CH228704A - Verfahren zur Herstellung von phosphorhaltigem Eisen und Vorrichtung zur Ausführung dieses Verfahrens. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von phosphorhaltigem Eisen und Vorrichtung zur Ausführung dieses Verfahrens.

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CH228704A
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Description


  Verfahren zur Herstellung von phosphorhaltigem Eisen und Vorrichtung  zur Ausführung dieses Verfahrens.    Es ist. bekannt, Roheisen aus Eisenerz,  Kalk und andern     Stoffen        gleichzeitig    mit der  Herstellung von Zement in einem Drehrohr  ofen herzustellen.     Ferner    ist man imstande,  Eisenschrott in einem     Dre.hrohrofen    in der  Weise zu veredeln, dass man das Schrott  material durch den Ofen wandern lässt, wobei  es vorzugsweise mit     schlackenbildenden     Stoffen in Berührung     gelangt,    wie beschrie  ben in der schweizerischen Patentschrift  Nr. 220264.

   Die     s,chlackenbil,denden        Stoffe     können     Zementrohstoffe    sein, so dass gleich  zeitig mit der     veredelnden    Behandlung des  Eisens Zement hergestellt wird.  



  Bei einem derartigen     -Schmelzverfahren     kann man der     Ofenbeschickung    Kohlenstoff       zusetzen,    um den     Schmelzpunkt    des Eisens  zu erniedrigen, da die maximale     Arbeitstem-          peratur    1400 bis 1500  C beträgt. Es hat sich  ergeben,     dass    das bei diesen     Ilerstellungs-          bezw.    Schmelzverfahren     ;gewonnene,    ge  schmolzene Eisen einen     niedrigen    Silicium-    Behalt, aber einen so hohen Kohlenstoff  gehalt besitzt, dass es als Roheisen bezeich  net werden kann.  



  Der Phosphorgehalt hängt von demjeni  gen des zu verwendenden Erzes     bezw.    Eisens  ab. Gewöhnlich ist er so niedrig, dass das       entstehende    Roheisen für .die Herstellung  von Stahl nach     .dem        Thomasverfahren    unge  eignet wird.  



  Vorliegende Erfindung betrifft     ein    Ver  fahren zur     Herstellung    von     phosphorhalti-          gean    Eisen durch Behandlung von metal  lischem Eisen.  



  Dieses Verfahren ist dadurch gekenn  zeichnet, dass man die Behandlung in einem       Drehrohrofen    ausführt, indem man diesem  Ofen     mindestens    eine phosphorhaltige     Vdr-          bindung    zusetzt, und die Bedingungen im  Ofen derart gestaltet, dass der Phosphor vom  Eisen     aufgenommen    wird.  



  Dieses     Verfahren,    kann     in    einem Dreh  rohrofen ausgeführt werden, wie z. B. in      einem Ofen der für das Brennen von Zement  üblichen Bauart, wobei dessen Länge wesent  lich grösser     ist    als sie Länge der Flammen  zone.  



  Vorzugsweise wird dem     Drehrohrofen     eine oder     mehrere        reduzierbare    Phosphorver  bindungen zusammen mit dem eisenhaltigen  Ausgangsstoff oder     spätestens    während der  Bildung des Eisens aus dem Erz oder der  Schmelzung der Eisenabfälle zugesetzt und  dafür Sorge getragen, dass dauernd Möglich  keiten für     eine        Reduktion    der Phosphorver  bindungen im Ofen vorhanden sind. Es hat  sich erwiesen, dass der so     reduzierte    Phosphor  im     Roheisen    aufgenommen wird. Auf diese  Weise kann z.

   B. das Roheisen für die Her  stellung von Stahl nach dem     Thomasverfah-          ren        verwendbar        gemacht    werden.  



  Die     Phosphorverbindungen    können zu-    gleich als     Schlackenbildner    dienen, und in  diesem Falle isst. es nicht notwendig, andere       Schlackenbildner    zu benutzen. Wenn     aber     Zement oder hydraulischer     Kalk    im Ofen  hergestellt wird, werden diese     Materialien     natürlich auch als Schlackenbildner auftre  ten.  



