CH216404A - Verfahren zur Gewinnung von Antioxydationsmitteln. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Antioxydationsmitteln.

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CH216404A
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C11—ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11B—PRODUCING, e.g. BY PRESSING RAW MATERIALS OR BY EXTRACTION FROM WASTE MATERIALS, REFINING OR PRESERVING FATS, FATTY SUBSTANCES, e.g. LANOLIN, FATTY OILS OR WAXES; ESSENTIAL OILS; PERFUMES
    • C11B5/00—Preserving by using additives, e.g. anti-oxidants
    • C11B5/0085—Substances of natural origin of unknown constitution, f.i. plant extracts

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Description


  Verfahren zur Gewinnung von Antioxydationsmitteln.    Die     Erfindung    betrifft die     Gewinnung     von Antioxydationsmitteln, die zur Stabili  sierung von vegetabilischen, tierischen und  Fischölen und Fetten, sowie anderer Stoffe,  die in Berührung mit Luft leicht oxydiert  werden, Verwendung finden sollen. Die Anti  oxydationsmittel, die erfindungsgemäss her  gestellt werden, sind besonders wertvoll für  die Verhinderung des     Ranzigwerdens    von  Ölen und Fetten infolge Oxydation.  



  In den letzten Jahren wurden viele Unter  suchungen über das Ranzigwerden von Ölen  und Fetten     durchgeführt,    und es wurde ge  funden, dass dies zur Hauptsache der Oxyda  tion der ungesättigten     Fettbestandteile    durch  den Luftsauerstoff zuzuschreiben ist, wobei  sich Stoffe bilden, die einen typisch ranzigen  Geschmack und Geruch aufweisen. Es wurde  auch gefunden, dass diese Oxydation durch  Zusätze geringer Mengen gewisser Fremd  substanzen, wie aromatische, phenolische oder  Aminoverbindungen, hintangehalten werden  kann. Diese Substanzen werden deshalb auch    Antioxydationsmittel genannt.

   Einige vege  tabilische und tierische Öle enthalten im Roh  zustand Spuren von als Antioxydationsmittel  wirkenden Substanzen, die von verschie  denster     Zusammensetzung    sind, und deren  chemische Konstitution nicht bekannt ist  (vergl. Hefter-Schönfeld, Chemie und Tech  nologie der     Fette    und Fettprodukte Band I,  193s).  



  Wie aus dem Österreichischen Patent  Nr. 147701 zu entnehmen ist, kann man oft  feststellen, dass rohe Fette und Öle eine grö  ssere     Oxydationsbeständigkeit    besitzen und  infolgedessen weniger rasch ranzig werden  als raffinierte essbareÖle, die durch Waschen  mit Alkalien, Bleichen oder     Dampfdesodori-          sierung        gereinigt    wurden.

       Diese    Verschlechte  rung der     Oxydationsbeständigkeit    ist der     Zer-          störung    oder     Entfernung    der     in    den     Olen    vor  handenen     natürlichen        Antioxydationsmittel     zuzuschreiben.

       Aus    dieser Erkenntnis heraus       wird    im genannten     Österreichischen        Patent     vorgeschlagen, die     Oxydation    von     raffinierten.         Ölen,     Fetten    und deren Gemischen     dadurch     zu vermeiden, dass man denselben während  der Desodorisierung, das heisst nach den     Raf-          finationsbelhandlungen,    die einen Verlust der  Antioxydationsmittel im Hauptteil der Fette  oder Öle zur Folge     haben,

      rohe     Fette    oder  Öle     zusetzt.    Auf diese Weise soll ein Ge  misch von guter Haltbarkeit erhalten werden,  doch     entsprechen    die Produkte natürlich nicht  den vollständig raffinierten Fetten und Ölen  und eignen sich auch nicht für den Gebrauch  als Nahrungmittel.  



  Fette und Öle, die durch Kurzweg-Hoch  vakuumdestillation raffiniert wurden, haben  oft auch keine gute Haltbarkeit und werden  beim Aufbewahren oft ranzig. Dieser Mangel  ist offenbar durch die Entfernung der na  türlichen Antioxydationsmittel während dem  Destillationsprozess bedingt. Natürlich ist  eine, wenn auch nur geringe Ranzigkeit ein  grosser Fehler, insbesondere dann. wenn das  Öl zur Ernährung oder in der Medizin Ver  wendung finden soll. Das Ranzigwerden kann  durch Zusätze künstlicher     Antioxvdations-          mittel    hintangehalten werden, doch ist die       Verwendung    solcher künstlicher Stoffe in  Nahrungsmitteln im allgemeinen nicht er  wünscht.  



