CH219517A - Einrichtung für die elektrische Hirnreizung. - Google Patents
Einrichtung für die elektrische Hirnreizung.Info
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Description
Einrichtung für die elektrische Hirnreizung.
Bei der elektrischen Hirnreizung zum Zwecke der Erzeugung konvulsivischer Zuckungen (künstlicherepileptischer Anfälle) des menschlichen Körpers als therapeutische MaBnahmte gegen bestimmte Gestes,- krankheiten wird der Schädel des Patenten zum Beispiel mittels an den Schläfen angelegter kreisförmiger Elektroden von 40 mm Durchmesser etwa 0, 4 bis 0, 8 Sekunden lang von niederfrequentem Wechselstrom von einer Stärke von etwa 100 bis 500 mA durchströmt.
Das zur Auslösung des Anfalles notwendige Produkt aus Behandlungsn stromstärke und Behandlungszeit ist innerhalb der angegebenen Grenzen von Strom und Zeit bei verschiedenen Patienten ver schieden gross. Um Schädigungen auf jeden Fall zu vermeiden, arbeitet man aber nach Möglichkeit mit dem niedrigsten, zur Aus- l¯sung des Anfalles erforderlichen Wert dieses Produktes.
Der Einstellung des, gewünsehten, Wertes les Produktes a, ua Behandlungsatromstärke und Behandlungszeit steht entgegen, da¯ die SchÏdelwiderstÏnde verschiedener Patienten verschieden gross und spannungsabhängig sind. Es war bisher üblich, den Schädelwiderstand des Patienten vor der Behandlung mittels einer an der Einrichtung zur elektrischen Hirnreizung vorhandenen Me¯einrichtung mit einer sehr kleinen Spannung zu messen.
Bei Verwendung der erwÏhnten Schläfenelektroden von zum Beispiel 40 mm Durchmesser wurden nun aber durch oszillo- graphische Messungen während der Behandlung bei der. üblichen Bebandlungsspannung von etwa 100 Volt SchÏdelwidersÏnde von 250 bis 350 Ohm ermittelt, wÏhrend bei einer Messspannung von nur 0, 5 Volt die Schädelwiderstände der gleichen Patienten zwischen 480 und 1350 Ohm lagen.
Hieraus geht hervor, dass es nicht angängig ist, bei der Einstellung der Behandlungsstromstärke ohne weiteres mit einem bestimmten Schädelwider- stand zu rechnen, und da¯ eine Messung des Schädelwiderstandes vor der eigentlichen Be ha. ndlung mittels einer weit unter der Be bandlungsspannung liegenden Messspannung falsche Werte ergibt.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung für die elektrische Hirnreizung durch kurzzeitige Durehströmung mit niederfrequentem Wechselstrom zu schaffen, die trotz der erwähnten Schwie- rigkeiten in jedem Fall eine praktrisch brauchbare Einstellung und Anwendung des ge wünschten Produktes aus Bel, astungsstrom- stärke und Behandlungszeit ermöglicht. Die Lösung dieser Aufga-be besteht gemäss der Erfindung darin, dass, zwecks.
Verminderung des Einflusses der Unterschiede in der Grösse der Schädelwiderstände verschiedener Patienten auf die Grosse des Behandlungsstromes, der Eigenwiderstand der Behandlungsein- riehtung mindestens auf den zweifachen Wert des für die Behandl. ungsspannung und die Grösse der Behandlungselektroden gül. ti- gen durchschnittlichen Schädelwiderstandes gebracht und die Einrichtung so bemessen ist, dass im Betrieb dem Behandlungskreis eine Spannung von mindestens 200 Volt aufgedrückt wird.
Eine beispielsweise Ausführungsform der erfindungssgemässen Einrichtung weist einen Netztransforma. tor auf, an dessen Sekundär- wicklung der Behandlungskreis angeschlos- sen ist, der zwei Behandlungselektroden von 40 mm Durchmesser und Vorschaltwider- stände von zusammen 1700 Ohm enthält. Da bei Anwendung dieser Schläfenelektroden und der üblichen Behandlungsspannung von etwa 100 Volt der durchschnittliche Schädelwiderstand etwa 300 Ohm beträgt, ist der Eigenwiderstand der Einrichtung grosser als das Zweifache des Schädelwiderstandes (1700 Q > 600 ?).
