CH211289A - Verfahren zur Vorbereitung von kieselsäurehaltigen Tonerdemineralien für den Aufschluss mit Säuren durch Glühen. - Google Patents

Verfahren zur Vorbereitung von kieselsäurehaltigen Tonerdemineralien für den Aufschluss mit Säuren durch Glühen.

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CH211289A
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A-G Th Goldschmidt
Aktiengesellsc Aluminium-Werke
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Goldschmidt Ag Th
Vaw Ver Aluminium Werke Ag
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    • C01—INORGANIC CHEMISTRY
    • C01F—COMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F7/00—Compounds of aluminium
    • C01F7/02—Aluminium oxide; Aluminium hydroxide; Aluminates
    • C01F7/20—Preparation of aluminium oxide or hydroxide from aluminous ores using acids or salts

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Description


  Verfahren     zur        Vorbereitung    von     kieselsäurehaltigen        Tonerdemineralien     für den     Anfschlnss    mit Säuren durch Glühen.    Die kieselsäurehaltigen     Tonerdeminera-          lien,    z. B. Tone und     Kaoline,    müssen vor der  Behandlung mit     Säuren,    z. B. schwefliger  Säure, geglüht werden, damit die Tonerde  der in ihnen enthaltenen     Kaolinite    säure  löslich wird.

   Ein grubenfeuchter     Niederlau-          sitzer    Ton der     Zusammensetzunz:     
EMI0001.0014     
  
    <B>35,6%</B> <SEP> Glühverluste <SEP> (einschliesslich
<tb>  24,8 <SEP> % <SEP> ALO, <SEP> [Feuchtigkeitswasser)
<tb>  1,8 <SEP> <I>951'</I> <SEP> Fe203
<tb>  1,5 <SEP> % <SEP> TiO2
<tb>  36,0 <SEP> % <SEP> SiO.       zeigt zum Beispiel eine optimale Löslichkeit  von etwa 70 bis 80 % der Tonerde in einem  Temperaturgebiet von etwa 600 bis 800   C.

    Unterhalb und oberhalb dieses Temperatur  gebietes ist die Löslichkeit der Tonerde nur  gering, namentlich zeigt ein geringes Über  schreiten der     Höchsttemperatur    von 800   ein  schnelles Absinken der     Tonerdelöslichkeit.       Die Löslichkeit der Tonerde wurde nach  der allgemein üblichen Methode mit über  schüssiger 6 %     iger    Salzsäure     bestimmt,    die  man bei     etwa   <B>80'</B> C 2 Stunden auf den ge  mahlenen geglühten Rohstoff einwirken lässt.  



  Man muss also, um ein- gleichmässiges       Glühprodukt    mit der grösstmöglichen Löslich  keit zu erhalten, in einem begrenzten Tem  peraturgebiet bleiben. Das lässt sich bei Ver  arbeitung kleiner Mengen, die zum Beispiel  in Muffeln geglüht werden, leicht     ausführen.     Handelt es sich aber um den laufenden  Durchsatz grosser Rohstoffmengen, vorzugs  weise in ununterbrochen und     mit    direkter  Feuerung arbeitenden Drehöfen, ist dies mit  den grössten Schwierigkeiten verknüpft. Der  Aufenthalt des     Aufschlussgutes        in    der       heissesten    Zone des Ofens ist nur     verhältnis-          mässig    kurz.

   Hat der Ofen hier die optimale  Temperatur, dann verlässt das Gut den Ofen,  ohne selbst diese Temperatur angenommen zu      haben. Es ist niemals auf der für die beste  Löslichkeit der Tonerde erforderlichen     Glüh-          temperatur    gewesen. Man muss also     in    der  heissesten Feuerzone mit Temperaturen arbei  ten, die höher sind als die durch die Vor  versuche festgestellten optimalen Tempera  turen. Das hat nun aber wieder insofern  seinen     Nachteil,    als nur Stücke ganz be  stimmter, vom jeweiligen Ofengang abhän  giger Korngrösse auf die richtige     Glühtem-          peratur    gebracht werden.

   Kleinere     Stücke     werden     überbrannt,    grössere zu wenig ge  glüht. Das Gesamtergebnis ist, dass die Ton  erdelöslichkeit der im Grossbetrieb geglühten  Rohstoffe viel geringer ist, als die durch den       Vorversuch    festgestellte. Das bedeutet aber  eine schlechte Ausnutzung des Rohstoffes.  also eine unwirtschaftliche Ausführung des       Aufschlussverfahrens.     



  Weiter hat sich nun herausgestellt, dass  es bei dem Glühen der Rohstoffe in direktem  Feuer in keinem Falle möglich ist, den Grad  der Löslichkeit der Tonerde zu erreichen, den  man bei einem     Vorversuch    mit einem in einer  Muffel geglühten und dann gemahlenen Roh  stoff erzielt. Wenn man den     Aufschlussrück-          stand    des in einem direkt beheizten Dreh  ofen geglühten Gutes betrachtet, so findet  man, dass viele Stücke. des     Rückstandes    schon  äusserlich noch vollkommen dem     geglühten     Rohstoff vor der Behandlung mit. Säure glei  chen.