  Nachstehend seien     einige    Beispiele .des  Verfahrens gemäss der Erfindung angegeben.  Die Beispiele     beziehen    sich auf solche Aus  führungsformen des Verfahrens,     bei    denen  im     Drehrohrofen,        welchem    Phosphorverbin  dungen     zugesetzt.        wurden,    gleichzeitig Ze  ment hergestellt worden ist.  



  Dabei kann man von metallischem Eisen  ausgehen, .das aus Eisenerz im     obern    Teil des       Drehrohrofens        vorgängig    der     Erzeugung    des       phosphorhaltigen    Eisens durch     Reduktion          hergestellt        wurde.     
EMI0002.0035     
  
     Das bei diesem Verfahren gewonnene  Eisen enthält 0,85 % P.  



  Der im     Eisenerz,        Zementrohmehl,        Koks,          Manganerz    und Rohphosphat enthaltene  Phosphor wird vom Eisen aufgenommen, und  die     Rohphos        phatmenge    (45 kg) ist gerade so  bemessen,     da_ss    -die Gesamtmenge des im Bei  spiel angeführten Phosphors einem Gehalt    von     0,85ö    P in dem aus dem Ofen austreten  den Endprodukt     entspricht.     



  Bei demselben Verfahren und mit densel  ben Rohstoffen ist man imstande, z. B. ein  Endprodukt zu     erzeugen,        welches        1,30%    P  enthält, wenn man dem Ofen die im folgen  den Beispiel     1I        angegebenen    Mengen von       Stoffen        zusetzt.       
EMI0003.0001     
  
     Aus dem nachstehenden Beispiel     III    ist  ersichtlich, wie ein Endprodukt, welches       0,85%    P enthält, aus Eisen     gewonnen    wer  den kann, welches im Ofen selbst aus, einem  Eisenerz erzeugt     wurde,

      welches von dem im         Beispiel    I     erwähnten    verschieden     ist,        und     zwar dadurch, dass man     idie    Mengen der ver  schiedenen: Stoffe je nach     deren        Gehalt    an  Phosphor ändert.

    
EMI0003.0013     
  
     In diesen Beispielen wurde das Roheisen,  wie schon erwähnt, im     obern    Teil des     Dreh-          rohrofensaus    Eisenerz oder aus Eisenschrott  und Kohlenstoff hergestellt; es bleibt doch  im Rahmen .der Erfindung, das     beschriebene     Verfahren zur     E@rhähung    des Phosphor  gehaltes von     geschmolzenen,        Roheisen    zu be  nutzen, welches einen Hochofen mit einem  Phosphorgehalt verlässt, der für bestimmte  Zwecke zu niedrig ist.  



  Bei Verwendung von     phosphorhaltigen     Verbindungen, die reduziert werden müssen,       wird,die        reduzierende        Wirkung        vorzugsweise     durch Zusatz von     Kohlenstoff    zur Ofenbe  schickung, und zwar vorteilhaft in Form von  Koks, aufrechterhalten. wie in den     vorstehen-          den        Beispielen    angegeben.

       Gewünschtenfalls     kann aber     .die        Verbrennung    in der Flammen-         zone    des Ofens     derart    geregelt werden, dass  eine reduzierende     Flamme    erzeugt wird. Bei       Herstellung    von Eisen aus Eisenerz dient der  Kohlenstoff im Ofen zur Reduktion des Erzes  sowie der Phosphorverbindungen. Ferner       nimmt        Schrotteisen    bei der Schmelzung etwas  Kohlenstoff auf, und ausserdem hat es sich  in .der Praxis erwiesen,     dass    etwas vom Koh  lenstoff wegbrennt.