  Bei der Kurzweg-Hochvakuumdestillation  von Ölen erhält man in der Regel folgende  drei Hauptfraktionen:  1. Eine kleine flüchtige Fraktion, die       freie        Fettsäuren    und     Farbstoffe    enthält.  



  2. Eine Hauptfraktion, das heisst das  raffinierte Öl;  3. Ein kleiner Rückstand, der nicht  flüchtige Farbstoffe, vegetabilische und  Proteinsubstanzen enthält.  



  Es wurde nun gefunden, dass die im Rohöl  enthaltenen, natürlichen Antioxydationsmittel  nicht. wie zu erwarten gewesen wäre, bei der  Destillation zerstört werden, sondern sich in  dem verhältnismässig flüchtigen Vorlauf  und/oder in dem verhältnismässig nicht  flüchtigen Rückstand anreichern. Die Erfin  dung beruht nun auf dieser Beobachtung und  bezweckt die Gewinnung von natürlichen  Antioxy dationsmitteln in konzentrierter Form    durch Hochvakuumdestillation, insbesondere  durch Kurzweg-Hochvakuumdestillation von  in der Natur vorkommenden Triglyceriden,  das heisst Ölen und Fetten.

   Die so gewonne  nen Produkte können zur Verbesserung der       Eigenschaften,        insbesondere    der Lagerbe  ständigkeit von Fetten, fetten Ölen und Nah  rungsmitteln, die solche enthalten und bei der  Lagerung leicht durch Oxydation ranzig wer  den,     Verwendung    finden.  



  Das erfindungsgemässe Verfahren ist da  durch gekennzeichnet, dass man aus einem  keiner energischen chemischen Vorbehand  lung, zum Beispiel Verseifung unterworfenen,  die Antioxydationsmittel enthaltenden natür  lichen Triglycerid, das heisst einem Öl oder  Fett     vegetabilischer    oder tierischer Herkunft,  durch fraktionierte Hochvakuumdestillation,  insbesondere Kurzweg-Hochvakuumdestilla  tion, mindestens eine Fraktion abscheidet,  welche     mindestens    den     grössten    Teil der     Anti-          oxydationsmittel    enthält.  



  Bei den     abgeschiedenen    Fraktionen han  delt es sieh um den leichtflüchtigen Vorlauf  und den     Destillationsrückstand,    zwischen  denen die Fraktion des     reinen        Triglycerids,     das frei ist von     Antioxydationsmitteln,    liegt.  



  Die im rohen antioxydierend wirkenden  Konzentrat     enthaltenen        Verunreinigungen     sind hauptsächlich freie     Fettsäuren,    färbende  Stoffe und verschiedene     unverseifbare    Be  standteile, die keine antioxydierende Wir  kung aufweisen.  



  Die Aufarbeitung der Fraktion     bezw.    der  beiden     Fraktionen,    die zu diesem Zwecke ver  einigt werden können, kann auf chemischem  oder     physikalisehem    Weg erfolgen, zum Bei  spiel durch nochmalige     Destillation,    der eine       fraktionierte    Fällung aus     Lösungsmitteln,     ein fraktioniertes Ausfrieren oder     ein    Aus  kristallisieren bei tiefen Temperaturen aus       Lösungamitteln        vorausgehen        oder    folgen  kann.  



  Das Ausgangsmaterial kann roh oder  raffiniert sein,     vorausgesetzt,    dass es keiner  so scharfen chemischen Behandlung unter  worfen wurde, dass ein wesentlicher Anteil  des     Triglycerids    zerstört worden wäre.      Beispiele für Antioxydationsmittel ent  haltende Fette undÖle sind Butterfett,     Baum-          wollsamenöl,    Kokosöl, Erdnussöl, Palmöl,  Leinöl, Sojabohnenöl und Fischöl. Der Druck,  bei dem die Destillation durchgeführt wird,  hängt von der Art des Rohmaterials ab und  davon, ob das antioxydierend wirkende Kon  zentrat zur Hauptsache als Destillat oder als  Rückstand erhalten werden soll, beträgt je  doch in jedem Falle weniger als 1 mm/Hg.

