CH221605A - Verfahren zur Herstellung von Hohlkörpern aus Faserstoffen. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Hohlkörpern aus Faserstoffen.Info
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Description
-Verfahren zur Herstellung von Hohlkörpern aus Faserstoffen. Vorliegende Erfindung betrifft ein Ver fahren zur Herstellung von Hohlkörpern aus Faserstoffen, welches Verfahren sich da durch auszeichnet, dass eine mit thermo plastischen Kunststoffen imprägnierte Pappe aus Faserstoffen unter Anwendung erhöhter Temperaturen gezogen wird. Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass beim Ar beiten unter den angegebenen Bedingungen auch minderwertige Faserstoffe wie Alt papier, Stroh oder Torf auf hochwertige Erzeugnisse verarbeitet werden können.
So können beispielsweise nach dem obigen Ver fahren auch solche Pappen noch gut gezogen werden, welche infolge eines zu hohen Ge haltes an Schmierstoffen eine geringe Festig keit aufweisen. Es, ist hervorzuheben, dass dieser Effekt bereits bei Anwendung von relativ geringen Kunststoffmengen von zirka 15-20% erzielt werden kann.
In allen Fällen wird, durch die beschriebene Behand lung .eine erhebliche Erhöhung der Festig- keit der gezogenen Artikelerzielt. Die Imprägnierung der Faserstoffe mit den thermoplastischen Kunststoffen kann auf die verschiedenste Weise erfolgen.
Beispiels- weise kann man, was an sich bekannt ist, Emulsionen von, thermoplastischen Kunst stoffen dem Faserstoffbrei zufügen und nach Ausfällung der Emulsion auf der Faser diesen Faserstoffbrei auf einer Papier maschine zu Pappe verarbeiten. Selbstver ständlich können die thermoplastischen Kunststoffe auch in Form einer Lösung oder in Pulverform dem Faserstoffbrei einverleibt werden. Im Falle ,einer Lösung ist es auch möglich, die fertige Pappe vor dem Ziehen hiermit zu imprägnieren.
Mit dem Wort "imprägnieren" sind solche Operationen ge meint, welche eine homogene Verteilung,des. thermoplastischen Kunststoffes in der Pappe gewährleisten.
Während des Ziehvorganges wird eine Temperatur angewandt, welche oberhalb des Erweichungspunktes der an gewandten thermoplastischün Kunststoffe liegt. Ferner empfiehlt es sich, für Aus übung eines Gegendruckes während des Ziehens Sorge zu tragen, das heisst. die imprä gnierte Pappe beim Ziehvorgang gleichzeitig zu pressen. Durch Anwendung der erhöhten Temperaturen und des Gegendruckes kann bewirkt werden, dass die beim Ziehen ent stehenden Falten unter dem Einfluss des er weichenden Kunststoffes- verlaufen, so dass die Wandungen des gezogenen Körpers frei von Falten und formbeständig sind.
Der Ge gendruck kann in einfacher Weise dadurch erzeugt werden, dass man eine Aussenform anwendet und den zwischen Aussenform und Stempel verbleibenden Zwischenraum kleiner bemisst, als der Wandstärke der Pappe ent spricht. Auf diese Weise wird dann die er forderliche Dichte des Materials erzielt.
Als Beispiele für geeignete Thermo plasten seien Polyvinylverbindungen, wie z. B. Polyvinylchlorid, Polyvinylacetat, Po lyacrylsäureester, Polystyrol und die ver schiedenartigsten Mischpolymerisate hieraus, wie z. B. solche aus. Vinylchlorid und Acryl säureestern genannt. Ferner kommen selbst verständlich Celluloseacetate und ähnliche thermoplastische Stoffe in Frage.
<I>Beispiel:</I> In einem Zerfaserer, z.B. einem Holländer oder Desintegrator, wird vorgekollertes Alt papier bis zu einem Mahlgrad von 50-60 je nach Beschaffenheit aufgeschlagen und hier auf mit einer Beigabe von 15 % Polyvinyl- acetat in Emulsionsform versehen. Unter ständigem Rühren wird dieser thermo plastische Kunststoff mittelts Aluminium sulfat auf die Faser gefällt.
Der so vorberei tete Faserstoffbrei wird nun in der üblichen Verdünnung auf einer Rund- oder Lang- siebma:ächine zu einem dünnen Karton in be kannter Weise verarbeitet. Diese dünnen Kartons können in beliebig vielen Lagen auf einander kaschiert -werden, -wobei man als Bindemittel eine Emulsion auf derselben Kunststoffbasis benutzen kann.
