Verfahren zur Gewinnung von Antioxydationsmitteln. Die Erfindung betrifft die Gewinnung von Antioxydationsmitteln, die zur Stabili sierung von vegetabilischen, tierischen und Fischölen und Fetten, sowie anderer Stoffe, die in Berührung mit Luft leicht oxydiert werden, Verwendung finden sollen. Die Anti oxydationsmittel, die erfindungsgemäss her gestellt werden, sind besonders wertvoll für die Verhinderung des Ranzigwerdens von Ölen und Fetten infolge Oxydation.
In den letzten Jahren wurden viele Unter suchungen über das Ranzigwerden von Ölen und Fetten durchgeführt, und es wurde ge funden, dass dies zur Hauptsache der Oxyda tion der ungesättigten Fettbestandteile durch den Luftsauerstoff zuzuschreiben ist, wobei sich Stoffe bilden, die einen typisch ranzigen Geschmack und Geruch aufweisen. Es wurde auch gefunden, dass diese Oxydation durch Zusätze geringer Mengen gewisser Fremd substanzen, wie aromatische, phenolische oder Aminoverbindungen, hintangehalten werden kann. Diese Substanzen werden deshalb auch Antioxydationsmittel genannt.
Einige vege tabilische und tierische Öle enthalten im Roh zustand Spuren von als Antioxydationsmittel wirkenden Substanzen, die von verschie denster Zusammensetzung sind, und deren chemische Konstitution nicht bekannt ist (vergl. Hefter-Schönfeld, Chemie und Tech nologie der Fette und Fettprodukte Band I, 193s).
Wie aus dem Österreichischen Patent Nr. 147701 zu entnehmen ist, kann man oft feststellen, dass rohe Fette und Öle eine grö ssere Oxydationsbeständigkeit besitzen und infolgedessen weniger rasch ranzig werden als raffinierte essbareÖle, die durch Waschen mit Alkalien, Bleichen oder Dampfdesodori- sierung gereinigt wurden.
Diese Verschlechte rung der Oxydationsbeständigkeit ist der Zer- störung oder Entfernung der in den Olen vor handenen natürlichen Antioxydationsmittel zuzuschreiben.
Aus dieser Erkenntnis heraus wird im genannten Österreichischen Patent vorgeschlagen, die Oxydation von raffinierten. Ölen, Fetten und deren Gemischen dadurch zu vermeiden, dass man denselben während der Desodorisierung, das heisst nach den Raf- finationsbelhandlungen, die einen Verlust der Antioxydationsmittel im Hauptteil der Fette oder Öle zur Folge haben,
rohe Fette oder Öle zusetzt. Auf diese Weise soll ein Ge misch von guter Haltbarkeit erhalten werden, doch entsprechen die Produkte natürlich nicht den vollständig raffinierten Fetten und Ölen und eignen sich auch nicht für den Gebrauch als Nahrungmittel.
Fette und Öle, die durch Kurzweg-Hoch vakuumdestillation raffiniert wurden, haben oft auch keine gute Haltbarkeit und werden beim Aufbewahren oft ranzig. Dieser Mangel ist offenbar durch die Entfernung der na türlichen Antioxydationsmittel während dem Destillationsprozess bedingt. Natürlich ist eine, wenn auch nur geringe Ranzigkeit ein grosser Fehler, insbesondere dann. wenn das Öl zur Ernährung oder in der Medizin Ver wendung finden soll. Das Ranzigwerden kann durch Zusätze künstlicher Antioxvdations- mittel hintangehalten werden, doch ist die Verwendung solcher künstlicher Stoffe in Nahrungsmitteln im allgemeinen nicht er wünscht.
Bei der Kurzweg-Hochvakuumdestillation von Ölen erhält man in der Regel folgende drei Hauptfraktionen: 1. Eine kleine flüchtige Fraktion, die freie Fettsäuren und Farbstoffe enthält.
2. Eine Hauptfraktion, das heisst das raffinierte Öl; 3. Ein kleiner Rückstand, der nicht flüchtige Farbstoffe, vegetabilische und Proteinsubstanzen enthält.