   Eine chemische     Untersuchung    dieser  Stücke ergibt,     da.ss    sie auch noch dieselbe Zu  sammensetzung zeigen, wie der geglühte Aus  gangsstoff. Merkwürdigerweise werden diese  Stücke nun aber sofort gut säurelöslich. wenn  man sie bricht. Das ist ein Beweis dafür.       da:ss    sie beim Glühen im direkten Feuer an  ihren Oberflächen     überbrannt    werden, so dass  sie mit einer säureunlöslichen Hülle umgeben  werden, die den Zutritt. der Säure verhindert.  Bricht man sie aber, so wird die Hülle ge  sprengt, und die Säure kann ungehindert zu  den löslichen Bestandteilen im Innern der  Stücke gelangen.  



  Auf diesen Erkenntnissen ist. vorliegende  Erfindung aufgebaut. Sie will den bestmög  lichen Aufschluss der kieselsäurehaltigen Ton-         erdeniineralien    erzielen, und sie löst diese  Aufgabe dadurch, dass gemäss     dem    Verfah  ren das aufzuschliessende Material in eine       slückige    Form     übergeführt    wird, durch wel  che der     Aufschlusssäure    der Zugang zum   Innern der einzelnen Stücke erleichtert wird.

    Das kann entweder dadurch geschehen, dass  man das     Aufschlussgut    vor dem Glühen in       Formkörper    mindestens annähernd gleicher  Grösse überführt, oder dass man das geglühte  Rohgut durch Brechung in. die den Zugang  der     Aufschlusssäure    zum Innern der einzelnen  Stücke     erleichternde    Form überführt. Man  kann auch beide Massnahmen nacheinander  zur Anwendung bringen.  



       Uni    den Rohstoff auf die     gewünschte     mindestens annähernd gleichmässige Korn  grösse zu bringen und so die für die Erzie  lung der grösstmöglichen Löslichkeit der in  dem Rohstoff enthaltenen Tonerde erforder  liche Glühtemperatur voll und möglichst  gleichmässig auf den Rohstoff zur Wirkung       züi    bringen, kann man irgendein bekanntes  Zerkleinerungsverfahren zur Anwendung  bringen.

   Man kann zum Beispiel mit Hilfe  eines     Kollerganges,    dem man das Rohgut  in grubenfeuchtem Zustande oder unter zu  sätzlicher Befeuchtung aufgibt, und dessen  Rollbahn mit Löchern versehen ist, durch  die das Gut nach erfolgter     Durchknetung          hindurchgepresst    und dann unterhalb des Bo  dens in gleichmässige Stücke abgeschnitten  wird, gleiehgrosse Stücke herstellen. Feiner  Staub. der beim nachfolgenden Glühen be  sonders leicht     überbrannt    wird, entsteht hier  bei nicht.     llan    kann auch     Strangpressen,     Tonhohler und dergleichen verwenden.  



  Die Löslichkeit des geglühten     stückigen     Rohtones kann auch in der Weise erhöht wer  den, dass man an den mit einer säureunlös  lichen Hülle überzogenen, ungleichmässigen       Rohgutstücken    frische, nicht     überbrannte     Grenzflächen erzeugt. Das kann man in der  Weise ausführen, dass man das bereits     ge-          glühte    Gut vor der Behandlung mit den  Säuren schonend bricht, und zwar so, dass  Bruchflächen entstehen. die den angreifenden  Säuren den für den Aufschluss besten Zu-      stand darbieten.

   Man benutzt zu diesem  Zweck zum Beispiel einen Walzenstuhl, des  sen Walzen so eingestellt sind, dass sie ein  Brechen der geglühten     Rohgutstücke    ver  ursachen, nicht aber ein Feinmahlen. Führt  man mit einem solchen geglühten und an  gebrochenen Rohstoff den     Säureaufschluss     aus, so erzielt man stets die dem Rohstoff  zukommende bestmögliche Löslichkeit der  Tonerde.  



  Die vorstehend beschriebenen beiden Mass  nahmen     kann.    man aber auch in der Weise  miteinander verbinden, dass man dem Rohgut  zunächst eine gleichmässige Körnung erteilt,  dann glüht und schliesslich das geglühte Gut  einem     Brechprozess    unterwirft, der die ein  zelnen Stücke anbricht, um das Innere der  selben dem Säureangriff freizugeben. Zweck  mässig wird der     Brechprozess    so geleitet, dass  wiederum eine gleichmässige optimale ]Kör-         nung    entsteht. Diese vereinigten Massnahmen  sind die beste     Vorbereitung    des Rohtones für  den Angriff der Säure.  



