Verfahren und Vorrichtung zum Heizen von Drehkochern.
Bei den bisher angewendeten Verfahren zum Heizen von Drehkochern habeu sich Nachteile herausgestellt, die durch das vorliegende Verfahren zum Heizen von Dreh koehem beseitigt werden, indem nämlich der Dampf nach dem vorliegenden Verfahren bei jeder beliebigen Drehstellung des Sochers stets in den am tiefsten liegenden Teil des Kochers eingeleitet wird und damit in den Flüssigkeitsraum.
Bei den bisherigen Verfahren zum Heizen von Drehkochern wird der Drehkocher ge wohnlich mittels eines Dampfrohres beheizt. das von der Drehachse ausgehend nach dem äussersten Teil des Kochers führt und sich mit diesem dreht.
Der Vorteil des Drehkochers liegt ja vor allem darin, daB man zum Kochen wenig Lauge braucht und man beispielsweise nur Laugenmengen verwendet, die zirka, 40% des Kocherinhaltes ausmachen. Von dieser Menge dringt ein Teil in das Kochgut ein, so dass von freifliessender Flüssigkeit nur noch 25-30% des Kochers erfiillt sind. Das Kochgut, das zu Anfang den ganzen Kocher- raum ausfüllt, sackt während des Ankochens zusammen, und es bilden sich so im Kocher drei Raumzonen. Die unterste ist mit freifliessender Lauge, Kondensat und Kochgut erfüllt, die mittlere nur mit Eochgut, das von Lauge benetzt ist, und die oberste ist diejenige, die mit nur wenig Dampf erfiillt ist.
Beim Drehen des Kochers bewegt sich die Heizung abwechselnd durch diese Zonen.
Tritt der Dampf in die unterste Zone ein, dann kann er in die Flüssigkeit kondensie ren, wodurch die Dampfaufnahme gut ist.
Beim Durchgang durch die zweite Zone tritt der heisse Kochdampf mit dem nur angef euchteten Kochgut in Berührung und erzielt schon nicht mehr die gewünschte Kondensation vollständig. Es besteht in dieser Zone schon die Gefahr, dass das Eochgut stellenweise durch den heiBen Dampf überheizt wird. Wenn dann die Heizung die obere, d. h. die Dampfzone durchläuft, ist fast jede Kon densationsmoglichkeit ausgeschlossen, wo- durch Stauungen und Druckerhohungen im Kocher auftreten, die ebenfalls zu Uber- hitzungen der obern Kochgutschichten, die mit dem heissen Kochdampf in Berührung kommen, führen können.
Da sich der Kocher mit gleichbleibender Geschwindigkeit dreht, steht zur Anwärmung der untersten Zone, wo sich viel Fliissigkeit mit hoher spezifischer Wärme befindet, im Verhältnis zu den andern Zonen mit sehr geringer Flüssigkeitsmenge zu wenig Zeit zur Verfügung. Die Lauge ist infolgedessen in der untern Zone während des Hochkochens häufig unterkühlt, und ihre Temperatur entspricht nicht dem im Kocher herrschenden Druek. Dadurch treten bei den bisherigen Verfahren zur Beheizung in fast allen Teilen des Kochers verschiedene Temperaturen auf, die sich ungünstig auf die Gleichmässigkeit des A. ufschlusses auswirken.
Um jedoch einen möglichst gleichmässig aufgeschlossenen Stoff für die Zwecke der chemischen Weiterverarbeitung des Zellstoffes zu erhalten, genügen die hisherigen Verfahren der Kocherbeheizung, durch die alle Zonen im Kocher beheizt werden, nicht.
Es wurde nun gefunden, den Drehkocher durch ein Verfahren zu beheizen, das zu allen Zeiten und an allen Stellen des Kochers gleiche Temperaturen und dadurch einen gleichmässigen Aufschluss gewährleistet.
Gemäss dem Verfahren wird der Dampf nur noch in der jeweils untersten Raumzone, der Fliissigkeitszone, eingeleitet, während die mittlere und die obere Zone nicht mehr unmittelbar beheizt werden. Die Koehfliissig- keit gibt dann die Wärme durch Ver dampfung an die andern Zonen weiter, und der Kocher verhält sich also trotz seiner Drehung ivie ein Dampfkessel, bei dem auch die Wärme zuerst der Flüssigkeit zugeführt wird und dadurch sowohl Im Flüssigkeits- raum. wie im Dampfraum bezw. im Koch- gutraum jeweils die gleiche Temperatur ent- sprechend dem Kochergut vorliegt.
Dadurch wird ein Überhitzen im Dampfraum und Un terkühlen im Flüssigkeitsraum vermieden und ein gleichmässiger Aufschluss des Kochgutes gewährleistet. Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zum Heizen von Drehkochern besitzt ein feststehendes Dampfzuftihrungsrohr, das durch die Drehachse des Kochers in den Kocher hineinragt und nur eine nach unten gerichtete Öffnung besitzt.
Dureh dieses Zuleitungsrohr in der Drehachse wird der Dampf einem mit dem Kocher sich drehenden Verteilergehäuse, das eine beliebige Anzahl strahlenförmig ab gehender Abzweigstutzen besitzt, zugefuhrt und durch dieses durch abwechselnd bei der Drehung freigegehene Durchtrittslöcher je u eils in die unterste Flüssigkeitszone des Kochers eingeleitet. Das Verteilergehäuse fiihrt die Drehungen des Kochers mit durch.
Die Abzweigstutzen, deren Anzahl beliebig sein kann, kann mit Heizrohren verbunden sein, die gleichmaBig auf den Kocherumfang verteilt sind und den Dampf entweder direkt oder durch Siebböden in den Kocher austreten lassen. Der Dampf kann jedoch nur durch den Stutzen treten, der sich beim Drehen gerade vor der Offnung befindet, also nach unten in die Flüssigkeitszone.
Beispielsweise sei auf die Zeichnung verwiesen, welche in
Fig. 1 einen senkrechten Schnitt und in
Fig. 2 einen Schnitt nach Linie II-II in Fig. 1 durch ein Ausführungsbeispiel zeigt, bei welchem der aus dem feststehenden Dampfzuführungsrohr a, das durch die Drehachse des Kochers in den Kocher hineinragt, durch die nach unten gerichtete Offnung b der Dampf entweder direkt oder durch die Siebe in den Kocherraum nach unten in die Fliissigkeitszone tritt.
Dabei sitzt der Rohrkonus dicht anschliessend in einem Verteilergeh use c mit mehreren, hier vier dargestellten Abzweigstutzen d. Das Verteilergeh. iuse ist mittels eines Flanches e fest mit dem Kochermantel f verbunden und dreht sich mit dem Kocher. Die Abzweigstutzen d sind mit Heizrohren g verbunden, die gleichmässig auf dem Kocherumfang verteilt sind, und, wie schon betont, den Dampf entweder direkt oder durch Siebe nach unten in die Flüssig keitszone austreten lassen, da der Dampf jeweils nur durch den Stutzen austreten kann. dssr sich beim Drehen gerade vor der Öffnung b befindet.