Es wurde nun gefunden, dass die im Rohöl enthaltenen, natürlichen Antioxydationsmittel nicht. wie zu erwarten gewesen wäre, bei der Destillation zerstört werden, sondern sich in dem verhältnismässig flüchtigen Vorlauf und/oder in dem verhältnismässig nicht flüchtigen Rückstand anreichern. Die Erfin dung beruht nun auf dieser Beobachtung und bezweckt die Gewinnung von natürlichen Antioxy dationsmitteln in konzentrierter Form durch Hochvakuumdestillation, insbesondere durch Kurzweg-Hochvakuumdestillation von in der Natur vorkommenden Triglyceriden, das heisst Ölen und Fetten.
Die so gewonne nen Produkte können zur Verbesserung der Eigenschaften, insbesondere der Lagerbe ständigkeit von Fetten, fetten Ölen und Nah rungsmitteln, die solche enthalten und bei der Lagerung leicht durch Oxydation ranzig wer den, Verwendung finden.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist da durch gekennzeichnet, dass man aus einem keiner energischen chemischen Vorbehand lung, zum Beispiel Verseifung unterworfenen, die Antioxydationsmittel enthaltenden natür lichen Triglycerid, das heisst einem Öl oder Fett vegetabilischer oder tierischer Herkunft, durch fraktionierte Hochvakuumdestillation, insbesondere Kurzweg-Hochvakuumdestilla tion, mindestens eine Fraktion abscheidet, welche mindestens den grössten Teil der Anti- oxydationsmittel enthält.
Bei den abgeschiedenen Fraktionen han delt es sieh um den leichtflüchtigen Vorlauf und den Destillationsrückstand, zwischen denen die Fraktion des reinen Triglycerids, das frei ist von Antioxydationsmitteln, liegt.
Die im rohen antioxydierend wirkenden Konzentrat enthaltenen Verunreinigungen sind hauptsächlich freie Fettsäuren, färbende Stoffe und verschiedene unverseifbare Be standteile, die keine antioxydierende Wir kung aufweisen.
Die Aufarbeitung der Fraktion bezw. der beiden Fraktionen, die zu diesem Zwecke ver einigt werden können, kann auf chemischem oder physikalisehem Weg erfolgen, zum Bei spiel durch nochmalige Destillation, der eine fraktionierte Fällung aus Lösungsmitteln, ein fraktioniertes Ausfrieren oder ein Aus kristallisieren bei tiefen Temperaturen aus Lösungamitteln vorausgehen oder folgen kann.
Das Ausgangsmaterial kann roh oder raffiniert sein, vorausgesetzt, dass es keiner so scharfen chemischen Behandlung unter worfen wurde, dass ein wesentlicher Anteil des Triglycerids zerstört worden wäre. Beispiele für Antioxydationsmittel ent haltende Fette undÖle sind Butterfett, Baum- wollsamenöl, Kokosöl, Erdnussöl, Palmöl, Leinöl, Sojabohnenöl und Fischöl. Der Druck, bei dem die Destillation durchgeführt wird, hängt von der Art des Rohmaterials ab und davon, ob das antioxydierend wirkende Kon zentrat zur Hauptsache als Destillat oder als Rückstand erhalten werden soll, beträgt je doch in jedem Falle weniger als 1 mm/Hg.
Wenn also in dem vorliegenden Verfahren von Hochvakuumdestillation die Rede ist, so wird darunter eine solche verstanden, die bei einem Druck von weniger als 1 mm/Hg er folgt. Die Kurzweg-Hochvakuumdestillation ist ein besonderer Fall der Hochvakuumdestil lation und findet bei einem Druck von nicht mehr als etwa 10--z mm/Hg statt und vor zugsweise bei einem Druck zwischen 10-z und 10-6 mm/lHg, und zwar unter solchen Bedingungen, dass die verdampften Moleküle die Verdampfungsoberfläche direkt verlassen und leicht die Kondensationsoberfläche errei chen können, die in der Nähe der Verdamp fungsoberfläche angeordnet ist.
