Doppelstrom-Generator. Es ist bekannt, dass dem Anker einer Gleichstrommaschine, deren Ankerwicklung an bestimmten Punkten zu zwei oder mehr Schleifringen geführt wird, ausser Gleich strom gleichzeitig auch Wechselstrom ent nommen werden kann. Solche Doppelstrom- Generatoren sind zum Beispiel mechanisch angetriebene Einankerumformer. Ferner ist es auch bekannt, dass bei solchen Maschinen jede Stromart in einer eigenen Ankerwick lung erzeugt werden kann. In beiden Fällen aber hat bei solchen Ausführungen jede Stromart einen nachteiligen Einfluss auf die andere Stromart zur Folge.
So wird bei spielsweise bei nur gleichstromseitiger Bela stung infolge der Ankerrückwirkung auch die Spannung der andern Stromart beeinflusst und umgekehrt. Noch nachteiliger ist jedoch die Einwirkung des durch den Wechselstrom erzeugten Querflusses auf die Kommutation des Gleichstromes. Diese ungünstigen gegen seitigen Einflüsse der zwei Stromarten sind eine Folge der magnetischen Verkettung zwischen den Ankerwicklungen der beiden Stromarten. Alle Versuche, diese Mängel zu beheben, haben aber noch keine einwandfreie Lösung hervorgebracht, und infolgedessen sind Doppelstrom-Generatoren ausser für ver hältnismässig kleine Leistungen bis jetzt in der Praxis nicht angewendet worden.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich nunmehr auf einen Doppelstrom-Generator mit getrennten Gleich- und Wechselstrom ankerwicklungen und einen gemeinsamen Feldsystem, bei welchem die erwähnten Nach teile der bisherigen Ausführungen beseitigt werden. Dies wird gemäss der Erfindung da durch erreicht, dass die Gleichstrom- und Wechselstromankerwicklungen über den Um fang verteilt, aber nicht in denselben Ab schnitten des Umfanges untergebracht sind, damit beide Wicklungsarten voneinander an nähernd magnetisch entkoppelt werden.
An Hand des in der Zeichnung in schema tischer Weise dargestellten Ausführungsbei spiels ist die Erfindung näher erläutert, und zwar zeigt die Figur die Abwicklung eines Teils eines zehnpoligen Doppelstrom-Genera- tors.
Der Einfachheit halber sind in der Figur nur sechs aufeinanderfolgende Pole N, S ge zeigt. Unter dem ersten positiven Pol N so wie unter dem sechsten negativen Pol S be finden sich die Schleifenwicklungen G, die sich diametral gegenüber über genau je zwei Polteilungen erstrecken. Jedes Element die ser beiden Wicklungen G ist zu einer Kol lektorlamelle K geführt. Diejenigen Kollek torlamellen K, die bei einer normalerweise über den ganzen Ankerumfang verteilten Wicklung gleiches Potential haben würden, sind durch die Ausgleichverbinder A unter einander verbunden. Mittels dieser Ausgleich verbinder A sind die beiden sich unter dem ersten und dem sechsten Pol N bezw. S be findenden Schleifenwicklungen G elektrisch miteinander verbunden.
Sie bilden somit das Äquivalent einer auf zwei Pole reduzierten Gleichstromwicklung mit mehreren durch die Ausgleichverbinder miteinander parallel ge schalteten Kollektoren. Aus diesen sich nur über einen Teil des Ankerumfanges erstrek- kenden Wicklungen G kann daher Gleich strom und gleichzeitig bei Eigenerregung der zur Magnetisierung der Feldpole erforderliche Erregerstrom entnommen werden. Zwischen den beiden Gleichstromwicklungen G sind ferner auf diametral gegenüberliegenden Sei ten des Ankers in getrennten Nuten die zwei Schleifenwicklungen W angeordnet, die sich bei diesem Ausführungsbeispiel über genau je drei Polteilungen erstrecken.
In der Figur ist nur eine der beiden Wicklungen W ver anschaulicht, aber auf dem gegenüberliegen den, nicht gezeichneten Teil des Ankerumfan ges ist die andere Wicklung W in analoger Weise angeordnet. Aus diesen zwei Schlei fenwicklungen W wird durch Schleifringe, die an geeigneter Stelle mit den Wicklungen in Verbindung stehen, der gewünschte Wech selstrom entnommen. Zwischen den Polen N, S sind noch die Wendepole P angeordnet.
Durch diese besondere Anordnung der Gleichstrom- und Wechselstromwicklungen in eigenen Ankernuten sind die Stromkreise der Wicklungen für beide Stromarten elek trisch vollständig und magnetisch annähernd getrennt. Daher hat eine Belastungsänderung der Gleichstromseite praktisch keinen Einfluss auf den Wechselstromkreis, solange keine Än derung der Erregung eintritt, was der Fall ist, wenn der Generator fremderregt ist:
Bei Eigenerregung hat eine Belastungsänderung auf der Gleichstromseite nur soviel Einfluss auf die Wechselstromseite, 'als diese Bela stungsänderung die Erregerspannung ändert und damit den die Gleich- und Wechselspan nung erzeugenden Kraftfluss beeinflusst. Die Grösse der Beeinflussung hängt vom Sätti gungszustand des magnetischen Kreises ab. Im Ausführungsbeispiel, wo es sich um eine zehnpolige Maschine handelt, sind für die Gleichstromwicklung zwei Pole und die Wechselstromwicklung vier Pole ausgenützt.
Je nach dem Leistungsbedarf der beiden Stromsysteme kann aber die Aufteilung der Wicklungen über den Ankerumfang ohne weiteres eine andere sein. Ferner ist die An ordnung gemäss der Erfindung selbstverständ lich nicht auf Schleifenwicklungen be schränkt, sondern es können beispielsweise auch ohne weiteres Wellenwicklungen ange wendet werden.
Doppelstrom-Generatoren nach der Erfin dung sind besonders geeignet für Anlagen, wo Raumersparnis von ausschlaggebender Be deutung ist, wie beispielsweise in Schiffen, Triebfahrzeugen usw., wo die Wechselstrom leistung im Verhältnis zur Gleichstrom leistung gross sein kann und die Unterbrin gung einer besonderen Gleichstrommaschine für die Erregung oder die Hilfsantriebe nicht möglich ist; oder zu grossen Platzaufwand erfordern würde.