CH213805A - Erdschluss- und Kurzschlussschutz von mehrphasigen Hochspannungsnetzen. - Google Patents
Erdschluss- und Kurzschlussschutz von mehrphasigen Hochspannungsnetzen.Info
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- H—ELECTRICITY
- H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
- H02H—EMERGENCY PROTECTIVE CIRCUIT ARRANGEMENTS
- H02H3/00—Emergency protective circuit arrangements for automatic disconnection directly responsive to an undesired change from normal electric working condition with or without subsequent reconnection ; integrated protection
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- H02H3/021—Details concerning the disconnection itself, e.g. at a particular instant, particularly at zero value of current, disconnection in a predetermined order
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Description
Erdschluss- und Kurzschlussschutz von mehrphasigen Hochspannungsnetzen. Es ist bekannt, mehrphasige Hochspan nungsnetze dadurch gegen die Folgen von Erdschlüssen zu schützen, dass man den Null punkt einer an das Netz angeschlossenen Wicklung über eine Induktivität erdet, die mit der Kapazität des Netzes gegen Erde mindestens annähernd in Resonanz ist.
Der artige Spulen löschen den Erdschlusslicht- bogen, und gestatten den Weiterbetrieb des Netzes bei einpoligem Erdschluss.. Ihren haf tet aber der Nachteil an, dass im Erdschluss- falle (und bei unsymmetrischem Netz sogar auch im normalen Betrieb) die Spannung des Netzes gegen Erde stark verlagert wird, so dass die Isolatoren für erheblich höhere Span nungen bemessen sein müssen und dass dem entsprechend auch die Prüfspannung herauf gesetzt werden muss.
Bei Höchstspannungs- netzen führt die Spannungsverlagerung des Netzes gegen Erde zu unwirtschaftlichen Verhältnissen, da es bei derart hohen Be triebsspannungen ausserordentliche Schwierig keiten bereitet, haltbare Isolationen schon für die einfache Phasenspannung herzustellen. Auch bietet die Löschspule keinen Schutz ge gen doppelpoligen Erdschluss und Kurz schluss zwischen zwei Netzleitern. Aus die sem Grunde ist man dazu übergegangen, Höchstspannungsnetze mit direkter Null punktserdung zu versehen, so dass die Lei tungen und Apparate gegen Erde nur für die einfache Phasenspannung isoliert werden müssen.
Der Erd- und Kurzschlussschutz wird dann unter Zuhilfenahme schnellschal tende Einrichtungen durchgeführt, die in bisher üblicher Weise auf der Hochspan nungsseite der Netze angeordnet werden. Diese Einrichtungen schalten bei einem Erd oder Kurzschluss eines oder mehrerer Netz leiter die kranken Netzleiter möglichst rasch ab.
Um länger andauernde Betriebsunter brechungen zu vermeiden, macht man von der an sich bekannten, kurz aufeinanderfolgen den Aus- und Wiedereinschaltung der kran ken Netzleiter Gebrauch und lässt den Netz leiter erst dann endgültig abgeschaltet, wenn sich zeigt, dass durch blosses kurzzeitiges Ab schalten .die Störungsursache nicht zum Ver- schwinden gebracht ist. Der Nachteil dieser Schutzeinrichtung liegt aber darin, dass sich die Schalteinrichtungen selbst unter Hoch spannung befinden und daher hochisoliert sein müssen, was die Anlage wesentlich ver teuert und den Betrieb erschwert.
Eine wesentlich günstigere Ausgestaltung der Schutzeinrichtung ist nun Gegenstand der Erfindung. Darnach werden die genann ten Nachteile dadurch vermieden, dass die Spannupgen der einzelnen Phasen des Hoch spannungsnetzes in voneinander unabhängi gen Magnetkreisen einer Transformatoran- ordnung erzeugt werden und dass in jedem Primärwicklungszweig der Transformator anordnung eine schnellschaltende Einrich tung liegt,
die im Falle eines Erd- oder Kurz schlusses des .der betreffenden Phase zuge ordneten Netzleiters anspricht und diesen bezw. diese Primärwicklungszweige minde stens kurzzeitig unterbricht. Die Schalter für die Schnellabschaltung brauchen demnach nur für die Niederspannung bemessen zu sein, so dass normale Ausführungen verwendet werden können.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung schematisch dargestellt. In Fig. 1 und 2 ist die dreiphasige Höchstspan- nungsleitung h, 1z, 1a von einer Transfor- matoranordnung gespeist, deren Primär wicklungen pi, p2, p. an dem niederspan nungsmässigen Speisenetz k1, k2, k2 liegen.
