CH211343A - Metallisches Formpulver und Verfahren zu dessen Herstellung. - Google Patents
Metallisches Formpulver und Verfahren zu dessen Herstellung.Info
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Description
Metallisches Formpulver und Verfahren zu dessen Herstellung. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein metallisches Pulver, das zur Formung von Gegenständen geeignet ist und nach stehend als Formpulver bezeichnet werden soll. Insbesondere betrifft sie ein Form pulver, das auf kaltem Wege zu den ge wünschten Gegenständen verformt und dann gesintert werden kann.
Man stellt nach einem bekannten Verfahren, bei dem Pulver in die Form des gewünschten Gegenstandes ge presst wird, wonach man das geformte Ge bilde auf eine genügend hohe Temperatur er hitzt, um eine Sinterung der Metallteilchen zu bewirken, bereits die verschiedensten Ge genstände her. Dabei ist es vorteilhaft, elek trolytisch hergestellte Metallpulver auf kal tem Wege zu Stücken zu verformen, die für einen gegebenen Pressdruck widerstands fähiger sind als Stücke, die aus Pulvern hergestellt wurden, welche durch Zerkleinern von Metallen oder durch chemische Reduk tionsverfahren erhalten wurden.
Man glaubt, dass diese Eigenschaft der elektrolytisch er zeugten Metallpulver deren dendritischen Struktur zuzuschreiben ist, die rauhe Ober flächen und ein Ineinandergreifen der Teil chen beim Pressen bewirkt.
Die Erfindung bezweckt nun die Herstel lung eines Pulvers, das derartig vorteilhafte Eigenschaften elektrolytisch hergestellter Metallpulver aufweist, jedoch aus vermah- lenen oder sonst eine glatte Oberfläche auf weisenden Pulvern hergestellt werden kann. Das erfindungsgemässe Formpulver ist da durch gekennzeichnet, dass es zur Hauptsache aus Metallteilchen besteht, deren Oberfläche durch aufgesinterte kleinere Metallteilchen rauh gemacht ist.
Im allgemeinen wird das Metallpulver, von dem ausgegangen wird, durch einen Mahlprozess erhalten. Bei den meisten Metallen besteht das so erhaltene Pulver aus im wesentlichen glatten und mehr oder weniger runden Teilchen. Diese Pulver sind fein zerkleinert, in der Regel so, dass alle Teilchen durch ein 100 oder 150 Maschen pro \?5 mm enthaltendes Sieb hin durchgehen. Der Mahlprozess wird vorzugs weise in oxydierender Atmosphäre durch geführt, wodurch sich ein guter Überzug von Metalloxyd auf den Teilchen ergibt.
Dieses Pulver kann dann mit einem andern, vorzugsweise beträchtlich feineren Metall pulver vermischt und die Mischung in redu zierender Atmosphäre erhitzt werden, um ein Ansintern der feinen Metallteilchen auf der glatten Oberfläche der gröberen Teilchen des ersten Metallee zu bewirken. Die auf die Oberflächen aufgesinterten Teilchen des zweiten Metallee greifen nun bei der Kalt- verformung des Pulvers ineinander und geben dem Formkörper vor seiner Fertigstel lung eine grössere Festigkeit. Es ist fest gestellt worden, dass diese grössere Festigkeit auch im fertigen Gegenstand andauert.
Die Sinterung zur Erzeugung einer rauhen Oberfläche der Teilchen, -welche den selben ähnliche Eigenschaften wie die eines dendritischen elektrolytisch hergestellten Pulvers verleiht, wird vorteilhaft bei genü gend hoher Temperatur und genügend lange durchgeführt, um ein vollständiges Zusam mensintern der Teilchen zu bewirken. Man erhält so eine gesinterte Masse, welche nach dem Abkühlen nochmals vermahlen wird und dann das Formpulver darstellt.
Als ein besonderes Beispiel soll die Her stellung eines Formpulvers aus Stahl- oder Eisenpulver beschrieben werden, das sieh für die Anfertigung von kleinen Gegenständen mit unregelmässigem TUmriss, wie Klinken bleche für Automobilkarosserien, durch Ver formung eignet, wobei diese Gegenstände billiger hergestellt werden können, als durch Giessen und mechanische Bearbeitung, und doch eine für den gewünschten Zweck ge nügende Festigkeit aufweisen. Man stellt z.
