CH227557A - Verfahren zur Erzeugung von Zellwolle mit Einzelfäden verschiedener Feinheiten. - Google Patents

Verfahren zur Erzeugung von Zellwolle mit Einzelfäden verschiedener Feinheiten.

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CH227557A
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Lonza Elektrizitaetswer Gampel
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Lonza Ag
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01DMECHANICAL METHODS OR APPARATUS IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS
    • D01D5/00Formation of filaments, threads, or the like

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Yarns And Mechanical Finishing Of Yarns Or Ropes (AREA)

Description


  Verfahren zur Erzeugung von Zellwolle mit Einzelfäden verschiedener Feinheiten.    Die     Naturwolle    ist bekanntlich in ihrer  Struktur nicht so einheitlich wie die künst  lichen Fasern. Insbesondere bestehen bei der  Naturwolle Unterschiede im     Titer,    d. h. in  der Dicke der einzelnen Wollhaare. Die  Dickenschwankungen liegen teils     innerhalb     des Wollhaares selbst, indem dasselbe an der  Wurzel dicker ist als an der Spitze, teils  unterscheiden sich die Wollhaare in ihrer  Dicke unter sich, je nach Rasse der Schafe,  Ernährung und Wachstum derselben. Mit der  verschiedenen Dicke der Wollhaare ändert  auch ihre Steifheit.  



  Diese Unterschiede innerhalb der Natur  wolle geben jedoch dem Warenbild auch  einen besonderen Charakter. Es ist die Kunst  des Kammgarn- oder     Streichgarnspinners,     verschiedene Wollqualitäten so zu mischen  und die einzelnen Anteile so zu bemessen,       da,ss    für die verschiedenen Stoffqualitäten  ihre charakteristischen     Eigenarten.    entstehen.  Diese charakterlichen Besonderheiten haften    im allgemeinen den Kunstfasern nicht an.  Bereits seit der Entstehung von Kunstfasern,  insbesondere dort, wo es sich um wollähn  liche Kunstfasern handelt, war man bestrebt,  auch ein ähnliches Warenbild wie mit Natur  wolle zu erzielen. Zu diesem Zwecke hat man  zum Beispiel Fasern verschiedener Glanz  effekte erzeugt.

   Ausserdem wurden die       Kunstfasern    in ihrer Kräuselung, d. h. in der       Bogigkeit,        beeinflusst.    Neuerdings ist man  sogar     in    der Lage, die Oberfläche der Kunst  fasern so zu beeinflussen, dass ähnliche       Schuppenstrukturen    entstehen wie bei der  Naturwolle. Um die     Ähnlichkeit    des Waren  bildes mit Naturwolle noch zu     vervollstKn-          digen,    ist man dazu übergegangen, Kunst  fasern verschiedener     Feinheiten    und Sorten  innig zu mischen, um aus dieser     Mischung     ein Garn zu spinnen.

   Die     Mischung    solcher       Kunstfaserprodukte    kann heute praktisch je  doch nur     in.    der Flocke geschehen. Die An  teile der     einzelnen    .Sorten     bezw.    Feinheiten      lassen sich dabei genau berechnen, und die  Mischung der Fasern kann bis zur Erzeu  gung des fertigen Garnes noch so intensiv  gemacht werden, dass im allgemeinen keine  Ansammlung von Gruppen gröberer oder fei  nerer Fasern entstehen.  



  Diese Arbeitsmethode hat nun aber ver  schiedene Nachteile, ganz abgesehen von der  Komplikation und     Verteuerung    solcher Dis  positionen.  



  Es wurde nun gefunden, dass man auf  eine andere, einfachere und wirtschaftlichere  Art zum Ziele, d. h. Zellwolle mit Einzel  fasern verschiedener Feinheit in ein und  demselben     Garnquerschnitt,    gelangen kann,  und zwar indem man bereits während des  Spinnprozesses des Kunstfadens, und zwar  auf ein und derselben Maschine, bewusst und  gleichzeitig Fädchen verschiedener Feinheit  herstellt und sie dann auf Zellwolle weiter  verarbeitet. Dadurch entfällt nicht nur die  schwierige Mischoperation, sondern die  gleichmässige Verteilung der gewünschten  Anteile gröberer und     feinerer    Fasern ist  bereits an der Stelle der Faserentstehung ge  schehen.

