CH226190A - Verfahren und Vorrichtung zur Reinigung der atmosphärischen Luft, sowie der Luft von Wohnräumen, Fabrikhallen, Kinos und dergl. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Reinigung der atmosphärischen Luft, sowie der Luft von Wohnräumen, Fabrikhallen, Kinos und dergl.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zur Reinigung der atmosphärischen Luft, sowie der Luft von Wohnräumen, Fabrikhallen, Kinos und dergl. Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren und eine Vorrichtung zur Reinigung der atmosphärischen Luft, asowie der Luft von Wohnräumen, Fabrikhallen, Kinos, Ge sellschaftsräumen und dergleichen.
Bis heute hat man beispielsweise verun reinigte Raumluft, Rauch usw. entweder der Aussenluft frei durch Kanäle, Schornsteine, Kamine usw. zugeführt, oder man hat beson dere Rein bg-ungseinrichtungen, wie z. B. Luft waschanlagen, chemische Filtervorrichtungen usw. angewendet.
Im allgemeinen wurden aber lediglich kleinere oder grössere, sich be wegende oder ortsfest angeordnete Luftbe- weger benützt, um die verbrauchte Luft von Fabrikanlagen, Küchen, Gastwirtschaften usw. durch Absaugen ins Freie zu befördern, was oft zu erheblichen Störungen und Klagen der Nachbarn führte.
Zur Reinigung .der atmosphärischen Luft, die durch künstliche Gase oder Erdgase, oder durch andere Medien verunreinigt wird, be- stunden bislang noch keine totalen Abwehr mittel. Durch die vorliegende Erfindung wird er möglicht, die geschilderten Mängel auf wir kungsvolle und sichere Weise zu beheben.
Das Verfahren gemäss der Erfindung be steht,darin, dass die zu reinigende Luft durch Erdreich; das künstlich angelegt oder natür lich sein kann, hindurch gedrückt wird. Es hat sich bei praktischen Beispielen .gezeigt, dass die in das Erdreich hineingedrückte Luft das Erdreich durchströmt und in praktisch völlig gereinigtem Zustande in die Atmo sphäre zurückkehrt. Eingehende Versuche haben weiterhin ergeben. .dass Luftbeweger verhältnismässig geringer Leistung durchaus genügen, um die Wanderung der verunreinig ten Luft durch das Erdreich in dem geschil derten Sinne zu ermöglichen.
Das Verfahren bietet eine vielseitige Anwendungsmöglich keit. So lässt sich beispielsweise ohne Schwie rigkeiten eine günstige Beeinflussung des Erdreiches, insbesondere im Hinblick auf das Wachstum .der Pflanzen, :dadurch erzielen, dass man .die durchzudrückende Luft mit be sonderen Zusätzen versieht, die in dem ge- nannten günstigen Sinne ivirksa.m sind.
Es ist beispielsweise möglich, durch Beigabe von chemischen Stoffen die Beschaffenheit des Erdreiches selbst so zu beeinflussen. dass der Ertrag des Bodens gesteigert wird. Weiter ist es möglich, durch Beigabe von Insekten ver nichtenden Nitteln den Boden von Schäd lingen, wie Insekten, Ameisen, auch Mäusen und Maulwürfen und dergleichen zu be- f reien.
Da das Erdreich von einer bestimmten Tiefe an bekanntlich auch. bei erheblichen Temperaturschwankungen eine etwa gleich bleibende Temperatur über 0 C besitzt (etwa.
'',- 6 bis ' 14 C), so lässt sich durch das erfindungsgemässe Verfahren eine Warm haltung der Pflanzen bezw. eine Zurück drängung der kalten Aussenluft und damit eine Sicherung der Pflanzen vor dem Erfrie ren erreichen.
In industriellen Gegenden beispielsweise wird man mit dem erfindunbsgemässen. Ver fahren für eine ganz erhebliche Verbesserung der Aussenluft sorgen können, ein Ergebnis, das gerade vom Standpunkt der Volksgesund heit aus betrachtet von unschätzbarer Bedeu tung ist.