B. durch Zerkleinern von Stahl oder Guss eisen ein Pulver her, das so fein ist, dass es durch ein 100-Maschen-Sieb hindurchgebt. Das Vermahlen erfolgt vorzugsweise in Ge genwart von Luft und die Teilchen über ziehen sich mit Eisenoxyd. Nun stellt man ein zweites Eisenpulver her, dessen Zu sammensetzung vorzugsweise von dem ersten etwas abweicht und von feinerer Korngrösse (etwa 250 Maschen) ist und vermischt es mit dem ersten Pulver. Die Mischung wird dann in einem Ofen in reduzierender Atmosphäre genügend hoch erhitzt, um ein Zusammen sintern der Eisenteilchen zu bewirken.
Durch die Sinterbehandlung in reduzierender Atmo sphäre wird das Eisenoxyd reduziert und es hat sich gezeigt, dass dadurch das rasche und feste Ansintern der kleineren Teilchen auf die Oberfläche der grösseren Teilchen begünstigt wird, wodurch diese eine rauhe Oberfläche erhalten. Obschon es vorteilhaft ist eine Oxydschicht auf den Teilchen des Ausgangsmaterials zu erzeugen, kann das selbe auch in neutraler oder reduzierender Atmosphäre zerkleinert werden, wodurch sich dann die Reduktion der Oxydschicht während dem Sintern erübrigt.
Nach Been digung des Sintervorganges wird die Masse erkalten gelassen und zu einem Formpulver vermahlen, welches aus vermahlenen Teil chen besteht, deren Oberfläche ursprünglich glatt war, jedoch jetzt durch die aufgesinter- ten kleineren Teilchen rauh gemacht ist. Dieses Pulver hat im allgemeinen beim Ver formen die Eigenschaften der elektrolytisch erzeugten Pulver und kann an deren Stelle für die üblichen Formungs- und Sinterungs- Verfahren zur Herstelllung von fertigen Ge genständen in an sich bekannter Weise ver wendet werden.
Ein weiteres Beispiel ist die Herstellung von Formpulvern, die zur Erzeugung von Bronzelagern nach dem Pulverformverfahren verwendet werden können. Bronze-Dreh- späne oder -Bohrspäne von der Herstellung gegossener Bronzelager werden zu einem feinen Pulver zermahlen, das vollständig durch ein 100- bis 150-Maschen-Sieb hin durchgeht. Die Zerkleinerung wird vorzugs weise unter solchen Bedingungen durch geführt, dass die Teilchen mit einer Oxyd schiebt überzogen werden. Dann stellt man fein zerkleinertes Kupfer, vorzugsweise von etwas geringerer Korngrösse her und ver- mischt es mit dem Bronzepulver.
Das Ge misch wird dann in reduzierender Atmosphäre auf eine genügend hohe Temperatur erhitzt, um die Kupferteilchen auf die Bronzeteilchen aufzusintern und so dieselben mit Kupfer zu versehen. Die erforderliche Temperatur liegt zwischen 260 und<B>980'</B> C, vorzugsweise bei 700 C. Sie soll unter dem Schmelzpunkt der Bronze oder des Kupfers liegen, aber genügend hoch sein, um die Sinterung der Kupferteilchen auf die Oberfläche der Bronzeteilchen zu bewirken.
Die die Bronze teilchen umhüllende Oxydschicht wird wäh rend des Sinterprozesses reduziert und das entstehende reduzierte Metall trägt offenbar dazu bei, ein rasches und gut haftendes An sintern der Kupferteilchen auf die Oberfläche der Bronzeteilchen zu erleichtern.
Die Kupferteilchen können ebenfalls mit oder ohne Oxydüberzug zur Anwendung ge langen. Obschon es vorzuziehen ist, die Zer kleinerung der Bronze unter solchen Bedin gungen vorzunehmen, dass ein Oxydüberzug entsteht, kann sie auch in neutraler oder reduzierender Atmosphäre zerkleinert wer den. In diesem Fall erfolgt die Sinterung ohne Reduktion der Oxydhaut.
Die gesinterte Masse wird zu einem Formpulver vermahlen, das zur Herstellung von Bronzelagern nach irgend einem ge eigneten Pulverformungsverfahren Verwen dung finden kann.
Bei der Herstellung von Lagern aus dem "gekupferten" Bronzepulver wird dieses vor teilhafterweise mit einer geringen Menge (etwa 5 %) Zinnpulver vermischt, kalt ver formt und zum Lager gesintert.