Die so hergestellten Pappen eignen sich vorzüglich für die Herstellung von Zieh- teilen. Der Herstellungsvorgang ist folgen der: Man legt einen entsprechenden Pappen zuschnitt in das mit Faltenleger versehene Unterbeil eines heizbaren Ziehwerkzeuges ein und drückt mit einem satten Druck den kalten Oberstempel in das Unterteil hinein.
Hierbei wird der Pappenzuschnitt unter Faltenbildung in das Unterteil; hinein gedrückt, wobei unter zunehmendem Druck das Gefüge der Pappe verdichtet wird und bei der gleichzeitig auftretenden Durch- w-ärinung die Kunststoffteilchen miteinander verschweisst werden. Hierbei entsteht ein Ziehteil von grosser Homogenität und Festig keit.
Die die Einzelfasern umhüllende Kunst- st:offscbicht verleiht dem Ziehteil überdies einen weitgehenden Schutz gegen Feuchtig keitsaufnahme sowie eine den spezifischen Eigenschaften des Kunststoffes entspre chende Beständigkeit gegen den Angriff che mischer Agenzien.
Um diesen Effekt zu erzielen, muss, wie schon erwähnt, die Pappe so erwärmt wer den, dass der in vorbeschriebener Weise ein gehrachte Kunststoff zum Fliessen gebracht wird, was bei dem ,genannten Kunststoff bei einer Temperatur von 150-180' eintritt.
Die erwünschte Verdichtung von etwa 30% erreicht man dadurch, dass der Zwischenraum zwischen Oberstempel und Werkzeugunter- tei11 etwa um einen Drittel kleiner bemessen wird, als der ursprünglichen Stärke der Pappe entspricht, wobei die Faltenbildung zu berücksichtigen ist.
Den bereits oben erwähn ten notwendigen satten Ziehdruck erreicht man zweckmässigerweise mit einer Exzenter presse, bei der der Exzenter entsprechend durehgebildet ist. Die fertig gezogenen Teile werden unmittelbar nach dem Ziehvorgang einer Abkühlung unterzogen, wobei der Kunststoff erstarrt und wodurch die Form beständigkeit der Ziehteile gewährleistet ist. Dies kann man auf verschiedene Weise er reiclien.
Man leitet zu diesem Zwecke ent weder einen Pressluftstrom gegen das mit dem Oberstempel hochgehende Ziehteil und leitet gleichzeitig Press' lüft durch den mit Bohrungen versehenen Oberstempel, die gleichzeitig das Ziehteil vom Oberstempel abstreift, oder man arbeitet mit heiz- und kühlbaren Werkzeugen, wobei entweder das Werkzeugunterteil heiz- und kühlbar ist,
oder wobei auf einem Revolverteller mehrere Werkzeugunterteile angebracht sind, die ab wechselnd geheizt und gekühlt sind. Bei letzterer Anordnung nimmt der Oberstempel das Ziehteil aus der beheizten Form, worauf der Revolverteller um eine.
Teilung weiter- schaltet und der Oberstempel das noch warme Ziehteil in die nunmehr unter ihm befind liche gekühlte Form abgibt. Nach erfolgter Kühlung wird das Ziehteil in zweckmässiger Weise mittels Pressluft oder Auswerfer aus gestossen. Die so hergestellten Gegenstände können als homogene, formbeständige Zieh teile angesprochen werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Hohlkör pern aus Faserstoffen, dadurch gekennzeich- net, dass eine mit thermoplastischen Kunst stoffen imprägnierte Pappe aus Faserstoffen unter Anwendung erhöhter Temperaturen. gezogen wird. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass während des Ziehens für Ausübung eines Gegendruckes Sorge getragen wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, .dadurch gekennzeichnet, dass die thermoplastischen Kunststoffe in Form einer Emulsion dem Faserstoffbrei ein verleibt und anschliessend hierauf ausgefällt werden, worauf dann der Faserstoffbrei auf einer Papiermaschine zu Pappe verarbeitet und unter Anwendung erhöhter Tempe raturen gezogen wird.
Applications Claiming Priority (1)
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| DE221605X | 1940-05-28 |
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| Publication Number | Publication Date |
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| CH221605D CH221605A (de) | 1940-05-28 | 1941-09-23 | Verfahren zur Herstellung von Hohlkörpern aus Faserstoffen. |
Country Status (1)
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1941
- 1941-09-23 CH CH221605D patent/CH221605A/de unknown
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