So wird es auch möglich sein, be stimmte Fabrikationsmethoden, die bislang infolge ihrer besun.dheitsschädigenden Wir kung nicht durchgeführt -erden konnten, in die Praxis einzuführen und dadurch gege benenfalls mich neue Gebiete der Technik zu erschliessen.
Durch das Verfahren gemäss der Erfin dung ist aber auch die Voraussetzung dafür gegeben, die Beschaffenheit, Zusammen setzung usw. der Grundluft sowie der nach strömenden gereinigten Luft dadurch zu prii- fen, dass diese mit Hilfe von Sammelhauben, Sondierröhren oder dergleichen in der ge wünschten Menge aufgefangen und der Analysierung unterworfen werden können. Dies ist auch gleichbedeutend damit, eine viel genauere Untersuchung der Bodenbe schaffenheit, der Struktur in geologischer und chemischer Hinsicht durchzuführen.
Zur beispielsweisen Erläuterung des Ver fahrens gemäss der Erfindung wird auf die 1-eiliebende Zeichnung Bezug benommen, die einige Ausführungsbeispiele für Vorrichtun gen zur Ausübung des Verfahrens wieder- geben. Es zeigt.: Fig. 1 in schematischer Darstellung einen Schnitt durch eine Vorrichtung zur Absau- bung von verunreinigter Raumluft und Rei- nibunb derselben mittels des Erdreiches.
Fig. 2 bis 4 verschiedene Möglichkeiten zur Einführung der angesaugten Luft in das Erdreich.
Gemäss Fig. 1 ist ein Luftbeweger 1 in der Nähe des Raumes ? vorgesehen. in wel chem sich verunreinigte Raumluft bezw. mit. Gasen etc. versetzte Luft befindet.
Der Luft- beweger 1 weist mit seiner Ansaugseite 3 in den genannten Raum 2, während die Druck seite 4 des Luftbewegers finit einer bauben- artigen 'Kammer 5 in Verbindung steht, die an ihrem untern Ende 6 den Zusammenhang mit dem gewachsenen oder künstlich ange- legten Erdreich 7 herstellt.
Bei 8 erkennt man einen Abschirmboden, welcher sieh un mittelbar und luftdicht an die haubenartige Kammer 5 anschliesst. Die von dem Luft- be"veger 1 angesaugte verunreinigte Raum luft strömt in Richtung der in Fig. 1 angege benen Pfeile und durchsetzt das Erdreich, mit dem Erfolg, dass die in dem Erdreich be findliche Grundluft zur Erdoberfläche hin gedrückt wird und beispielsweise zum Teil bei 9 austritt.
Die Art, wie sich die austre tende Grundluft über die Erdoberfläche ver teilt, hängt naturgemäss von der Struktur des Erdreiches ab, indessen hat man durch ein fache Bearbeitung des Bodens, durch Auf- Jockerung oder dergleichen es in der Hand, die Verteilung der austretenden Luft oder Gase den jeweiligen Bedürfnissen entspre chend zu wühlen. Die der Grundluft nach strömende, durch den Luftbeweger geförderte verunreinigte Luft verliert beim Hindurch treten durch das Erdreich praktisch alle Ver unreinigungen,
so dass im Endergebnis die Luft völlig gereinigt ins Freie tritt. Sofern, wie eingangs erwähnt, Zusatzbase oder andere Zusatzstoffe durch das Erdreich mit hineingedrückt werden, ergeben sich die ebenfalls eingangs angedeuteten Auswirkun gen hinsichtlich Förderung des Wachstums, Schädlingsbekämpfung, Bodenaufbereitung, Bodendurchlüftung usw.
