CH227632A - Verfahren zur Herstellung von Gussformen für die Metallgiesserei. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Gussformen für die Metallgiesserei.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Gussformen für die Metallgiesserei. Gegenstand der Erfindung ist ein Ver fahren zur Herstellung von Gussformen für die Metallgiesserei, z. B. für die Eisen- und Stahlgiesserei.
Das Verfahren äst dadurch ge kennzeichnet, dass man eine Formmasse ver wendet, die einen Zelluloseäther enthält, und zwar vorzugsweise einen wasserlöslichen Zelluloseäther. Das erfindungsgemässe Ver fahren eignet sich vorzugsweise zur Herstel lung solcher Gussformen, deren mit dem Guss- metall in unmittelbare Berührung kommende Form- und Kernteile aus einer beispielsweise etwa 5-8 cm starken Zementschicht be stehen.
Es ist bereits ein Verfahren zum Her stellen von Kernen für Metallgiessereien be kannt geworden, das darin besteht, eine Auf lösung von Zelluloid in einem flüchtigen Stoff der Form- bezw. Kernmasse in einer Menge von 10-25 % beizumischen, um das Trocknen der Kerne im Ofen überflüssig zu machen und die Porosität der Formmasse zu erhöhen.
Die wesentlichsten Nachteile dieser Formmassen bestehen, darin, dass das nach der Verdunstung der leichtflüchtigen Stoffe als Bindemittel in -der Form verbleibende, aus Kampfer und Nitrozellulose bestehende Zel luloid sich beim Eingiessen des heissen Giess inetalles sehr rasch und heftig unter starker Bildung explosiver Gase zersetzt, und dass es in einem sehr hohen Prozentsatz der Form masse zugesetzt werden muss.
Demgegenüber handelt es sich bei der Erfindung um die Verwendung eines Zellu- loseäthers, der sich beim Eingiessen, des heissen Metalles in Formen, die unter Ver wendung eines Zelluloseäthers hergestellt sind, nur verhältnismässig langsam zersetzt, keine Explosionsgefahr bildet und eine weit aus wirtschaftlichere Ausnutzung gestattet als Zelluloid.
Die erfindungsgemässe Verwen dung der Zelluloseäther bei .der Herstellung von Gussformen hat beim Giessen vor allem die überlegene technische Wirkung einer ver= nachlässigbaren geringen Gasbildung, die so gering ist, dass es sogar gelungen ist, Kerne völlig zu umgiessen. Die Bedeutung dieser Tatsache ist vor allem bei Gussstücken mit kleinen und entlegenen Kernausstosslöchern besonders gross. Auch für Formen und Kerne mit Zement als Bindemittel ergeben sich bei einem Gehalt an Zelluloseäther besondere und vorteilhafte Wirkungen.
Mit Zement hergestellte Formen liefern hervorragende Ergebnisse in bezug auf die Sauberkeit der Oberfläche der Gussstücke. Sie haben eine hohe mechanische Festigkeit, so dass genau masshaltige Gussstücke auch bei grossen und tiefen Formen erzielt werden. Die Gasdurchlässigkeit ist gross, oo da,ss die Bla senbildung verhindert ist. Sie bieten die Mög lichkeit, das Eisen rascher zugiessen, wodurch die Abkühlung des Metalles während des Gusses gering bleibt.
Die Anwesenheit des Zementes hat eine günstige Wandwirkung zur Folge und die Widerstandsfähigkeit ge gen die Zerstörung durch flüssiges Eisen ist gross. Das Wesentlichste aber und die über legene Wirkung dieser Formen besteht vor allem darin, dass durch die Hitze des Guss- metalles die Zementbetonschicht in einen sol chen Zustand übergeführt wird, dass sie die sonst vorhandene innere Festigkeit verliert und bröcklig wird.
Es hat sich jedoch gezeigt, dass diese Zementformen nicht in allen Fällen restlos mürbe werden. Insbesondere bei dünnwandi gen Werkstücken und bei der Verwendung der genannten Giessformen als Kerne stellten sich immer wieder Rissbildungen im Werk stück ein. Es wurde gefunden, dass die Ur sache für diese Rissbildung darin zu suchen ist, dass nicht die ganze Betonschicht mürbe wird, sondern die dem Gussmetall abgewand ten Teile die alte Festigkeit beibehalten. Die Kerne können deshalb dem Schwinden nicht im gewünschten Umfange folgen.
Mit Recht ist bei diesen Untersuchungen die Rissbildung auf eine zu grosse Dicke der Schicht zurück geführt worden. Bei den Versuchen mit ge ringeren Schichtdicken stellte sich aber her aus, dass dann die notwendige Festigkeil zu gering wurde. Bei tiefen Formen entstand das Treiben des Gusses. Die Masshaltigkeit war nicht mehr gewährleistet. Den Kernen ging bei der geringen Dicke der Betonmasse auch der erforderliche äussere Halt verloren.