    Wenn also in dem vorliegenden Verfahren  von Hochvakuumdestillation die Rede ist, so  wird     darunter    eine solche verstanden, die bei  einem Druck von weniger als 1 mm/Hg er  folgt. Die Kurzweg-Hochvakuumdestillation  ist ein besonderer Fall der Hochvakuumdestil  lation und findet bei einem Druck von nicht  mehr als etwa 10--z mm/Hg statt und vor  zugsweise bei einem Druck zwischen 10-z  und 10-6 mm/lHg, und zwar unter solchen  Bedingungen, dass die verdampften Moleküle  die Verdampfungsoberfläche direkt verlassen  und leicht die     Kondensationsoberfläche    errei  chen können, die in der Nähe der Verdamp  fungsoberfläche angeordnet ist.

   Bei einer vor  teilhaften Ausführungsform einer Vorrich  tung zur Durchführung der Kurzweg-Hoch  vakuumdestillation sind die Verdampfungs  und Kondensationsoberflächen 1 bis mehrere  Zentimeter voneinander entfernt und der zu  destillierende Stoff fliesst ständig in Form  eines dünnen Films über die Verdampfungs     -          oberfläche.     



  Die Rohstoffe, die zur Gewinnung der  Antioxydationsmittel der Hochvakuumdestil  lation unterworfen werden, können in irgend  einer Weise vorbehandelt sein, vorausgesetzt,  dass die Antioxydationsmittel nicht zerstört  und die Triglyceride nicht wesentlich ange  griffen werden. Eine solche Vorbehandlung  kann ein Aufschliessen zur Entfernung von  Schlamm bezw. eine milde Alkalibehandlung  oder eine milde Bleichung sein.  



  Es muss bemerkt werden, dass manche na  türliche Fette und Öle neben den Antioxyda  tionsmitteln noch Substanzen enthalten,     wel-          ehe    die Oxydation beschleunigen und als    Oxydationsbeschleuniger bezeichnet werden  können. Diese Oxydationsbeschleuniger sind  gewöhnlich flüchtiger als die Antioxydations  mittel, so dass das     Hochvakuumdestillations-          verfahren    in der Weise ausgeführt werden  kann, das zwecks     Entfernung    der     Oxydations-          beschleuniger    oder des grössten Teils dersel  ben eine besondere Fraktion des Vorlaufes  vor der die Antioxydationsmittel enthalten  den Fraktion aufgefangen wird.

   Man kann  die Reinigung der rohen Antioxydations  mittel aber auch so ausführen, dass zur Ent  fernung der sie begleitenden Oxydationsbe  schleuniger die verschiedene Flüchtigkeit,  Löslichkeit, etc. benutzt wird. Deshalb sind  Vorversuche unter Anwendung der beschleu  nigten Oxydation mit den verschiedenen  Fraktionen des Ausgangsöls zweckmässig, da  sich daraus ergibt, welche     Fraktion    oder  Fraktionen sich am besten für die besonderen  Zwecke eignen und welche     Fraktion    öder  Fraktionen die etwa     vorhandenen,        Oxyda-          tionsbeschleuniger    enthalten.  



  Gemäss einer     Ausführungsform        des        erfin-          dungssgemässen        Verfahrens    kann die Destil  lation so     durchgeführt    werden,     dass    die flüch  tigen     Antioxydationsmittel        durcb    Auffangen  des Vorlaufes in mehr als einer     Fraktion    ge  wonnen werden.

   Der     Vorteil    dieser Vor  gehensweise liegt     darin,    dass es ;so möglich  ist,     eine    gewisse     Trennung    der verschiedenen       antioxydativ    wirkenden     Bestandteile    herbei  zuführen.

   Zudem wird sich die Hauptmenge  der     flüchtigen        Verunreinigungen,        wie    die  freien     Fettsäuren    und die     Oxydationsbe-          schleuniger,    im     flüchtigeren    Teil des Vor  laufes     befinden,    so dass der     weniger        flüchtige          Teil    verhältnismässig frei von solchen un  erwünschten     Nebenprodukten    ist und für ge  wisse Zwecke gegebenenfalls ohne weitere  Reinigung oder     Anreicherung    verwendet       werden    kann.

