-Vorrichtung zur stereophonischen Schallübertragung. Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur stereophonischen Schall übertragung mittels mehrerer getrennter Kanäle. Solche mit mehreren räumlich ge trennten Mikrophonen und für jedes Mikro phon mit einem Verstärker und einem Wie dergabelautsprecher versehene Vorrichtungen sind bekannt.
Es ist bereits bekannt, statt räumlich getrennter Mikrophone diese an einem Ge genstand anzubringen, der akustisch die Auf gabe des Menschenkopfes erfüllt und dessen Mikrophone an die Stelle der Ohren treten. Es hat sich aber erwiesen, dass ein solcher Gegenstand, dessen Grösse jener eines norma len 14lenschenkopfes entspricht, eine so grosse Schirmwirkung für das von der Schallquelle abgewendete Mikrophon hat, dass an der Wiedergabeseite eine sehr starke Stereowir kung wahrnehmbar ist, d. h.
da.ss bereits bei einer geringen seitlichen Verstellung der ur- s.prünglichen Schallquelle an der Wieder gabeseite ein scharfer Übergang der Rich- tung stattfindet, aus der der Schall zu stammen scheint.
Um diese allzu starke Stereowirkung der Schallaufna-hmevorrichtung auszugleichen, ist bereits vorgeschlagen worden, die Abmessun gen des Gegenstandes, an dem die Mikro phone befestigt sind, derart zu verringern, dass dieser Gegenstand für Schwingungen unterhalb 600 Hertz kein akustisches Ifinder- nis mehr bildet, also die Aufnahmevorrich tung fürSchallschwingungen unterhalb dieser Frequenz keine Stereowirkung mehr hat.
Aus baulichen Gründen ist es aber häufig er wünscht, diesen Gegenstand grösser als diese ,gestellte Grenze zu bemessen.
Die vorliegende Erfindung schafft eine Lösung, falls die Mikraphone an einem Ge genstand angebracht werden müssen, der in folge seiner Bemessung eine zu grosse Stereo wirkung aufweist.
Nach der Erfindung wird der hohe und der niedrige Frequenzbereich durch geson derte Wiedergabevorrichtungen wiedergege- ben, und es wird die Trennung zwischen dem hohen und dem niedrigen Frequenzbereich derart gewählt, dass die zu grosse Stereo- %1#irkung der Aufnahmevorrichtung durch (las Fehlen -der Stereowirkung der Scliallschwin- gun-gen des niedrigen Frequenzbereiches, die,
nur von einer einzigen Wiedergabevorrich tung wiedergegeben werden, ausgeglichen wird. Hierbei wird aber zur Erzielung der erwünschten Wirkung die Anforderung ge stellt, dass sich die Wiedergabevorrichtung für den niedrigen Frequenzbereich zwischen den für den hohen Frequenzbereich bestimm ten befindet. I-nter Wiedergabevorrichtung soll auch eine Lautsprechergruppe, die aus mehreren nahe beisammenliegenden Laut sprechern besteht, verstanden sein.
Die von den Wieder,galxvorrichtungen für den hohen Frequenzbereich ausgestrahl- ten Schallwellen haben eine Stereowirkung. Infolge der Schirmwirkung der Aufnahme vorrichtung ist diese Wirkung aber so stark, da.ss eine plötzliche Änderung der schein baren Richtung des Schalles von der Mittel stellung nach einer der Wiedergabevorrich tungen eintritt.
Wenn -die einzige Wieder gabevorrichtung für den niedrigen Frequenz bereich nur Frequenzen bis etwa 300 Hertz wiedergeben würde, die bekanntlich keine Richtwirkung haben, so hätte dies keinen Einfluss auf die gesamte Stereowirkung.
Wenn der von dieser Wiedergabevorrichtung wiedergegebene Frequenzbereich bis zu Fre quenzen mit einer Richtwirkung ausgedehnt wird, also oberhalb 300 Hertz, so ist die ge samte Stereowirkung des wiedergegebenen Schalles sowohl vom Schall im niedrigen Frequenzbereich, als auch von dem im hohen Frequenzbereich abhängig, weil das Menschenohr Schall gleichen Charakters (Sprache oder Musik) aus verschiedenen Richtungen zu einer einzigen scheinbaren Richtung kombiniert.
Vorzugsweise wird die Grenze bei etwa 1200 Hertz gelegt. Die Frequenzen von 300 bis 1100 Hertz kompensieren dann die über mässig starke Stereowirkung der Aufnahme vorrichtung. Es ist an sich bekannt, die Schallwieder gabe, namentlich in grossen Räumen, mit für den hohen und den niedrigen Frequenz bereich gesonderten Wiedergabevorrichtun gen erfolgen zu lassen.
Es ist bereits bekannt, derartige Wiedergal>evorriehtungen auch zur stereophonischen Schallwiedergabe zu ver wenden, wobei dann für den hohen Fre quenzbereich mehrere gesonderte Wieder- ;;albevorriohtungen, für den niedrigen Fre quenzbereich nur eine einzige 'N#@"iedergabe- vorrichtung vorhanden zu sein braucht.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand eines in der beiliegenden Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbei spiels näher erläutert.