Um die verlangten guten Eigenschaften der genannten Kerne und Formen zu erhalten, musste man deshalb von den ganz dünnen Betonschichten wieder abgehen und stärkere Schichten benutzen.
Durch die Erfindung können die Nach teile bei Zementformen dadurch vermieden werden, dass durch die Beimengung von Zel- luloseäther die Zerfalltemperatur der Zement formmasse gesenkt wird. Die Temperaturen, die der Beton braucht, um richtig mürbe zu werden, liegen bei etwa 1350-1400 C. Diese Temperaturen werden aber in den vom Guss- inetall abgewandten Schichtteilen der Beton massen nur ,dann erzielt, wenn das Eisen so viel Wärme abzugeben vermag, dass die ge samte Betonmasse diese Temperatur annimmt. Bei dünnwandigem Guss ist diese Voraus setzung aber nicht erfüllbar.
Durch eine Bei mengung von Zelluloseäther ist es nun ge lungen, die Zerfa.lltempera.tur des Betons um fast 600 auf etwa. 750" C herabzusenken. Auf eine ganz neue Art und Weise wird so mit die Gefahr der Rissbildung in Gussstük- ken, die bei Zementformen auftritt, beseitigt und das Mittel dazu ist ein in der Zement formerei völlig neuartiges. Selbst dünnwan diger Guss ist in der Lage, so viel Wärme ab zugeben, dass alle, selbst die entferntesten Teile der Betonschicht, auf diese Zerfalltem- peratur erhitzt werden.
Das Reissen von Guss- stüc1ieii ist nunmehr nahezu restlos beseitigt worden.
Die Menge des Zelluloseätherzusatzes wird im allgemeinen so gewählt, dass die zwecl#.mässig im Verhältnis von 9:1 aus Sand und Zement hergestellte Formmasse 0,3 bis 1,5 % Zelluloseä.ther enthält.
Vorzugs weise setzt man den Zel.luloseäther den üb rigen Bestandteilen der Formmasse in wäss- riger Lösung zii und zwar derart, dass 100 Teile der Formmasse zweckmässig 5 bis <B>1.0</B> Teile einer Ei- bis 15ö igen Zelluloseäther- lösung enthalten. Besonders gute Resultate erzielt man meistens. bei einem Zusatz von 7 Teilen einer IM gen i.gen Zelluloseätherlösung zu 100 Teilen der Formmasse.
Als Zel.lulose- äther kommt in erster Linie wasserlösliche Methylzellulose in Frage. Man kann bei :dem erfindungsgemässen Gehalt der Formmasse an Zellulo;seäther die Erhärtung der Formen durch Trocknen und Brennen beschleunigen.
Es hat sich gezeigt, dass Trocknungstempe- raturen von 120-150 , trotz der Ernied rigung der Zerfalltemperatur um fast 600 , keine schädliche Wirkung auf die Festigkeit der Kerne haben, während die Erstarrungs- zeit wesentlich verkürzt ist und je nach Grösse der Kerne nur 1-1?@@ Stunden be trägt. Auch bei andern Formmassen, die an sich zu völlig harten Formen erstarren, und auch bei ;solchen, die durch die Hitze des Gussmetalles zu harten Körpern gebrannt werden, z. B.
Lehmformen, bewirkt die Ver wendung von Zelluloseätherzusätzen, dass die Form bei 800 C und weniger mürbe wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Guss formen für die Metallgiesserei, dadurch ge kennzeichnet, dass man eine Formmasse ver wendet, die einen Zelluloseäther enthält. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man eine Form masse verwendet, die einen wasserlöslichen Zelluloseäther enthält. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Formmasse verwendet, deren Zelluloseäthergehalt 0,3-1,5 % beträgt. 3.Verfahren gemäss Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch ge kennzeichnet, dass man eine Formmasse ver wendet, von welcher 100 Teile 5-10 Teile einer 6-15%igen wässrigen Zelluloseäther- lösung enthalten. 4. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man eine Form masse verwendet, welche Zement enthält. 5. Verfahren' gemäss Patentanspruch und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Formmasse verwendet, welche Zement sowie einen wasserlöslichen Zel.lulose- äther enthält. 6.Verfahren gemäss Patentanspruch und den Unteransprüchen 4 und 5, dadurch ge kennzeichnet, dass man eine Formmasse ver wendet, welche Sand und Zement im Ver hältnis 9 : 1 enthält und einen Gehalt an einem wasserlöslichen Zelluloseäther von 0,3-1,5 % aufweist.
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