CH217609A - Vorrichtung zum Messen der Intensität einer Strahlung langsamer Neutronen mittels Ionisationskammer. - Google Patents

Vorrichtung zum Messen der Intensität einer Strahlung langsamer Neutronen mittels Ionisationskammer.

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CH217609A
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    • H01J47/00Tubes for determining the presence, intensity, density or energy of radiation or particles
    • H01J47/12Neutron detector tubes, e.g. BF3 tubes

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Description


  Vorrichtung zum     tllessen    der Intensität einer Strahlung langsamer Neutronen  mittels     Ionisationskammer.       Zur Erzeugung von Neutronen benutzte  man früher radioaktive     Substanzen,    z. B.       Radium,    die mit Beryllium gemischt waren.  Später zeigte sich, dass man Neutronen auch  durch     Atomkernumwandlung    mit Hilfe von  schnellen Ionen in gleich grosser, unter Um  ständen sogar stärkerer     Intensität    bequem  erzeugen kann.

   Ein Nachteil dieses Verfah  rens ist,     dass    .bei ihm die Neutroneninten  sität in nicht :genau kontrollierbarer Weise       sohwankt.    Diese     .Schwankungen    sind auf  Schwanken des     Ionenstromes,        Inhomogeni-          täten    der beschossenen. Schicht usw.     zurrück-          zuführen..    Es ist daher notwendig, bei dem       Atomkernumwandlungsverfahren    die Inten  sität dauernd zu messen.

   Dies geschieht bis  her dadurch, dass man die Neutronen einzeln  zählt, indem man die Wirkung eines einzel  nen Neutrons     registriert.    Dieses Auszählen  der Neutronen ist wegen der statistischen       Schwankungen    langwierig und verlangt ein    gegen elektrische (Störungen gutgeschütztes  Gerät.

   Es ist deshalb vorgeschlagen worden,  die     Intensität    einer 'Strahlung langsamer  Neutronen     mittels        Ionisationskammern    durch  die Grösse des     Ionisationsstromes    zu     messen     und die     Ionisationskammer    für den     Nach-          -weis    der nicht oder nur     sehr        wenig    ionisieren  den Neutronen dadurch geeignet zu machen,  dass man von einer     bekannten    Zwischenreak  tion     Gebrauch    macht,

   bei der     ionisierende     Teilchen durch hie langsamen Neutronen er  zeugt werden. Man kann dazu beispielsweise  die bekannte     Reaktion     
EMI0001.0032     
    benutzen. Ein anderes Beispiel für eine  solche Zwischenreaktion, die sich für den  vorliegenden Zweck eignet, ist  
EMI0001.0033     
    In dem.     in.    der Natur     vorkommenden        TLithium         beträgt der Gehalt an     Lis    nur etwa 8 %.

   In  dem in der Natur vorkommenden Bor be  trägt der Gehalt an     Bnur    etwa 20 % .     Die     Hauptmasse dieser     Elemente        besteht    also aus  dem nicht in obiger Weise reagierenden     Li7          bezw.        B11.     



  Man braucht dabei nicht immer eine Zwi  schenreaktion zu wählen, bei der unter dem  Einfluss langsamer Neutronen schwere     stark     ionisierende Teilchen emittiert werden. Ob  wohl letztere     Zwischenreaktionen    im allge  meinen die grösste Empfindlichkeit liefern,  kann es unter Umständen doch von Vorteil  sein, Zwischenreaktionen zu wählen, bei  denen unter dem Einfluss langsamer Neutro  nen Elektronen oder Gammastrahlen emit  tiert werden und diese den zu messenden       Ionisationsstrom    in der Kammer liefern.

   Die  verschiedenen,     unter    dem Einfluss langsamer  Neutronen schwere Teilchen, Elektronen oder  Gammastrahlen emittierenden Zwischenreak  tionen sprechen auf langsame Neutronen ver  schiedener     Geschwindigkeit    verschieden stark  an. Um also Neutronen eines bestimmten Ge  schwindigkeitsbereiches bevorzugt bei der       Messung    zu berücksichtigen, ist es     zweek-          mässig,    diejenige     Zwischenreaktion    zu wäh  len, die auf Neutronen des     gewünschten        Ge-          sehwindigkeit3bereiches        besonders    stark an  spricht.