Obschon es empfehlenswert ist, als feineres Überzugspulver ein vom Grund metall verschiedenes Metall zu verwenden, kann auch ein und dasselbe Metall so ver- mahlen werden, dass es eine Mischung von gröberen und feineren Teilchen darstellt. Dieses Gemisch wird dann gesintert, wobei die feineren Teilchen die Oberfläche der gröberen Teilchen rauh machen.
Die vorzugsweise Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht darin, das pulverisierte Grundmetall mit einem zweiten, feiner zerkleinerten Metallpulver zu vermi schen und die Teilchen des zweiten Metalles auf die Oberfläche der Teilchen des ersten Metalles aufzusintern, um diese rauh zu machen. Man kann aber 'auch ein rauh machendes Metall auf andere Weise auf bringen und aufsintern. Dies kann z. B.
durch Vermischung des ersten Pulvers mit einer reduzierbaren Verbindung des zweiten Metalles geschehen, wonach man reduzierend sintert. So kann man z. B. an Stelle von Eisen, Eisenoxyd oder statt Kupfer, Kupfer oxyd verwenden. Statt der Oxyde können auch andere reduzierbare Metallverbindungen verwendet werden; im Falle des Kupfers, z. B. das Kupfercyanid oder Kupferoxalat usw.
In reduzierender Atmosphäre werden diese Metallverbindungen zu kleinsten Me tallteilchen reduziert, die auf die Oberfläche der Teilchen des Grundmetalles aufgesintert werden.
Zur Herstellung der Metallpulver wird das Metall vorzugsweise mechanisch ver- mahlen oder zerkleinert, doch kann man die Pulver auch auf andere Weise herstellen, z. B. durch Reduktion von Metallverbindun- gen in der Hitze, insbesondere durch Er hitzung von Eisencarbonyl, das unter Bil- dung rundlicher, pulveriger Eisenteilchen zerfällt.
Solche Verfahren liefern im all gemeinen Pulver, deren Kornoberfläche glatter ist als diejenige von auf elektro lytischem Wege hergestellten Pulvern, und diese Pulver werden durch die erfindungs gemässe Behandlung für die Zwecke der Ver formung wesentlich verbessert. Solche Pulver werden vorzugsweise vorher in oxydierender Atmosphäre erhitzt, um auf den Teilchen eine Oxydhaut zu erzeugen.
Die aus den erfindungsgemässen Form pulvern kaltgeformten Gegenstände weisen vor dem Sintern eine. grössere Festigkeit auf als solche, die aus Pulvern hergestellt wur den, die durch blosses Vermahlen erhalten worden sind. Auch die fertigen, gesinterten Gegenstände haben eine grössere Festigkeit, da das Ineinandergreifen der rauhen Korn- oberflächen offensichtlich nicht nur die Festigkeit der Formkörper vor dem Sintern, sondern auch diejenige des fertigen gesin terten Produktes beeinflusst.
Zur Herstellung der fertigen Gegenstände können die Pulver entweder für sich allein oder vermischt mit andern Pulvern in den üblichen Verfor- mungs- und Sinterungsverfahren Verwen dung finden.
Claims (1)
- <B>PATENTANSPRÜCHE:</B> I. Metallisches Formpulver, dadurch ge kennzeichnet, dass es zur Hauptsache aus Metallteilchen besteht, deren Oberfläche durch aufgesinterte kleinere Metallteil chen rauh gemacht ist. II. Verfahren zur Herstellung eines metalli schen Formpulvers nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass ein Me tallteilchen enthaltendes Pulver gesin tert -wird, bis diese Teilchen zusammen hängen, wonach man die erhaltene Masse zu Pulver zerkleinert. UNTERANSPRt;CHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass man von einem Gemisch verschiedener Metall pulver ausgeht. 2.Verfahren nach Patentanspruch II und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass man von einem Gemisch ver schieden grober Metallpulver ausgeht. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass man ein Me tallpulver verwendet, das eine reduzier bare Metallverbindung enthält und unter reduzierenden Bedingungen sintert. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass man ein Me tallpulver verwendet, das Teilchen ver schiedener Grösse enthält. 5.Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass man ein Me tallpulver verwendet, das durch Ver- mahlen erhalten wurde. 6. Verfahren nach Patentanspruch II und Unteranspruch 5, dadurch gekennzeich net, dass man ein Metallpulver verwen det, das unter solchen Bedingungen ver- mahlen wurde, dass die Teilchen mit einer Oaydhaut überzogen sind,und dass man die Sinterung unter reduzierenden Bedingungen durchführt.
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