CH214614A - Anstrichmittel, das einen schwerbrennbaren Anstrichfilm ergibt, und Verfahren zu dessen Herstellung. - Google Patents

Anstrichmittel, das einen schwerbrennbaren Anstrichfilm ergibt, und Verfahren zu dessen Herstellung.

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CH214614A
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Casparus Penners Joha Hubertus
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Penners Johannes Hubertus Casp
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Description


      Anstrichmittel,    das einen schwerbrennbaren     Anstrichfilm    ergibt, und Verfahren  zu dessen Herstellung.    Um     Farbsorten,    die feuersichere Anstriche  liefern, herzustellen, ist bereits vorgeschlagen  worden,     in,    der Farbe grössere Mengen     silikat-          haltige    Stoffe zu verarbeiten.

   Mit dieser be  kannten Methode war es jedoch nicht mög  lich, jede     Farb-,    Lack- und/oder     Firnissorte,     also auch die sehr leicht     brennbaren        Nitro-          celluloselacke    und     dergl.,    nichtentzündbar       bezw.    feuersicher zu machen.  



  Auch wurde vorgeschlagen, thermisch  spaltbare Salze, wie     Ammoniumphosphat,     den Farben hinzuzufügen.  



  Es wurde nun gefunden, dass Anstrich  mittel, die     einen        brennbaren        Anstrichfilm    er  geben, d. h. jede Sorte Farbe, Lack und/oder       Firnis,    schwerbrennbare     Anstrichfilme    lie  fern, wenn sie mindestens ein hygroskopi  sches, anorganisches Salz oder eine Mischung  von derartigen Salzen enthalten. Bis jetzt ist  die Erfindung noch nicht angewendet wor  den, was wohl darauf     zurückzuführen    ist,  dass der Sachverständige gegen Mischung an-    organischer Salze mit den üblichen     Farb-,          Firnis-        und/oder    Lackstoffen Bedenken hat.

    Es hat sich aber herausgestellt, was auch aus  den Beispielen     hervorgehen    dürfte, dass man  unter Anwendung hygroskopischer Salze ein  wandfreie     Anstrichmittel    herstellen     kann,     deren Anstriche absolut feuersicher     sind,     während ihre     weiteren    Eigenschaften nicht  beeinträchtigt werden,  Viele Farben und     dergl.,    wie z. B. die Öl  farben, enthalten schon ausreichende Mengen       Emulgatoren,    um die hygroskopischen Salze  zu     dispergieren.    Gegebenenfalls, z.

   B. bei       Nitrocelluloselacken,    können     Emulgatoren,     wie Eiweisse, Leimstoffe, Harze und     dergl.,          hinzugefügt    werden.  



  Es hat sich als sehr empfehlenswert er  wiesen, die     hygroskopischen    Salze möglichst  fein in den     Anstrichmitteln    zu verteilen. Ge  gebenenfalls     könnte    auch     ein        Peptisiermittel,     wie Formalin, hinzugefügt werden.      Es ist unwesentlich, in welcher     Weise    die  Salze hinzugefügt werden; es empfiehlt sich  aber, eine konzentrierte Lösung der Salze       bezw.    deren Mischungen anzuwenden. Wie  aus den nachstehenden Beispielen hervorgeht,  können     wässrige    Lösungen verwendet werden.

    In den Fällen, wo Wasser die     Anstrichmittel     beeinträchtigen könnte, können auch alkoho  lische Lösungen der hygroskopischen Salze  verwendet werden. Der Alkohol kann dann  allmählich verdampfen. Es ist klar, dass auch  andere,     nichtwässrige,    flüchtige Lösungsmit  tel für die hygroskopischen Salze Verwen  dung finden können, wie z. B. Aceton. Es  hat sich herausgestellt, dass bei Anwendung  flüchtiger Lösungsmittel die Salze besser und  gleichmässiger     dispergiert    werden.  



  Abhängig von der Art und Zusammen  setzung der Farben, Firnisse und     dergl.    kön  nen, wie aus den Beispielen hervorgeht, die  Mengen der hinzuzufügenden Salze gewählt  werden.  



  Unter den     hygroskopischen    Salzen haben  sich die Chloride von Ca, Mg, A1 als     schi-          wirkungsvoll    erwiesen, während auch die  hygroskopischen Chloride oder Sulfate von       Cr,    Fe     und/oder        112n    Verwendung finden  können.  