   Man hat es nach diesem Verfahren  auch genau in der Hand, den Anteil der  dicken, mittleren und feineren Fasern im  voraus genau zu bestimmen, unter Anleh  nung an die     bisherigen    Erfahrungen beim  Mischen von     Naturwollfasern.     



  Zur Ausführung der Erfindung kann  man zum Beispiel so vorgehen, dass man       Düsenfaserbündel    mit verschiedenem     Titer     herstellt, derart, dass die Faserbündel sich  untereinander durch den     Titer    der Fädchen  unterscheiden, jedoch die Fädchen des ein  zelnen Faserbündels gleiche     Titer    aufweisen.  In diesem Falle haben die innerhalb einer  Spinndüse erzeugten Einzelfädchen alle die  gleiche Feinheit, aber in den verschiedenen  Düsen einer Spinnmaschine werden Einzel  fädchen mit jeweils anderem, d. h. gröberem  oder feinerem     Titer    gesponnen. Dabei erhält  man auch ein Spinnkabel mit Einzelfädchen  verschiedener Feinheit.

   Beim Zusammenfas  sen der einzelnen     Düsenfadenbündel    ist nun    darauf zu achten, dass die Gruppen verschie  dener Feinheiten in einer bestimmten Rei  henfolge dem Spinnkabel zulaufen. Will man  zum Beispiel ein Garn haben mit je 20 Ge  wichtsprozent Einzelfasern vom     Titer    3, 6,  10, 15 und 20 Den., so sind je 5 Düsen oder  ein Vielfaches von 5 mit den entsprechenden       Kapillarlichtweiten    0.06, 0.085, 0.110, 0.135,  0.175 mm     systematisch    abwechselnd neben  einander zu montieren. Hat eine Maschine       bezw.    Maschinenseite total 100 Spinnstellen  (Düsen), so kann das     5-Düsensystem    zum  Beispiel zwanzigmal wiederholt werden.

   In  diesem Sinne lassen sich jedoch auch irgend  welche andern Gewichts- und     Titerverhält-          nisse    kombinieren, so dass pro Maschine       bezw.    Maschinenseite Fädchen verschiedener  Feinheiten im Spinnkabel zusammenlaufen.  Wird ein solches Kabel zu Flocken geschnit  ten, so kann auch ein     Vorgarn    oder Fertig  garn mit Fasern verschiedener Feinheiten er  zeugt werden.  



  Zu einer etwas besseren Verteilung der  Einzelfasern verschiedener Dicken im Garn  kann man kommen, wenn man den Zusam  menlauf der     Düsenfaserbündel    zum Spinn  kabel nicht dem Zufall überlässt, sondern  wenn man jedes     Düsenfaserbündel    genau in  der gewünschten bestimmten Reihenfolge  neben das benachbarte legt, so dass alle Bün  del einer Maschine oder Maschinenseite ein  flaches,     papierbahnähnliches    Band liefern.  Die Bündel lässt man zweckmässig durch  einen Präzisionskamm mit enger Teilung  laufen, um dann das so gebildete flache Band  durch mechanische Vorrichtungen zu kräu  seln und aufzuwickeln. Man kann dabei  flache Bänder mit verschiedenen     Lfm-Ge-          wichten    herstellen.

   Wichtig ist dabei nur,  dass die Fasergruppen verschiedener Feinhei  ten in dem Band systematisch verteilt lie  ben, damit, wenn dieses flache Band zu  Spinnband oder     Vorgarn    verarbeitet wird,  die     Feinheitenverteilung    einigermassen ge  wahrt bleibt.  



  Sehr vorteilhaft ist es, wenn man im       Spinnprozess    des Kunstfadens bereits inner  halb ein und derselben Düse Fädchen mit      verschiedenem     Einzeltiter    herstellt, derart,  dass das einzelne Faserbündel aus Fädchen  verschiedener     Feinheit        besteht.    In diesem  Falle verwendet man     Spinndüsen,    bei wel  chen in den einzelnen Lochkreisen Kapillar  öffnungen verschiedener     Lichtweite    gebohrt  werden. Es ist zum Beispiel zweckmässig, bei  den Spinndüsen die äussern Lochkreise, d. h.