An Stelle des Speisenetzes können auch un mittelbar die Sammelschienen einer Genera torzentrale angeschlossen sein. Die Sekundär wicklungen qr, q2, q" der Transformator anordnung sind in Stern geschaltet, wobei der Sternpunkt unmittelbar geerdet ist. Be triebsmässig unter Spannung zu betätigende Schalter sind auf der Hochspannungsseite nicht vorgesehen.
Die in Fig. 2 auf der Hoch spannungsseite befindlichen .Schalter z1, z2, z3, die parallel zu den Sekundärwicklun- gen qr, q2, q3 liegen, müssen lediglich über einen genügenden Isolationsabstand ver fügen, brauchen aber nicht Leistung abzu schalten. Auf ihre Aufgabe wird weiter unten eingegangen; sie können jedoch häufig weggelassen oder ebenfalls auf die Nieder spannungsseite verlegt werden, wie dies in Fig. 1 angegeben ist.
In Fig. 1 und 2 liegen die betriebsmässig zu betätigenden Schalter 8l, s2, 3a jeweils in Reihe mit den Primär wicklungszweigen pl, p2, pa;
und zwar derart, dass bei einer abgeschalteten Wicklung der Dreieckschaltung nach Fig. 1 oder bei der Sternschaltung nach Fig. 2 stets ein zwei- phasiger Dreileiterbetrieb, bei der Sternschal tung mittels des Nulleiters n, möglich ist.
Die magnetische Kopplung zwischen der die Niederspannung führenden Primärseite und der an die Übertragungsleitung angeschlosse nen Sekundärseite der Transformatoranord- nung ist so ausgeführt, dass eine magnetische Kopplung zwischen den einzelnen Phasen nicht vorhanden ist. Es kann also ein Drei Phasentransformator mit mindestens einem weiteren gern in entsprechender Anordnung benützt werden. Vorzugsweise werden jedoch drei getrennte Einphasentransformatoren ver wendet.
Zur Erklärung der Wirkungsweise des Schutzes sei angenommen, dass beispielsweise der Leiter lx der Übertragungsleitung einen Erdschluss besitzt. Mittels der in dieser Phase befindlichen Überwachungsrelais, die hier auch auf der primären Niederspannungsseite liegen können, wird nun der Schalters, ge öffnet, während die Schalter s,2 und s8 ge schlossen bleiben. Die zusätzlichen Schalter z1, z2, z3 sind im Normalbetrieb stets offen.
Die Primärwicklung p, wird abgeschaltet und der Leiter <B>1,</B> wird spannungslos. Han delt es sich lediglich nm einen Erdschluss- lichtbogen, so wird dieser mit dem Öffnen des Schalters s1 löschen und der Leiter 1i kann wieder durch Schliessen des Schalters 8i unter Spannung genommen werden.
Besitzt hingegen der Leiter b, einen Dauererdschluss, so wird durch das Offnen des Schalters si die Ernergieübertragung nicht unterbrochen, sondern die beiden gesunden Leiter 12 und l2 übernehmen über die Erdleitung .die gesamte zu übertragende Leistung, und zwar derart;
dass ein zweiphasiger Dreileiterbetrieb unter Benützung -der Erde als Rückleitung ent- steht. Sollte der Widerstand der Erdrüek- leitung zu gross sein, so kann noch der Schal ter z1 geschlossen werden, wodurch der kranke Leiter l,_ geerdet wird und trotz des vorhandenen Erdschlusses voll zur Energie übertragung mitbenützt werden darf. Die schadhafte Stelle kann also unter allen Um ständen ausgebessert werden, ohne dass ein Betriebsunterbruch entsteht.