In der Figur ist ein akustisches Hinder nis, z. ss. ein Pult oder eine Säule des Saals, an der zwei Mikrophone 13 und 14 zu beiden Seiten befestigt sind, mit 12 Nr- zeichnet. Diese Mikrophone sind über ge- trennto Leitungen mit den Verstii.rkern 1:5 und<B>16</B> verbunden.
Die Ausgänge dieser Ver stärker sind mit den Wiedergabevorrichtun- (,en 19 bezw. 20 über Filter 17 bezw. 18 verbunden, die ausschliesslich den hohen Frequenzbereich durchlassen. Die untere Grenze dieser Filter liegt zwischen 1000 und 1200 Hertz. Von diesen Verstärkern wird ausserdem die )Viedergabevorrichtung 23 für den niedrigen Frequenzbereich gespeist; die Frequenzen oberhalb einer Grenze von 1000 bis 1200 Hertz werden mittels Filter 21 und 22 entfernt gehalten.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel be steht die Wiedergabevorrichtung für niedrige Frequenzen aus einem einzigen auf einem Randsehirm 24 angeordneten Lautsprecher 223. Insbesondere in grossen Anlagen kann die Wiedergabevorrichtung für den niedrigen Frequenzbereich aus mehreren Lautsl)reehern, die zusammen auf einem Randschirm an geordnet sind, bestehen.
In diesem Falle können diese Lautsprecher entweder sämtlich parallel geschaltet sein und über die beiden Filter 21 und 22 gespeist werden, oder es ist ein jedes Filter mit einem Teil der Ge samtzahl Lautsprecher für die niedrigen Fre- cüienzen verbunden.
Auch die Wiedergabe- vorrichtungen 19 und 20 für .den hohen Fr@ecIneiizbereich können gegebenenfalls je au., mehreren nebeneinander angeordneten, parallel geschalteten Lautsprechern statt je eine., einzigen Lautsprechers bestehen.
Der Gegenstand 12 ist aus baulichen oder Dekorationsgründen derart bemessen, dass die Mindestabmessung wenigstens der Breite ein^@y Menschenkopfes, also wenigstens 15 cm entspricht. Demnach ist die Schirmwirkung für von der Schalllquelle 11 stammende Schallwellen derart., dass das Mikrophon 13 für Schwingungen, denen eine Richtwirkung beizumessen ist, d. h. oberhalb 300 Hertz, praktisch keine Schallintensität empfängt.
Die Verstellung der .symmetrisch in be- zug auf die beiden Mikrophone 13 und 14 liegenden Schallquelle 10 nach der Stelle 11 ,wird also zur Folge haben, dass der Schall anstatt von den beiden Lautsprechern 19 und 20 mit gewünschter ungleicher Intensität, praktisch ausschliesslich vom Lautsprecher 20 zu stammen s-cheint. Eine weitere Verstellung ;der Sehal'lquelle in seitlicher Richtung hat also keine weitere Änderung im Intensitäts- verhältnis,des von den Lautsprechern 19 und 20 wiedergegebenen Schalles zur Folge.
Der Hörer wird also keine weitere Verstellung i wahrnehmen.
Wenn der Lautsprecher 23 den niedrigen Frequenzbereich mit der allgemein üblichen obern Frequenzgrenze von 300 bis 500 Hertz wiedergibt, so wird die Richtung, aus der der s Schall an der Wiedergabeseite scheinbar stammt, praktisch nicht ändern, da diesen niedrigen Frequenzen keine Richtwirkung innewohnt. An diesen niedrigen Frequenzen vermag der Hörer die Richtung der Schall quelle nicht festzustellen. Durch Aus dehnung des Frequenzbereiches nach höheren Frequenzen werden von dem Lautsprecher 23 ausserdem jedoch SehalLwellen mit einer Richtwirkung ausgesandt.
Der Hörer nimmt dann den Schall aus drei verschiedenen Richtungen wahr, das heisst von den Laut sprechern 19, 23 und 20. Das Menschenohr kombiniert dies zu einer einzigen scheinbaren Richtung der Schallquelle. Weil der Laut sprecher 23 zwischen den beiden andern an g,ordnet ist, liegt die scheinbare Richtung des Schalles dichter an dem Lautsprecher 23, als wenn dieser keine Schallwellen mit Richt- wirkung ausstrahlt.
Die scheinbare seitliche Verstellung ist also verringert; grössere seit liche Verstellungen der Schallquelle sind noch wahrnehmbar. Diese Erscheinung ist um so stärker, je nachdem der Lautsprecher 23 einen grösseren Teil der Frequenzen aber- halb 300 Hertz wiedergibt, mit andern Worten, je nachdem die Trennung zwischen dem hohen und niedrigen Frequenzbereich nach höheren Frequenzen verschoben wird. Praktisch hat es sieh gezeigt, dass eine Tren nung im Bereiche zwischen 1000 und 1200 Hertz befriedigende Ergebnisse liefert.
Die meist regelmässige Verteilung des Schalles und also auch die beste Annäherung der wirklichen Stelle der Schallquelle bei der Wiedergabe wird erhalten, wenn der Laut sprecher 23 mit dem Randschirm 24 symme trisch zwischen den Lautsprechern 19 und 20 angeordnet ist. In Sälen bildet dies auch baulich die einfachste Lösung, weil die Laut sprecher 19 und 20 dann an den Seiten und der Randschirm 24 halbwegs einer Seite des Saales angeordnet werden.