CH222100A - Rein-elektrisches Mehrkraft-Fahrzeug. - Google Patents

Rein-elektrisches Mehrkraft-Fahrzeug.

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CH222100A
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Cie Aktiengesellschaft Boveri
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Bbc Brown Boveri & Cie
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Description


      Rein-elektrisches        1VIehrkraft-Faluzeug.       Im Bahn- und Strassenbetrieb sind Mehr  kraftfahrzeuge bekannt, die auf Strecken mit  und ohne Fahrleitung laufen können. Sie  sind bisher mit einem Fahrmotor oder mit  mehreren Fahrmotoren gleiche Stromart ver  sehen, die entweder aus der Fahrleitung oder  von einer mitfahrenden Stromquelle, sei es  einem Dieselgenerator, sei es einer Batterie,  gespeist werden.  



  In gewissen Fällen, insbesondere auf dem  Lande, steht im allgemeinen Drehstrom zur  Verfügung, aber nicht an allen Punkten.  Diesel- und     Benzinmotoren,    die bisher allge  mein verendet wurden, scheiden aber bei       Verknalpung    der     benötigten    Brennstoffe aus,  und man geht, wenn möglich, zum rein elek  trischen Betrieb über. Der Drehstrom eignet  sich vor allem dort als Antriebskraft, wo er  dem Fahrzeug durch ein bewegliches Kabel  zugeführt werden kann, also für die Bearbei  tung von Feldern, die nahe einer Drehstrom  leitung liegen.

   Für die Fortbewegung des  Fahrzeuges auf Feldern, zu denen keine Lei  tung führt und zu denen die Leitungsführung    sich nicht lohnt oder aus andern Gründen  nicht ausführbar ist, kommt nur der von  einer     mitfahrenden    Batterie gelieferte Gleich  strom in Frage. Auch auf der Strasse zwi  schen dem Arbeitsort     und    dem Fahrzeug  depot wird meist die     Verlegung    einer Fahr  leitung zu unwirtschaftlich, es sei denn, dass  es sich um eine Strasse handelt, die ohnehin  dem     Strassenbahn-    oder     Trolleybusverkehr     dient.  



  Für solche Zwecke ist das Fahrzeug nach  der Erfindung verwendbar. Diese besteht  darin, dass auf dem Fahrzeug eine     elektrische     Doppelmaschine vorhanden ist, die aus einem  Drehstrom- und einem Gleichstromteil besteht.  



  Die Doppelmaschine kann aus zwei mit  einander     elastisch    oder starr     gekuppelten     oder eine gemeinsame Welle besitzenden Ein  zelmaschinen mit vier, drei oder nur zwei       Lagern    bestehen, oder sie kann eine Maschine  mit zwei Läufern und gemeinsamem Ständer  sein; ferner kann auch eine nach Art eines       Einankerumformers    gebaute Maschine mit  zwei     Läuferwicklungen    oder mit einer ge-           meinsamen        Läuferwicklung        verwendet    wer  den.

   Beim Fahren soll die eine oder die an  dere Maschine als Triebmotor dienen,     wobei     Mittel vorgesehen sein können, welche ge  statten, dass im Gefälle auch genoratorisch       ,gebremst    werden kann.  



  In der Zeichnung sind für den Fall der       Einankermaschine    zwei Schaltschemas als  Ausführungsbeispiele dargestellt. Von dieser  Maschine     a.    aus, die mit     Sehleifringen        1)    und  einem Kollektor c versehen ist, wird die  Fahrzeugachse d über die     ausrückbare    Kupp  lung e angetrieben. An den     gleichstroniseili-          gen    Maschinenklemmen ist die Batterie f an  geschlossen, die geladen oder entladen wird,  je nachdem die Maschine     a.    als     Generator    oder       Motor    arbeitet.

   Gemäss     Fig.    1 sitzt auf der  Maschinenwelle noch eine     Riemenscheihe    9,  damit nach Bedarf andere Arbeitsmaschinen  angetrieben werden können. Den. Schleifrin  gen wird der Strom von einem am Fahrzeug  angebrachten Stecker     Ir.    aus     zugeführt,    an  den das Drehstromkabel k     angeschlossen     werden kann.

   Bei     Gleichstrombetrieb    wird  der     'Unischalter    i. von Hand eingelegt, und  zwar nach rechts, wenn von der Batterie als  Stromquelle aus gefahren werden, das heisst  die Maschine     a    als Gleichstrommotor     laufen     soll; dann spricht das     Schütz        -in    an und  schliesst die Maschine a     au    die Batterie f an.  Soll die.

