CH217218A - Verfahren zur Behandlung von Getreide zwecks Verminderung der Wirkung in ihm enthaltener Enzyme und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von Getreide zwecks Verminderung der Wirkung in ihm enthaltener Enzyme und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.

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CH217218A
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Description


  Verfahren zur Behandlung von Getreide zwecks Verminderung der     MIrkung    in ihm  enthaltener Enzyme und     Vorrichtung    zur Durchführung des Verfahrens.    hie     Vorbereitung    von Getreide, insbe  sondere von Weizen und Roggen,     mittels     Wasser     bei        erhöhter    Temperatur, die seit  Jahren in der     Müllerei    nach verschiedenen  Verfahren zur Anwendung kommt, hat zu  nächst die Aufgabe, die Schale des Kornes  zäher zu machen,     wodurch    eine zu starke  Zersplitterung der Schale während der     Ver-          mahlung    verhindert wird,

   und den Kern je  nach     seiner    Beschaffenheit zu festigen oder  mürbe zu machen. Hierdurch ist es möglich,  beim Vermahlen des Kornes eine hohe<B>Aus-</B>  beute an reinen,     aschearmen    Mehlen zu er  halten. Ferner hat man     bei    Weizen und  Roggen     versucht,    durch diese     Behandlung,     -die backtechnischen     Eigenschaften    günstig  zu beeinflussen;

   eine Verbesserung in dieser  Richtung ist auch in vielen Fällen tatsächlich  in     grösserem    oder geringerem Umfange er  reicht worden, bei Weizen jedoch nur bei       Behandlungstemperaturen    über 45   und ein-         hergehend    mit einer     Kleberhärtung,    wobei  aber die Dehnbarkeit des Klebers wesentlich  vermindert wird, sowie einer allgemeinen  Enzymschwächung, je nach der Höhe der  Behandlungstemperatur und der Feuchtig  keit des     Weizens.    Dagegen ist es bisher nicht  gelungen, ,durch .diese Art -der     Vorbereitung,

       die im     allgemeinen    über eine Zeitdauer von  45     Minuten        bis.    2 Stunden und länger ver  läuft, den Dehnwiderstand und die Elastizi  tät eines weichen     Klebers    wesentlich zu er  höhen, ohne eine     gleichzeitige    erhebliche       Kürzung,    d. h. .eine     Verminderung        seiner          Dehnbarkeit.     



  Eingehende     Untersuchungen    führten zu  dem Ergebnis, dass lediglich durch eine mehr  oder     minder        s:tmke        Inaktivierung    der  Enzyme, die sich im Keimling und     in:    den       Aleuronzellen    befinden     und    beim Weizen die       backtechnischen        Eigenschaften    des     Klebers          beeinflussen,    der     D:ehnwiderstaad    und die      Elastizität eines weichen     Klebers    ohne eine       gleichzeitige    Kürzung wesentlich zu verbes  sern sind.

   Ebenfalls ergab sich, dass auch  beim Roggen durch eine Inaktivierung vor  allem der stärkeabbauenden Enzyme die  Standfestigkeit der Teige sowohl auf Gare  als auch hernach im Ofen erheblich erhöht  wird.  



  Man hat nun gefunden, dass die enzy  matische Kraft, d. h. das Abbauvermögen der  erwähnten Wirkstoffe vor allem in     bezng     auf das Eiweiss und die Stärke im Mehlkern.       bei    Temperaturen zwischen 50          und 7 (1   C  bei gleichzeitiger Anwesenheit genügender  Feuchtigkeitsmengen mehr oder weniger  stark geschwächt. werden kann, ohne gleich  zeitig auch die beiden genannten Hauptbe  standteile des Kornes zu     beeinflussen,    sofern  die Erwärmung nur über wenige     Minuten     verläuft, die zugeführte Wärme also keine  Zeit zur Verfügung hat, in das Innere des  Kornes einzudringen und dort direkt auf das  Eiweiss und auf die Stärke einzuwirken. wo  durch die kolloidalen Eigenschaften dieser  verändert würden.

