksichtigung der Heizwirkung der Brenner 35, 35' entspre chend einzustellen.
Es kann zum Beispiel ein nach dem Ende zu erweiterter Spiess erzeugt werden, wenn die Ziehgeschwindigkeit der untern Backen bei gleichbleibender Erhitzung beschleunigt und eiii verengter Spiess, wenn sie verlang samt wird. Wie in Fig. 16 dargestellt, kann auch ein Teil des Spiesses weit und ein anderer Teil weiter oder enger angefertigt werden.
Die Verschiebung zwischen Brenner und Glasrohr kann mit veränderlicher Geschwin digkeit erfolgen, so dass an bestimmten Stel len das Glasrohr mehr oder weniger stark er hitzt wird. Bei der Verschiebung zwischen Brenner und Glasrohr zur Erhitzung von im Abstand voneinanderliegenden Stellen des CTlasrohres kann, wie dargestellt ist, der Brennstoff für den Brenner über verschie dene, dem jeweiligen Zweck entsprechend regulierbare Zuleitungen geführt, z. B. über verschiedene Rundschieber, deren Brennstoff leitungen so regulierbar sind, dass der Bren ner zeitweise scharf, weich, mit kurzer oder langer Flamme brennt.
Die Verschiebung zwischen Brenner und Glasrohr kann ent weder durch,den Brenner oder das Glasrohr, oder durch beide erfolgen.
Ausser der Verschiebung des Brenners parallel zum Glasrohr kann dieser gleichzei tig auch quer zur Rohrachse bewegt werden, so dass die Brennerflamme von der Rohrwand entfernt wird, wodurch eine verschiedene Heizwirkung erzielt wird. Diese Bewegung kann sowohl selbsttätig während der Er hitzung innerhalb dieses Arbeitsvorganges, als auch mit der Hand für einen längeren Zeitraum erfolgen.
Der Brenner besteht aus mehreren, auf .die Rohrwand gerichteten Brennerdüsen, die z. B. für die Erhitzung von in Abstand vonein- anderliegenden Stellen mit verschieden ge regelter Brennstoffzufuhr betrieben werden, oder aber alle Brennerdüsen wirken gleich zeitig und gleichmässig auf die Rohrwan dung und sind gleichmässig zur Rohrwan dung und ausserdem in der Rohrachse zum Glasrohr verschiebbar.
Die einzelnen Arbeitsvorgänge können auch an mehreren Arbeitsstellen ausgeführt werden, und zwar können die Haltevorrich tungen um eine Mittelachse angeordnet und schrittweise geschaltet, oder in einer Reihe nebeneinander eingerichtet sein. Die Ma schine könnte auch waagrecht angeordnet sein. Ebenso sind gegenüberstehende Halte- vorrichtungen. nicht Bedingung, sondern es könnten nur die Rohrenden umgeformt wer den, und zwar an langen Rohren die einseitig durch die Haltevorrichtung gehalten werden, während das Ende der Bearbeitung unterliegt.
Die Kurvenbahn 48 (Fig. 19) besitzt ver stellbare Bahnen 97, 98, 99, und zwar sowohl waagrecht zur Veränderung des Zeitpunktes, als auch senkrecht zur Veränderung der Be- wegungsstrecke. Für eine fortschreitende Er- hitzung des Glasrohres ist die Führung 84 mit den Brennerdüsen 35, 35' über eine in dem obern Stern 3 gelagerte Stange 49 die oben mit einer Rolle 50 auf der Kurvenbahn 48 gleitet, verbunden. Dadurch werden die Brenner entsprechend den ansteigenden und abfallenden Bahnen gehoben und gesenkt.
In Fig. 17 und 20 ist eine Vorrichtung zum Bewegen des Brenners gezeigt, die das Brennersystem beim Nachschub des Glas rohres durch die Klemmbacken 8 der obern Haltevorrichtungen soweit hebt, dass die Auf fallplatte 64 bis unmittelbar an das Glasrohr herangeführt werden kann, so dass ein zu starkes Auffallen des Glasrohres 9 auf die Platte 64 verhindert wird. Bei langen Röh ren von grossem Durchmesser ist dieses Auf fallen von Nachteil.
Auf der Grundplatte 1 ist in dem Stehlager 101 die senkrechte Stange 102 befestigt, in der die Halter 103, 103' angebracht und durch die Welle 104 zu einer Geradführung ausgebildet .sind. Zwi schen der Welle 102 und der Welle 104 ist eine mit Gewinde versehene Spindel 106 an geordnet, auf der die Stellmuttern 100, 107, 108 sich befinden.
Diese dienen zum Ver stellen der Anschläge b.ezw. zum Einstellen der Abwärtsbewegungen der Auffallplatte. Das Führungslager 105 mit der Auffallplatte 64 wird über die Kurvenscheibe 108', den Doppelhebel 109, die Verbindungslasche 110, aufwärts bis unter das Glasrohr bewegt, und senkt sich bis auf die Stellmutter 100, die dem jeweiligen Nachschub des Glasrohres entsprechend reguliert wird.
Die untere Kante der Brennerdüsen 35, 35' steht um die halbe Stärke der Brennerdüsen unterhalb des Rohrendes, so dass die Platte nicht so nahe herangeführt werden kann und das Rohr einen Fall ausführt. Damit die Platte bis un mittelbar an das Glasrohr herangebracht wer den kann., wird das Brennersystem beim Hochheben der Platte 64 gleichzeitig mit ge hoben.
