CH227471A - Einrichtung zur Anzeige von Veränderungen eines Gases oder Gasgemisches. - Google Patents

Einrichtung zur Anzeige von Veränderungen eines Gases oder Gasgemisches.

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CH227471A
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  Einrichtung zur Anzeige von Veränderungen eines Gases oder Gasgemisches.    Die     erfindungsgemässe        Einrichtung    dient  dazu, derartige Änderungen     eines    Gases oder  Gasgemisches anzuzeigen, die die elektrische  Leitfähigkeit einer mit dem Gas erfüllten       Ionisationskammer    ändern. Sie ist speziell  zur Feuer- und Rauchmeldung geeignet.  



  Es ist bekannt,     Änderungen    der elektri  schen Verhältnisse in einer     Ionisationskam-          mer,    die infolge     einer    Veränderung ihrer Gas  füllung eintreten, dadurch festzustellen, dass  man eine zweite     Ionisationskammer,    die nicht  vom zu prüfenden Gase durchströmt wird,  zu der     Ionisationskammer,    durch welche das  zu     prüfende    Gas strömt, in Serie schaltet  und die Änderung der Spannungsverteilung  an diesen beiden Kammern misst oder zur  Auslösung eines Alarmes verwendet.  



  In     Fig.    1 ist die Schaltung einer der  artigen bekannten Anordnung prinzipiell ge  zeichnet.  



  2 bedeutet die     Ionisationskammer,    durch  welche das zu kontrollierende Gas strömt. Sie  ist in Serie mit der nicht vom zu prüfenden  Gase durchströmten Kammer 1 geschaltet.    Die Ionisation in den beiden Kammern ge  schieht zum Beispiel durch die beiden Ra  diumpräparate 3 und 4.

   Die Spannungsquelle  5 erzeugt eine Potentialdifferenz an beiden       Ionisationskammern.    Das elektrostatisch ar  beitende System 6     zeigt        Änderungen    der       Spannungsverteilung    an, indem zum     Beispiel     die     Elektroden    7 durch die elektrostatischen  Kräfte bewegt werden. Änderungen der elek  trischen Verhältnisse der     Ionisationskammer     2 werden also von der Vorrichtung 6 ange  zeigt.  



  Das Instrument kann bei geeigneter Aus  bildung einen Kontakt 8 schliessen. Dadurch  wird der Stromkreis der Alarmeinrichtung  9 und der Stromquelle 10 geschlossen.  



  Das elektrostatische     Instrument    6 kann  durch andere     Einrichtungen,    die Spannungs  änderungen anzeigen, ersetzt werden. Hier  für kommen zum Beispiel Elektronenröhren,       Elektrometerröhren,    gasgefüllte Elektronen  röhren oder Glimmlampen in Frage.    Bei der     praktischen        Ausführung    dieses      bekannten Verfahrens treten folgende  Schwierigkeiten auf  Die Isolation muss ausserordentlich grossen  Ansprüchen dauernd genügen. Die Ober  flächenisolation macht spezielle Schwierig  keiten, da sie durch die Feuchtigkeit und  andere Bestandteile der Luft vermindert  wird. Glas oder glasartige Stoffe sind des  halb zur     Isolation    nicht ohne weiteres ver  wendbar.  



  Während es möglich ist, alle in herme  tisch abgeschlossenen Räumen liegenden Iso  lationsstellen dauernd genügend gut herzu  stellen, bereiten die an der Aussenluft lie  genden Isolationsstellen der Anzeigevorrich  tung 6 bis 8     und    die beiden Durchführungs  isolationen der     Ionisationskammern    1 und 2,  das heisst fünf     Oberflächenisolationsstellen     Schwierigkeiten. Diese     .Isolationsstellen    müs  sen mit sehr grossen Kriechwegen aus spe  ziellem     lblaterial    gebaut werden. Dadurch  wird der ganze Apparat gross, kompliziert  und kostspielig.  



  Die vorliegende Erfindung bezweckt,  diese     Nachteile    zu beheben.  