Die Zusatzstoffe kann man sowohl vor der Saugseite als apch hinter .der Druckseite des Luftbewegers oder gleichzeitig an beiden Stellen mit Hilfe von geeigneten Vorrichtungen zuführen. So ist beispielsweise bei 10 eine Einführungsdüse für derartige Zusatzstoffe in; dem Zuflusskana,l der haubenartigen Kammer angeordnet. Wie schon erwähnt, können derartige Einrichtun gen aber auch an andern Stellen der Gesamt anlage untergebracht werden.
Bei 11 sind ebenfalls lediglich beispielshalber Sondie- rungsrohre angedeutet, -die der strömenden Luft in gewissem Sinne eine Richtung auf zwingen und die Entnahme von Proben ge statten. An Stelle dieser Sondierungsrohre können aber .auch Sammelhauben oder der gleichen Kammern auf dem Erdreich ange ordnet werden. Ferner ist es möglich, inner halb des Erdreiches Verteilungskanäle oder Sammelrohre vorzusehen, die ebenfalls im Sinne einer vorbestimmten Wanderung der Grundluft, sowie der nachströmenden Luft wirksam sind.
Letzteres empfiehlt sieh bei spielsweise in dem Falle, dass bestimmte Zo nen des Erdreiches beeinflusst werden sollen.
In Fig. 2 ist lediglich eine andersartige Verteilungseinrichtung zwischen dem Luft beweger 1' und dem E:rdreieh Angedeutet, und zwar in Form. einer Verteilungsdüse 12, die mehrere Öffnungen aufweist, durch die die Verteilung .der Luft im Erdreich veran lasst wird und die auch in Mehrfachanordnung unter Verwendung eines Sammelrohrsystems oder dergleichen vorgesehen sein kann. Man erkennt in Fig. 2 auch eine Abschirmeinrich- tung 8'.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 3- ist als Verbindung zwischen dem Luft- beweger 1" und dem Erdreich ein oben ab gedeckter und unten offener Schacht 13 vor gesehen. Gegebenenfalls könnte .der Schacht auch am Boden und/oder den Seitenwänden luftdurchlässig ausgebildet sein.
Der Vorteil einer derartigen Verbindungseinrichtung liegt insbesondere darin, dass .grosse Mengen von Luft ohne Schwierigkeit befördert werden können, ähnlich -wie auch die kammerartigen Hauben, gemäss Fig. 1, die Förderung grosser Luftmengen gestatten, wobei noch zu be rücksichtigen ist, dass die Einrichtung ge mäss Fig. 1 mehr in den Fällen Anwendung findet, wo man aus gegebenen örtlichen Be dingungen heraus nicht allzu tief in das Erd reich hineingehen kann, beispielsweise bei felsigem Untergrund oder zu hohem Grund wasserspiegel und :dergleichen.
Bei dem in Fig. 4 .dargestellten Ausfüh rungsbeispiel, das für tiefere Grundwasser spiegel und entsprechend tief reichendem lockerem Erdreich gedacht ist, befindet sich ein Kasten 14 ganz innerhalb des Erdreiches. Die Wandungen dieses Kastens können gänz lich oder nur zum Teil luftdurchlässig ausge bildet sein.
In den Ausführungen gemäss Fig. 3 und 4 erkennt man wiederum .die Abschirmein- richtung 8" bezw. 8"', die aus den gleichen Gründen Anwendung finden wie vorerwähnt beschrieben.
Noch zu erwähnen ist, dass der Luft- beweger auch mit mehreren Hohlräumen, die innerhalb des Erdreiches angelegt und mit Rohrleitungen gegenseitig zusammengeschlos sen sind, verbunden werden kann (in der Zeichnung nicht enthalten), und dass auch mehrere Luftbeweger Anwendung finden können.