   Infolgedessen schwankt       die    zuzusetzende     Menge    von Kohlenstoff je  nach der     Ausführungsform,des        Verfahrens;     es hat sich aber     herausgestellt,    dass bei der       Herstellung    von phosphorreichem Roheisen  aus .reduzierbaren Phosphorverbindungen und       Essen,    das     im        ,gleichen    Ofen aus Eisenerz er  zeugt wurde;

   für beide Prozesse zusammen       eine        Koksmenge,    die zwischen 70     und    90  des     Gewichtes        des        Eisens    liegt,     befriedigend     ist,      Im Folgenden sind     Beispiele    angeführt,  wie das Verfahren     gemäss    der Erfindung in  Fällen verwendet werden kann, wo das Eisen  sowohl aus Eisenerz wie aus     gleichzeitig    ge-         schmolzenem        Eisenmeta.llschrott    gewonnen  wurde.

   In diesen Beispielen wird ebenfalls  gleichzeitig im     Drehrohrofen        Zement    ge  brannt.  
EMI0004.0008     
  
     Das bei diesem Verfahren gewonnene  Eisen enthielt 0,85 % P. Wie aus der Tabelle  hervorgeht, entspricht dieser Gehalt an Phos  phor der Gesamtmenge des Phosphorgehaltes  sämtlicher     Stoffe,    und um den Phosphor-         gehalt    von     0,85/'0    zu erzielen, sind 50 kg       Rohpho@aphat    dem     Drehrohrofen    zuzusetzen.  



  Um     aus    denselben Stoffen wie im Beispiel  IV angegeben, ein Endprodukt zu gewinnen,  das 1,30 % P enthält, sind die im folgenden  Beispiel V angegebenen Mengen erforderlich:  
EMI0004.0015     
  
     Beispiel     VI    zeigt die erforderlichen Men  gen an Rohstoffen bei Herstellung eines End  produktes mit demselben Phosphorgehalt wie  im Beispiel IV,     und    zwar<B>0,85%</B> P, und bei    Verwendung eines     Eisenerzes        zur    Erzeugung  des Eisens, dessen Zusammensetzung sich von  derjenigen des Erzes im Beispiel IV unter  scheidet,

      
EMI0005.0001     
  
     Die für die     Reduktion    des     Eisenerzes        und     des Rohphosphates erforderliche Kohlenstoff  menge kann in jedem einzelnen Falle nach  den     chemischen    Formeln für die Reduktions  prozesse berechnet werden. Ebenfalls kann  die im Eisen :aufgenommene Kohlenstoff  menge     im    voraus bestimmt werden.

   Zu den  nach     dieser    Berechnung dem     Drehrohrofen          zuzusetzenden        Kohlenstoffmengen    ist eine  gewisse Menge zuzusetzen, die     während    des       Verfahrens    wegbrennt.     Letztere    Kohlenstoff  menge wird erfahrungsgemäss     bestimmt    und  ist in dem in sämtlichen oben angeführten  Beispielen     angegebenen        Kohlenstoffgehalt     inbegriffen.  



  Jede Phosphorverbindung kann benutzt  werden, wie z. B.     natürliches    Rohphosphat,  und zwar     Apatit,    Knochen oder Phosphor-    säure     (Ortho,        Meta    oder     Pyro).    Eine beson  ders     zweckmässige        Phosphorverbindung    ist       Thomas-Sch@lacke.    Das     Verfahren    kann zu  sammen     mit    dem     Thomasverfahren    in ge  schlossenem     Kreislauf    durchgeführt werden,  was den Phosphorzusatz betrifft, indem die  Schlacke     von,

  der        Stahlfabrikation    vermahlen  und in den     Drehrohrofen    zurückgeführt wird.  Bei einem derartigen Verfahren in geschlos  senem     Kreislauf    braucht man nur eine ge  ringe ergänzende Menge Phosphor zuzusetzen.  



       Eine        weitere    Möglichkeit für die Durch  führung des Verfahrens gemäss der Erfin  dung geht aus     nachstehenden    Beispielen her  vor, in welchen das zu     behandelnde    Eisen  von     Evsensichrott        allein    herrührt. Auch     in          diesen    Beispielen wird     gleichzeitig    Zement  im     Drehrohrofen        gebrannt.     
EMI0005.0044     
  
     In diesem Falle sind     Gusseisenspäne    ge  schmolzen worden.