    diejenigen am Rand des Düsenbodens, mit  grösseren Kapillaren zu versehen und gegen  die Mitte des Bodens die mittleren und fei  neren     Kapillarbohrungen    anzubringen.     Durcb     diese systematische Stellung der Kapillar  bohrungen zueinander ist die homogene Ver  teilung der gröberen und feineren Einzelfäd  chen im Fadenbündel restlos erfüllt. Bei ge  wissen     Spinnverfahren    kann es auch zweck  mässig sein, die feinen     gapillarbohrungen    am  äussern Rand des Bodens und die gröberen  gegen die     Mitte    zu anzubringen, oder man  kann auch die verschieden weiten Bohrungen  unregelmässig in die Düse verteilen.  



  Der     Titerunterschied    ist ungefähr propor  tional dem Querschnitt, d. h. der Fläche der  einzelnen     Kapillarbohrung.     



  Will man zum Beispiel ein Kunstfaser  garn haben, welches aus je 20 Gewichtspro  zent Fasern mit 3, 6, 10, 15 und 25 Den.  zusammengesetzt ist, und werden diese Fä  den mit     Zellwolldüsen    von zum Beispiel  500 Löchern hergestellt, so haben die     Titer-          gruppen    der Düsen folgende Lochzahlen und       $apillarlichtweiten    von 236/0.06, 118/0.085,  71/0.110, 47/0.135 und 28     Löcher/0.175    mm     QJ.     Es ist zweckmässig, insbesondere für das An  spinnen einer solchen     Zellwolldüse,

      wenn die  Entfernung der     gapillarbohrungen    grösserer  Lichtweite zueinander ebenfalls weiter ist  als bei den mittleren und feineren     Kapillar-          Bohrungen.     



  Mit diesem Verfahren lassen sich selbst  verständlich alle möglichen Varianten hin  sichtlich der     Einzelfadenstärke    und des An  teils der betreffenden Fadenstärke zusam  menstellen. Dadurch hat man es in der Hand,  den Charakter des Garns und des Waren  bildes, insbesondere aber den Griff der Ware       weitgehend    zu     beeinflussen.       Durch die     Verschiedenartigkeit    der Dicke  und damit zwangsläufig die Verschieden  artigkeit der     Erstarrung    der Einzelfäden  beim     Spinnprozess    ist, je nach dem ange  wandten Verfahren,

   eine leicht unterschied  liche     Anfärbung    der     Einzelfasern    sowie  unterschiedliche Oberflächengestaltung und  Steifheit festzustellen. Das     Warenbild    kann  damit noch weiter beeinflusst oder mit Effek  ten durchsetzt werden. Es sind also nach dem  vorliegenden Verfahren noch     Effekte    zu er  zielen, die über den Rahmen der bisherigen,  mit Naturfasern erzielten, hinausgehen.  



  Die so hergestellten     Düsenfaserbündel     können natürlich auf jede beliebige Art, bis  zum fertigen     Zellwollgarn    und den verschie  denen Zwischenstufen, weiter verarbeitet  werden. Man kann daraus sowohl durch  Kräuseln und Schneiden Stapelfasern     (Flok-          ken)    herstellen, oder man kann die Faser  bündel nach dem Kräuseln durch Schneiden  und Formen, zum Beispiel durch Zusammen  rollen und Verdichten, direkt in einem Ar  beitsgang, ohne Verzugsoperation, bis zu  einem gestapelten     Vorgarn    oder zu andern  Zwischenstufen, wie zum Beispiel zu einem  Spinnband oder zu einer Spinnlunte,. weiter  verarbeiten.

   Alle diese Gebilde bestehen aus  Zellwolle mit Einzelfasern verschiedener  Feinheit, deren verschiedene Feinheit aus  dem     Spinnprozess    stammt.  



  Besondere     Bedeutung    kommt dem vorlie  genden Verfahren     dann.    zu,     wenn    man die  Zellwolle nicht als Flocke, sondern in der  Form von     Spinnband    oder Spinnlunte er  zeugen     will.    Beim     Spinnband    oder der Spinn  lunte geht man darauf aus, mit möglichst  wenig Operationen von der Spinndüse bis  zum     webefertigen,    gestapelten Garn zu kom  men. Bei dieser Art der     Zellwollgarnerzeu-          gung    ist es ganz unmöglich, Fäden verschie  dener     Einzeltiter    und Sorten homogen zu  mischen.