  Nach der Erfindung ist die     Ionisations-          kammer,    die nicht vom zu prüfenden Gase  durchströmt wird, hermetisch abgeschlossen  und unmittelbar mit der ebenfalls hermetisch  abgeschlossenen Anzeigevorrichtung so zu  sammengebaut, dass eine gemeinsame Trenn  wand besteht, durch welche die Verbindungs  leitung führt, die das Potential der mitein  ander verbundenen Elektroden der beiden       Ionisationskammern    der Anzeigevorrichtung  zuführt.  



  Ein     Ausführungsbeispiel    der Erfindung  ist in     Fig.    2 schematisch gezeigt. Das Sy  stem 6 bis 8, das zum Anzeigen der Span  nungsverteilung zwischen den beiden     Ioni-          sationskammern    dient, ist auf dem Quetsch  fuss 11 montiert in den Glasballon 12 einge  schmolzen. Unmittelbar mit diesem Glas  ballon ist der Glasballon 13 der geschlossenen       Ionisationskammer    1 verschmolzen. Sie ist  innen mit einer elektrisch leitenden Schicht  14 überzogen, auf oder unter der die radio  aktive Schicht 3 aufgebracht ist.

   Die Ioni-         sationskammer    1 kann durch einen Pump  stutzen mit einem geeigneten Gase, zum Bei  spiel     Stickstoff,    gefüllt werden und wird  dann     zugeschmolzen.     



       Vorteilhafterweise    wird das Gehäuse 13  der     Ionisationskammer    1 zugleich als die eine  Elektrode der offenen     Ionisationskammer    2  ausgebildet. Bei dieser Anordnung können  keine Störungen durch die Volumenleitfähig  keit des Glases der Kammer 13 entstehen.  



  Das Glasgehäuse 13 ist zu diesem Zweck  mit einem metallischen Überzug 15 versehen  und darauf ist das radioaktive Präparat 4  aufgebracht und durch die Schutzschicht 16  abgedeckt. Auch wäre es eventuell möglich,  das Gehäuse 13     direkt    aus Metall herzu  stellen.  



  Zur Ermöglichung der billigen Massen  herstellung wird der ganze Aufbau des     Elek-          trodensystems    der     Anzeigevorrichtung    samt  der geschlossenen     Ionisationskammer    auf  einem     Quetschfuss    montiert. Hernach wird  der Glasballon 12 mit einem     Quetschfuss    einer  seits und der     Ionisationskammer    13 ander  seits verschmolzen.  



  Zum hermetischen Abschluss des     Anzeige-          systems    und der     Ionisationskammer    1 wird  vorteilhaft Glas verwendet. Es entsteht  dabei ein einziger an der Luft liegender, über  Glas verlaufender Kriechweg, und zwar vom  Überzug     1.45    über die Glasballone 13 und 12.  Da das Glas im Wasser quillt und sich Glas  bestandteile     darin    auflösen, bildet sich auf  dem Glas in feuchter Umgebung eine Was  serhaut, die nicht genügend     isoliert.    Diese  Schwierigkeit tritt nicht auf, wenn man an  Stelle von Glas beispielsweise geeignete  Kunstharze verwendet.  



  Bei     Elektrometerröhren    ist es bekannt,  diese störende Oberflächenleitung von Glas  durch hochisolierende Durchführungen, zum  Beispiel aus Bernstein, und durch gleich  zeitige Trockenhaltung der Luft in der Kam  mer (mittels eines Trockenmittels) unschäd  lich zu machen. Die ganze     Einrichtung    ist  nicht leicht     herstellbar,    benötigt viel Platz  und das Trockenmittel muss immer wieder er  neuert werden.      Diese Umstände werden vermieden, wenn  man das Glas nach Entfernen der Wasser  haut mit     einer    wasserdichten, im Wasser  nicht quellenden oder sich auflösenden  Schutzschicht mit sehr grosser Oberflächen  isolation überzieht.

   Als solche     Schutzschicht     kann zum Beispiel eine Schicht aus     Ceresin,     Kolophonium,     Trolitul    oder Schwefel     dienen.     Dabei ist es nicht notwendig, die ganze Glas  oberfläche mit der Schutzschicht zu über  ziehen, sondern es genügt, die Schutzschicht  in Form eines Ringes 17     anzubringen.     



