CH226678A - Verfahren zum Abtöten von Mikroorganismen. - Google Patents
Verfahren zum Abtöten von Mikroorganismen.Info
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Description
Verfahren zum Abtöten von 1VBhroorganismen. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren. zum Abtöten von Mikroorganis men, z. B. zum Sterilisieren von Stoffen oder zum Desinfizieren solcher durch Bestrah lung, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die Mikroorganismen der Einwirkung einer Lichtstrahlung innerhalb des Wellenlängen bereiches 2300-2500 Angström unter Aus schliessung des Wellenlängenbereiches nächst oberhalb 2500 Angström ausgesetzt werden.
Das Verfahren kann zum Sterilisieren der verschiedensten Stoffe verwendet werden, unabhängig davon, ob diese fest, flüssig, gas- oder dampfförmig sind.
Es ist bereits darauf hingewiesen worden, dass Strahlen im Gebiete der Wellenlängen von 2100 bis. 2900 Angström eine besondere bakterientötende Wirkung besitzen sollen. Diese Angabe ist aber unvollständig und ge wissermassen irreführend, ,denn die der Erfin dung zugrunde liegenden Untersuchungen haben gezeigt, dass die Strahlen im Gebiete unterhalb der Grenze 2300 Angström schon durch Absorption in der Luft eine Schwä chung erleiden,
so dass die bakterientötende Wirkung von 2300 Angström abwärts sehr stark abnimmt, während .die Strahlen im Ge biete nächstoberhalb von 2500 nicht nur un wirksam, sondern sogar schädlich sind.
Es hat sich nämlich gezeigt, dass die Strahlen im Gebiete nächstoberhalb von 2500 Angström Ozon bilden und -dassdieses Ozon zum Bei spiel auf zu behandelnde Stoffe unter Um ständen eine bezüglich ihres Geschmackes schädliche Wirkung hat, und zudem auch die Strahlen im Wellengebiete 2300-2500 Ang- ström absorbiert und dadurch deren Wirkung vernichtet. Behandelt man beispielsweise Milch mit einer Strahlung, die nur Strahlen zwischen 2300 und 2500 Angström enthält,
so wird nach Versuchen die gewünschte ab tötende Wirkung auf Mikroorganismen er zielt; schaltet man dagegen eine Bestrah- lungslampe, welche die langwelligen Strah- len zwischen 22500 und ?9t10 Ängström lie fert, unterhalb der Bestrahlungsstelle ein, so dass .die Luft, welche an dieser zweiten Lampe vorbeistreicht, zwischen die erte Lampe und den zu bestrahlenden Stoff tritt, so hört, wie Versuche zeigten, die Wirkung der Bestrah lung durch die erste Lampe sofort auf,
weil das durch die zweite Lampe gebildete Ozon die wirksame Strahlung der ersten Lampe vernichtet. Besonders schädlich ist die starke Quecksilberlinie 2537 Ängström, die in den meisten Quecksilberlampen vorhanden ist.
Ausserdem geht aus den bekannten An gaben nicht hervor, welche Zusammensetzung die benutzte Strahlung hatte. Dran weiss also nicht, ob sie überhaupt Strahlen innerhalb des Wellenlängenbereiches ?300-2500 Äng- ström enthielt oder in solcher Intensität, dass von einer wirklich bakterienvernichtenden Wirkung die Rede sein konnte. Die der Er findung zugrunde liegenden Versuche haben gezeigt, dass die Strahlung innerhalb des Wellenlängenbereiches<B>23007 '2500</B> Angström besonders geeignet ist, Bakterien, Pilze und dergleichen zu vernichten.
Bakterien etc., be stehen im wesentlichen aus Eiweiss, und die sterilisierende Wirkung der beanspruchten Strahlung dürfte darauf zurückzuführen sein, dass -diese Strahlung die Fähigkeit hat, Eiweiss zu koagulieren, ohne selbst von Ei weiss absorbiert zu werden. Das Durehdrin- bungsvermögen, wenn es sich darum handelt, schichtweise hintereinanderliegende Bakte rien zu töten, ist, wie sich zeigte, sehr be trächtlich.