Bei einer vor teilhaften Ausführungsform einer Vorrich tung zur Durchführung der Kurzweg-Hoch vakuumdestillation sind die Verdampfungs und Kondensationsoberflächen 1 bis mehrere Zentimeter voneinander entfernt und der zu destillierende Stoff fliesst ständig in Form eines dünnen Films über die Verdampfungs - oberfläche.
Die Rohstoffe, die zur Gewinnung der Antioxydationsmittel der Hochvakuumdestil lation unterworfen werden, können in irgend einer Weise vorbehandelt sein, vorausgesetzt, dass die Antioxydationsmittel nicht zerstört und die Triglyceride nicht wesentlich ange griffen werden. Eine solche Vorbehandlung kann ein Aufschliessen zur Entfernung von Schlamm bezw. eine milde Alkalibehandlung oder eine milde Bleichung sein.
Es muss bemerkt werden, dass manche na türliche Fette und Öle neben den Antioxyda tionsmitteln noch Substanzen enthalten, wel- ehe die Oxydation beschleunigen und als Oxydationsbeschleuniger bezeichnet werden können. Diese Oxydationsbeschleuniger sind gewöhnlich flüchtiger als die Antioxydations mittel, so dass das Hochvakuumdestillations- verfahren in der Weise ausgeführt werden kann, das zwecks Entfernung der Oxydations- beschleuniger oder des grössten Teils dersel ben eine besondere Fraktion des Vorlaufes vor der die Antioxydationsmittel enthalten den Fraktion aufgefangen wird.
Man kann die Reinigung der rohen Antioxydations mittel aber auch so ausführen, dass zur Ent fernung der sie begleitenden Oxydationsbe schleuniger die verschiedene Flüchtigkeit, Löslichkeit, etc. benutzt wird. Deshalb sind Vorversuche unter Anwendung der beschleu nigten Oxydation mit den verschiedenen Fraktionen des Ausgangsöls zweckmässig, da sich daraus ergibt, welche Fraktion oder Fraktionen sich am besten für die besonderen Zwecke eignen und welche Fraktion öder Fraktionen die etwa vorhandenen, Oxyda- tionsbeschleuniger enthalten.
Gemäss einer Ausführungsform des erfin- dungssgemässen Verfahrens kann die Destil lation so durchgeführt werden, dass die flüch tigen Antioxydationsmittel durcb Auffangen des Vorlaufes in mehr als einer Fraktion ge wonnen werden.
Der Vorteil dieser Vor gehensweise liegt darin, dass es ;so möglich ist, eine gewisse Trennung der verschiedenen antioxydativ wirkenden Bestandteile herbei zuführen.
Zudem wird sich die Hauptmenge der flüchtigen Verunreinigungen, wie die freien Fettsäuren und die Oxydationsbe- schleuniger, im flüchtigeren Teil des Vor laufes befinden, so dass der weniger flüchtige Teil verhältnismässig frei von solchen un erwünschten Nebenprodukten ist und für ge wisse Zwecke gegebenenfalls ohne weitere Reinigung oder Anreicherung verwendet werden kann.
Es ist also auf .diese Weise möglich, bereits während der Destillation eine gewisse Reinigung einer bestimmten Fraktion der Antioxydationsmittel zu errei chen, @so dass -die weniger flüchtigen Fraktio nen nicht mehr besonders nachgereinigt und angereichert werden müssen, wohl aber die verhältnismässig unreinen, flüchtigeren Frak tionen des Vorlaufes.
Zur weiteren Konzentration und Reini gung der rohen Antioxydationsmittelkonzen trate sind die physikalischen Verfahren den chemischen vorzuziehen, weil die Antioxy- dationsmittel in der Regel durch chemische Reagentien zersetzt werden. Solche physi kalische Verfahren schliessen auch eine noch malige Destillation, vorzugsweise eine Kurz weg -Hochvakuumdestillaton ein, wodurch eine Entfernung freier Fettsäuren und von viel färbenden Stoffen erreicht wird.
