CH226498A - Verfahren zur Wärmebehandlung von aushärtbaren Aluminiumlegierungen zur Erzielung hoher Härte und grosser Raum- und Formbeständigkeit. - Google Patents
Verfahren zur Wärmebehandlung von aushärtbaren Aluminiumlegierungen zur Erzielung hoher Härte und grosser Raum- und Formbeständigkeit.Info
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Description
Verfahren zur Wärmebehandlung von aushärtbaren Aluminiumlegierungen zur Erzielung hoher Härte und grosser Raum- und Formbeständigkeit. Es ist bekannt, dass gewisse aushärtbare Aluminiumlegierungen, zum Beispiel sol che, die auf Aluminium -Silizium - Basis eutektischer und übereutektischer Zusam mensetzung aufgebaut sind oder aber auch Legierungen der Gattung Aluminium-Kup fer-Nickel vorteilhaft zur Herstellung von Kolben und Lagern brauchbar sind. Die Verwendbarkeit derartiger Legierungen für Maschinenteile, die der gleitenden Reibung ausgesetzt sind und die im Betrieb eine mehr oder weniger starke Erwärmung er fahren, ist abhängig davon, dass der Werk stoff neben einer genügend hohen Härte, be sonders bei höheren Betriebstemperaturen, keine bleibende Raum- oder Volumenver änderung erleidet.
Um den in Frage kommenden Legierun gen sowohl im Guss-, besonders aber auch im Presszustand die für den Betrieb dieser Maschinenteile notwendige Härte und Raum- bezw. Gestaltsbeständigkeit zu geben, wer- den sie bekanntlich einer Wärmebehandlung unterworfen. Letztere besteht beispielsweise bei einer Legierung mit 12 % Silizium, 1 Kupfer, 1 % Magnesium, 1 % Nickel, Rest Aluminium darin, dass, nach einem mehr stündigen Glühen bei 500 ein Abschrecken in Wasser und .sodann .ein Anlassen bei 200 während beispielsweise 4 bis 6 Stun den vorgenommen wird.
Die Wahl der An lasstempera.tur muss dabei so getroffen wer den, dass mit Rücksicht auf den Umstand, dass; die Härte und die Raumbeständigkeit von der Anlasstemperatur im entgegen gesetzten Sinn beeinflusst werden, das heisst also bei hoher Anlasstemperatur zwar eine gute Raumbeständigkeit, aber ein starker Härteabfall eintritt, und bei niedriger An lasstemperatur die umgekehrten Verhältnisse sich einstellen, sowohl eine gute Härte als auch eine ausreichende Raumbeständigkeit .erreichbar ist.
Eine Erniedrigung der An lasstemperatur würde zwar zu einer Er- höhung der Härte führen, dafür aber eine starke Neigung zu bleibenden Volumenände rungen zur Folge haben, die praktisch bei Kolben, Pleuelstangen, Lagerselialen, Lager buchsen oder dergleichen einer gleitenden Bewegung unterworfenen Maschinenteilen nicht zulässig sind.
Es ist auch schon vorgeschlagen worden, eine stufenweise Wärmebehandlung vorzu nehmen, um die Festigkeit, Dehnung, Streck grenze, Kontraktion usw. über die bei ein heitlicher Anlasstemperatur erreichbaren Werte hinaus zu steigern. Die vorgenaunten Eigenschaften sind nun aber grundsätzlich anderer Art als die Raumbeständigkeit, die, im Betrieb, insbesondere bei erhöhten Tem peraturen, , vielfach nicht mehr erhalten bleibt, aber unbedingt aufrecht erhalten wer den muss, um die Betriebssicherheit zu ge währleisten. Die bei erhöhten Temperatu ren normalerweise auftretenden elastischen Wärmedehnungen sind bekannt, im vorlie genden Fall aber nicht gemeint. Ebenso wenig sind plastische Deformationen unter mangelnder Raumbeständigkeit zuverstehen, die unterEinfluss von mechanischen Kräften zustande kommen.
Es handelt sich vielmehr um die bleibenden Volumenänderungen, welche die Ursache mangelnderRaumbestän- digkeit sind. Die Zeitdauer und die Tem peraturen von 120-l40 , die nach dem be kannten Verfahren gewählt werden, schlie ssen ferner eine Erhöhung der Raum- und Formbeständigkeit von vornherein aus. wenn gleichzeitig auch die Härte einen bestimm. ten Wert erlangen soll.
Erfindungsgemäss wird die in Frage kommende Aufgabe, sowohl eine hohe Härte als auch gleichzeitig eine grosse Raum- und Formbeständigkeit zu erzielen, dadurch ge löst, dass die Legierungen bei 500' mehr stündig geglüht, dann in Wasser abge schreckt, weiterhin zunächst bei 150-180 C und schliesslich bei mindestens 200 C an gelassen werden. Hierdurch ist die bei der erwähnten Temperatur erreichbare Raum- und Gestaltsbeständigkeit gesichert. Eine derartige Anlassbehandlung kann praktisch so lauge fortgesetzt werden, bis die ge wünschte Härte durch Erweichung der Le gierung erhalten ist.