   Versuche einer unmittel  baren kurzen Erhitzung von genetztem  Weizen mittels Wechselstrom während weni  ger Minuten     haben    den obigen     Befund    be  stätigt. Bisher ist. es jedoch nicht gelungen,  dieses Verfahren für die Praxis brauchbar  zu     gestalten,    da es eine     unbedingt    gleich  mässige Benetzung des Weizens voraussetzt.  Ist diese nicht vorhanden, so ist auch eine       gleichmässige        Temperaturerhöhung    nicht zu  erreichen, da. das     Wasser    den für die Wärme  erzeugung durch den     Wechselstrom    nötigen  Widerstand bilden muss.

   Eine völlig gleich  mässige Benetzung ist     technisch    schwierig  durchzuführen. Es k4 ausserdem auch schwie  rig, das Getreide     bei    diesem oder andern be  kannten Erwärmungsverfahren auf der er  forderlichen Temperatur zu halten, da sie  nur     innerhalb        beschränkter    Grenzen variieren  darf.

   Die in Betracht kommenden Tempera  turen liegen im allgemeinen zwischen<B>50'</B>  und<B>70'</B> C,     wobei    für die     verschiedenen     Weizensorten je nach ihren Klebereigen  schaften., wie Versuche ergaben,     dae    gün-         stigste    Temperaturgebiet nur     ea.    4     bis    5   C  umfasst, und z.

   B.     enzymschwächere    Weizen       niedriger    liegt als für     enzymstarke        Sorten.     Oberhalb des günstigsten     Temperaturgebietes          besteht    die Gefahr, dass auch eine     Beein-          1rächtigung    des Klebers oder der Stärke ein  tritt, die     bei        verschiedenen        Getreidesorten     - je noch dem     Feuchtigkeitsgehalt    des       Korninnern    - mehr oder weniger gross     ist.     



  Das Verfahren des vorliegenden Patentes  zur Behandlung von Getreide     zwecks    Ver  minderung der Wirkung der in ihm enthal  tenen Enzyme     isst        dadurch        gekennzeichnet,     dass man     gesättigten    Wasserdampf von einer  Temperatur zwischen<B>50'</B> und<B>70'</B> C bei  einem dieser     Temperatur        entsprechenden     Unterdruck während einer Dauer von höch  stens 10     Minuten    durch das Getreide hin  durchführt.  



  Die     Vorrichtung    zur Durchführung des  Verfahrens     besteht        erfindungsgemäss    aus  einem Vakuumapparat, durch den das Ge  treide durchlaufen     gelassen    wird und einem  Dampferzeuger, der     unmittelbar    mit dem       Vakuumapparat    verbunden ist. Durch Er  zeugung von Vakuum in dem Behandlungs  raum ist     esi    gleicht möglich, die gewünschte  Temperatur zu erreichen und diese auch  während der ganzen Dauer der Behandlung  konstant zu halten.

   Da     das    Getreide in der  Regel mit     gewöhnlicher        Lufttemperatur,    also  höchstens etwa 10 bis     2,0'    C, je nach der       Jahreszeit,    in den     Vakuumraum    eintritt,       kondensiert    der Dampf in diesem Falle beim  Durchtritt durch     das        Getreide        unmittelbar     auf     diesem    und kann ihm so in wenigen  Minuten eine für die Behandlung erforder  liche Feuchtigkeitsmenge und,

   die für die  Erzielung der     gewünschten        Behandlungs-          temperatur        benötigte    Wärme     zugeführt;    wer  den.  



  Nehmen wir     beispielsweise    an, dass die  Behandlung bei einer Temperatur von<B>60'</B>  ausgeführt werden soll, dass die ursprüng  liche     Getreidetemperatur    15   C     ist,    und dass  auf die     erstgenannte    Temperatur nur die       Randpartien    des Kornes.     also    höchstens     2()     seines     Gewichtes,    gebracht werden     sollen.    Es      sind somit dem     .Getreide    bei einer spezifi  schen Wärme von ca.

       0,3,5        cal'/kg    dieser  Schicht theoretisch 315 WE     I100,    kg zuzufüh  ren. In der Praxis kann die Wärmezufuhr       unter    Umständen auch grösser oder geringer  sein, je nach der     Behandlungsdauer    und dem  entsprechend der Distanz, über     welche    die  Wärme in das.