Vor oder nach dieser Destillation kann eine frak tionierte Fällung aus Lösungsmitteln, wie Aceton, oder gemischten Lösungsmitteln, oder ein fraktioniertes Ausfrieren oder Kris tallisieren aus Lösungsmitteln bei tiefen Tem peraturen, z. B. aus Methanol oder Aceton, durchgeführt werden, wodurch Stereolen und ähnliche unverseifbare Bestandteile entfernt werden. Eine Konzentrierung oder Reinigung kann auch durch fraktionierte Adsorption an Tonerde oder ähnlichem Material erfolgen.
Werden die färbenden Stoffe durch die vor erwähnte nochmalige Destillation nicht ge nügend entfernt, so können sie durch Blei chen unter Benützung von adsorbierenden Erden, Metalloxyden oder Salzen entfernt werden, obwohl diese Behandlung in gewissen Fällen einen Verlust oder eine Zersetzung der Antioxydationsmittel zur Folge hat. Es können auch chemische Verfahren, beispiels weise eine Verseifung angewandt werden, um Säuren und Triglyoeridbestandteile in Form von löslichen Seifen zu entfernen, und diese chemische Behandlung schliesst sich an die erwähnte physikalische Behandlung der un- verseifbaren Fraktionen an, jedoch muss die Verseifung unter milden Bedingungen statt finden, tun einen Verlust an Antioxydations mitteln zu vermeiden.
Es kann auch ein Extraktionsverfahren mit Lösungsmitteln an gewandt werden. So kann zum Beispiel das Konzentrat in einem Kohlenwasserstoff auf gelöst und diese Lösung mit einem wässeri gen Alkohol extrahiert werden.
Die aus dem Ausgangsfett oder fetten Öl destillierten flüchtigen Fraktionen können mehr als einen antioxydierend wirkenden Be standteil enthalten. Im Verlauf der obigen Konzentration und Reinigung findet bereits eine gewisse Trennung der antioxydierend wirkenden Bestandteile statt, und zwar wer den getrennte antioxydierend wirkende Stoffe erhalten, die für besondere Zwecke benützt werden können.
Die flüchtigen Antioxydationsmittel sind besonders wertvoll für die Verwendung in Verbindung mit hochwertigen Speiseölen. Die nichtflüchtigen Antioxydationsmittel schei nen in ihrer Wirkung weniger stark zu sein, und da sie von phosphorlipoidem- oder pro teinartigem Charakter sind, ist es schwierig, sie in hoher Konzentration in einer Form zu erhalten, in der sie geeignet sind, als Zusatz zu Speiseölen verwendet zu werden. Die Ge genwart von Proteinen und ähnlichen Sub stanzen in hochwertigen Speiseölen ist im allgemeinen unerwünscht.
Die gereinigten oder konzentrierten Ge- genoxy dationsmittel können auch in Verbin dung mit Nahrungsmittelprodukten wie Bis kuits und Gebäck verwendet werden, und zwar indem man sie entweder der Teig mischung oder den Fetten einverleibt, mit denen der Teig hergestellt -wird.
Die Antioxydationskonzentrate können ebenfalls verwendet werden, um die Polyme- risation ungesättigter Substanzen, wie Styrol oder Methyl-metacrylat, bei der Lagerung zu verhindern, oder um die Harzbildung in Ben zin oder die Oxydation von Schmierölen hint anzuhalten, oder um empfindliche medizi nische Produkte, wie Vitamin A-Konzentrate, vor Oxydation und Polymerisation zu schüt zen, oder um die Oxydation von Gummi zu verzögern.
Im allgemeinen sind diese Sub stanzen wertvoll für die Verhinderung aller unerwünschten Reaktionen, die durch Zusatz der üblichen Antioxydationsmittel verhindert werden können, und besonders ist ihr Ge brauch in Speiseprodukten, bei welchen die Benützung von künstlichen Gegenoxydations- mitteln unerwünscht ist,
von Vorteil. In den nachfolgenden Beispielen werden Ausführungsformen des erfindungsgemässen Verfahrens beschrieben. In der zugehörigen Zeichnung sind die Fig. 1 bis 4 Diagramme, die in Form von Kurven die Oxydationsge schwindigkeit einer Anzahl von Ölen und Präparaten zeigen, die Antioxydationsmittel enthalten, die gemäss der Erfindung erzeugt werden.