Zu diesem Zweck ist an der Stange 102 -eine Lagerstelle 111 geschaffen, an der der Doppelhebel 112 drehbar gelagert ist, der über die Lasche 113 mit dem an dem obern Ende der verlängerten Fiihrungsstange 101 angebrachten Zugstück 114 in Verbindung steht. Das Zugstüel@ 11-t besitzt in dem He bel 115 und der Stange 116 eine. Geradfüh- rung. Das andere Ende des Doppelhebels 112 besitzt die Stellschraube 117. Die Stange 49.
die an dem Fiihrungsstüclz 84 befestigt ist, besitzt an dem obern Ende neben der Rolle 50 noch einen Stift 118, in den der an dem Führungslager für die obern Klemmbacken 8 gelagerte Doppelhebel 119 eingreift. Dieser Doppelhebel<B>119</B> läuft mit. der Rolle 119' an dem Zugstüeh 114. _N\Tenn die Bodenplatte 64 über die Kurve 108, Gestänge<B>109. 110</B> ge hoben wird, trifft die Platte 64 auf die Stell.
schraube 11"7, so dass der rechte Schenkel des Doppelhebels 112 und somit. die Lasche 113 das Kurvenstück 114, und der rechte Schen kel des Doppelhebels<B>119,</B> abwärt;s-, und der linke Schenkel des Doppelhebels<B>119,</B> und so mit die Brennerstange 49 über den Stift.<B>118</B> und das Führungsstück 84 mit den Brenner düsen 35, 35' aufwärtsbewegt wird. Die Rüclibewegung erfolgt durch eine Zugfeder.
In Fig. 21 ist eine Vorrichtung darge stellt, die an einer Stelle des Umfanges, z. B. in Arbeitsstellung 5 (Fig. 19) dann An wen dung findet, wenn in Abstand voneinander liegende Stellen des Glasrohres erhitzt wer den sollen und der Abstand verhältnismässig gross ist. so dass er nur schwer durch eine gleitende Kurvenstrecke überbrückt werden kann. Die jetzt beschriebene Vorriehtung ist.
auch dann mit Vorteil anwendbar, wenn die Bearbeitung an ortsfesten Arbeitsstellen bezw. bei schrittweise gescba.lteten Maschinen erfolgt.
In der entsprechenden Stelle der Maschine ist auf der Grundplatte 1 das Lager 120 be festigt, an dem der Hebel 121 durch die Kur venscheibe 122 auf- und abbewegt wird.
In dem Stehlager 123 ist die senkrechte Stange 124 befestigt, an der in Abstand zu einander die beiden Zwischenstüeke 125, 125' eine Lagerung für die Stange 126 ergeben. Der Hebel 121 ist über die Lasche 127 mit dem untern Ende der Stange 126 verbunden, an deren oberem Ende das verstellbare Füh- rungsstück 128 angebracht ist, an dein das Gleitstück<B>128'</B> befestigt ist. Dieses Gleit- stück 128' steht wieder über den Doppelhebel 119, Stift 118, die Stange 49 mit dem Füh- i-ungsstiick 84 und somit den Brennerdüsen 35, 35' in Verbindung.
Entsprechend den an steigenden und abfallenden Bahnen der Kur ven 48, 97-99, wird der Brenner von dem Gleitstück 128' gehoben und gesenkt.
Das Gleitstück 128' in Fig. 21 ist für eine umlaufende Maschine verlängert, so dass wäh rend des Hebens und Senkens die Rolle 120 auf diesem weiterlaufen kann.
Um eine vorbestimmte Strecke zu er hitzen, ist es auch vorteilhaft wenn die Kur venbahn 48 oder bewegliche Strecken dersel ben sä genartig ausgebildet sind, so dass eine fortwährende. Auf- und Abwärtsbewegung des Brenners ausgeübt und somit das Glas rohr auf einer bestimmten Strecke gleich mässig erhitzt wird.
Auch ist bei einer umlaufenden Maschine die Fortbewegung des Brenners von dem Bodenende dann von Vorteil, wenn z. B. eine Blasform gegen das Ende geführt wird, oder wenn die Bodenplatte 64 schlagartig gegen das noch weiche Rohrende trifft. und dieses geradegerichtet wird, oder wenn eine Umfor- inung durch ein Werkzeug erfolgt.
Es ist zum Beispiel vorteilhaft, wenn die Haltevorriehtungen sich fortlaufend um die Mittelachse drehen und Rundböden einge blasen werden, entsprechend dem Radius der Haltevorrichtungen an die Bewegungsbahn eine bogenförmige Blasform mit Halbkreisför- inigem Querschnitt heranzuführen, an der das Glasrohr während des Rundblasens vor beigeführt wird.
Wie in Fig. 24 ersichtlich, wird dann in das Führungsstück <B>105</B> eine Form mit einer halbkugelförmigen Mulde, oder eine andern Form, wie z. B. Fig. 25, 26, entsprechend dem mittleren Abstand vom Glasrohr zur Mulde befestigt, welche. gegebenenfalls nach nochmaliger Erweichung gegen die Umform- stelle geführt wird, während von dem offenen Ende Luft in das Rohr eingeblasen wird.
In der gleichen Art kann anstatt, einer Blasform auch ein bogenförmiges Formwerk zeug gegen das geschlossene Rohrende oder eine andere erweichte Stelle des Glasrohres geführt werden, so dass. diese beim Abwälzen an dem Formwerkzeug umgeformt wird. Die ses Werkzeug kann auch geradlinig ausgebil det .sein und durch eine zusätzliche Bewegung sich ,dem Radius des Glasrohres beim Durch lauf anpassen.