   Korn eindringen     soll.    Im     ald-          gemeinen    wird die zuführende     Wärmemenge     jedoch nicht wesentlich von dem erwähnten  Betrage abweichen, da ja die     Behandlungv-          dauer    so zu bemessen ist, dass nur die Rand  partien des Kornes beeinflusst werden. Man  kann     dann.        weiter    berechnen,     da.ss    diese  Wärmemenge bei einer     Kondensationsmenge          von,ca.    0,56 kg Dampf von 60' C in Wasser  von<B>60'</B> C     frei    wird.

   Durch die     Wasserdampf-          kondensation    kann der Feuchtigkeitsgehalt       des,    Kornes erhöht     werden,    indem das Kon  densat in der äussern Schicht des Kornes ab  sorbiert wird. Die Zunahme     des,    Feuchtig  keitsgehaltes beträgt entsprechend obiger  Annahme z. B. 0,56 %, berechnet auf das     Ge-          samtgewieht    des, Getreides, aber dieser Betrag  kann ausreichend sein, um den gewünschten       Erfolg    zu erreichen, wie Versuche ergaben.  Es sind somit in der Regel nur verhältnis  mässig geringe Dampfmengen durch das Ge  treide     hindurchzuführen.     



  An den Vakuumraum kann ein Konden  sator angeschlossen werden, was die     Auf-          rechterhaltung    eines konstanten Vakuums  und damit der konstanten Dampf-     bezw.    Be  handlungstemperatur     erleichtert.    Sobald das  Getreide     bezw.    die äussern Kornpartien die       gewünschte    Temperatur, welche mit Hilfe  eines     Einsteckthermometers        ermittelt    werden  kann, erreicht haben, was nach einer oder  wenigen     Minuten    der Fall     ist,        unterbricht     man entweder sofort oder auch erst;

   nach  weiteren wenigen Minuten die Dampfbe  handlung. Je nach der Art und der natür  lichen     Beschaffenheit    des Getreides und dem  gewünschten Erfolg liegt die     günstige    Ge  samtdauerder Dampfbehandlung zwischen       etwa    2, bis 10 Minuten. Um     -das.    Korn     bezw.          seine    äussern Randpartien darnach wieder  auf eine für die weitere Behandlung ge-    wünschte Temperatur abzukühlen, kann man  z.

   B.     unter    einem höheren Vakuum das von  der Schale absorbierte Wasser ganz .oder  teilweise verdampfen, wobei     .die    dazu     erfor-          der'liche    Wärmemenge dem Korn     entzogen     wird.  



  Auf der Zeichnung ist eine Vorrichtung  zur Durchführung     des    Verfahrens nach der  Erfindung :schematisch     dargestellt.    Die er  findungsgemässe Behandlung kann in dieser  Vorrichtung wie folgt vor     sich    gehen:  Das     Getreide    gelangt .durch die     Schleuse     1 in den Vakuumapparat 2 und durchläuft  diesen in seiner ganzen Höhe in einem       jalousieartigen    Schacht 3..

   Im     Querstrom    zu  der     Richtung,    in der das Getreide sich be  wegt, wird mit Hilfe der Vakuumpumpe 4       über    den     Kondensator    5 Wasserdampf aus  dem Verdampfer 6 durch .das, Getreide, und  zwar abwechselnd .einmal in der einen und  dann in der entgegengesetzten Richtung, hin  durchgesaugt. Durch eine entsprechende  Regulierung des. Vakuums im Kondensator  und damit auch im     Behandlungsapparat    und  im Verdampfer     dässt    sich .die gewünschte  Dampf- und damit     Behandlungstemperatur     erzielen.  



  Aus dem     Vakuumapparat    2 wird das Ge  treide durch die Schleuse 7 wieder ausge  tragen. Durch Regelung der     Leistung    der  Ein- und     Austragschleuse    ergibt sich die  Behandlungsdauer. Durch die Schleuse 7  wird das Getreide in den.