Die Abszissen bedeuten die Zeit in Minu ten und die Ordinaten die Anzahl der em3 Sauerstoff, die 1 Gramm Öl absorbiert.
Beispiel 1: Eine Probe Butterfett wird durch Schmel zen und Abgiessen des geschmolzenen Fettes vom Wasser befreit. Dieses Fett wird der Kurzweg-Hochvakuumdestillation unterwor fen, wobei folgende Fraktionen aufgefangen werden:
EMI0005.0003
Fraktion <SEP> Destillations- <SEP> Prozentsatz <SEP> des
<tb> temperatur <SEP> Ausgangsfettes
<tb> 1 <SEP> 180 <SEP> <SEP> C <SEP> 5,5
<tb> 2 <SEP> 200 <SEP> <SEP> C <SEP> 20,0
<tb> 3 <SEP> (Rückstand) <SEP> - <SEP> 74,5 Die Fraktion 1 enthält den grössere Teil s der natürlichen Antioxydationsmittel des ur sprünglichen Butterfettes und bedeutet das Konzentrat des Antioxydationsmittels erhal ten nach der Erfindung.
Die Fraktion 2 besitzt eine ziemlich o gute Lagerfähigkeit und ist auch insofern brauchbar, als sie die Geschmacksstoffe ent hält. Fraktion 3 wurde stark ranzig, wenn sie während einer Woche bei Zimmertempe ratur aufbewahrt wurde. Die Abwesenheit s von Antioxydationsmitteln macht sich in dieser Fraktion auch dadurch bemerkbar, dass die ursprünglich gelbe Farbe der Fraktion 3 nach einigen Tagen ausbleicht. Demgegen über ist die gelbe Farbe der Fraktion 2 stabil.
Wenn die Fraktion 1 der Fraktion 3 zuge setzt wird, werden die Haltbarkeitseigen schaften der letzteren wesentlich verbessert. So wird zum Beispiel das Gemisch der Frak tionen 1 und 3 nicht ranzig, wenn es eine s Woche lang gelagert wird, und auch die gelbe Farbe bleicht nicht aus. Die in der Fraktion 1 vorhandenen freien Fettsäuren werden entfernt, zum Beispiel durch Waschen mit verdünntem Alkali und dann mit Was ser, bevor sie mit der Fraktion 3 vermischt wird.
Die Destillation kann auch etwas ge ändert werden, insofern als ungefähr 5 % des Fettes als Fraktion 1, 10 % als Fraktion 2 und 80% als Hauptdestillat durch Fraktion 3 abgetrennt werden. Hierbei wird bei höhe ren Temperaturen gearbeitet und es verbleibt eine Rückstandsfraktion 4, die etwa 5 % des Ausgangsmaterials ausmacht und fortgewor fen werden. Die Fraktion 1 stellt auch hier das Antioxydationsmittel nach der Erfin dung dar.
Beispiel 2: Eine Probe River-Plate-Leinöl wurde neunmal durch einen Kurzweg-Hochvakuum destillierapparat geleitet, bei der -die Stoffe die Apparatur von oben nach unten in Form eines Films durchlaufen. Bei jedem Umlauf wurde das Destillat gesondert aufgefangen. Das erste der Destillate ist das Antioxyda tionsmittel nach der Erfindung. Die neun Destillätionsfraktionen und eine Rückstands fraktion, die alle von annähernd gleichem Volumen waren, wurden in sterilisierten ko nischen Flaschen, die mit Wattepfropfenver schlossen waren, aufbewahrt, um eine Ver unreinigung durch Bakterien auszuschliessen, und öfters geschüttelt.