  Für manche Zwecke, und speziell wenn  die Vorrichtung zur selbsttätigen Feuer- und  Rauchmeldung dienen soll, ist es notwen  dig, die an der Luft liegende Isolationsstelle  so anzuordnen, dass bei ihrem Defektwerden  die     Empfindlichkeit    steigt und ein Alarm  ausgelöst wird.  



  Wird Flammengas oder Rauch in die  offene     Ionisationskammer    2 gebracht, so wird  ihr innerer Widerstand infolge der kleineren  Beweglichkeit der     Rauchteilchen    oder Mole  külkomplexe vergrössert und die     Spannung     an der offenen     Ionisationskammer    steigt. Die  Isolation muss so angebracht werden, dass  bei ihrem Defektwerden die     Spannung    über  der offenen     Ionisationskammer    ebenfalls  steigt.

   Bei der bekannten Schaltung nach       Fix.    1     ist    dies nicht der Fall, wohl aber bei       Fig.    2, indem der elektrisch leitende Ring  18 zum Beispiel mit dem Pol der Spannungs  quelle 5 verbunden wird, der mit der     Ioni-          sationskammer    1 verbunden ist.  



  Durch den Zusammenbau der abgeschlos  senen     Ionisationskammer    mit dem Anzeige  system 6 bis 8 und durch die Schutzschicht  1.7 werden die Isolationsschwierigkeiten  praktisch behoben; dagegen entstehen neue,  erhebliche Schwierigkeiten, die im folgenden  erläutert werden:  Die     Spannungsverteilung    muss unabhän  gig von den im Gebrauch auftretenden  Druck- und Temperaturschwankungen sein.

    In der offenen     Ionisationskammer    ändert die  Anzahl der Gasmoleküle im Kubikzentimeter  und damit im allgemeinen auch die     Ionisation     mit dem Luftdruck     und    der Temperatur.     in.       der hermetisch abgeschlossenen     Ionisations-          kammer    bleibt die Anzahl Moleküle und die  Ionisation gleich. Es ist deshalb notwendig,  dass die     Ionisationsstärke    der offenen     Ioni-          sationskammer    auch unabhängig von Druck  und Temperatur wird.  



  Dies ist möglich bei Verwendung von  ionisierenden Präparaten, bei denen vor allem  die     a-Teilchen        ionisierend    wirken, zum Bei  spiel     Radiumpräparaten,        und    wenn man die  ganze Reichweite der     a-Teilchen    ausnützt,  da     ein        a-Teilchen    längs seines Weges bis zum  Stillstand immer die gleiche Anzahl Ionen  bildet. Da die     Reichweite    2,5 bis 7 cm be  trägt, werden die     Ionisationskammern    relativ  gross.  



  Damit die     Spannungsverteilung    unabhän  gig von der Zeit wird,     muss    die zeitliche     Zu-          oder    Abnahme der Ionisation der beiden  Kammern gleichartig vor sich gehen. Mit der  radioaktiven Umwandlung entstehen häufig  radioaktive Edelgase.

   Diese werden in der  geschlossenen     Ionisationskammer    zurückge  halten und ionisieren     ihrerseits.    In der  offenen     Ionisationskammer    wird ein von der  Temperatur, der Feuchtigkeit und der Zeit  abhängiger Teil davon     okkludiert.    Die Span  nungsverteilung zwischen den beiden     Ioni-          sationskammern    ändert sich deshalb mit der  Zeit, der Temperatur und der Feuchtigkeit.  



  Eine Vermeidung der durch die Abgabe  radioaktiver Edelgase     entstehenden        Ioni-          sationsschwankungen    mit der Zeit, dem  Druck und der Temperatur ist möglich, wenn  die     Radiumpräparate    mit einer gasdichten  Schutzschicht überzogen werden.