Claims (1)
- PATENTANSPRüCHE I. Verfahren zur Reinigung der atmo sphärischen Luft, sowie der Luft von Wohn räumen, Fabrikhallen, Kinos und derglei chen, dadurch gekennzeichnet, dass die zu reinigende Luft durch Erdreich hindurchge drückt wird.1I. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass ein Luftbeweger mit seiner Ansaugseite in. ,den Raum .ausmündet, in welchem sich verunreinigte Luft befindet,während die Druckseite des Luftbewegers über eine Zuleitung in Verbindung mit dem Erdreich steht. ÜNTERANSPRüCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch 1. da durch gekennzeichnet, da.ss der zu reinigenden Luft zusätzliche Stoffe zugesetzt werden, um das Erdreich beziv. die darin enthaltenen Pflanzen, Tiere usw. in zweckdienlicher \Weise zu beeinflussen.\?. Vorrichtung nach Patentanspruch Il, dadurch gekennzeichnet, (lass die Verbindung zwischen der Druckseite des Luftbewegers und dem Erdreich mittels wenigstens einer Haube bewerkstelligt ist. 3. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindinig zwischen der Druckseite des Luftbewegers und,dem Erdreich wenigstens eine Düse auf 'veist.4. Vorrichtung nach Patentanspruch IL dadurch gekennzeichnet, da.ss die Verbindung zwischen der Druckseite des Luftbewegers und dem Erdreich mittels eines in das Erd reich eingelassenen, oben abgeschlossenen Schachtes bewirkt ist, der luftdurchlässige Seitenwände und Boden aufweist. 5.Vorrichtung nach Patentanspriieh II, dadurch gekennzeichnet, da.ss die Verbindung zwischen. der Druckseite des Luftbewegers und dem Erdreich mittels eines in das Erd reich eingelassenen, oben abgeschlossenen Schachtes bewirkt ist, der luftdurchlässige Seitenwände aufweist. 6.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch geli:ennzeichnet, dass die Verbindung zwischen der Druckseite des Luftbewebers und dem Erdreich mittels eines in das Erd reich eingelassenen, oben abgeschlossenen Schachtes bewirkt ist, der einen luftdurch lässigen Boden aufweist. 7. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere in das Erdreich verlegte, an die Druckseite des Luft bew egers angeschlossene Schächte durch ein Rohrsystem zusammengeschlossen sind. B.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass in die Verbin dung zwischen Druckseite des Luftbewegers und dein Erdreich eine Einrichtung zur Zu führung zusätzlicher Stoffe in die zu reini gende Luft mündet. 9. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeicluiet, dass vor der Saug seite des Luftbewegers eine Einrichtung zur Einführung zusätzlicher Stoffe in die zu rei nigende Luft vorgesehen ist.1(). Vorrichtung nach Patentanspruch Il. dadurch gekennzeichnet, dass sowohl vor der Sangseite des Luftbewegers wie auch nach dessen Druckseite eine Einrichtung zur Ein- führun;- zusätzlicher Stoffe in die zii reini gende Luft vorgesehen ist. 11. Vorrichtung nach Patentanspruch IT. dadurch gekennzeichnet, dass in das Erdreich mindestens ein Sondierrohr eingelassen ist, welches die Entnahme von Luftmengen ge stattet.1?. Vorrichtung nach Patentan.sprucli TI. dadurch gekennzeichnet, dass in dem Erd reich Verteill@atiäle vorgesehen sind, welche bewirken, dass die Wanderung sowohl der Grundluft als auch der nachströmenden Luft in bestimmter Richtung erfolgt. 13. Vorrichtung nach Patent < ansprueh II, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Erd reich Kammern angeordnet sind, welche er möglichen, die ausströmende Grundluft und die gereinigte Luft zu iiberwachen und Pro ben zu Kontrollzwecken zu entnehmen.1.4. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Umgebung der im Erdreich verlegten Luftführungsein richtung mit luftundurchlässigen Abschirm- einrichtungen ausgestattet ist. 15. Verfahren. nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet:, dass die zii reinigende Luft durch das gewachsene Erdreich hin- durchgedriIckt wird. 16.Verfahren nach Patentanspruch I. da durch gekennzeichnet, dass die zu reinigende Luft durch künstlich angelegtes Erdreich hindurcligedrücli#t wird.
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