   Batterie f geladen werden,     diinii        wird     der Schalter     -1    nach links gelegt; infolge des       Vorschaltwiderstandes        fi.    spricht jetzt das  Schütz     in    erst nach Erreichen einer höheren  Spannung an und schaltet die als Gleich  stromgenerator wirkende     blasehine        a.    auf die  Batterie f, wobei sie vom     Drehstromnetz    aus  motorisch angetrieben wird.  



       Fig.        \?    zeigt eine     Einrichtung    zum selbst  tätigen Laden der Batterie f. Beim Fahren  mit Speisung von der Gleichstromseite wird  der Schalter o geschlossen. Dadurch erhält  die Spannungsspule .des     Sehützes        in.    Strom, so       da.ss    dieses anspricht und die     Maschine    a an  die Spannung der Batterie. f legt. Die     Fahr-          gesehwindigkeit    wird mittels des Erreger  widerstandes q im     greis    der     Nebensehluss-          wicklung   <I>p</I> der Maschine<I>a</I> geregelt.

      Mittels einer     Hauptstromwicklung    t wird  der Maschine eine solche     Charakteristik    ge  geben,     dass    sich eine automatische Ladung  der Batterie ergibt. Zwecks Ladens der Bat  terie f wird der Schalter o geöffnet und s     ein-          belebt.    Die über den Widerstand n     ange-          selilossene    Spannungsspule des Schützes     uz          veranlasst    dessen Ansprechen erst bei erhöh  ter     31aschinenspännung,

      so dass die     drelistrom-          seitig    angeschlossene Maschine     ca    nunmehr  auf die Batterie<I>f</I> arbeitet. Der Regler<I>r,</I> der  von     .der    Batteriespannung und vom Lade  strom abhängig ist, stellt hier .durch Rege  lung des Widerstandes q die     gewiinschte     Ladecharakteristik ein. Es kann durch einen  von Hand bedienten Regulierwiderstand er  setzt werden. Um Überladungen zu     verhüten,     kann ein     Ladeautomat    vorgesehen sein.

   Auch  kann in Abhängigkeit der Batteriespannung,  gegebenenfalls nach einer     bestimmten,    mit  tels Schaltuhr einstellbaren Zeit, die Ladung  durch     selbsttätiges    Ausschalten des     dreh-          stromseitigen    Schalters u unterbrochen wer  den.     Bei    Stillstand des Fahrzeuges kann die  Batterie ebenfalls durch Anschluss an das  Drehstromnetz geladen werden, wobei die       Kupplung    e ausgerückt wird.  



  Ist das     Fahrzeug    eine     ortsbewegliche          landwirtschaftliche        11asehine,    z. B. ein Pflug,  eine Bodenfräse, ein     Heuwender,    eine Ernte  maschine oder dergleichen, die an     versehie-          denen    Orten mittels Kabel an die transfor  mierte Spannung der Überlandleitung ange  schlossen werden kann, so wird sie auf dem  Feld mit Drehstrom betrieben, wobei gege  benenfalls die Batterie geladen wird. Die Zu  fahrt     dagehen    erfolgt mit Gleichstrom und  der Batterie als Stromquelle.

   In diesem Fall  braucht die Fahrt mit Gleichstrom viel weni  ger Kraft als diejenige mit Drehstrom; folg  lich können die beiden Maschinen ungleich  gross sein. In andern Fällen kann aber der  Kraftbedarf umgekehrt, nämlich so liegen,  dass die Gleichstrommaschine kräftiger sein  muss als der     Drehstrommotor.    Dieser Fall  liegt zum Beispiel dann vor, wenn das Fahr  zeug als     Beförderungsmittel    dient,     besonders         wenn ein Teil der Strecke bereits mit einer       Gleichstromfahrleitung    versehen     ist.     



  Bei     Einankermaschinen    und im Falle ge  wünschter     Anschluss.möglichkeit    an Dreh  stromnetze verschiedener Spannung kann     ein          Anzapftransformator    mitgeführt werden, an  dem die     richtige    Gleichstromspannung jeweils  durch Wahl der     Anzapfung    erreicht werden  kann. Man kann auch dem     Transformator     eine belastungsabhängige     Spannungskenn-          linie        derart    geben, dass sie der gewünschten       Ladekennlinie    der Batterie entspricht.