   Durch diese  Schutzschicht werden nicht     nur    durch den  hermetischen Abschluss der einen     Ionisations-          kammer    entstehende     Schwierigkeiten    über  wunden, sondern man erhält auch noch den  Vorteil, dass die     Ionisationsquelle    in der       offenen    Kammer durch Abwischen von Staub  ablagerungen gereinigt werden     kann,    ohne dass       ein        Teil    des radioaktiven Präparates mit ent  fernt wird.

   Wird als     Schutzschicht        eine    feine  Metallschicht verwendet, so     können    sich zu  dem keine unkontrollierbaren Oberflächen  ladungen auf den gut isolierenden Radium-           präparaten    ausbilden. Durch eine relativ  homogene Schutzschicht wird ausserdem die  Reichweite der     a-Teilchen    verkürzt, und es  ist deshalb möglich, die offene     Ionisations-          kammer    kleiner zu bauen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Einrichtung zum Anzeigen von solchen Veränderungen eines Gases oder Gasgemi sches, welche die elektrische Leitfähigkeit einer mit dem Gas erfüllten Ionisationskam- mer beeinflussen, wobei die Einrichtung eine offene Ionisationskammer zur freien Auf nahme des zu prüfenden Gases besitzt aid Änderungen der elektrischen Verhältnisse in dieser Ionisationskammer mittels einer An zeigevorrichtung dadurch angezeigt werden,
    dass sie auf Änderungen der Potentialver teilung zwischen der genannten Ionisations- kammer und einer mit dieser in Serie ge schalteten zweiten Ionisationskammer an spricht, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Ionisationskammer hermetisch abge schlossen und unmittelbar mit der ebenfalls hermetisch abgeschlossenen Anzeigevorrich tung so zusammengebaut ist, dass eine ge meinsame Trennwand besteht, durch welche die Verbindungsleitung führt,
    die das Poten tial der miteinander verbundenen Elektroden der beiden Ionisationskammern der Anzeige vorrichtung zuführt. UNTERANSPRTICHE 1. Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die beiden Ioni- sationskammern derart zueinander angeord net sind, dass die Innen- und Aussenseiten mindestens eines Teils des Gehäuses der ab geschlossenen Ionisationskammer als Elek troden in beiden Ionisationskammern dienen. 2.
    Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Elektroden system der Anzeigevorrichtung und die ab geschlossene Ionisationskammer auf einen Quetschfuss aufgebaut und Quetschfuss und Ionisationskammer mit einem die Anzeige vorrichtung einschliessenden Glasballon zu sammengeblasen sind. 3.
    Einrichtung nach Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenisolation derjenigen Elektrode der offenen Ionisationskammer, die mit einer Elektrode der geschlossenen Ioni- sationskammer und mit der Anzeigevorrich tung verbunden ist, dadurch erhöht ist, dass der in Unteranspruch 2 genannte Glasballon mit einem Schutzring aus einem wasserun durchlässigen Stoff sehr hoher, feuchtigkeits unempfindlicher Oberflächenisolation ver sehen ist. 4.
    Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass Mittel vorgesehen sind, welche bewirken, dass beim Defekt werden der Isolation derjenigen Elektrode der offenen Ionisationskammer, die mit einer Elektrode der geschlossenen Ionisationskam- mer und mit der Anzeigevorrichtung ver bunden ist, die Anzeigevorrichtung so rea giert, wie bei einer zu kontrollierenden, un erwünschten Gasänderung. 5.
    Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Ionisation des zu kontrollierenden Gases durch ein vorwie gend a-Teilchen aussendendes Präparat ge schieht, wobei die offene Ionisationskammer so dimensioniert ist, dass die ganze Reichweite der a-Teilchen ausgenutzt wird, damit die Ionisationsstärke unabhängig von der An zahl der im Kubikzentimeter vorhandenen Gasmoleküle wird.
CH227471D 1940-01-31 1940-01-31 Einrichtung zur Anzeige von Veränderungen eines Gases oder Gasgemisches. CH227471A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2963600A (en) * 1957-10-30 1960-12-06 Cerberus G M B H Device for the determination of changes in the composition of gas

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2963600A (en) * 1957-10-30 1960-12-06 Cerberus G M B H Device for the determination of changes in the composition of gas

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