   Es ist also auf .diese Weise  möglich, bereits während der     Destillation     eine gewisse Reinigung einer bestimmten       Fraktion    der     Antioxydationsmittel    zu errei  chen,     @so    dass -die weniger flüchtigen Fraktio  nen nicht mehr besonders     nachgereinigt    und  angereichert     werden        müssen,    wohl aber die      verhältnismässig unreinen, flüchtigeren Frak  tionen des Vorlaufes.  



  Zur weiteren Konzentration und Reini  gung der rohen Antioxydationsmittelkonzen  trate sind die physikalischen Verfahren den  chemischen vorzuziehen, weil die     Antioxy-          dationsmittel    in der Regel     durch    chemische  Reagentien zersetzt werden. Solche physi  kalische Verfahren schliessen auch eine noch  malige Destillation, vorzugsweise eine Kurz  weg -Hochvakuumdestillaton ein, wodurch  eine Entfernung freier     Fettsäuren    und von  viel färbenden Stoffen erreicht wird.

   Vor  oder nach dieser Destillation kann eine frak  tionierte Fällung aus     Lösungsmitteln,    wie  Aceton, oder gemischten     Lösungsmitteln,     oder ein fraktioniertes Ausfrieren oder Kris  tallisieren aus Lösungsmitteln bei tiefen Tem  peraturen, z. B. aus Methanol oder Aceton,  durchgeführt werden, wodurch Stereolen und  ähnliche unverseifbare Bestandteile entfernt  werden. Eine Konzentrierung oder Reinigung  kann auch durch fraktionierte Adsorption an  Tonerde oder ähnlichem Material erfolgen.

    Werden die färbenden Stoffe durch die vor  erwähnte nochmalige Destillation nicht ge  nügend entfernt, so können sie durch Blei  chen unter Benützung von adsorbierenden  Erden, Metalloxyden oder Salzen entfernt  werden, obwohl diese Behandlung in gewissen  Fällen einen Verlust oder eine Zersetzung  der Antioxydationsmittel zur Folge hat. Es  können auch chemische Verfahren, beispiels  weise eine Verseifung angewandt werden, um  Säuren und Triglyoeridbestandteile in Form  von löslichen Seifen zu entfernen, und diese  chemische Behandlung schliesst sich an die  erwähnte physikalische Behandlung der     un-          verseifbaren    Fraktionen an, jedoch muss die  Verseifung unter milden Bedingungen statt  finden, tun einen Verlust an Antioxydations  mitteln zu vermeiden.

   Es kann auch ein  Extraktionsverfahren mit Lösungsmitteln an  gewandt werden. So kann zum Beispiel das  Konzentrat in einem Kohlenwasserstoff auf  gelöst und diese     Lösung    mit einem wässeri  gen Alkohol extrahiert werden.  



  Die aus dem     Ausgangsfett    oder     fetten    Öl    destillierten flüchtigen Fraktionen können  mehr als einen antioxydierend wirkenden Be  standteil enthalten. Im Verlauf der obigen  Konzentration und     Reinigung    findet     bereits     eine     gewisse    Trennung der antioxydierend  wirkenden     Bestandteile        statt,    und zwar wer  den     getrennte    antioxydierend wirkende Stoffe       erhalten,    die für besondere Zwecke benützt  werden können.  



  Die flüchtigen Antioxydationsmittel sind       besonders    wertvoll für die     Verwendung    in  Verbindung mit hochwertigen Speiseölen. Die  nichtflüchtigen Antioxydationsmittel schei  nen in ihrer Wirkung weniger stark zu sein,  und da sie von phosphorlipoidem- oder pro  teinartigem Charakter sind, ist es schwierig,  sie in hoher     Konzentration    in einer Form zu  erhalten, in der sie geeignet sind, als Zusatz  zu Speiseölen verwendet zu werden. Die Ge  genwart von Proteinen und ähnlichen Sub  stanzen in hochwertigen Speiseölen ist im  allgemeinen unerwünscht.  



  Die gereinigten oder konzentrierten     Ge-          genoxy    dationsmittel können auch in Verbin  dung mit Nahrungsmittelprodukten wie Bis  kuits und Gebäck verwendet werden, und  zwar indem man sie entweder der Teig  mischung oder den Fetten einverleibt, mit  denen der Teig     hergestellt        -wird.     



