CH212384A - Verfahren zur Herstellung von Gebilden aus wässerigen Lösungen von Cellulose oder Cellulosederivaten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gebilden aus wässerigen Lösungen von Cellulose oder Cellulosederivaten.

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CH212384A
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cellulose
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Bekleidungsindustrie Deutsche
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Bekleidungsindustrie G M B H D
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Description


  Verfahren zur Herstellung von Gebilden aas wässerigen Lösungen von       Cellulose    oder     Cellulosederivaten.       Für die Veredelung von künstlichen Ge  bilden aus     Hydratcellulose    oder aus     Cellu-          loseverbindungen    (z. B.     Ester,    Äther, Äther  Ester und     dergl.)    hat man schon vorgeschla  gen, den fertigen Gebilden Stoffe einzuver  leiben, die durch eine nachträgliche Konden  sation im Gebilde unlöslich gemacht werden.

    Hierbei ergeben sich aber mancherlei Nach  teile, die insbesondere darin bestehen, dass die  genannten Stoffe, besonders wenn sie schon  vor der Einverleibung mehr oder weniger  weitgehend     vorkondensiert        wurden,    nur sehr  langsam in die Gebilde eindringen und auch  die Gleichmässigkeit der     Verteilung    nur  schwierig zu erreichen     ist.     



  Die vorliegende     Erfindung        betrifft    ein  Verfahren zur Herstellung von     Gebilden    aus       wässrigen    Lösungen von     Cellulose    oder     Cellu-          losederivaten,    wobei die Gebilde aus den Lö  sungen in einem     Fällbad    erzeugt     werden.     welches dadurch gekennzeichnet ist, dass die         Cellulose-    oder     Cellulosederivatlösungen    lös  liche Zusätze     enthalten,    die in     schwerlösliche     Produkte übergeführt werden.

   Durch das Zu  fügen dieser Stoffe schon zur Lösung der       Cellulose        bezw.    des     Cellulosederivates    kann  eine viel gleichmässigere Verteilung der ein  zuverleibenden Stoffe erreicht werden, als  das bei der bekannten Nachbehandlung fer  tiger Gebilde möglich ist.  



       Beispielsweisewerdenvomkondensierte,    aber  noch in     Viskoselösung    lösliche Produkte aus       Phenol-Formal-dehydgemischen    oder     zumBei-          spielThiöharnstoff-Formaldehydgemischen    in  geeigneter Menge zu Viskose gegeben, und  daraus hergestellte Folien oder     Rosshaar,          Kunstfaser    und dergleichen nachträglich zum  Zwecke der weiteren.     Kondensation    der ge  nannten     Zusätze    erhitzt.

   An sich ist die Vor  kondensation nicht     unbedingt    erforderlich,  aber sie ist zweckmässig, weil zum Beispiel  .die     vorkondensierten    Produkte wegen ihrer      höheren Molekülgrösse sehr viel schwerer be  ziehungsweise gar nicht mehr aus dem Ge  bilde nach erfolgter Formgebung, zum Bei  spiel gelegentlich einer Nachbehandlung,       herausdiffundieren.    An Stelle von     Phenol-          Formaldehydgemisehen    kann     man    natürlich  mit gleichem oder ähnlichem Erfolg beispiels  weise     Formaldehydharnstoffgemische    neh  men, oder andere Stoffe, .die durch Konden  sation, Umsetzung,     Polymerisation    usw.

   in       schwerlös'liche    Produkte übergeführt     werden     können.  



  Die Überführung der Zusätze in schwer  lösliche Produkte, zum Beispiel durch Här  tung     etc.    kann auch unmittelbar nach dem  Entstehen der Gebilde oder beim Entstehen  der Gebilde im     Fällba,d    durch Einwirkung  des     Fällmittels    erfolgen.  