Bei einem Gesamtwiderstand des Behandlungskreises von 2000 Ohm bedingen in diesem Fall Abweichungen von 100 Ohm vom durchschnittlichen Schädel- widersband nur Abweichungen von 5 vom eingestellten Behandlungsstrom.
Die RegelungderBehandlungsstrom- stärke erfolgt zweekmässig durch Veränderung des Abgriffes unmittelbar auf der Sekundärwicklung des Netztransformators.
Gegenüber der Veränderung der Grosse der in den Behandlungskreis eingeschalteten Wider- stände wird hierdurch der Vorteil. erreicht, da¯ die dem Behandlungskreis aufgedrückte Spannung nur zum Zwecke der Einstellung gro¯er Behandtungsstromstärken auf den grössten Wert gebracht wird. Die dem Be handlungskreia aufgedrückte Spannung ist auf diese Weise zwischen 300 Volt ( > 200 Volt) und 1000 Volt veränderlich.
Mit 1000 Volt. kann eine für die Erzeugung des Anfalles in jedem Fall ausreichende Be- handlungastromstärke von 500 mA eingestellt werden. Bei allen Sekundärspannungen ist der Widerstand der Einrichtung g gr¯¯er als das Doppelte des durchschnittlichen Schädelwiderstandes bei der sich einstellen- den Elektrodenspannung.
Bei einer derartig hohen Spannung ist es ratsam, Sicherungsmassnahmen im Behandlungskreis für den Fall des Kurzschlusses der in die Einrichtung eingebauten Wider- stände vorzusehen. Es ist deshalb empfehlens wert, einen bei einer höheren Stromstärke als 500 mA ansprechenden Überstromsehalter in den Behandlungskreis einzubauen. Man kann aber auch einen Leerlauf der Einrichtung und demzufolge das Auftreten einer hohen Spannung an den Behandlungselektroden überhaupt unmöglich machen dadurch, dass zwischen den Anschlussklemmen der Elek- troden eine Glimmentladungsstrecke vorge- sehen ist, die bei einer Spannung von mehr als 200 Volt zündet und damit die Elektroden kurzschliesst.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH : Einrichtung für die elektrische Hirnreizung durch kurzzeitige Durchströmung mit niederfrequentemWechselstrom, dadurch gekennzeichnet, dass, zwecks Verminerung des Einflusses der Unterschiede in der Grösse der Schädelwiderstände verschiedener Patienten auf die Grösse des Behandlungs- stromes, der Eigenwiderstand der Behandlungseinrichtung mindestens auf den zweifachen Wert des für die Behandlungsspan nung und die Grosse der Behanilungselektro- den gültigen durchschnittlichen Schädel- widerstandes gebracht und die Einrichtung so bemessen ist, dass im Betrieb dem Behandlungskreis eine Spannung von minde- stens 200 Volt aufgedrückt wird.UNTERANSPRÜCHE : 1. Einrichtung nach Patentanspruch, gekennzeichnet durch einen Überstromschalter im Behandlungskreis, der bei einer Stromstärke von mehr als 500 mA anspricht.2. Einrichtung nach Patentanspruch, gekennzeichnet durch eine zwischen den An schlussklemmen der Elektroden vorgesehene Gl. imment. lladungsls. trecke, die bei einer Spannung von mehr als 200 Volt zündet.3. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zwecks Regelung der Behandlungsstromstärke einer der Anschlu¯punkte auf der Sekundärwicklung eines Netztransformator. s verÏnderbgr ist.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE219517X | 1940-05-03 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH219517A true CH219517A (de) | 1942-02-15 |
Family
ID=5831920
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH219517D CH219517A (de) | 1940-05-03 | 1941-04-26 | Einrichtung für die elektrische Hirnreizung. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH219517A (de) |
-
1941
- 1941-04-26 CH CH219517D patent/CH219517A/de unknown
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