CH221356A - Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus gesintertem Metall oder gesinterter Hartlegierung. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus gesintertem Metall oder gesinterter Hartlegierung.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus gesintertem Metall oder gesinterter Hartlegierung. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus gesintertem Metall oder gesinterter Hart legierung. Früher war es mit grossen Kosten verknüpft, Gegenstände verwickelterer Form, besonders aus gesintertem Hartlegierungs- material, herzustellen. Um Erzeugnisse der erforderlichen Härte herzustellen, ist es näm lich notwendig, die Bestandteile vor oder während des Sinterns unter Ausnutzung hoher Drucke zusammenzupressen. Demzufolge war es mit gutem Erfolge nur möglich, Körper einfacher Form, wie z.
B. Stäbe, Würfel und Platten, zu pressen. Versucht man, die pulver förmigen Bestandteile in verwickeltere For men zu pressen, so erhält man keine Erzeug nisse mit gleichmässigen Eigenschaften. Die Druckveränderung wird nämlich infolge der Reibung zwischen den Bestandteilen des Ge misches so gross, dass sich der Druck nicht gleichmässig über den ganzen Formkörper fortpflanzt. Bei dem darauffolgenden Sintern werden die Gegenstände daher schief. Es ist natürlich auch möglich, dem Gegenstande die gewünschte Form nach dem Pressvorgang oder nach einer Vorsinterung zu geben; das aber verteuert die Arbeitsvorgänge, besonders wenn der Gegenstand kein Drehkörper ist.
Vorliegende Erfindung betrifft ein Ver fahren, gemäss welchem Gegenstände aus ge sintertem Metall oder gesinterter Hartlegie rung in äusserst einfacher Weise hergestellt werden können, auch wenn sie eine ver wickelte Gestalt haben.
Die Erfindung ermöglicht es, in grossem betriebsmässigem Massstabe Gegenstände jeder gewünschten Form mit einer Genauigkeit und Gleich mässigkeit herzustellen, die früher nicht denkbar war.
Erfindungsgemäss werden die geformten Gegenstände in der Weise her gestellt, dass ein feinverteiltes Gemisch aus den die Gegenstände bildenden Bestandteilen in eine Form gebracht wird, in welcher das Gemisch durch Schleudern zu einem verdich- teten Körper geformt wird, und zwar durch die Bewegung der Form in einer beselrlosse- nen Bahn.
Der dabei erzeugte Körper wird durch diese Behandlung so verdichtet, da.ss nach dem darauffolbenden Sintern ein Pro dukt mit sehr hohem spezifischem Gewicht entsteht. Wenn erwünscht, können die den Metallgegenstand bildenden, feinverteilten Bestandteile mit irgendeinem Mittel ver mischt werden, welches die Reibung zwischen den einzelnen Teilchen erniedrigt. Ein der artiges Mittel besteht zweckmässig aus einer zähflüssigen, organischen Flüssigkeit, wie z. B. Glyzerin. Die feinverteilten Bestand teile können aber auch trocken benutzt. werden.
Als Formmaterial kann Graphit oder Graphitkohle gewählt werden. Es braucht dann das geformte Produkt nicht vor dem Sintern aus der Form entfernt zu werden, das Sintern kann vielmehr in der Graphit form durchgeführt -erden. Diese Anwen dung des Verfahrens wird also sehr einfach und bietet grosse Vorteile in den Fällen, wo es sich schwer erwiesen hat, die verdichteten Körper vor der Durchführung des Sinterns aus den Formen wegzunehmen, ohne dieselben zit beschädigen.
Auf der Zeichnung ist beispielsweise eine Vorrichtung veranschaulicht, mit deren Hilfe das Verfahren gemäss der Erfindung aus- geführt werden kann. Die Zeiehnungsfigur ist eine schematische Darstellung einer Schleudereinrichtung, mit der die Formen mit hoher Geschwindigkeit in Umlauf gesetzt werden.
