CH225974A - Verfahren zur Erzeugung verkaufsfertiger Kunstseide-Zwirnwickel. - Google Patents
Verfahren zur Erzeugung verkaufsfertiger Kunstseide-Zwirnwickel.Info
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Description
Verfahren zur Erzeugung verkaufsfertiger Kunstseide-Zwirnwickel. Kunstseide wird bekanntlich in versahie- dener Wickelform ersponnen, und man unter scheidet demgemäss das Spulen-, Haspel- und Zentrifugenspinnverfahren. Bei den beiden erstgenannten Verfahren ist der Faden in der erzielten Wickelform ungedreht; regel mässig bedarf es einer nachfolgenden Zwir nurig und Aufwicklung in verkaufsfähige Form, die unmittelbar in der weiterverarbei tenden Industrie Anwendung finden kann. Vor dem Verzwirnen muss der Faden der üblichen Nachbehandlung zwecks Entfer nung der Chemikalienreste einschliesslich der Trocknung unterworfen werden.
Beim Spulenspinnverfahren verwendet man im allgemeinen gelochte Spinnhülsen, welche eine Nachbehandlung ermöglichen und welche nach dem Trocknen auf Zwirn spindeln aufgesteckt werden. Durch Ab ziehen des Fadens über Kopf wird die ge wünschte Verzwirnung erzielt; der gezwirnte Faden wird dann als verkaufsfertiger Zwirn- wickel aufgewunden. Für die Erzeugung grosser Zwirnwickel von zum Beispiel 1 kg sind zahlreiche Spinnspulen erforderlich, deren Fäden miteinander verknotet werden.
Es hat sich nun insbesondere bei fein- fädiger Kunstseide bis etwa 75 deniers ge zeigt, dass, der Faden an vielen Stellen nicht die normale Festigkeit aufwies und leicht bei der Verarbeitung der fertigen, Spulen zu Fadenbrüchen führte.
Eingehende Untersuchungen haben er geben, @dass die mangelhaften Eigenschaften der Kunstseide, welche .die oben erwähnten Missstände verursachen, darauf zurückzufüh ren sind, :dass die innern Schichten des Fadens bei der Behandlung des Fadens auf einer starren Spinnhülse eine festigkeitsschädi gende Beanspruchung erfahren.
Wollte man nun auf gelochte Spulen eine grosse Fadenlänge von 1 kg Gewicht und mehr aufwickeln, so wäre die Nachbehand lung des Fadenfis äusserst langwierig oder überhaupt nicht durchführbar. Ausserdem fiele der Anfang und das Ende des Faden minderwertig aus und müsste daher abge trennt werden, was eine unerwünschte Ein busse bedeutete. Wenn man diese Spulen auf Hilfsspulen unter Verzwirnung umwickelt, so bedarf es hierfür einer Ringspindel, welche jedoch Spulen liefert, die nicht handelsüblich sind und überdies nur eine be schränkte Fadenmasse von allerhöchstens 500 g aufweisen.
Infolgedessen muss erneut auf handelsübliche Form umgespult werden, wobei mehrfach geknotet werden muss, falls eine Spule von hohem Gewicht gewünscht wird.
Nun kennt man allerdings auch die Ver wendung umfangsveränderlicher Spinnspulen für Kunstseide. Man verwendet diese Spulen, um die Nachbehandlung mit Bädern zu er leichtern. Diese Spinnspule hat sich jedoch nicht einführen können, da man auch auf den weit einfacheren und billiger herzustel lenden, Spinnhülsen eine durchaus zufrieden stellende Nachbehandlung erzielt, sofern die Spinnspulen durch Lochung, Riefung oder dergleichen flüssigkeitsdurchlässig sind.
Die umfangsveränderliche Spule hat je doch, wie gefunden wurde, ihre Bedeutung für die Güte des Fadens. Sie bietet die Grundlage für die Herstellung von Wickel körpern von grosser Masse, zum Beispiel von 1 kg Fadengewicht und entsprechender Fa denlänge mit einer vom Anfang bis zum Ende gleichbleibenden Fadengüte. Besondere Bedeutung hat dies für die sehr empfind liche, feinfädige Kunstseide.
Derartige Fadenwickel lassen sich in folge ihrer grossen Masse und ihres Umfanges nicht von einer rotierenden Zwirnspindel durch Anziehen, über Kopf verzwirnen. Die Verzwirnung liesse sich auf einer Ring spindel erzielen, doch ergeben sich dabei Kopse von geringer Fadenmenge. Erfin dungsgemäss werden die umfangreichen Wickelkörper auf einer Doppeldraht-Zwirn spindel als ruhende Lieferspulen verzwirnt und unmittelbar in ebenso umfangreiche ver kaufsfertige Zwirnwickel aufgewunden.