   Auch  mit andern Mitteln lässt sich bekanntlich die       Ladekennlinie    willkürlich oder selbsttätig  beeinflussen.    Bei Stillstand des Fahrzeuges und ausge  rückter     Kupplung    e kann die Gleichstrom  maschine bei entsprechender Ausbildung auch  als Schweissdynamo gebraucht werden, ferner  als Stromerzeuger für Lampen, Scheinwerfer,  Motoren oder sonst überall da, wo Gleich  strom gebraucht wird und Drehstrom zur  Verfügung steht. Ist ein taktgebendes Dreh  stromnetz vorhanden, so kann dieses gege  benenfalls von der Batterie aus über die Ma  schine als     Asynchronumformer    zusätzlich  gespeist werden. Die Maschine arbeitet dann  zum Beispiel als     Notstromgruppe    auf ein  kleines Lichtnetz.

   Bis zum jeweiligen Ge  brauchsort fahrt das Fahrzeug mit eigener  Kraft, wobei die Maschine     a    als Motor ar  beitet.  



  Das Fahrzeug nach der     Erfindung    kann  ausser als Gelände- und Strassenfahrzeug  auch als Schienenfahrzeug ausgebildet wer  den. Es eignet sich nicht nur für die Land  wirtschaft,     sondern,    zum Beispiel auch für  Wandertheater, Jahrmärkte sowie für mili  tärische Zwecke.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Rein-elektrisches Mehrkraftfahrzeug, ge kennzeichnet durch eine Doppelmaschine, die aus einem Drehstrom- und einem Gleichstrom teil besteht und dazu bestimmt ist, beim Fahren als Triebmotor verwendet zu werden. UNTERANSPRüCHE: 1. Fahrzeug, nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Doppel maschine aus einer Drehstrom- und einer mit ihr unmittelbar gekuppelten Gleichstrom maschine besteht. 2. Fahrzeug nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass die Kupplung elastisch ist. 3. Fahrzeug nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass die Läufer der beiden Maschinen auf einer gemeinsamen Welle sitzen. 4.
    Fahrzeug nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Doppel maschine nur zwei Lager hat. 5. Fahrzeug nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Doppel- maschine getrennte Läufer, aber einen ge meinsamen Ständer besitzt. 6. Fahrzeug nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Doppel maschine nur einen mit Schleifringen und Kollektor versehenen Anker hat. 7.
    Fahrzeug nach Unteranspruch 6, da durch gekennzeichnet, dass die Doppel maschine für Dreh- und Gleichstrom ge trennte Ankerwicklungen hat. B. Fahrzeug nach Unteranspruch 6, da durch gekennzeichnet, dass die Doppel maschine drehstromseitig an einen Transfor mator mit Anzapfungen angeschlossen ist, um bei primärem Anschluss an verschiedene Drehstromspannungen sekundär ein und die selbe Gleichstromspannung erhalten zu kön nen. 9.
    Fahrzeug nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Gleichstrom maschine an eine Akkumulatorenbatterie an geschlossen ist. 10. Fahrzeug nach Unteranspruch 9, da durch gekennzeichnet, dass dasselbe mit Vor richtungen zur selbsttätig geregelten Ladung der Batterie versehen ist. 11. Fahrzeug nach Unteranspruch 10, da durch gekennzeichnet, dass die Ladekennlinie der Batterie einstellbar ist. 12.
    Fahrzeug nach Unteranspruch 6 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Doppel maschine drehstromseitig an einen Transfor mator mit belastungsabhängiger Spannungs- kennlinie angeschlossen ist, damit sie einer gewünschten Ladekennlinie der Batterie ent spricht. 13. Fahrzeug nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass zwischen der Dop pelmaschine und der von ihr angetriebenen Fahrzeugachse eine ausrückbare Kupplung angeordnet ist. 14. Fahrzeug nach Unteranspruch 13, da durch gekennzeichnet., dass auf der Welle der Doppelmaschine eine Riemenscheibe sitzt. 15.
    Fahrzeug nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Klemmen der Doppelmaschine wenigstens für eine Strom art zu einem am Fahrzeug angebrachten Steckkontakt führen.
CH222100D 1941-08-07 1941-08-07 Rein-elektrisches Mehrkraft-Fahrzeug. CH222100A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
CN117644779A (zh) * 2023-12-09 2024-03-05 山东科技大学 一种双电机独立驱动电动装载机

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
CN117644779A (zh) * 2023-12-09 2024-03-05 山东科技大学 一种双电机独立驱动电动装载机
CN117644779B (zh) * 2023-12-09 2024-06-28 山东科技大学 一种双电机独立驱动电动装载机

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