   Vakuumapparat 8       eingeführt.    Ein Dampfstrahlgebläse 17  unterhält in diesem ein Hochvakuum zwecks  teilweiser oder gänzlicher Wiederverdamp  fung     dm    vom     Getreide        aufgenommenen    Was  sers und damit entsprechender Abkühlung  des     Getreides.    Durch eine     weitere    Schleuse 9  verlässt das     Getreide    dann die Behandlungs  apparatur.

   Das zum Unterhalten des, Hoch  vakuums. im Apparat 8 dienende     Dampf-          strah'lgeblä@se    17 fördert gegen das im     allge-          meinen    niedrige Vakuum im     Kondensator    5.  Dieser kann z. B. - wie in der Abbildung       dargestellt    - als     Einspritzskondensatdrr    mit  einem     barrometrischen    Standrohr 10 ausge  bildet sein. 11 bedeutet dann die Einspritz-           wasserzufuhr.    12 ist der     Wasservorratsbe-          hälter    für das     Standrohr    mit, entsprechendem  Über- und Ablauf 13.

   Der Verdampfer 6 ist  in der Abbildung mit einem Heizmantel 14  versehen, der bei 15 mit Heizdampf gespeist  wird, während das     Kondensat    bei 16 abge  leitet wird.    3. Vorrichtung nach     Patentanspruch        1I,     dadurch gekennzeichnet, dass der Vakuum  apparat     einen        jal@oueieartigen    Schacht mit       durchbrochenen    Wänden aufweist.  



  4. Vorrichtung nach     Patentanspruch        II,     dadurch     gekennzeichnet,    dass der Vakuum  apparat durch Querwände in     Abteile    unter  tei,lt ist, so     daB    der     Dampf    quer zur     Durch-          gangsrichtung        des        Getreides    strömt.  



  5.     Vorrichtung    nach     Patentanspruch        1I,     dadurch gekennzeichnet, dass der Vakuum  apparat für ein Durchströmen des Dampfes  in wechselnder     Richtung    ausgebildet     iat.     



  6. Vorrichtung nach Patentanspruch Il,  dadurch gekennzeichnet,     daB    zur Regelung  der Behandlungsdauer im Vakuumapparat  derselbe mit regelbaren Eintrag- und Aus  tragvorrichtungen     versehen    ist.  



  7. Vorrichtung nach     Patentanspruch        II,     dadurch     gekennzeichnet,    dass die     Eintrag-          und        Austragvorrichtungen    als     Schleusen    aus  gebildet sind.  



  B. Vorrichtung nach     Patentanspruch        II,     dadurch gekennzeichnet, dass an     den    Vakuum  apparat eine Kühl- und     T.roeknungsvorrieh-          t.ung        angeschlossen    ist.  



  9.     Vorrichtung    nach     Patentanspruch        1I     und Unteranspruch 8, dadurch gekennzeich  net, dass die Kühl- und     Trocknungsvorrich-          tung    als Vakuumverdampfer     ausgebildet    ist.

Claims (1)

  1. <B>PATENTANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren zur Behandlung von Ge treide zwecks Veminderung der Wirkung in ihm enthaltener Enzyme, dadurch gekenn zeichnet, daB man gesättigten Wasserdampf von einer Temperatur zwischen 50 und 70 C bei einem dieser Temperatur entspre chenden Unterdruck während einer Dauer von höchstens 10 Minuten durch das Getreide hindurchführt. Il.
    Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, gekenn zeichnet durch einen Vakuumapparat, durch den das Getreide dureh'laufen gelassen wird und einen Dampferzeuger, der unmittelbar mit dem Vakuumapparat verbunden, ist. UNTERMSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch 1, da durch gekennzeichnet, daB die dort. bezeich nete Behandlung zeitlich unmittelbar vor dem Eintritt des Getreides in die Vermah- lung ausgeführt wird. ?.
    Vorrichtung nach Patentanspruch IL gekennzeichnet durch einen Kondensator zur Verdichtung des aus dem Vakuumapparat abgehenden Dampfes.
CH217218D 1938-04-02 1939-03-22 Verfahren zur Behandlung von Getreide zwecks Verminderung der Wirkung in ihm enthaltener Enzyme und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. CH217218A (de)

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