   Hierzu bietet das vorstehende Ver  fahren     allein    die     Möglichkeit,    zu den ge  wünschten Anteilen gröberer und feinerer  Einzelfäden im Garn zu kommen und damit  ein     Warenbild    wie aus Naturfasern zu er-      halten. Man ist also nach dem vorliegenden  Verfahren in der Lage, selbst bei Anwen  dung der modernsten Technik der Kunst  fasergarnerzeugung- den besonderen Charak  ter der     Naturfasergarne    zu erzielen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung von Zellwolle mit-Einzelfasern verschiedener Feinheit, da durch gekennzeichnet, dass man bereits wäh rend des Spinnprozesses des Kunstfadens in einer und derselben Maschine gleichzeitig Fädchen mit verschiedenem Einzeltiter her stellt und sie dann zu Zellwolle weiter ver arbeitet. UNTERANSPRüCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man während des Spinnprozesses gleichzeitig Düsenfadenbün- del mit verschiedenem Titer herstellt, derart, dass man innerhalb einer Spinnmaschine, aber auf verschiedenen Düsen jeweils Fadengrup pen aus gröberen oder feineren Einzelfäd chen herstellt und diese differenten Faden gruppen zu einem Spinnkabel zusammenlau fen lässt und dieses alsdann weiterverarbeitet. 2. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Spinndüsen, welche gröbere oder feinere Einzelfäden ergeben, auf der Spinn maschine in einer bestimmten systematischen Reihenfolge einsetzt, wobei sich die gleiche Reihenfolge mehrmals wiederholt. B.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man während des Spinnprozesses innerhalb einer Düse Fädchen mit verschiedenem Einzeltiter herstellt, der art, dass das einzelne Düsenfadenbündel aus Fädchen verschiedener Feinheit besteht. 4. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man die einzelnen Fadenbündel zu einem flachen, papierbahn- ähnlichen Band zusammenlaufen lässt und dann weiterverarbeitet. 5. Verfahren nach Patentanspruch.
    I, da durch gekennzeichnet, dass man die vom Spinnprozess kommenden, aus Fädchen ver- schiedener Feinheit bestehenden Fadenbündel kräuselt und auf Stapel schneidet. 6. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man die vom Spinnprozess kommenden, aus Fädchen mit verschiedener Feinheit bestehenden Faden bündel kräuselt und dann im gleichen Ar beitsgang durch Schneiden und Formen zu einem gestapelten Spinnband weiter ver arbeitet. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man die vom Spinnprozess kommenden, aus Fädchen mit verschiedener Feinheit bestehenden Faden bündel kräuselt und dann im gleichen Ar beitsgang durch Schneiden und Formen zu einer gestapelten Spinnlunte weiter ver arbeitet. PATENTANSPRUCH II: Vorrichtung zur Erzeugung von Zellwolle gemäss dem Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man zum Spin nen der Fäden innerhalb einer Maschine Dü sen mit Kapillarbohrungen von verschiedener Lichtweite verwendet. UNTERANSPRÜCHE: B.
    Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass eine und dieselbe Düse Kapillarbohrungen von verschiedener Lichtweite aufweist. 9. Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 8, dadurch gekennzeich net, dass die Kapillarbohrungen mit grösserer Lichtweite von ihren benachbarten Bohrun gen einen grösseren Abstand haben als die Kapillarbohrungen kleinerer Lichtweite. 10. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I und Unteranspruch 8, dadurch gekennzeich net, dass in den äussern Lochkreisen die Ka- pillarbohrungen eine grössere Lichtweite auf weisen als in den innern.
    11. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I und Unteranspruch 8, dadurch gekennzeich net, dass in den innern Lochkreisen die Ka- pillarbohrungen eine grössere Lichtweite auf weisen als in den äussern. 12. Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 8, dadurch gekennzeich net, dass die gapillarbohrungen mit verschie dener Lichtweite unregelmässig in der Düse verteilt sind. PATENTANSPRÜCH III: Zellwolle aus Einzelfasern verschiedener Feinheit, hergestellt nach dem Verfahren nach Patentanspruch I.
CH227557D 1941-11-05 1941-11-05 Verfahren zur Erzeugung von Zellwolle mit Einzelfäden verschiedener Feinheiten. CH227557A (de)

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