  Die     Antioxydationskonzentrate    können  ebenfalls verwendet werden,     um    die     Polyme-          risation    ungesättigter Substanzen, wie     Styrol     oder     Methyl-metacrylat,        bei    der Lagerung zu  verhindern, oder um die Harzbildung in Ben  zin oder die Oxydation von Schmierölen hint  anzuhalten, oder um     empfindliche    medizi  nische     Produkte,    wie Vitamin A-Konzentrate,  vor Oxydation und     Polymerisation    zu schüt  zen, oder um die Oxydation von Gummi zu  verzögern.

   Im allgemeinen sind diese Sub  stanzen wertvoll für die     Verhinderung    aller  unerwünschten Reaktionen, die durch Zusatz  der üblichen     Antioxydationsmittel    verhindert  werden können, und     besonders    ist ihr Ge  brauch in     Speiseprodukten,    bei welchen die       Benützung    von     künstlichen        Gegenoxydations-          mitteln        unerwünscht        ist,

      von     Vorteil.         In den nachfolgenden Beispielen werden  Ausführungsformen des erfindungsgemässen  Verfahrens     beschrieben.    In der zugehörigen  Zeichnung sind die Fig. 1 bis 4 Diagramme,  die in Form von Kurven die Oxydationsge  schwindigkeit einer Anzahl von Ölen und  Präparaten zeigen, die Antioxydationsmittel  enthalten, die gemäss der Erfindung erzeugt  werden.  



  Die Abszissen bedeuten die Zeit in Minu  ten und die Ordinaten die Anzahl der em3  Sauerstoff, die 1 Gramm Öl absorbiert.  



  Beispiel 1:  Eine Probe Butterfett wird durch Schmel  zen und Abgiessen des geschmolzenen     Fettes     vom Wasser befreit. Dieses Fett wird der  Kurzweg-Hochvakuumdestillation unterwor  fen, wobei folgende Fraktionen aufgefangen  werden:  
EMI0005.0003     
  
    Fraktion <SEP> Destillations- <SEP> Prozentsatz <SEP> des
<tb>  temperatur <SEP> Ausgangsfettes
<tb>  1 <SEP> 180 <SEP>   <SEP> C <SEP> 5,5
<tb>  2 <SEP> 200 <SEP>   <SEP> C <SEP> 20,0
<tb>  3 <SEP> (Rückstand) <SEP> - <SEP> 74,5       Die Fraktion 1 enthält den grössere Teil  s der natürlichen Antioxydationsmittel des ur  sprünglichen Butterfettes und bedeutet das  Konzentrat des Antioxydationsmittels erhal  ten nach der Erfindung.  



  Die Fraktion 2 besitzt eine ziemlich  o gute Lagerfähigkeit und ist auch insofern  brauchbar, als sie die Geschmacksstoffe ent  hält. Fraktion 3 wurde stark ranzig, wenn  sie während einer Woche bei Zimmertempe  ratur aufbewahrt wurde. Die Abwesenheit  s von Antioxydationsmitteln macht sich in  dieser Fraktion auch dadurch bemerkbar, dass  die ursprünglich gelbe Farbe der Fraktion 3  nach einigen Tagen ausbleicht. Demgegen  über ist die gelbe Farbe der Fraktion 2 stabil.  



  Wenn die Fraktion 1 der Fraktion 3 zuge  setzt wird, werden die Haltbarkeitseigen  schaften der letzteren wesentlich verbessert.  So wird zum Beispiel das Gemisch der Frak  tionen 1 und 3 nicht ranzig, wenn es eine  s Woche lang gelagert wird, und auch die  gelbe Farbe bleicht nicht aus. Die in der    Fraktion 1 vorhandenen freien Fettsäuren  werden entfernt, zum Beispiel durch Waschen  mit verdünntem Alkali und dann mit Was  ser, bevor sie mit der Fraktion 3     vermischt     wird.  



  Die     Destillation    kann auch     etwas    ge  ändert werden, insofern als ungefähr 5 % des  Fettes als Fraktion 1, 10 % als Fraktion 2  und 80% als Hauptdestillat durch Fraktion  3 abgetrennt werden. Hierbei wird bei höhe  ren Temperaturen     gearbeitet    und es verbleibt  eine Rückstandsfraktion 4, die etwa 5 % des  Ausgangsmaterials ausmacht und fortgewor  fen werden. Die Fraktion 1 stellt auch hier  das Antioxydationsmittel nach der Erfin  dung dar.  



