CH211148A - Binäre Magnesiumlegierung. - Google Patents
Binäre Magnesiumlegierung.Info
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Description
Binäre Magnesiumlegierung. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine binäre Magnesiumlegierung mit überwiegendem Magnesiumgehalt.
Die Entwicklung der hochprozentigen Magnesiumgusslegierungen wurde in erster Linie durch -den Umstand bestimmt, dass,die einzige Möglichkeit zur Erzielung eines kristallinischen Gussgefüges von technisch brauchbaren Festigkeitseigenschaften bei Magnesium in dem Hinzulegieren von Le gierungskomponenten mit härtend wirkenden Eigenschaften bestand.
Bis heute wurden für diesen Zweck fast aus chliesslich Aluminium und Zink verwendet. Diese Metalle üben, bei Anwendung in den gebräuchlichen Men genverhältnissen von 4-10% Aluminium, gegebenenfalls zusammen mit bis zu 3 Zink, eine härtende und kornverkleinernde Wirkung auf .das Magnesium aus, das an sich weich ist und nach dem Erstarren eine grab kristallinische, radialstrahlige Struktur aufweist.
Je nach ihrer besonderen Zusammen setzung und je nach der Art des, angewand ten Giessverfahrens (Sand-, Kokillen- oder Spritzguss) weisen diese bekannten Magne- siumgusslegierungen im unvergüteten Zustand eine Zugfestigkeit von 16-22 kg/mm@ auf, bei einer Dehnung von. ä-12 %, einer Streck grenze von 8-12 kg/mm@ und einer Kerb zähigkeit von 0,
5 mkg/em2 ("Werkstoffhand- buch Nichteisenmetalle" 1986, Blatt K3).
Ein Nachteil. dieser bekannten Magne- siumlegierungen ist aber darin zu erblicken, dass sie während der Erstarrung zur Bildung sogenannter Mikrolunker, das heisst feiner Haarrisse im Gefüge, neigen.
Diese Mikro lunker machen die Gussstücke nicht nur bis zu einem gewissen Grad durchlässig für Flüssigkeiten oder Gase, sondern sie beein trächtigen auch unter gewissen Umständen, infolge ihrer Kerbwirkung wesentlich die guten mechanischen Eigenschaften, die an sich bei gesundem Gefüge der Gussstücke er- reichbar sind. Dieser Nachteil macht sich besonders an hochbeanspruchten Stellen der Gussstüeke bemerkbar, die entsprechend ver stärkt werden müssen.
Die Neigung der be kannten Gusslegierungen, solche Mikrolunker zu bilden, scheint mit ihrem verhältnismässig hohen Gehalt an Legierungsbildnern zusam menzuhängen, der im Vergleich zu reinem oder niedrig legiertem Magnesium zu einem grossen Ers:ta.rrungsintervall führt. Die bis heri.gen Versuche, der Bildung solcher Mikro lunker entgegenzuwirken, beschränkten sich auf eine ausgedehnte Verwendung von s oge- nannten Abschreckplatten und andern Mass nahmen zur raschen Abkühlung der gefähr deten Gefügebereiche.
Solche Massnahmen sind jedoch teuer und in der Praxis häufig schwierig zu beherrschen.
In Erkenntnis der Bedingungen, die für die Bildung eines mikrolunkerfreien Guss- gefüges von hoher Festigkeit massgebend sind, nämlich Feinkörnigkeit und kleines Ersta.rrungsintervall, wurden systematisch Versuche durchgeführt, die zur Auffindung von Legierungsbildnern dienen sollten, wel che auf Magnesium eine stark kornver feinernde Wirkung ausüben, und zwar auch dann, wenn sie in Mengenverhältnissen an gewendet würden, die zur Erzielung einer erheblichen Verbreiterung des Erstarrungs- intervalles nicht ausreichend sind.
Es wurde dabei gefunden, dass das Zir- kon ein Metall ist, das den vorerwähnten Forderungen entspricht.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist also eine binäre Magnesiumlegierung, die durch einen Gehalt zwischen 0,05 und 2 Zirkon gekennzeichnet ist.