Eine Hattpt-,velle 1 ist mit einer Schöbe oder einem Tragarm 2 versehen, welcher eine oder mehrere, um Achsen 3 und 4 schwing bare Hülsen 5 und 6 trägt, von denen die eine Hülse 6 im Schnitt dargestellt ist. In dieser Hülse ist eine Form 7 vorgesehen, welche eine Aussparung 8 aufweist. Diese Aussparung ist entsprechend den Umrisslinien des gewünsch ten Formkörpers ausgestaltet, wobei auf das beim Sintern auftretende Zusammenschrump fen Rücksicht genommen worden ist.
In die Aussparung werden die zu sinternden Be- standteile 9 hineingebracht, worauf die Üff- nunb der Aussparung vorzugsweise verschlos sen wird.
Beim Umlauf der Schleudereinrichtung schwingen die zur Haupt\velle 1 exzentri schen Hülsen 5 und 6 um die Achsen 3 und 4 infolge der Schleuderwirkung nach aussen, so dass sie schliesslich eine fast waagrechte Labe einnehmen. Je höher die Umdrehungs geschwindigkeit ist, um so grösser sind die Kräfte, die beim Zusammenpressen der Be standteile in der Form wirksam sind. Die wirksamen Kräfte werden ferner um so grösser, je weiter das Formrnaterial von der Drehachse 1 entfernt ist.
Um die Wirkung der zusammenpressenden Kräfte zu erhöhen, kann es zweckdienlich wirr, die Aussparung 8, wie die Zeichnung darstellt, mit einem Pfropfen 10 zu verseben, welcher den Druck auf die beim Schleudervorgang der Achse 1 am nächsten liegende Oberfläche des zu formenden Materials erhöht. Dieser Pfropfen braucht nicht fest zu sein, sondern kann bei spielsweise aus Quecksilber bestehen. Die Zu sammenpressung des zu formenden Materials kann so gross werden, dass das Material einen zusammenhängenden Körper bildet.
Nach Beendigung des Schleudervorganges wird die Form herausgenommen und in einen Ofen hineingebracht, um die Sinterung vor zunehmen. Der Formkörper braucht dann beim Sintern nicht aus der Form entfernt zu werden. Nach dem Sintern kann der fertige Körper, der danach beträchtlich zusammen geschrumpft ist, leicht aus der Form entfernt werden.
Es hat sich herausgestellt, dass auf diese Weise ausgeführte Formkörper eine sehr grosse Gleichmässigkeit in bezug auf Härte und Dichte aufweisen. Ferner ist festgestellt worden, dass Diehtigkeitswerte, die mit den üblichen Pressverfahren schwerlich zustande gebracht, werden können, sehr leicht bei Anwendung des neuen Verfahrens erhalten werden können. Da die Methode ferner in der Ausführung sehr einfach ist, bringt sie sehr grosse Vorteile mit sich und schafft ungeahnte Möglichkeiten, insbesondere wo es sich um die Herstellung von Gegenständen verwickelter Form in grösserem Massstabe handelt.
Besonders bei der Herstellung von kleine ren Gegenständen kann es zweckdienlich sein, in jeder Form eine Mehrzahl von Aussparun gen vorzusehen, so dass mehrere Sinterkörper gleichzeitig in der gleichen Schleudereinrich tung erhalten werden können.
Dabei muss man aber darauf achten, dass die Symmetrie achsen der Körper beim Zentrifugieren waag recht werden und in Ebenen kommen, in denen die Hauptwelle der Schleudereinrich tung liegt; andernfalls entstehen beim Sin tern wegen der unsymmetrischen Verteilung der Dichte im Formkörper leicht Schiefbil- dungen. Dieser Nachteil kann auf andere Weise dadurch beseitigt werden, dass man beim Zentrifugieren die Form auch um ihre eigene Achse umlaufen lässt. Dabei wird ferner der Einfluss der Schwerkraft auf eine ungleichmässige Verteilung des Materials be seitigt.