Die Strahlung oberhalb der Grenze \?500 Angström wird dagegen schon in der äussern Schicht eines Eiweisskörpers absor biert und deren sterilisierende Wirkung ist daher gering. Es ist vermutlich diese Vereini gung von Koagulierungs- und Durchdrin- gungsfähigkeit, :die die Strahlung innerhalb des Wellenlängenbereiehe:s \2300-2500 für das Abtöten von Mikroorganismen so wirksam macht.
Die Erkenntnis der Bedeutung des Wel lenlängenbereiches 2300-9500 Rngström ist auch aus dem Grunde von Bedeutung, weil man dadurch imstande ist, andere Strah- lungsbereiche. die den zu behandelnden Stof fen schädlich sind, bewusst auszuschliessen, ohne die sterilisierende Wirkung zu beein trächtigen.
Die Erfindung bedeutet wohl auch eine Anregung für die Technik. Strahlungsquellen zu schaffen, die innerlia.lb des Wellenlängen bereiches 2300-2500 Ängström eine inög- lichst grosse Intensität haben, ohne unwirk same Strahlen zu erzeugen, wodurch die Leitungsfähigkeit der Strahlungsquelle er höht wird.
Mit den üblichen Bestrahlungslampen ist es beispielsweise möglich, in einer Stunde 360 m' Wasser bis zu<B>79%</B> von Bakterien (B. coli) zu befreien. Nach den Verfahren gemäss der Erfindung kann man in einer Stunde 50 000 m3 Wasser zu 100 % von allen Keimen befreien.
Während man bei den üblichen Bestrah- luitgslampen, ausgehend von etwa 20 000 Kulturen (B. coli) in der Petrischale bei 10 ein Bestrahlungsabstand und 30 Sekunden Bestrahlung noch immer etwa. 12 000 Kultu ren lebend vorfindet, kann man bei Anwen dung des Verfahrens gemäss der Erfindung, wenn man von 10 Millionen Kulturen aus geht, schon bei einer Bestrahlungszeit, die einen Bruchteil einer Sekunde beträgt, 100 % ige Vernichtung der Kulturen errei ehen.
Die Versuche wurden mit einer Queck silberlampe ausgeführt, die unter normalen Verhältnissen ein Intensitätsmaximum bei 2537 Ängström hat.; durch Änderung des Druckes in der Lampe wurde eine Verschie bung des Spektrums bewirkt, so dass die Quecksilberlinie <B>2</B>537 ssngström verschwand und bei einem Druck von ungefähr 35-40 Atmosphären ein Intensitätsmaximum bei ungefähr 2480 Rngström erhalten wurde.
Eine zur Ausführung des beanspruchten Ver fahrens geeignete Lichtstrahlung aus dem Wellenlängenbereieli von 2300-<B>2</B>500 Äng- ström unter Ausschaltung der Wellenlängen- bereiche nächstoberhalb 2500 kann also durch Entladung in Quecksilberdampf bei einem Druck von 35-40 Atmosphären erhalten werden.
Das vorliegende Verfahren gestattet auch, eine selektive Wirkung zu erzielen. Beispiels weise ist es bei Bestrahlung von Milch un erwünscht, die Milchsäurebakterien abzu töten. Durch Einregelung des Bestrahlungs abstandes, der Bestrahlungszeit und der übrigen Faktoren lässt sich leicht erreichen, dass bei Anwendung des beschriebenen Ver fahrens nur die schädlichen Bakterien, nicht aber die nützlichen Milchsäurebakterien ab getötet werden.
Falls die Behandlung so weit getrieben wird, dass auch -das erwünschte Bakterienleben unwirksam wird, kann man nach .der Bestrahlung Reinkulturen zusetzen, z. B. Milchsäurebakterien. Diese Methode kann natürlich auch beider Behandlung von andern Flüssigkeiten oder Stoffen als Milch verwendet werden, überhaupt wenn es sich darum handelt, eine Bakterienflora auf Kosten einer andern zu fördern.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Abtöten von Mikroorga nismen, dadurch gekennzeichnet"dass man sie der Einwirkung einer Lichtstrahlung inner halb des Wellenlängenbereiches 2300-2500 Ängström unter Ausschliessung des Wellen längenbereiches nächtoberhalb 2500 Ang- ström aussetzt. UNTERANSPRÜCHE: 1.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass bei Einwirkung auf Gemische verschiedener Bakterienarten die Strahlung derart dosiert wird, dass nur einzelne Bakterienarten abgetötet werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mikroorganismenhaltige Milch bestrahlt wird.
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