  Es ist schon vorgeschlagen worden,     poly-          merisierbare    Stoffe zu Lösungen von     Cellu-          loseverbindungen    in organischen Lösungsmit  teln zuzufügen, die nach dem     Trockenspinn-          verfahren    verarbeitet werden sollen.  



  Der Unterschied zwischen dem     Na.ssspinn-          verfahren    und dem     Trockenspinnverfahren     ist aber     sowohl,    in technischer als auch in wis  senschaftlicher Hinsicht ein grundsätzlicher.  so dass es nicht ohne weiteres zu erwarten  war, dass sich dieses Verfahren ohne weitere  besondere Massnahmen auch auf     wässrige    nach  dem     Nassspinnverfahren    zu     verarbeitende          Celluloselösungen    übertragen lasse.

   Das       Trockenspinnverfahren    besteht in einem Ein  dampfen der verwendeten Lösung, während  das     Nassspinnverfahren    eine zumeist noch mit  einer chemischen Zersetzung verbundene Ko  agulation darstellt, die im Falle der Zer  setzung auch in irreversibler Weise vor sich  geht.

   Das Verhalten der     polymerisierbaren     Stoffe bei den beiden verschiedenen Verfah  ren muss daher auch verschiedenartig sein, so  dass es durchaus überraschend ist, dass     naeli     dem     Nassspinnverfahren    die vorstehend be  schriebene Wirkung, die in der     Überfülir-          barkeit    der löslichen Zusätze in schwer lös  liche     bezw.        unlösliche    Produkte besteht, er  zielt werden kann.

           Beispiele:     Das erfindungsgemässe Verfahren unter  scheidet sich in den äussern Massnahmen  wenig von Verfahren. die sonst üblich zur  Herstellung von     Kunstseide        etc.    sind. Der  Unterschied liegt lediglich darin,     da.ss    man  den     wässrigen    Lösungen von     Cellulose    oder       Cellulosederivaten,        beispielsweise    der Vis  kose. vor der Formgebung, also zum Beispiel  bei der     Kunstseideherstellung    vor dem Aus  spritzen der Spinnlösung aus der Düse, in  irgend einer Etappe der Herstellung der  Spinnlösung die löslichen Zusätze beigibt.

         e@        elche    im fertigen Gebilde in ein     schwerlös-          liches    Produkt übergeführt sein sollen.  



  1. Man mischt einer Spinnlösung     au;          Cellulose    oder einem     Cellulosederivat    ein vor  bereitetes lösliches     Phenol-Formaldehydge-          misch    zu, welches zum Beispiel aus     .50    Tei  len Phenol und 50 Teilen Formaldehyd des  Handels und 3 Teilen     wässrigen    Ammoniaks  in bekannter Weise     vorpolymerisiert    sein  kann. Der Grad der zu wählenden     Vorpoly-          merisation    ist begrenzt durch den Punkt, in  welchem das     Polvmerisat    nicht mehr in der  Spinnlösung löslich ist.

   Vorteilhaft wird man  aber die     Polymerisation    nicht bis an diese  Grenze treiben. sondern eine geringer vor  polymerisierte Mischung verwenden. Von  diesem     vorpolyinerisierten        Produkt    verwen  det man zum     Beispiel        et-,va    1-6 %, berech  net auf den Zellstoffgehalt der Spinnlösung.  Hierdurch wird ein sehr guter Effekt er  reicht. Man kann jedoch auch etwas grössere  Mengen zusetzen, wenn man besonders starke  Effekte erzielen will.  



  Nach erfolgter Formgebung werden dann  die Gebilde     Bedingungen    ausgesetzt, wie man  sie sonst zur endgültigen     Polymerisation    (das  beisst vollständigen     ITnlösliehmachung)    vor  polymerisierter Produkte aus     Phenol-Formal-          dehydgemischen    anwendet (natürlich unter  Berücksichtigung der Grenzen, die man dem  Stoff, aus welchem das Gebilde besteht, zu  muten darf).