Es hat sich gezeigt, dass das Zirkon, in Mengen von 0,05-'-)% mit Magnesium legiert, eine viel stärkere Kornverfeinerung bewirkt, als die bisher üblichen viel grösseren Mengen von Aluminium und Z1n1L Bei Zu satz von Zirkon zum Magnesium in den vor erwähnten Mengenverhältnissen ist ausserdem das Erstarrungsintervall der erhaltenen Le b erung noch so klein, dass eine solche Legie rung ohne wahrnehmbare Mikrolunkerbil- Jung erstarrt.
Die kornverfeinernde Wir kung des Zirkons auf reines Magnesium (im Gusszustand: Zugfestigkeit 9-l3 <B>kg/mm',</B> Dehnung 5-69o) ist so stark, dass schon ein Zusatz von (:
),5 % Zirkon der Legierung eine Zugfestigkeit von 18,5 kg/mm\ und eine Streckgrenze von 7 kg/mm' verleiht, welche Werte nahezu denen der bisher gebrauchten Guss.legierungen gleichkommen. Ausserdem wird die Dehnung auf 21 % und die Kerb- zähigkeit auf 1,5 mkg/cm@ erhöht. Diese Werte sind also wesentlich höher als die ent sprechenden Werte der gebräuchlichen Guss- legierungen.
Da die Korrosionsbeständigkeit von Guss- legierungen durch ein feinkörniges und dichtes Gefüge begünstigt wird, so ist die erfindungsgemässe Legierung bezüglich Kor rosionsbeständigkeit und besonders im Hin blick auf Spannungskorrosionsfestigkeit den besten bisher bekannten Legierungen auf Magnesiumbasis gleichwertig.
Der Zusatz von Mangan, das sonst als notwendig für die Verbesserung der Korrosionsfestigkeit ange sehen wurde, erübrigt sich; er würde im vor liegenden Fall das Zirkon zudem noch hin- (lern, seine günstigen Wirkungen auszuüben.
Das feine Korn, das eich bei der Erstar rung der erfindungsgemässen Magnesium- Zirkon-Legierung bildet, bleibt auch nach wiederholtem Einschmelzen und Umgiessen der Legierung erhalten. Die Bildung des feinkörnigen Gefüges ist praktisch unabhän gig von der Abkühlungsgeschwindigkeit der gegossenen Legierung; sie tritt also sowohl beim Kokillenguss als auch beim Saudguss ein.
Die guten Eigenschaften der vorbeschrie- benen insbesondere ihre hervor ragende Dehnbarkeit und Kerbzähigkeit, ma chen sie auch für die Verarbeitung zu ver- kneteten Erzeugnissen geeignet.
Eine binäre Legierung, die bis etwa 2/o Zirkon enthält, zeigt nach der Verknetung Festigkeitswerte, die. denjenigen der gebräuchlichen verknete- ten Magnesiumlegierungen, die erhebliche Mengen Aluminium und gegebenenfalls auch Zink enthalten, gleichkommen, während sie hinsichtlich Zähigkeit diesen gebräuchlichen Legierungen wesentlich überlegen ist. Von Wichtigkeit ist noch der Umstand, dass insbe sondere die verknetete Legierung sich vor den bekannten verkneteten Legierungen durch ihre Schweissbarkeit auszeichnet.
Für die bekannte Magnesiumknetlegie- rung AM 503 der I. G. Farbenindustrie A. G. (siehe "Werkstoffhandbuch Nichteisenme talle" 1936, Blatt K4) werden folgende Fe stigkeitswerte angegeben:
Zugfestigkeit = 19-23 kg/mm2 Streckgrenze = 14-17 kg/mm' Dehnung = l,5-5 Kontraktion =<B>5%.</B> Im Vergleich hierzu weist eine Magne- siumlegierung mit 1 % Zirkon im verkneteten Zustand die folgenden Festigkeitswerte auf: Zugfestigkeit = 29,8 kg/mm@ Streckgrenze = 25,8 kg/mm' Dehnung =<B>16,2</B> Kontraktion = 34,0
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Binäre Magnes.iumlegierung, gekennzeich net durch einen Gehalt zwischen 0,05 und 2 % Zirkon.
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