  Es könnte unter Umständen sein, dass die  Farben oder Firnisse, nachdem sie ausgestri  chen sind, speziell in feuchter Atmosphäre  etwas Feuchtigkeit aufnehmen. Im allge  meinen ist dies nicht der Fall, jedoch muss  man diesem Umstand Rechnung tragen, spe  ziell wenn zuviel hygroskopische Salze ver  wendet worden sind. Um das     Entstehen     feuchter Oberflächen absolut zu verhindern,  können nichthygroskopische Salze, wie Kar  bonate, z. B.     CaC03,    den Farben, Lacken       usw.    noch hinzugefügt     \-erden,    die erfah  rungsgemäss weiter keinen     ungünstigen    Ein  fluss auf die Farben, Lacke usw. ausüben.

    Es ist nicht. ganz klar, wie die Wirkung der  nichthygroskopischen Salze zu erklären ist,  jedoch wäre es möglich, dass dieselben die von  den     hygroskopischen    Salzen herangezogene  Feuchtigkeit     adsorbieren.    Wenn man nicht  hygroskopische Salze anwendet, könnte man    als solche thermisch spaltbare Salze wählen.  Diese unterstützen die feuerlöschende Wir  kung. Es sei     erwähnt,    dass thermisch spalt  bare Salze allein schon verwendet worden  sind, wie z. B.     Ammoniumphosphat,    jedoch  ohne     befriedigendes    Resultat.  



  Die Erfindung wird an Hand nachstehen  der Beispiele näher erläutert werden.  



       Beispiel.   <I>1:</I>  Ein     Anstrichmittel    für Flugzeugflügel  mit nachstehender Zusammensetzung:  141 Teile     Nitrocellulose        ('    10 Teile trocken       anf    4,1     Teile        Lösungsmittel)     15 Teile Aceton  50 Teile Benzol  ?0 Teile     Ithvlalkohol    und  15     Teile        Xtbvlacetat     wird verteilt in Portionen zu 50 Gramm. Das       Anst:riclamiitel    sowie die zusammensetzenden  Teile sind natürlich sehr brennbar.  



       a)    Zu 50 Gramm des     Anst.richmittels     werden 12     cm3    einer Lösung von 120 Gramm       N$,,Cl    in 380 cm' Wasser zugesetzt. Nach  dem das derart zubereitete     Anstrichmittel    auf  Leinwand     aufgetragen    ist, ist das Ganze sehr  brennbar, weil das verwendete Salz nicht  hygroskopisch ist.  



  b) Zu<B>5</B>0     Gramm    des     Anstrichmittels    wer  den 12 cm' einer Lösung von 100 Gramm       (NH,)@HPO,    in 200 cm'     Wasser    zugesetzt.  Obwohl ein     bekanntes    thermisch spaltbares  Salz     ver\vendet    worden ist, ist das auf Lein  wand aufgetragene     Anstrichmittel    brennbar.  



       c)    Zu 50 Gramm des     Anstrichmittels    wer  den 12     cm'     einer Lösung von 200 Gramm       CaCl.    in 100 ein'     Methylalkohol    zugesetzt.  Die auf Leinwand aufgetragene Farbe ist un  brennbar, weil ein hygroskopisches Salz ver  wendet worden ist.  



  d) Zwecks Veranschaulichung der Wir  kung eines nichthygroskopischen Salzes neben  einem     hvgroskopischen        werden    zu 50 Gramm  des     obenerwähnten    Ausgangsmaterials 12 cm'  einer Lösung von 200 Gramm     CaCl_    in  100     ein:'        Methylalkohol    und 3 Gramm     Ca.CO:;     zugesetzt. Bei     Vergleichung    einer auf Lein  wand     aufgütragenen    Farbe nach d) mit einer      Solchen nach c) stellt sich heraus, dass die  Oberfläche nach Muster d) weniger leicht  feucht wird als die Oberfläche nach Muster c),  weil nach d) noch ein nichthygroskopisches  Salz verwendet worden ist.  



  e) Zu 50 Gramm des     Anstrichmittels    wer  den 12 cm' einer Lösung von 200 Gramm des       CaCh    in 100 cm'     14Tethylalkohol    und 3     cm3     Formalin zugesetzt. In diesem     Muster    ist in  folge der Hinzufügung des Formalins das  Salz besser     dispergiert.     



  f) Zu 50 Gramm des     Anstrichmittels    wer  den 12 cm' einer Lösung von 200 Gramm       MgCl,    in 200 cm'     Methylalkohol    zugesetzt.  Dieses Muster hat ungefähr dieselben feuer  sicheren Eigenschaften wie Muster c).  



  g) Zu 50 Gramm des     Anstrichmittels    wer  den 12 cm' einer Lösung von 200 Gramm       MgCl,    in 200     cm3    Methylalkohol und  3 Gramm     CaC03    zugesetzt. Dieses Muster hat  ungefähr dieselben Eigenschaften wie das  Muster nach d).  



  h) Zu 50 Gramm des     Anstrichmittels    wer  den 12 cm' einer Lösung von 200 Gramm       MgC12    in 200 cm' Methylalkohol und  3 Gramm     CaC03    und 3 cm' Formalin zu  gesetzt. Dieses Muster hat ungefähr dieselben  Eigenschaften wie das Muster nach e).  