  Beispiel 2:  Eine Probe River-Plate-Leinöl wurde  neunmal durch einen Kurzweg-Hochvakuum  destillierapparat geleitet, bei der -die Stoffe  die     Apparatur    von oben nach     unten    in Form  eines Films durchlaufen. Bei jedem Umlauf  wurde das Destillat gesondert aufgefangen.  Das erste der Destillate ist das Antioxyda  tionsmittel nach der Erfindung. Die neun  Destillätionsfraktionen und eine Rückstands  fraktion, die alle von annähernd gleichem       Volumen    waren, wurden in sterilisierten ko  nischen Flaschen, die mit Wattepfropfenver  schlossen waren, aufbewahrt, um eine Ver  unreinigung durch Bakterien auszuschliessen,  und öfters geschüttelt.  



  Nach einmonatlicher Lagerungwarenalle  Fraktionen, mit Ausnahme von Fraktion 1,  stark ranzig. Die Anwesenheit der natür  lichen Antioxydationsmittel in Fraktion 1  wurde noch wie folgt nachgewiesen. Die  Fraktion 1 wurde in Hexan aufgelöst, mit  5 %     iger'KOH-Lösung        fettsäurefrei        gewaschen,     das     Lösungsmittel    entfernt und 7 Gewichts  prozent des vom     Lösungsmittel    befreiten Öls       raffiniertem        Baumwollsamenöl    zugesetzt,

         welches    durch     wiederholtes        Waschen    mit       heissem        Wasser    von seinen natürlichen     Anti-          oxydationsmitteln    befreit worden war. Die  Oxydationswerte dieses     BaumwollsaMenöls     und des das     Antioxydationskonzentrat    ent  haltenden     Baumwollsamenöls        sind    aus den      Kurven 1 und 2 von Fig. 1, durch die der  Schutz des Öls durch das Antioxydations  mitteleindeutig dargestellt wird, ersichtlich.

    Beispiel 3:  Eine Probe rohen ägyptischen     Baumwoll-          samenöls    wurde von Schleim durch Auf  schliessen mit Na0H auf bekannte Weise be  freit. Das so behandelte Öl wurde durch  einen Kurzweg -     Hochvakuumdestillations-          apparat    geleitet, und zwar bei einer Tempe  ratur von 220   C und einem Druck von un  gefähr 3 X 10-3 mm/Hg, und es wurde ein  Destillat aufgefangen, das 10% des Original  öls     ausmachte.    Diese Fraktion, die ein rötlich  braunes Öl darstellte, wurde durch Waschen       mit     von den freien     Fettsäuren     befreit.

   Es enthielt den grössten Teil der im  Ausgangsöl enthaltenen Antioxydationsmit  tel und bildet das Antioxydationsmittel ge  mäss der Erfindung. Die Farbstoffe können  gewünschtenfalls durch sorgfältiges Bleichen  mit absorbierenden Erden, wie     Kieselgur    bei  etwa 40   C entfernt werden. Die Antioxyda  tionseigenschaften dieser Fraktion werden in  nachfolgender Weise nachgewiesen.  



  Das Rückstandsöl der ersten Fraktion  wurde nochmals durch den Destillationsappa  rat bei einer Temperatur von 250-255   C  geleitet, bis nur noch 5 % eines dunkel ge  färbten Öls als Rückstand verblieben. Das  Destillat dieser zweiten Stufe, das heisst 85  des Ausgangsöls, war ein schwach gelbes, ge  niessbares Öl, welches jedoch bei einwöchiger  Lagerung ranzig wurde. Durch Mischen der  gewaschenen Fraktion 1 mit der Hauptfrak  tion (Fraktion 2) wurde ein 01 von guter  Haltbarkeit erhalten. Die Oxydationsge  schwindigkeiten der Hauptfraktion 2 und    dieser Hauptfraktion in Mischung mit der  Fraktion 1 sind aus den Kurven 1 und 2 der  Fig. 2 zu ersehen.  



