Vorrichtung zum Abrichten von Schleifscheiben. Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung an Schleifmaschinen zum Abrichten der Schleifscheiben. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass das Abrichtwerkzeug so ver stellbar ist, dass sich seine Arbeitsstelle längs mindestens einer Geraden bewegen kann, und dass es um eine Achse schwenkbar ist, so, dass sich seine Arbeitsstelle einem Kreisbogen ent lang bewegen kann, wobei die Arbeitsstelle des Abrichtwerkzeuges und die genannte Schwenkachse ständig in ein und derselben Ebene des Halters des Abrichtwerkzeuges liegen,
so dass ein Abrichten der Schleif scheibe entlang mindestens einer Geraden und einem Kreisbogen ohne Neueinstellen der Einstellmittel im Zuge eines Abrichtvor- ganges möglich ist. Dadurch lässt sich das Abrichten der Schleifscheiben einfach und rasch durchführen.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungs beispiele des Erfindungsgegenstandes sche matisch dargestellt, und zwar zeigen: Fig. 1 bis 3 eine Ausführungsform in drei verschiedenen Stellungen beim Abrich ten einer kegeligen Topfschleifscheibe, in Draufsicht und Ansicht, Fig. 4 bis 6 eine zweite Ausführungsform in ähnlichen Ansichten: Gemäss Fig. 1 bis 3 ist an dem Maschi nenständer 10 einer nicht näher dargestellten Schleifmaschine, die zum Beispiel eine kege lige Topfschleifscheibe 11 trägt, eine zylin drische Tragstange 12 angeordnet, an der ein Tragstück 14 der Abrichtvorrichtung ver schiebbar angeordnet und mittels einer Klemmvorrichtung 16 bekannter Art fest stellbar ist.
Um eine Achse 18, die die Rich tung der Tragstange 12 kreuzt, ist eine Scheibe 20 drehbar auf dem Tragstück- ge lagert und mit einem die Achse 18 kreuzen den schwalbenschwanzförmigen Teil 22 ver sehen, der als Gleitbahn eines Schlittens 24 dient, also den den Schlitten führenden Teil bildet. Der Drehwinkel der Scheibe 20 kann mittels einer Marke 26 an einer Skala 28 ab gelesen werden und durch eine Klemmvor- richtung 30 bekannter Art festgestellt wer den.
Die Längsverschiebung des Schlittens 24 wird mittels einer an ihm befestigten Zahnstange 32 und eines Zahnrades 34 be wirkt, das durch einen Stellknopf 36 und eine Welle 38 betätigt wird. Eine Feinver stellung in der Längsrichtung ist möglich durch Drehen eines durch einen Stellknopf 39 betätigten und im Schlitten 24 gelagerten Schraubenbolzens 40 gegenüber einer Büchse 41, die zu diesem Zweck mittels einer Druck schraube 42 im Schlitten 24 festgeklemmt wird.
Um eine weitere, zu der Achse 18 paral lele Achse 44 ist auf dem Schlitten 24 eine zweite Scheibe 46 drehbar gelagert, auf wel cher der Halter 48 des Abrichtwerkzeuges 50 verschiebbar angeordnet ist. Das Werk zeug ist also auf dem Schlitten 24 um die Schwenkachse 44 schwenkbar. Die Drehbewe gung der Scheibe 46 kann an einer Skala 47 abgelesen und durch eine an sich bekannte Klemmvorrichtung 51 verriegelt werden. Das Tragstück 14 ist quer zur Richtung der Ach sen 18, 44 verschiebbar, und die Tragstange kreuzt die Richtung der beiden Achsen 18, 44. Zum Abrichten wird ein Diamant 52 be nützt.
Die Arbeitsstelle des Abrichtwerk- zeuges 50 und die Achse 44, um die das Ab- richtwerkzeug verschwenkt werden kann, lie gen ständig in ein und derselben Ebene des Halters 48 des Abrichtwerkzeuges. Der Hal ter 48 des Abrichtwerkzeuges lässt sich mit tels einer Stellschraube 54 und eines als Schraubenmutter ausgebildeten Bolzens 56 der Scheibe 46 auf dem als Schlittenführung dienenden obern Teil der Scheibe 46 verstel len. Diese zur Einstellung der Entfernung der Spitze des Diamanten 52 von der Achse 44 dienende Relativverschiebung der Teile 48 und 46 kann mit. Hilfe einer Skala 58 und einer Marke 60 abgelesen werden.
Um die Wirkungsweise dieser Abricht- vorrichtung klar zu machen, wird nach stehend das Abrichten einer kegeligen Topf schleifscheibe beschrieben.
Beim Einstellen der Abrichtvorrichtung wird an Hand der Skala 28 durch Schwen- ken der Scheibe 20 um die Achse 18 der Schlitten 24 in der Abrichtrichtung, also zum Beispiel parallel zu der kegeligen Fläche 66 der Schleifscheibe, eingestellt. Durch Schwenken der Scheibe 46 wird an Hand der Skala 47 der Halter 48 quer zur Längs richtung des Schlittens 24 eingestellt und das Abrichtwerkzeug 50 an Hand der Skala 58 gegenüber der Achse 44 so versetzt, dass die Spitze des Diamanten 52, also die Arbeits stelle des Werkzeuges, von dieser Achse einen dem Halbmesser der Krümmung 68 entspre chenden Abstand hat. Als Einstellmittel die nen hier also die Skalen 28, 47 und 58.