  <I>Beispiel 2:</I>  Bei diesem Beispiel wird eine übliche  Handelsölfarbe verwendet, bestehend aus  trocknendem Öl,     Sikkativ,        Zinkweiss    und  rotem Pigment. Wie im Beispiel 1 beschrie  ben worden ist, wird bei den verschiedenen  Versuchen immer von Portionen zu 50 Gramm  ausgegangen, denen jeweils 12 cm' der Lö  sungen, beschrieben unter a) bis h), zugesetzt  werden. Die zu erzielenden Muster haben un  gefähr dieselben Eigenschaften wie die kor  respondierenden Muster a) bis     la)    des Bei  spiels 1.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Anstrichmittel, das einen schwerbrenn baren Anstrichfilm ergibt, dadurch gekenn zeichnet, dass es ausser den ein Anstrichmit- tel bildenden Bestandteilen, welche einen brennbaren Anstrichfilm ergeben würden, mindestens ein hygroskopisches, anorgani sches Salz enthält. UNTERANSPRüCHE: 1. Anstrichmittel nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es. MgC12 ent hält. 2. Anstrichrnittel nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es CaC12 ent hält.
    3. Anstrichmittel nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1 und 2, dadurch ge kennzeichnet, dass es eine Mischung von M9Clz und CaCl" enthält. 4. Anstrichmittel nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es die hYgro- skopischen Salze in Wasser gelöst. enthält.
    5. Anstrichmittel nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es die h- ygro- skopischen Salze in nichtwässrigen, flüch tigen Lösungsmitteln gelöst enthält. 6. Anstrichmittel nach Patentanspruch I und Unteranspruch 5, dadurch gekennzeich net, dass es die hygroskopischen Salze in einem Alkohol gelöst enthält.
    7. Anstrichmittel nach Patentanspruch I und Unteranspruch 5, dadurch gekennzeich net, dass es die hygroskopischen Salze in Ace ton gelöst enthält. B. Anstrichmittel nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es ausser den hygroskopischen Salzen kleine Mengen nicht hygroskopischer Salze enthält. 9. Anstrichmittel nach Patentanspruch I und Unteranspruch 8, dadurch gekennzeich net, dass es als nichthygroskopisches Salz CaCO3 enthält.
    10. Anstrichmittel nach Patentanspruch I und Unteranspruch 8, dadurch gekennzeich net, dass es als nichthygroskopisches Salz mindestens ein thermisch spaltbares Salz ent hält. PATENTANSPRUCH II: Verfahren zur Herstellung eines An strichmittels nach Patentanspruch I. dadurch gekennzeichnet, dass man einem Anstrichmit- tel, das einen brennbaren Anstrichfilm er- geben würde, mindestens ein hygroskopisches Salz einverleibt. UNTERANSPRtrCHE 11.
    Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass man dem An strichmittel MgCl, einverleibt. 12. Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass man dem An strichmittel CaCl, einverleibt. 13. Verfahren nach Patentanspruch 1I und Unteransprüchen 11 und 12, dadurch ge kennzeichnet, dass man dem Anstrichmittel eine Mischung von Mo-cl, und CaCl. ein verleibt. 14. Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass man die hygro skopischen Salze in w ässrigen Lösungen ver wendet. 15.
    Verfahren nach Patentanspruch 1I. dadurch gekennzeichnet, dass man die hygro skopischen Salze in nichtwä,ssrigen, flüchtigen Lösungsmitteln gelöst verwendet. 16. Verfahren nach Patentanspruch II und Unteranspruch 15, dadurch gekennzeich net. dass man die hygroskopischen Salze in Alkoholen gelöst verwendet. 17. Verfahren nach Patentanspruch II und Unteranspruch 15, dadurch gekennzeich net, dass man die hygroskopischen Salze in Aceton gelöst verwendet. 18. Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass man ausser den hygroskopischen Salzen kleine Mengen nicht hygroskopischer Salze verwendet. 19.
    Verfahren nach Patentanspruch II und Unteranspruch 18, dadurch gekennzeich net, dass man als nichthygroskopisches Salz CaC0, verwendet. 20. Verfahren nach Patentanspruch 1I und Unteranspruch 18, dadurch gekennzeich net, dass man als nichthygroskopisches Salz wenigstens ein thermisch spaltbares Salz verwendet.
CH214614D 1938-03-16 1939-03-16 Anstrichmittel, das einen schwerbrennbaren Anstrichfilm ergibt, und Verfahren zu dessen Herstellung. CH214614A (de)

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