  Durch folgenden     weiteren    Versuch wurde  die erste Fraktion weiter gereinigt:  Das Ö)l wurde mit 2 n-alkoholischer  Pottasche verseift, die Seifelösung mit Was  ser verdünnt und gründlich mit Äther extra  hiert. Der Äther wurde durch Destillation  entfernt und die Sterole von der so erhaltenen  unverseifbaren Fraktion durch Lösen in Me  thanol und Kühlen auf -10   C entfernt.  Nach Abfiltrieren der gefällten Sterole wurde  das Methanol aus dem     Antioxydationsmittel-          konzentrat    durch     Destillieren    entfernt, und  der Rückstand wurde dann     dem    Hauptdestil  lat zugesetzt.

   Die Oxydationsgeschwindigkeit  des erhaltenen     Produktes    wird durch die  Kurve 3 von     Fig.    2 gezeigt. Es muss     jedoch     bemerkt werden, dass die Verseifung die Zer  störung eines Teils des Antioxydationsmittels  bewirkt.  



  Beispiel 4:       Das    folgende Beispiel zeigt den Verlauf  einer fraktionierten Destillation, durch wel  che die Konzentration der Antioxydations  mittel einesteils in den am meisten flüchtigen  und andernteils in den am wenigsten flüchti  gen Fraktionen bewirkt wird.  



  Eine Probe rohen ägyptischen     Baumwoll-          samenöls    wurde vom     Schleim    durch Auf  schliessen mit     NaOH    auf bekannte Weise be  freit und 74     Gewichtsteile    fünfmal durch       ennen    Kurzweg -     Hochvakuumdestillations-          apparat        hindurchgeleitet,    so dass fünf     Destil-          lationsfraktionen    und eine     Rüekstandfraktion     erhalten wurden.

   Die     Einzelheiten    der     Destil-          lationslx,handlung    sind der folgenden Ta  belle zu entnehmen:  
EMI0006.0033     
  
    Fraktion <SEP> Dest.-Temperatur <SEP> Gew.-Teile <SEP> an <SEP> Ungef. <SEP> Druck <SEP> im
<tb>  Destillat <SEP> Dest:

   <SEP> Apparat
<tb>  1 <SEP> 225 <SEP>   <SEP> C <SEP> 5,94
<tb>  2 <SEP> 240 <SEP>   <SEP> C <SEP> 5,9 <SEP> 3 <SEP> X <SEP> 10-3 <SEP> mm/Hg
<tb>  3 <SEP> 24$ <SEP>   <SEP> C <SEP> 15,35
<tb>  4 <SEP> \353 <SEP>   <SEP> C <SEP> <B>7,95</B>
<tb>  5 <SEP> 260 <SEP>   <SEP> C <SEP> 19,43 <SEP> 5 <SEP> - <SEP> 8 <SEP> X <SEP> 10-3 <SEP> mm/H  6 <SEP> (Rückstand) <SEP> 19,5         Die Verteilung der natürlichen     Antiöxy-          dationsmittel    auf die verschiedenen     FrakHo-          nen    wurde nachgewiesen durch Zusetzen von  1,5 Gewichtsprozent jeder Fraktion zu rohem  Baumwollsamenöl, welches durch Waschen  mit heissem Wasser von den Antioxydations  mitteln befreit war.

   Die Oxydationsgeschwin  digkeit dieser Gemische wird in den Kurven  1-6 von Fig. 3 veranschaulicht, während  die     Kurve    7 die Oxydationsgeschwindigkeit  eines Baumwollsamenöls, das frei ist von  Antioxydationsmitteln, darstellt. Es ist er  sichtlich. dass die Fraktion 1 ausserordentlich  reich an natürlichen Antioxydationsmitteln  ist, dass die Fraktion 2 eine mittlere Konzen  tration an diesen Stoffen enthält, und dass  die Fraktionen 3, 4 und 5 gar keine anti  oxydierenden Stoffe enthalten, und dass die  Fraktion 6 (Rückstand) die nichtflüchtigen  Antioxydationsmittel enthält. Demgemäss  sind die Fraktionen 1, 2 und 6 die Antioxy  dationsmittel nach der Erfindung.