Entsprechend liegen die Verhältnisse, wenn nicht nur ein einphasiger, sondern zwei- phasiger Erdschluss vorhanden ist. Haben beispielsweise beide Leiter 1, und h gleich zeitig einen Erdschluss, so ist es .durch 'Öffnen der Schalter s,. und s2 auf der Primärseite möglich, die beiden Erdschlusslichtbögen zu löschen.
Bei einem zweiphasigen Dauererd- schluss auf der Leitung besteht zudem durch Schliessen der Schalter z1 und z2 die Möglich , keit, den Betrieb einphasig mit reduzierter Leistung aufrecht zu erhalten. Ebenso kön nen die -Auswirkungen eines normalen Kurz schlusses zwischen zwei Leitern unschädlich gemacht werden. Zweiphasige Erd- oder Kurzschlüsse sind jedoch verhältnismässig selten. Weitaus am meisten treten einphasige Erdschlüsse auf, die in der beschriebenen Weise eine Unterbrechung oder Einschrän kung der Ernergieübertragung nicht zur Folge haben.
Besonders vorteilhaft ist bei der beschrie benen Schutzeinrichtung, dass die betriebs mässig zu betätigenden.Schalter auf der Nie derspannungsseite liegen, so dass es ohne wei teres möglich ist, einen Erd- oder Kurzschluss durch wiederholte Aus- und Einschaltung der Schalter s zu löschen, sofern nicht ein Dauererd- oder Kurzschluss vorliegt. Selbst verständlich ist bei solchen Schutzeinrichtun gen dafür zu sorgen, dass auf beiden Seiten der Übertragungsleitung die einzelnen Pha sen untereinander magnetisch nicht verkettet sind.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Erdschluss- und Kurzschlussschutz von mehrphasigen Hochspannungsnetzen mit di rekter Nullpunktserdung, mit schnellschal tenden Einrichtungen, dadurch gekennzeich- net, dass die Spannungen der einzelnen Pha sen des Hochspannungsnetzes in voneinander unabhängigen Magnetkreisen einer Transfor- matoranordnung erzeugt werden und dass in jedem Primärwicklungszweig der Transfor- matoranordnung eine schnellschaltende Ein richtung liegt,die im Falle eines Erd- oder Kurzschlusses des der betreffenden Phase zu geordneten Netzleiters anspricht und diesen bezw. diese Primärwicklungszweige minde stens kurzzeitig unterbricht.UNTERANSPRüCHE 1. Erd- und Kurzschlussschutz nach Pa tentanspruch, dadurch gekennzeichnet" dass die niederspannungführende Primärseite der an die Netzleiter angeschlossenen Transfor- matorenanordnung in Dreieck geschaltet ist und jeder Primärwicklungszweig in Reihe mit einer schnellschaltenden Einrichtung liegt.2. Erd- und Kurzschlussschutz nach Pa tentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die niederspannungführende Primärseite der an die Netzleiter angeschlossenen Transfor- matoranordnung in Stern geschaltet ist und mit Nulleiter arbeitet, und dass in Reihe mit jeder Primärwicklung die schnellabschaltende Einrichtung liegt. 3. Erd- und Kurzschlussschutz nach Pa tentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Transformatoranordnung ausschliesslich aus Einphasentransformatoren besteht.4. Erd- und Kurzschlussschutz nach Pa tentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Transformatoranordnung einen Drei phasentransformator mit mindestens einem weiteren Kern enthält. 5. Erd- und Kurzschlussschutz nach Pa tentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere Schalteinrichtung vorgesehen ist, welche bei einem Erdschluss einer Phase nach deren Abschaltung ihre Primär- oder Sekun- , därwickluug in der Transformatoranordnung wenigstens vorübergehend kurzschliesst.6. E.rd- und Kurzschlussschutz nach Pa tentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Erdschluss oder Kurzschluss eine , wiederholte Ein- und Ausschaltung des bezw. der betroffenen Primärwicklungszweige erfolgt.7. Erd- und Kurzschlussschutz nach Pa- tentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Dauererdschluss einer Phase diese primärseitig abgeschaltet und eine der ge sunden Phasen primär- oder sekundärseitig in der Transformatoranordnung umgepolt wird.
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