   Es können aber auch    Stahlspäne     behandelt        werden,        wie    das     nach-          folgende    Beispiel     VIII    zeigt:    
EMI0006.0001     
  
     In den beiden     Beispielen        VII    und     VIII     ist ein     Eisen    erzeugt worden, welches 1  Phosphor enthält, und die Bestimmung der  nötigen Menge Koks und Rohphosphat kann  wie in den vorstehenden Beispielen     hes        chrie-          ben        vorgenommen    werden.  



  Bei den Beispielen     VII    und     VIII    wurde  Stahl- und     Eisenschrott    geschmolzen, dessen  Kohlenstoffgehalt zwischen etwa 0,2 und  etwa 4%     schwankte.     



  In den oben angeführten Beispielen wur  den die     Zementrohstoffe    in der Form von  Rohmehl zugesetzt, aber natürlich können sie  in jeder beliebigen Form,     beispielsweise    in  .der Form von Schlamm,     zugesetzt    werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Erzeugung von phosphor haltigem Eisen .durch Behandlung von metal lischem Eisen, dadurch gekennzeichnet, dass man die Behandlung in einem Drehrohrofen ausführt, indem man diesem Ofen mindestens eine phosphorhaltige Verbindung zusetzt und die Bedingungen im Ofen derart gestaltet, dass der Phosphor vom Eisen aufgenommen wird. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man reduzierbare phosphorhaltige Verbindungen verwendet, wobei man die Bedingungen im Ofen derart gestaltet, dass eine Reduktion stattfindet. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Eisen im obern \feil .des Drehrohr ofens aus Eisenerz gewonnen wurde, wobei die phosphorhaltige Verbindung spätestens während der Erzeugung des Eisens zugesetzt wurde. 3.
    Verfahren hach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass Eisenabfälle ver wendet werden und dass man die phosphor- lialtige Verbindung spätestens während der Schmelzung des Eisens zusetzt. 4. Verfahren nach P'atentansp.ruch I, da- dadurch gekennzeichnet, dass man dem Dreh rohrofen geschmolzenes Eisen und die phos phorhaltige Verbindung zusammen zuführt. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man dem Dreh- rohrofen eine reduzierbare phesphorhaltige Verbindung zusetzt und dass man zwecks Re duktion dieser Verbindung noch Kohlenstoff zufügt. 6. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man dem Dreh rohrofen als phosphorhaltige Verbindung Rohphosphat zusetzt. 7. Verfahren naeh Patentanspruch I, -da durch gekennzeichnet, dass man dem D.reh- rohrofen als phosphorhaltige Verbindung Apatit zusetzt. B.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man dem Dreh rohrofen als phosphorhaltige Verbindung Thomas-Schlacke zusetzt. 9. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man dem Dreh rohrofen mindestens ein schlaekenbildendes Material zusetzt. 10. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 9, dadurch gekennzeichnet, da,ss man das schlackenbildende Material so wählt, class ein hydraulisches, Bindemittel gleichzeitig mit dem phosphorhaltigen Eisen gebildet wird. 11.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 9 und<B>10,</B> dadurch gekenn zeichnet, dass das genannte Bindemittel Zement ist. 12. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 9 und<B>10,</B> dadurch gekenn zeichnet, dass das genannte Bindemittel Kalk ist. 13. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 9 und 10, dadurch gekenn- zeichnet, dass man die phosphorhaltige Ver bindung im vermahlten Zustand dem Ofen zusetzt.
    PATENTANSPRUCH II: Einrichtung zur Ausführung des Verfah rens nach Patentanspruch I"dadurch gekenn zeichnet, dass sie aus einem Drehrohrofen be steht, :dessen Länge die Länge der Flammen zone übersteigt.
CH228704D 1940-02-03 1941-01-23 Verfahren zur Herstellung von phosphorhaltigem Eisen und Vorrichtung zur Ausführung dieses Verfahrens. CH228704A (de)

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