Nach einmonatlicher Lagerungwarenalle Fraktionen, mit Ausnahme von Fraktion 1, stark ranzig. Die Anwesenheit der natür lichen Antioxydationsmittel in Fraktion 1 wurde noch wie folgt nachgewiesen. Die Fraktion 1 wurde in Hexan aufgelöst, mit 5 % iger'KOH-Lösung fettsäurefrei gewaschen, das Lösungsmittel entfernt und 7 Gewichts prozent des vom Lösungsmittel befreiten Öls raffiniertem Baumwollsamenöl zugesetzt,
welches durch wiederholtes Waschen mit heissem Wasser von seinen natürlichen Anti- oxydationsmitteln befreit worden war. Die Oxydationswerte dieses BaumwollsaMenöls und des das Antioxydationskonzentrat ent haltenden Baumwollsamenöls sind aus den Kurven 1 und 2 von Fig. 1, durch die der Schutz des Öls durch das Antioxydations mitteleindeutig dargestellt wird, ersichtlich.
Beispiel 3: Eine Probe rohen ägyptischen Baumwoll- samenöls wurde von Schleim durch Auf schliessen mit Na0H auf bekannte Weise be freit. Das so behandelte Öl wurde durch einen Kurzweg - Hochvakuumdestillations- apparat geleitet, und zwar bei einer Tempe ratur von 220 C und einem Druck von un gefähr 3 X 10-3 mm/Hg, und es wurde ein Destillat aufgefangen, das 10% des Original öls ausmachte. Diese Fraktion, die ein rötlich braunes Öl darstellte, wurde durch Waschen mit von den freien Fettsäuren befreit.
Es enthielt den grössten Teil der im Ausgangsöl enthaltenen Antioxydationsmit tel und bildet das Antioxydationsmittel ge mäss der Erfindung. Die Farbstoffe können gewünschtenfalls durch sorgfältiges Bleichen mit absorbierenden Erden, wie Kieselgur bei etwa 40 C entfernt werden. Die Antioxyda tionseigenschaften dieser Fraktion werden in nachfolgender Weise nachgewiesen.
Das Rückstandsöl der ersten Fraktion wurde nochmals durch den Destillationsappa rat bei einer Temperatur von 250-255 C geleitet, bis nur noch 5 % eines dunkel ge färbten Öls als Rückstand verblieben. Das Destillat dieser zweiten Stufe, das heisst 85 des Ausgangsöls, war ein schwach gelbes, ge niessbares Öl, welches jedoch bei einwöchiger Lagerung ranzig wurde. Durch Mischen der gewaschenen Fraktion 1 mit der Hauptfrak tion (Fraktion 2) wurde ein 01 von guter Haltbarkeit erhalten. Die Oxydationsge schwindigkeiten der Hauptfraktion 2 und dieser Hauptfraktion in Mischung mit der Fraktion 1 sind aus den Kurven 1 und 2 der Fig. 2 zu ersehen.
Durch folgenden weiteren Versuch wurde die erste Fraktion weiter gereinigt: Das Ö)l wurde mit 2 n-alkoholischer Pottasche verseift, die Seifelösung mit Was ser verdünnt und gründlich mit Äther extra hiert. Der Äther wurde durch Destillation entfernt und die Sterole von der so erhaltenen unverseifbaren Fraktion durch Lösen in Me thanol und Kühlen auf -10 C entfernt. Nach Abfiltrieren der gefällten Sterole wurde das Methanol aus dem Antioxydationsmittel- konzentrat durch Destillieren entfernt, und der Rückstand wurde dann dem Hauptdestil lat zugesetzt.
Die Oxydationsgeschwindigkeit des erhaltenen Produktes wird durch die Kurve 3 von Fig. 2 gezeigt. Es muss jedoch bemerkt werden, dass die Verseifung die Zer störung eines Teils des Antioxydationsmittels bewirkt.
Beispiel 4: Das folgende Beispiel zeigt den Verlauf einer fraktionierten Destillation, durch wel che die Konzentration der Antioxydations mittel einesteils in den am meisten flüchtigen und andernteils in den am wenigsten flüchti gen Fraktionen bewirkt wird.