   Für Neutronen eines bestimmten     Ge-          schwindigkeitsbereiches    kann eine Elektro  nen oder Gammastrahlen emittierende Zwi  schenreaktion unter Umständen empfind  licher sein als eine schwere Teilchen emit  tierende Reaktion.  



  Die durch Neutronen bedingte Emission  von Elektronen oder Gammastrahlen braucht  nun nicht unmittelbar nach dem Auftreffen  der Neutronen zu erfolgen, sie kann viel  mehr auch erst eine Zeitlang nach dem Auf  treffen des Neutrons erfolgen.     Bei        Benutzung     dieser sogenannten radioaktiven Reaktionen  muss man mit der     Intensitätsmessung    so  lange     warten,        bis        sicn    das radioaktive  Gleichgewicht genügend genau eingestellt hat.  



  Auch bei den Elektronen oder Gamma  strahlen emittierenden Zwischenreaktionen  besteht das mit     den    Neutronen     reagierende       Element vielfach nicht aus einer einzigen       Isotopensorte,        sondern    aus einem Gemisch  von mehreren     Isotopensorten.        Dabei    reagie  ren die verschiedenen     Isotopen    verschieden  stark mit den Neutronen und sprechen auch  auf Neutronen verschiedener Geschwindig  keit ganz     verschieden    stark an.

   Diejenige       Isotopensorte,    die mit den Neutronen am  stärksten     reagiert,        oder    die mit Neutronen       eines        bestimmten        Gaschwin-digkeitsbereiches     besonders stark reagiert, sei im folgenden als  die wirksame     Isotopensorte    bezeichnet.  



  Eine wesentliche Vergrösserung der Emp  findlichkeit der     vorgeschlagenen    Vorrichtung  zur Messung der Intensität der     Strahlung          langsamer    Neutronen durch die Grösse des       Tonisationsstromes        in    einer     Ionisationskam-          mer,    deren Elektroden mit     einer    Schicht ver  sehen sind, die ein Element enthält, das  unter dem Einfluss     langsamer    Neutronen eine  andere Strahlung als Neutronen emittiert,  wird erfindungsgemäss     dadurch    erreicht, dass  das emittierende Element die     Isotopensorte,

       die mit Neutronen     besonders    stark     reagiert,     gegenüber der     natürlichen        Isotopenvert@eilung     angereichert enthält. Bei gegebener     Neu-          tronenstrahlungsintensität        ist    nämlich die  Zahl der     austretenden        ionisierenden    Teilchen  und damit die     Ionisation    in der Kammer um  so grösser,

   je grösser der Gehalt der unter  dem Einfluss der     langsamen    Neutronen eine  andere Strahlung als Neutronen emittieren  den 'Schicht an der bei     dieser    Reaktion     be-          sonders        wirksamen        Isotopensorte        ist.    Für  die Wirkungsweise der Vorrichtung nach der  Erfindung ist es ohne Bedeutung, ob neben  der von der     emittierenden        ,Schicht    unter dem  Einfluss der auftreffenden     langsamen    Neu  tronen     ausgesandten    wirksamen Strahlung,

    die keine     Neutronenstrahlung        ist,    sondern       beispielsweise    aus geladenen Teilchen oder  Gammastrahlen     besteht,    auch noch Neutro  nen zur Aussendung gelangen oder nicht.  



  Die von der auf den     Elektroden    ange  brachten Schicht unter dem Einfluss lang  samer Neutronen     ausgesandte        Strahlung    ist  entweder eine Strahlung geladener Teilchen,  insbesondere von     schweren    Teilchen oder           Elektronen,    oder eine     Gammastrahlung.    Die  Schicht kann beispielsweise an     Libezw.    an  B 1.- , gegenüber der natürlichen     Isotopenver-          teilung        angereichert    sein. Es können auch  Verbindungen oder     Mischungen    dieser Iso  tope verwendet werden.  