   Beispielsweise wird bei Ver  wendung eines     Phenol-Formaldehydkondeii-          sates    die     Fertigpolymerisation    durch Erwär  mung der Gebilde auf<B>130'</B> während 8 Stun-      den durchgeführt und so die     Unlöslich-          maehung    erreicht.  



  2. In eine     Tiskoselösung,    die     zum    Bei  spiel 7,5 % Zellstoff     und    6,5 % Alkali ent  halten kann, gibt man etwa 4 % einer alkali  schen Lösung eines bekannten löslichen vor  kondensierten     Harnstoff-Formaldehydgemi-          sches    zu (das nicht von der ursprünglichen       wässrigen    Lösung befreit zu sein braucht)  und das in saurer Lösung langsam erhärtet.

    Die Viskose wird filtriert, entlüftet     und    dann       ungereift    oder gereift in ein bekanntes Spinn  bad eingesponnen,     zumBeispiel    ein Spinnbad,  das<B>1,60</B> g     Schwefelsäure-Monohydrat    enthält  und 240 g Glaubersalz     i/Liter.    Bei dieser       Spinnbadkonzentration    dauert die     Polymeri-          sation    des     Harnstoff-Formaldehydgemisches     durch das Spinnbad etwa 2 Stunden.

   Nimmt  man eine     etwas    höhere Salz-     bezw.    Säure  konzentration, beispielsweise 200 g Schwefel  säure-Monohydrat und 300 g Glaubersalz       i/Liter    so dauert die     Polymerisation    etwa  1 Stunde.     Man    kann auf diese Weise durch  Wahl der Konzentration des     Fällbades    den       Erhärtungsprozess    nach     Wunsch    leiten. Zu  sätzliche Kondensation und     Polymerisahon     durch     Erwärmung    ist dann nicht erforderlich.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Gebilden aus wässrigen Lösungen von Cellulose oder Cellulosederivaten, wobei die Gebilde aus den Lösungen in einem Fällbad erzeugt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Lösungen von Cellulose oder Cellulosederivaten lösliche Zusätze enthalten, die in schwer lösliche Pro dukte übergeführt werden. UNTERANSPRüCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die in schwerlösliche Produkte überzuführenden Zusätze bei der Zubereitung der Cellulose- oder Cellulose- derivatlösung einverleibt werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die in schwerlösliche Produkte überzuführenden Zusätze einer bereits gebildeten Cellulose- oder Cellu- losederivatlösung beigefügt werden. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Cellulose- oder Cellulosederivatlösung als lösliche Zusätze Kondensationsprodukte enthält. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass nachdem die Gebilde im Fällbad erzeugt sind, die Schwerlös- liehmachung des Zusatzes durch eine Kondensationsreaktion erfolgt. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, @dass als Zusatz Harnstoff- Formaldehydgemische verwendet werden. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Zusatz Thio- harnstoff-Formaldehydgemischeverwendet werden. 7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Zusatz Phenol- Formaldehydgemische verwendet werden. B.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass nachdem die Gebilde imFällbad erzeugt sind, dieSchwerlöslich- machung des Zusatzes durch eine Poly- merisation erfolgt. 9. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwerlöslich- maehung,des Zusatzes bei der Entstehung der Gebilde im Fällbad unter Einwirkung des Fällmittels erfolgt.
CH212384D 1934-11-21 1935-11-05 Verfahren zur Herstellung von Gebilden aus wässerigen Lösungen von Cellulose oder Cellulosederivaten. CH212384A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1044345B (de) * 1956-08-02 1958-11-20 Sueddeutsche Kalkstickstoff Verfahren zur Herstellung von verbesserten Gebilden aus regenerierter Cellulose

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1044345B (de) * 1956-08-02 1958-11-20 Sueddeutsche Kalkstickstoff Verfahren zur Herstellung von verbesserten Gebilden aus regenerierter Cellulose

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