Treibriemen für Riementriebe mit konisehen Riemenrollen. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Treibriemen für Riementriebe mit ko nischen Riemenrollen, wie solche zur Herbei führung stufenloser Drehzahländerungen im Maschinenbau, insbesondere für den Antrieb von Spinnmaschinen, Zahnradpumpen, Pa piermaschinen usw. vielfach verwendet wer- < len.
Für derartige Antriebe werden haupt sächlich Flachriemen verwendet, welche je doch den gestellten Anforderungen nicht zu genügen und keine einwandfreie Kraftüber tragung zu vermitteln vermögen. Derartige Flachriemen haben .die Tendenz, sich mit der ganzen Innenfläche an die konischen Riemen rollen anzulegen, wobei sie sich infolge der einander entgegengesetzten Konizität der Riemenscheiben verziehen, krumm laufen und einem vorzeitigen Verschleiss unterwor fen sind.
Ausserdem ist bei Verwendung von solchen Flachriemen für Konusseheibentriebe die Adhäsion zwischen Scheibe und Riemen eine nur geringe, und zwar beträgt der Rei- bungskoeffizient in der Regel nur etwa ,u=0,15. Diese geringe Reibungszahl hat in der Praxis erhebliche Gleitverluste zur Folge und führt zu einem entsprechenden Produktionsausfall. Ausserdem reagieren sol che Flachriemen nachteilig auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen, welcher Umstand die Fehlerquelle erhöht.
Sodann müssen Flachriemen zufolge ihres ungenü genden Dehnungswiderstandes des öfteren ge kürzt werden, eine Massnahme, die ebenso zeitraubend wie kostspielig ist.
Aus den angeführten Gründen hat man schon versucht, ,die Riemen für konische Rie menscheiben auf der Innenseite mit einem schmalen Reibungsbelag zu versehen. Jedoch auch diese Massnahme vermöchte die ange führten Mängel nicht restlos zu beseitigen.
Insbesondere leiden derartige mit schmalem Reibungsbelag versehene Riemen sehr unter der Beanspruchung durch .die Riemenfüh- rungsgabeln. Treibriemen für Riementriebe mit konischen Riemenrollen haben bekannt lich das Bestreben, stets gegen den grösseren Durchmesser hin aufzulaufen; sie müssen deshalb zur Erzielung eines guten Laufe in einer bestimmten Übersetzungsstufe in Riemengabeln zwangsläufig geführt werden, wobei sie, wie erwähnt, das Bestreben haben, sich mit den Schmalseiten an den Riemen gabeln zu scheuern.
Alle diese Nachteile sollen nun durch den Treibriemen nach der Erfindung weit gehend eliminiert werden. Zu .diesem Zwecke ist der Riemen erfindungsgemäss auf der zum Anliegen an den Riemenrollen kommenden Seite mit einem Reil)ungsbclag versehen, des sen Querschnitt sich von der Mitte nach den Rändern verjüngt.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfinduiigsgegenstan- des dargestellt, und zwar zeigt: Fig. 1 einen Riementrieb mit zwei koni schen Riemenrollen mit gewöhnlichen Flach riemen, Fig. 2 einen Riementrieb mit zwei koni schen Riemenrollen und (lern erfindungs gemässen Treibriemen, Fig. 3 einen Querschnitt des Riemen nach der Linie III-111 in Fig. 4,
Fig. 4 eine Ansicht eines Teilstückes des Riemens in Richtung des in Fig. 5 einge zeichneten Pfeils IV gesehen und Fig. 5 einen Schnitt durch ein Riemen stück nach der Linie V-V in Fig. 4.
In Fig. 2 bis 5 bezeichnen 1 und 2 zwei konische Riemenrollen, welche beiden Rollen durch einen Treibriemen miteinander verbun den sind. Dieser weist ein Zugband 3 auf, das auf der zum Anliegen an den Riemenrol len kommenden Seite mit einem Reibungs- belag 4 versehen ist, der sich über die ganze Breite des Riemens 3 erstreckt und eine kon vex gewölbte Reibungsfläche 5 aufweist.
Der Reibungsbelag 4 ist ebenfalls durch einen Rie- nien gebildet, dessen Querschnitt sieh von der Mitte nach den Rändern verjüngt und der mit dem Riemen 3 z. B. durch nahtlose Lei- niung zu einem untrennbaren Ganzen verbun den ist. Zur Erhöhung der Geschmeidigkeit des Reibungsbelages bezw. des ganzen Rie mens ist der Reibungsbelag mit einer Anzahl quer zur Riemenebene verlaufender Löcher G versehen.
Diese Löcher sind zueinander der art angeordnet, dass höchstens ein einziges Loch in jede Querschnittsebene III-III zu liegen kommt. Hierdurch wird eine allzu starke Querschnittsverminderung und eine entsprechendeFestigkeitsbeeinträchtigung des Reibungsbelages vermieden.
Der dargestellte und beschriebene Riemen liegt, wie in Fig. 3 gezeichnet, an der Konus rolle 1 an und ist dadurch dem Verziehen, wie dies in Fig. 1 angedeutet ist, praktisch gar nicht unterwarfen. Die bombierte Rei bungsfläche ermöglicht ein gutes Anliegen an .der Konusrolle ohne die Tendenz, sich zu verziehen.
Auch ist der beschriebene Riemen gegenüber den Führungsgabeln bedeutend widerstandsfähiger, da die Schmalseiten des Riemens durch den sich über dessen ganze Breite erstreckenden Reibungsbelag verstärkt sind und bei gleichbleibendem Gabeldruck einer entsprechend geringeren spezifischen Pressung und Abnützung unterworfen sind. Da der beschriebene Riemen infolge der nur linienförmigen Beaufschlagung in jeder Stel lung tatsächlich auf nur einer
Übersetzungs stufe läuft, ist auch dieMöglichkeit gegeben, die Umdrehungszahlen und das Übersetzungs verhältnis auf das genaueste einzuregulieren; so dass für jede Übersetzungsstufe eine gleichbleibende Leistung und eine gleich mässige Arbeitsweise -der angetriebenen Ma schinen sowie eine gleichbleibende Qualität ; der von der Maschine hergestellten Produkte gewährleistet ist.
Das Querschnittsprofil des Reibungsbe lages kann nach Wahl kreisbogenförmig, ellipsenförmig oder trapezförmig begrenzt sein. Infolge der Lochung des R,eibung%be- lages können sich die Lederfasern des Be lages beim Biegen verschieben; die Druck spannung wird also herabgemindert und auch die Zugspannung in der äussern Riemen schicht wird zufolge der grösseren Flexibili tät des Riemens kleiner:
Durch die Möglich keit der Faserverschiebung wird die bei nor malen Doppelriemen sich ungünstig auswir- kende Zerrung bezw. Stauchung der Leder- fasern. vermindert.
Ferner kann sich der beschriebene Rie men zufolge des gelochten Reibungsbelages tadellos an -die Riemenscheibe anschmiegen, weil die zwischen Riemen und Riemenscheibe mitgeführte Luft in die Löcher der Rei bungsauflage abgedrängt wird. Aus diesem Grunde wird selbst bei grossen Riemenge- schwindigkeiten ein geräuschloser Lauf er zielt. Zudem erhöht sich die Kraftübertra- gungsfähigkeit.
Sodann wird beim Leimen der beiden Riemen allfällig zu viel aufgetragener Leim durch die Löcher des Reibungsbelages beim Pressen herausgedrückt und kann dann leicht entfernt werden. Es können also keine s.oge- nannte Leimnester entstehen, die beim nor malen Doppalriemen zu Verhärtungen und Versteifungen führen.