Eine Probe rohen ägyptischen Baumwoll- samenöls wurde vom Schleim durch Auf schliessen mit NaOH auf bekannte Weise be freit und 74 Gewichtsteile fünfmal durch ennen Kurzweg - Hochvakuumdestillations- apparat hindurchgeleitet, so dass fünf Destil- lationsfraktionen und eine Rüekstandfraktion erhalten wurden.
Die Einzelheiten der Destil- lationslx,handlung sind der folgenden Ta belle zu entnehmen:
EMI0006.0033
Fraktion <SEP> Dest.-Temperatur <SEP> Gew.-Teile <SEP> an <SEP> Ungef. <SEP> Druck <SEP> im
<tb> Destillat <SEP> Dest:
<SEP> Apparat
<tb> 1 <SEP> 225 <SEP> <SEP> C <SEP> 5,94
<tb> 2 <SEP> 240 <SEP> <SEP> C <SEP> 5,9 <SEP> 3 <SEP> X <SEP> 10-3 <SEP> mm/Hg
<tb> 3 <SEP> 24$ <SEP> <SEP> C <SEP> 15,35
<tb> 4 <SEP> \353 <SEP> <SEP> C <SEP> <B>7,95</B>
<tb> 5 <SEP> 260 <SEP> <SEP> C <SEP> 19,43 <SEP> 5 <SEP> - <SEP> 8 <SEP> X <SEP> 10-3 <SEP> mm/H 6 <SEP> (Rückstand) <SEP> 19,5 Die Verteilung der natürlichen Antiöxy- dationsmittel auf die verschiedenen FrakHo- nen wurde nachgewiesen durch Zusetzen von 1,5 Gewichtsprozent jeder Fraktion zu rohem Baumwollsamenöl, welches durch Waschen mit heissem Wasser von den Antioxydations mitteln befreit war.
Die Oxydationsgeschwin digkeit dieser Gemische wird in den Kurven 1-6 von Fig. 3 veranschaulicht, während die Kurve 7 die Oxydationsgeschwindigkeit eines Baumwollsamenöls, das frei ist von Antioxydationsmitteln, darstellt. Es ist er sichtlich. dass die Fraktion 1 ausserordentlich reich an natürlichen Antioxydationsmitteln ist, dass die Fraktion 2 eine mittlere Konzen tration an diesen Stoffen enthält, und dass die Fraktionen 3, 4 und 5 gar keine anti oxydierenden Stoffe enthalten, und dass die Fraktion 6 (Rückstand) die nichtflüchtigen Antioxydationsmittel enthält. Demgemäss sind die Fraktionen 1, 2 und 6 die Antioxy dationsmittel nach der Erfindung.
Die nicht flüchtigen Antioxydationsmittel scheinen proteinähnlichen Charakter zu haben, da nämlich Versuche zur Erzielung höherer Kon zentrationen durch vollständige Entfernung der Triglyceride, z. B. durch Hochvakuum destillation, eine vollkommene Zerstörung dieser Stoffe bewirkten und sie auch durch Behandlung mit Proteinkoagulierungsmitteln zerstört werden.
Beispiel 5: Das folgende Beispiel illustriert die Be nützung eines Lösungsmittel-Extraktions verfahrens zur Reinigung von Antioxyda- tionsmittelkonzentraten. Ein Antioxydations mittelkonzentrat aus Baumwollsamenöl wurde in Petroläther (Sp. 40-60' C) gelöst und wiederholt mittelst 95 % igem wässerigem Methanol extrahiert. Das Methanolextrat stellte eine sehr dunkel gefärbte Flüssigkeit dar, und Antioxydationsmittel blieben im Pe troläther zurück. Die Oxydationskurven der zwei Fraktionen bei äquivalenten Konzen trationen, nach Entfernung der Lösungs mittel, in von natürlichen Antioxydations mitteln befreitem Baumwollsamenöl sind in Fig. 4 veranschaulicht, wobei 1 die Kurve des Methanolextraktes, 2 die Kurve des Pe trolätherrückstandes ist.