Es gelingt sonach auf diese Art und Weise, mit einem Mindestmass an Arbeitsgängen ver kaufsfertige Zwirnwickel von grossem Um fang und entsprechend grosser Fadenlänge in einwandfreier Güte und völlig knotenfrei herzustellen.
Dementsprechend besteht die Erfindung darin, die frisch gesponnene Kunstseide auf umfangsveränderliche Wickelkerne in dicker Wicklung, insbesondere in Mengen von etwa 1 kg oder darüber (bezogen auf luft trockenes Fadengut), aufzuwickeln, den Fa denwickel in üblicher Weise zu entsäuern. entsehwefeln, waschen und zu trocknen, um ihn dann als ruhende Lieferspule auf einer Doppeldraht-Zwirnspindel zu verzwirnen und in seiner Gesamtheit zu einem verkaufs fertigen Zwirnwickel aufzuwickeln, der praktisch knotenfrei ist. Besondere Bedeu tung hat dass Verfahren für feinfädige Kunstseide (Titer bis etwa 75 deniers).
Die umfangsveränderlichen Spulen kön nen bekannter Bauart sein und beispielsweise radial bewegliche Mantelsegmente oder Stäbe aufweisen. Die U mfangsverringerung kann nach dem Bewickeln und vor dem Nach behandeln erfolgen oder aber auch bereits während des Bewickelns der Spule, vorzugs- weise allmählich.
Besonders bewährt haben sich für die Durchführung des Verfahrens Wickelkerne für den Spinn-vickel, die radial angeordnete und verstellbare Lamellen aufweisen. Auch für die Nachbehandlung erweist ,sich einder artiger -#Vickelkern als sehr vorteilhaft. Überdies kann der Wickelkern infolge ein facher Bauweise in geringem Durchmesser hergestellt ---erden, so dass dann auch grosse Garnmassen noch einigermassen handliche Form aufweisen.
Angenommen, dass der wirksame Durchmesser des Wickelkerns 80 mm beträgt, so hat. eine fertige gewickelte Spule von 1 kg Fadenmasse etwa den Durch niesser von 145 mm, der noch ein durchaus .störungsfreies Verzwirnen auf der Doppel- draht-Zwirnspindel ermöglicht.
Ein für das Verfahren geeigneter Wickel kern mit veriinderlicliem Umfang bestellt bei- spielsweise gemäss angefügter Zeichnung aus einem Hohlzylinder 5, der mit Längs schlitzen versehen ist, in welchen radial be wegliche Lamellen 4 geführt werden. Ein Spulenkern 1 ist axial verschiebbar in dem Hohlzylinder 5 geführt. Der Spulenkern weist zwei Konusse 2 und 3 auf, auf welchen Schrägflächen der Lamellen 4 aufliegen. Axiale Bewegung des Spulenkernes 1 wirkt sich in eine Ein- bezw. Auswärtsbewegung der Lamellen 4 aus.
Bei dem Verfahren wird ein praktisch knotenloser Faden erhalten, der von gleich mässiger Güte ist und eine einwandfreie Zwirnung aufweist. Da der Fadenballon beim Zwirnen in tragbaren Grenzen gehalten werden kann, entfallen Beschädigungen des Fadens, was wiederum bei feinfädiger Kunst seide ins Gewicht fällt.
Das Verfahren in seiner Gesamtheit er gibt nach den vorstehenden Ausführungen nicht nur eine Verbesserung der Fadengüte durch Vergleichmässigung, sondern stellt auch eine sehr erhebliche Steigerung der Wirtschaftlichkeit dar, indem es die Arbeits gänge auf eine Mindestzahl verringert und der verarbeitenden Industrie das Faden- in verarbeitungsfertiger Form und zugleich in praktisch knotenfreier grosser Länge zur Verfügung stellt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Erzeugung von Kunst seide-Zwirnwickeln grosser Fadenlänge, ins besondere aus feinfädiger Kunstseide unter Herstellung von Spinnwickeln grosser Masse und Entsäuern, Entschwefeln, Waschen und Trocknen des Wickels auf der Spinnspule und Umwickeln auf eine Zwirnspule, da durch gekennzeichnet, dass der frisch er- sponnene Faden unter Verwendung eines Wickelkernes von veränderlichem Umfang zu dem Spinnwickel aufgewickelt, nach behandelt und getrocknet wird,worauf der Spinnwickel als ruhende Lieferspule unter Verwendung einer Doppeldraht-Zwirnspindel durch Abziehen über Kopf gezwirnt und in eine verkaufsfähige Wickelform von grosser Fadenlänge gewickelt wird. ÜNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass, der Spinnwickel in einem Trockengewicht von mindestens 1 kg hergestellt wird. <B>.</B> Verfahren nach Patentanspruch und <B>2</B> Unteranspruch 1, dadurch. gekennzeichnet, dass das Aufwickeln des frisch gesponnenen Fadens auf einen Wickelkern erfolgt, der radial' angeordnete und bewegliche Lamellen aufweist.
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