  Falls die auf den Elektroden anzubrin  gende Substanz an dieser nicht haftet, wie  beispielsweise amorphes Bor, empfiehlt es  sich, die Elektroden mit einer dünnen  Schicht, beispielsweise mit Papier, zu beklei  den, oder die wirksame Substanz mittels  eines Bindemittels aufzutragen.  



  Bei .der Verwendung von durch Luft  oder Feuchtigkeit angreifbaren Substanzen,  beispielsweise     Lithium,    empfiehlt es sich,  entweder die Schicht durch einen, die  schweren     Teilchen    nicht nennenswert absor  bierenden Überzug gegen den Angriff zu  schützen oder eine von den angreifenden  Gasen oder Dämpfen befreite, beispielsweise  mit Edelgas gefüllte     Ionisationskammer    zu  benutzen.  



  Die langsamen Neutronen lösen aus der       Lithium-    oder     Borschicht    schwere     Teilchen     aus, die in dem Gas der     Ionis.ationska-mmer     Ionen erzeugen. Aus der Grösse     des    so er  zeugten     Ionenstromes    kann auf die Inten  sität der einfallenden Strahlung langsamer  Neutronen geschlossen werden.

   Da nur eine  verhältnismässig dünne Reaktionsschicht,     bei-          spielsweise    Bor- oder     Lithiumschicht,    wirk  sam ist, wird nur ein kleiner Bruchteil der  durchgehenden Neutronen schwere     Teilchen          auslösen.    Um bei gegebener     Neutronenstrah-          lung    möglichst starke     Ionisierungen    zu er  zeugen, ist es vorteilhaft, mehrere Schichten  hintereinander anzuordnen. Analoges gilt  für Elektronen oder     Gammastrahlung    emit  tierende Schichten.  



  In der Zeichnung     ist    ein Ausführungs  beispiel der Vorrichtung nach der Erfindung  mit einer um B 1  angereicherten     Borrea-k-          tion6schicht    in zum Teil schematischer Dar  stellung wiedergegeben.  



  In einem     Behätler    1, der zum     ;Schutz     geigen Röntgenstrahlen     und    Gammastrahlen       aus        -der        Neutronenduelle    aus     Eisen    oder Blei    besteht und     beispielsweise    zylindrisch sein  kann, befinden sich mehrere Zylinder 2 aus       Aluminium,    die von     Bernsteinisolatoren    4  getragen sind.

   Die Zylinder sind mit Papier       ä    bedeckt, auf welchem     das    an     B'5    angerei  cherte Bor aufgetragen ist.     Das,    Bor kann  wegen seiner schlechten elektrischen Leit  fähigkeit auch noch mit einem     Drahtnetz    be  deckt sein. Dadurch wird     gleichzeitig    eine       gute    elektrische Feldverteilung erreicht.

   Im       mittleren    Teil des Gefässes ist die     Elektro-          meterröhre    6     zusammen    mit     einem        hochohmi-          gen    Ableitungswiderstand 7 untergebracht.  Die     Elektrometemröhre    und der     Ableitungs-          widerstand    sind zum Schutz gegen elek  trische Störungen von einem ,geerdeten Ab  schirmzylinder 5 aus Metall umgeben. Die  Zylinder werden auf einem     Potential    von  einigen     hundert    Volt gegeneinander gehal  ten.

   Die Leitungen zur     Zuführung    der er  forderlichen !Spannungen werden in dem  Rohr 8 untergebracht. Um eine räumlich  möglichst kleine Anordnung zu     erhalten,     wählt man die     Elektrodenabstände    zweck  mässig von der     Grössenordnung    der Reich  weite der     Teilchen    im Füllgas der     Ioni-          sationskammer.    Eine weitere Verringerung  der     Elektrodenabstände        ist    durch Verkleine  rung der     Alphateilchenreichweite    möglich,

    das heisst durch Füllung der     Ionisation6kam-          mer    mit schweren Gasen oder mit Gasen von  erhöhtem Druck.  