Man könnte wohl annehmen, dass bei der Herstellung von Hartlegierungen, die für ge wöhnlich aus schweren Karbiden in Mischung mit leichteren Hilfsmetallen oder deren Ver bindungen bestehen, das Legierungsmaterial beim Zentrifugieren ausscheiden würde, wo durch. das Endprodukt ungleichmässig werden würde. Es hat sich aber gezeigt, dass dies nicht der Fall ist, was grossenteils dem Um stand zuzuschreiben ist, dass das leichtere Zu satzmaterial durch ständiges Mahlen die schwereren Teilchen wie :ein Film umgibt und somit an sie gebunden wird.
Graphit hat sich als das geeignetste Formmaterial erwiesen. Wenn man eine sehr gleichförmige Oberfläche an dem hergestell ten Gegenstand wünscht, kann die Form mit kolloidalem Graphit bespült werden, welcher alle vorhandenen Poren dichtet. Da es bis weilen schwierig sein kann, die zweckent sprechenden Aussparungen in einem Stück Graphit vorzusehen, hat es sich als nützlich erwiesen, die Formen auch durch Giessen oder Pressen herzustellen. Graphit- oder Graphit kohlenpulver kann dabei mit einem andern, z.
B. keramischen Material gemischt und in die gewünschte Form, gegebenenfalls in einem metallenen Mantel, gegossen oder ge- presst werden, damit die Form den Druck beanspruchungen beim Zentrifugieren besser widersteht. Auch Metalle können in gewissen Fällen als Formmaterial verwendet werden. Wenn das Sintern in der Form vorgenom men wird, muss man jedoch bei der urahl des Materials darauf achten, dass das Form material keinen schädlichen Einfluss auf das Legierungsprodukt ausübt. Wird leichtflüs siges Metall, wie z. B.
Blei, verwendet, so schmilzt die Form bereits in einer frühen Stufe des Sinterns weg.
Anstatt die Form in einer Kreisbahn zu zentrifugieren, kann man sie auch in einer ge schlossenen Bahn anderer Form schleudern.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCH: Verfahren zur Herstellung geformter Gegenstände aus gesintertem Metall oder ge sinterter Hartlegierung, dadurch gekennzeich net, dass ein feinverteiltes Gemisch aus den die Gegenstände bildenden Bestandteilen in eine Form gebracht wird, in welcher das Ge misch durch Schleudern zu einem verdichte ten Körper geformt wird, wobei die Form in einer geschlossenen Bahn bewegt wird, wor auf das Sintern erfolgt. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Form in einer kreisförmigen Bahn zentrifugiert wird. 2.Verfahren nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass der Formkörper beim Zentrifugieren auf einer kreisförmigen Bahn exzentrisch zur Drehachse der Zentri fuge angeordnet wird. 3. Verfahren nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass der Formkörper beim Zentrifugieren derart angeordnet wird, dass seine Symmetrieachse in einer sich durch die Drehachse der Zentrifuge erstreckenden Ebene liegt. 4.Verfahren nach Unteranspruch 3, da durch gekennzeichnet, dass der Formkörper während des 7jentrifugierens auch veranlasst wird, sich um seine Symmetrieachse zu drehen. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, da,ss die feinverteilten Bestandteile mit einem Mittel gemischt wer den, welches die Reibung zwischen den ein zelnen Teilchen der Bestandteile herabsetzt. 6. Verfahren nach Unteranspruch 5, da durch gekennzeichnet, dass das Mittel zum Herabsetzen der Reibung aus einer viskosen Flüssigkeit besteht. 7. Verfahren nach Patentanspruch, da- durch gekennzeichnet, dass das Sintern des verdichteten Körpers in der Form erfolgt. B.Verfahren nach Unteranspruch 7, da durch gekennzeichnet, dass die Form aus Graphit oder Graphitkohle besteht. 9. Verfahren nach Unteranspruch 8, da durch gekennzeichnet, dass die Form durch Giessen oder Pressen hergestellt ist. 10. Verfahren nach Unteranspruch 9, da durch gekennzeichnet, dass die Form vor der Anwendung mit kolloidalem Graphit belegt wird.
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Cited By (1)
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| EP0172386A3 (en) * | 1984-08-07 | 1988-02-17 | Degussa Aktiengesellschaft | Process for densifying pulverulent material |
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1940
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