Nach diesem Einstellvorgang kann durch Längs verschieben des Schlittens 24 und damit auch des Diamanten 52 das Abrichten der Kegel fläche 66 der Schleifscheibe erfolgen. Bei dem Längsverschieben des Schlittens 24 be wegt sich die Arbeitsstelle des Werkzeuges einer Geraden entlang.
Das Abrichten der Rundung 68 kann an schliessend an das Abrichten der Kegelfläche ohne Neueinstellung der Einstellmittel 28, 4 7 und 58 erfolgen, d. h. ohne Neueinstellung einer neuen Abrichtrichtung des Abricht- werkzeuges und seiner Entfernung von der Schwenkachse 44. Zu diesem Zweck wird nur an der Stelle, an welcher das Abrichten der Rundung 68 beginnen soll, die Längs bewegung des Abrichtwerkzeuges durch Fest stellen des Schlittens 24 verriegelt und statt dessen durch Lösen der Klemmvorrichtung 51 eine Drehbewegung des Abrichtwerkzeu- ges um die Achse 44 ermöglicht.
Das Ab richten der Rundung 68 erfolgt dann durch Schwenkung des Halters 48 um diese Achse, wie in Fih. 2 gezeigt ist. Dabei bewegt sieh die Arbeitsstelle des Werkzeuges längs eines Kreisbogens.
Wenn anschliessend auch die Stirnfläche 70 der Topfschleifscheibe abgerichtet werden soll, wird gemäss Fig. 3 der Schlitten 24 durch Drehung um die Achse 18 in seiner Längsrichtung parallel zu der Stirnfläche eingestellt; zugleich wird der Halter 48 des Abrichtwerkzeuges um die Achse 44 quer zum Schlitten 24 gedreht und dann seine Drehbewegung verriegelt. Das Abrichten er folgt hierauf durch Längsverschieben des Schlittens 24. Dabei bewegt sich die Arbeits stelle des Abrichtwerkzeuges entlang einer Geraden.
Um unmittelbar vor und nach dem Ab richten einer Rundung die Schleifscheiben auch entlang gerader Linien abrichten zu können, um also zum Beispiel nach dem vor stehend beschriebenen Abrichten der Kegel fläche 66 und der Rundung 68 auch anschlie ssend ohne Neueinstellung der Einstellmittel die Stirnfläche 70 abrichten zu können, ist bei dem zweiten Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 bis 6 die Tragstange der Abrichtvor- richtung als Schwenkarm ausgebildet. Zu die sem Zweck ist am Maschinenständer 10 ein Schwenkarm 82 um eine zu den beiden Ach sen 18, 44 der Abrichtvorrichtung parallele Achse 80 schwenkbar und mittels einer Klemmvorrichtung 84 feststellbar gelagert.
Die Grösse der Schwenkung des Schwenk armes kann mittels einer Marke 86 an einer Skala 88 abgelesen werden. Dieser zweck mässig mit Schwalbenschwanzquerschnitt aus geführte Schwenkarm dient als Gleitbahn für das als Schlitten ausgebildete Tragstück 14, das eine entsprechend geformte Öffnung auf weist und mit einem durch einen Stellknopf 90 drehbaren Zahnrad 92 versehen ist; dieses Zahnrad greift in eine Zahnstange 94 des Schwenkarmes ein. Wird der Stellknopf 90 betätigt, so gleitet das Tragstück 14 an dem. Schwenkarm entlang. Auf der Achse 18 des Tragstückes 14 sind dann in der beschrie benen Weise die Teile 20, 24, 46 und 48 der Abrichtvorrichtung dreh- und verschiebbar gelagert.
Bei Benützung dieser Vorrichtung wird, wie in Fig. 4 und 5 gezeigt ist, der Schwenk arm 82 mittels der Skala 88 und der Klemm vorrichtung 84 parallel zu einer der beiden geraden Abrichtrichtungen, also zum Beispiel zu der kegeligen Fläche 66 der Schleif scheibe ein- und festgestellt, während der Schlitten 24 mittels der Skala 28 mit seiner Längsrichtung parallel zu der andern ge raden Abrichtrichtung, hier also zu der Stirn- fläche 70, eingestellt wird. Die Einstellung des Halters 48 und des Abrichtwerkzeuges 50 geschieht in der beim ersten Beispiel bereits beschriebenen Weise an Hand der Skalen 47 und 58. Als Einstellmittel dienen hier also die Skalen 28, 47, 58 und 88.
Durch Verschieben des Tragstückes 14 längs des Schwenkarmes 82 wird mit dem Abrichtwerkzeug 50 zuerst die Kegelfläche 66 abgerichtet, wobei sich die Arbeitsstelle des Abrichtwerkzeuges 50 entlang einer Ge raden bewegt. An der Stelle, an welcher das Abrichten der Rundung 68 beginnen soll, wird ohne Neueinstellen der Einstellmittel das Tragstück 14 gegen eine weitere Be wegung verriegelt und die Drehbewegung des Abrichtwerkzeuges um die Achse 44 frei gegeben; durch seine Verschwenkung erfolgt das Abrichten der Rundung 68, wie in Fig. 4 gezeigt ist. Dabei bewegt sich die Arbeits stelle des Abrichtwerkzeuges 50 längs eines Kreisbogens. Hierauf wird ebenfalls ohne Neueinstellen der.
Einstellmittel die Dreh bewegung des Abrichtwerkzeuges wieder ver riegelt und der Schlitten 24 zu einer Längs verschiebung freigegeben, durch die das Ab richten der Stirnfläche 70 erfolgt. Hierbei bewegt sich die Arbeitsstelle des Abricht- werkzeuges 50 entlang einer andern Geraden.