Überraschenderweise wurde weiterhin ge funden, dass sich bei den vorgehärteten Le gierungen eine zeitlich viel längere Nach behandlung, die bei normaler Anlasstempe ratur von 200 oder auch noch darüber vor genommen wird, zur Erzielung der als aus- ieichend zu erachtenden Raum- und Ge staltsbeständigkeit durchführen lässt, ohne Gefahr zu laufen, dass die Härte auf den Wert absinkt, der bei normaler Wärme behandlung schon nach viel kürzerer Anlass zeit gemmessen wird.
Zur Erläuterung dient das nachstehende Versuchsergebnis: Zwei Proben der Aluminiumlegierung mit der eingangs erwähnten Zusammenset zung wurden vier Stunden bei 500 geglüht und zusammen in Wasser abgeschreckt. Die Probe 1 wurde alsdann vier Stunden bei 200 angelassen und ergab nach dieser Be handlung eine Brinellhärte von 1.10 kg/nm2. Die Probe 2 wurde nach Art der Erfindung behandelt. Sie wurde sechs Stunden bei 107 angelassen und wies eine Brinellhärte von 130-140 kg/mm2 auf. Danach erfuhr diese Probe zusätzlich eine weitere Behandlung bei 200 , worauf die Brinellhärte erst nach sieben Stunden auf 127-130 kg/mm' ab sank.
Um also eine Erweichung an dieser Probe auf<B>110</B> Brinellhärte zu erhalten, muss daher noch viel länger bei 200 ange lassen werden. Für die praktische Behand lung erscheint es jedoch vorteilhafter. die zweite Anlassbehandlung auf eine kürzere Zeitdauer zu beschränken und die Anlass- temperatur über 200" zu steigern, was be züglich der Raum- und Gestaltsbeständig- kei t nur von Vorteil ist.
Diese Erscheinung kann. durch die unter- sehiedliclie Ausscheidungsart der löslichen Komponenten aus den übersättigten 1Vlisch- kristallen der Lagerlegierungen etwa da,- durch erklärt werden, dass bei der normalen Anlassbehandlung sofort eine grobe Aus scheidungsform, die mit niederer Härte ein- hergeht, entsteht,
während bei der gestuf ten Behandlung durch die niedere Anlass temperatur eine feindisperse Ausscheidungs form im Mischkristall entsteht, die zu den festgestellten hohen Härtegraden führt. Diese feindispersen Ausscheidungen schei nen nun bei der Nachbehandlung, also bei höherer Temperatur, in anderer Art zu koagulieren und damit beständiger zu sein, als die bei hoher Temperatur ohne vorherige Anlassvorbehandlung sofort entstandenen Ausscheidungen aus dem übersättigten Mischkristall.
Der Koagulation der feindis- persen Phase stehen offensichtlich mehr Kristallisationskeime zur Verfügung, so dass die gegenseitige Aufzehrung dieser vielen Kristallisationszentren viel längerer Anlass zeit bedarf, bis die Ausscheidungen so stark vergröbert sind, wie dies der niederen Härte der normal behandelten Probe entspricht.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Wärmebehandlung von aushärtbaren Aluminiumlegierungen unter Anwendung eines stufenweisen Anlassens, dadurch gekennzeichnet, dass die Legierun gen, zur Erlangung sowohl einer hohen Härte als auch gleichzeitig einer grossen Raum- und Formbeständigkeit, bei 500 mehrstündig geglüht, dann in Wasser abge schreckt, weiterhin zunächst bei 150 bis 180 C und schliesslich bei mindestens 200'C angelassen werden. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die zweite An lassbehandlung über vier Stunden dauert. 2. Verfahren nach Patentanoprueh, da durch gekennzeichnet, dass die zweite An lasstemperatur über 200 C liegt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE150640X | 1940-06-15 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH226498A true CH226498A (de) | 1943-04-15 |
Family
ID=5674021
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH226498D CH226498A (de) | 1940-06-15 | 1941-07-28 | Verfahren zur Wärmebehandlung von aushärtbaren Aluminiumlegierungen zur Erzielung hoher Härte und grosser Raum- und Formbeständigkeit. |
| CH225607D CH225607A (de) | 1940-06-15 | 1942-05-27 | Verfahren zur Herstellung plattierter Profile durch Strangpressen. |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH225607D CH225607A (de) | 1940-06-15 | 1942-05-27 | Verfahren zur Herstellung plattierter Profile durch Strangpressen. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (2) | CH226498A (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1053461B (de) * | 1957-08-06 | 1959-03-26 | Sueddeutsche Kabelwerke | Verfahren zum Herstellen eines Banderders aus Stahl mit einem Bleibelag |
-
1941
- 1941-07-28 CH CH226498D patent/CH226498A/de unknown
-
1942
- 1942-05-27 CH CH225607D patent/CH225607A/de unknown
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| CH225607A (de) | 1943-02-15 |
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