       Ausführungsbeispiele:     1.     Niederlausitzer    Rohton der eingangs  erwähnten Zusammensetzung wurde mit  einem Tonschneider zerkleinert und gab nach  dem Durchsatz durch     einen    direkt beheizten  Drehofen, in dem der Ton in der heissesten  Zone ungefähr 800   C erreichte, ein verschie  den gekörntes Glühprodukt. Der grössere  Teil des Glühgutes hatte eine Korngrösse von  etwa 5 bis 30 mm, der Rest eine solche von  etwa 5 mm bis zur Staubfeinheit. Statt einer  zu erwartenden     Tonerdelöslichkeit    von 80  wurde nur eine solche von 73 % erreicht. Der  Glühton wurde je nach der     Korngrösse    in  drei     ]Klassen    eingeteilt.

   Die     Untersuchung     ergab:  
EMI0003.0015     
  
    Grobe <SEP> Körnung <SEP> Mittlere <SEP> Körnung <SEP> Feine <SEP> Körnung
<tb>  (über <SEP> 30 <SEP> mm) <SEP> (5-30 <SEP> mm) <SEP> (unter <SEP> 5 <SEP> mm)
<tb>  A1203-Löslichkeit <SEP> <B>70% <SEP> 79%</B> <SEP> 60       Wurde der Rohton der genannten Zusammen  setzung in einem     Kollergang,    dessen Loch  platten Löcher mit einer lichten Weite von  20 mm hatten, derart aufbereitet, dass die  Länge der entstehenden Stücke ebenfalls  20 mm betrug und dann unter denselben Be  dingungen wie oben geglüht, dann hatte der  erhaltene Glühton eine durchschnittliche       A1203-Löslichkeit    von 79 %. Es waren nur  sehr wenig feine Anteile vorhanden (entstan  den durch Abrieb), die die Löslichkeit nicht  beeinflussten.  



  2. Ein     stückiger    Glühton mit 38,5       A1203    und etwa 52 %     Si02    mit nicht gleich  mässiger Korngrösse wurde gemahlen. Seine       AlA-Löslichkeit    betrug 70 %. Füllte man  aber einen     Reaktionsturm    von 30 m' Inhalt  mit 20 t des genannten     stückigen        Glühtones     und leitete man darüber bei erhöhter Tem  peratur und erhöhtem Druck so lange     wäss-          rige    schweflige Säure, die bei gewöhnlicher  Temperatur übersättigt war, bis der Ton  keine Tonerde mehr abgab,

   dann betrug die         Löseausbeute    an     A1203    nur 50 %. Der er  haltene feuchte Rückstand wog 27 t     und    ent  hielt noch 14,1%     A1203.     



  Mit einem Glühton gleicher Zusammen  setzung wie im ersten Absatz dieses Beispiels       angegeben,    der jedoch nach dem Glühen  durch zwei     gegenläufige    Walzen, die vonein  ander einen Abstand von 15 mm hatten, ge  schickt worden war, wurde     unter    gleichen  Bedingungen wie im ersten Absatz dieses  Beispiels der     Säureaufschluss    durchgeführt.  Der feuchte Rückstand, der auf diese Weise  erhalten wurde, war gleichmässig aufgeschlos  sen, wog 24,4 t und enthielt noch 9,9       A1203.    Die Ausbeute betrug demnach 69  und erreichte damit den Betrag, der auch mit  fein gemahlenem Ton als erreichbar gefunden  wurde.  



  3. Rohton der     Zusammensetzung    wie     in     der     Einleitung        erwähnt    wurde     in        einem        ]Kol-          lergang    mit Lochplatten auf Stücke von     etwa     20 mm Durchmesser gebracht und im Dreh  ofen bei 780'     unter    direktem Feuer     gebrannt.         Wurden die Stücke, so wie sie aus dem Ofen  kamen, drei Stunden mit     6%i,-,er    Salzsäure  gekocht, so gingen dabei 46% der Tonerde  in Lösung.

   Wurden jedoch die Stücke des  selben Tones nach dem Glühen auf eine Korn  grösse von 5 mm zerbrochen, so gingen bei  derselben Säurebehandlung 89 % der Tonerde  in Lösung.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Vorbereitung von kiesel säurehaltigen Tonerdemineralien für den Auf schluss mit Säuren durch Glühen, dadurch gekennzeichnet, dass das aufzuschliessende Material in eine stückige Form übergeführt wird, durch welche der Aufschlusssäure der Zugang zum Innern der einzelnen Stücke er leichtert wird. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohgut vor dem Glühen in Formkörper mindestens an nähernd gleicher Grösse übergeführt wird.
    \?. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das geglühte Rohgut durch Brechen in die den Zugang der Auf schlusssäure zum Innern der einzelnen Stücke erleichternde Form .übergeführt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Formkörper nach dem Glühen und vor der Behandlung mit der Aufschluss- säure gebrochen werden.
CH211289D 1937-11-03 1938-10-14 Verfahren zur Vorbereitung von kieselsäurehaltigen Tonerdemineralien für den Aufschluss mit Säuren durch Glühen. CH211289A (de)

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