  Die     Wirkunbmsweise    des     Do@simeters    ist  folgende:  Das Gerät wird in die Nähe :der zu mes  senden     Neutronenquelle        gestellt.    Die Neu  tronen.     durchdringen    praktisch ohne     Absorp-          tion.    den äussern     Behälter        (S.(-,hutzmantel)    des       Dosimeters    und treffen auf die mit Bor be  deckten Aluminiumzylinder auf.

   Dort findet  dann die     oben    erwähnte Reaktion statt, und       e:        entstehen        Alphateilchen,    die das Gas (bei  spieleweise Luft von     Atmosphärendruck)    in  der     IonisationskAnmer    ionisieren.     Die    dabei  auftretenden Ionen werden gesammelt und       beispielsweise    dem Gitter der Elektrometer  röhre 6 zugeführt.

   Ausserhalb des     Behälters     1     befinden        sich        Galvanometer,    Anodenbat-           terie    und     Heizbatterie.    An dem     Galva.no-          rneter    kann die     i\Teutronenintens.ität    unmittel  bar     aus    der Grösse des     Galvanometeraus-          schla.ges    abgelesen werden.

   Das Neutronen  dosimeter kann in einfacher Weise mit Hilfe  einer bekannten Neutronenquelle     geeicht     werden.     Dabei    ist zu     beachten,    dass ,der Ab  stand des     Dosimeters    von der Neutronen  quelle der gleiche ist wie bei der     Messung.     



  Ein weiterer Vorteil der Vorrichtung  gemäss der Erfindung     besteht    darin,     dass    es  bei entsprechender Wahl der     Isotopensorte     für die     Zwischenreaktion    gelingt, die Emp  findlichkeit für langsame Neutronen eines  bestimmten     Geschwindigkeitsbereiches    be  sonders gross zu machen.

   Wählt man näm  lich als     Reaktionssehieht    ein Element oder  dessen Verbindungen, bei dem die Isotopen  sorte, die auf Neutronen eines     bestimmten          Geschwindigkeitsbereiches        besonders        stark     anspricht, gegenüber der natürlichen     Isoto-          penverteilung    angereichert ist, so wird die       Ionisa.tionskammer    zur     Messung    der Inten  sität der langsamen Neutronen     dieses        Ge-          schwindigkeitsbereiches        besonders    geeignet  sein.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Vorrichtung zum Messen der Intensität einer Strahlung langsamer Neutronen durch die Grösse des Ionisationsstromes in einer Ioni- sationskammer, deren Elektroden mit einer Schicht versehen sind, die ein Element ent hält, das unter dem Einfluss langsamer Neu.- tronen eine andere Strahlung als Neutronen emittiert, dadurch gekennzeichnet, dass das emittierende Element die Isotopensorte,
    die mit Neutronen besonders stark reagiert, gegenüber der natürlichen Isotopenverteilung angereichert enthält. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Vorrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die gegenüber der natürlichen Isotopenverteilung angereicherte Isotopensorte unter dem Einfluss langsamer Neutronen geladene Teilchen emittiert. 2. Vorrichtung nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass die emittierende Reaktionsschicht an Lia angereichert ist.
    3. Vorrichtung nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass die emittierende Reaktionsschicht an B'S angereichert ist. 4.
    Vorrichtung nach Patentanspruüh, da durch gekennzeichnet, dass die gegenüber der natürlichen Isotopenverteilung angereicherte Isotopensorte unter dem Einfluss langsamer Neutronen Gammastrahlen emittiert. 5.
    Vorrichtung nach Patentanspruch, da durch ,gekennzeichnet, dass die gegenüber der natürlichen Isotopenverteilung angereicherte Isotopensorte mit langsamen Neutronen eines bestimmten Geschwindigkeitsbereiches bevor zugt reagiert.
CH217609D 1939-03-25 1940-03-18 Vorrichtung zum Messen der Intensität einer Strahlung langsamer Neutronen mittels Ionisationskammer. CH217609A (de)

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