   Die nicht  flüchtigen Antioxydationsmittel scheinen  proteinähnlichen Charakter zu haben, da  nämlich Versuche zur Erzielung höherer Kon  zentrationen durch vollständige Entfernung  der Triglyceride, z. B. durch Hochvakuum  destillation, eine vollkommene Zerstörung  dieser Stoffe bewirkten und sie auch durch  Behandlung mit Proteinkoagulierungsmitteln  zerstört werden.  



  Beispiel 5:  Das folgende Beispiel illustriert die Be  nützung eines Lösungsmittel-Extraktions  verfahrens zur Reinigung von     Antioxyda-          tionsmittelkonzentraten.    Ein Antioxydations  mittelkonzentrat aus Baumwollsamenöl wurde  in Petroläther (Sp. 40-60' C) gelöst und  wiederholt mittelst 95 % igem wässerigem  Methanol extrahiert. Das Methanolextrat  stellte eine sehr dunkel gefärbte Flüssigkeit  dar, und Antioxydationsmittel blieben im Pe  troläther zurück. Die Oxydationskurven der  zwei Fraktionen bei äquivalenten Konzen  trationen, nach Entfernung der Lösungs  mittel, in von natürlichen Antioxydations  mitteln befreitem Baumwollsamenöl sind in  Fig. 4 veranschaulicht, wobei 1 die Kurve    des Methanolextraktes, 2 die Kurve des Pe  trolätherrückstandes ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von Antioxy dationsmitteln aus natürlichen Triglyceriden, dadurch gekennzeichnet, dass man aus die Antioxydationsmittel enthaltenden Trigly- ceriden, die keiner energischen chemischen Vorbehandlung unterworfen worden sind, durch fraktionierte Hochvakuumdestillation wenigstens eine Fraktion abscheidet, die min destens den grössten Teil der Antioxydations- mittel enthält. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Fraktion so weiterbehandelt wird, dass die freien Fettsäu ren entfernt und die Antioxydationsmittel weiter konzentriert werden. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Destillation auf solchem Wege durchgeführt wird, dass mehr als eine frühe, Antioxydationsmittel enthaltende Fraktion erhalten wird, wobei der grössere Teil der flüchtigen Verunreini gungen in den flüchtigeren Fraktionen ent halten ist. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass als Triglycerid ein Öl verwendet wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass als Triglycerid ein Fett verwendet wird. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man die Kurzweg- Hochvakuumdestillation anwendet. 6. Verfahren npich Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der Vorlauf die das Antioxydationsmittel enthaltende Frak tion darstellt. 7. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der Rückstand die das Antioxydationsmittel enthaltende Frak tion darstellt. B.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass Vorlauf und Rück- lauf vereinigt und gemeinsam aufgearbeitet werden. 9. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Aufarbeitung des Antioxydationsmittelkonzentrates auf chemischem Wege erfolgt. 10. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Aufarbeitung des Antioxydationsmittelkonzentrates auf physikalischem Wege erfolgt. 11. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufarbeitung in einer nochmaligen Hochvakuumdestillation besteht. 12.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 10 und 11, dadurch gekenn zeichnet, dass vor der Aufarbeitung durch Hochvakuumdestillation eine fraktionierte Fällung aus Lösungsmitteln durchgeführt wird. 13. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 10 und 11, dadurch gekenn zeichnet, dass vor der Aufarbeitung durch Hochvakuumdestillation eine fraktionierte Ausfrierung aus Lösungsmitteln durchge führt wird. 14. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 10 und 11, dadurch gekenn zeichnet, dass vor der Aufarbeitung durch Hochvakuumdestillation eine Tieftemperatur- kristallisation aus Lösungsmitteln durchge führt wird. 15.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 10 und 11, dadurch gekenn zeichnet, dass nach der Aufarbeitung durch Hochvakuumdestillation eine fraktionierte Fällung aus Lösungsmitteln durchgeführt wird. 16. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 10 und 11, dadurch gekenn zeichnet, dass nach der Aufarbeitung durch Hochvakuumdestillation eine fraktionierte Ausfrierung aus Lösungsmitteln durchge- führt wird. 17.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 10 und 11, dadurch gekenn zeichnet, dass nach der Aufarbeitung durch Hochvakuumdestillation eine Tieftemperatur- kristallisation aus Lösungsmitteln durchge führt wird. 18. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man von einem Material ausgeht, das zur Entfernung von freier Säure, färbenden Stoffen und Schleim stoffen schwach vorraffiniert wurde.
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