Kreuzgelenk. Kreuzgelenke besitzen normalerweise kei nen Gleichgang, das heisst bei Drehung der einen Welle eilt im Verlaufe einer Umdre hung wechselweise die eine Welle voraus und die andere Welle nach. Man hat infolgedes sen schon versucht, Universalgelenke mit Gleichgang zu schaffen. In allen bekannten Fällen wurde vom Kreuzgelenk üblicher Art grundsätzlich abgegangen, indem man zu sätzliche Kugelgelenke verwendete, und zwar Zwiebelschalengelenke, bei denen also min destens zwei konzentrische, lagerhaltig inein ander verpasste Kugelgelenke vorliegen. Diese Konstruktionen genügen den gestellten An forderungen in mehrfacher Hinsicht nicht. Einerseits lassen sich mehrere konzentrische Kugelgelenke für die Praxis überhaupt nicht genau herstellen, und wenn dies gelingt, sind die Gestehungskosten untragbar gross.
Dar über hinaus besitzen die einzelnen Gelenke eine Vielzahl von Teilen und sind auch nicht so ausgebildet, dass sie für die Praxis wirk lich in Betracht kommen können. Nach dieser bekannten Konstruktion ist zwischen dem kugelig ausgebildeten Ende der einen Welle und dem kugelschalenförmig ausgebildeten Ende der andern Welle, eine an ihrer Innenseite und Aussenseite kugelig ausgebildete Schale angeordnet, die an zwei einander gegenüberliegenden Enden offen ist. Die Kugelschale der zweitgenannten Welle ist über zwei gleichachsige Bolzen gelenkig mit der Zwischenschale verbunden; desglei chen ist die Kugel der einen Welle über einen sie durchsetzenden Bolzen mit der Zwischen schale verbunden.
Der Bolzen der einen Welle und die Bolzen der andern Welle ste hen zueinander senkrecht. Da nun bei Ver- schwenkung der beiden Hauptwellen in der einen Ebene die Zwischenschale nur den hal ben Schwenkweg ausführen darf, ist ein Steuerungsglied vorgesehen. Dieses ist eben falls kugelschalenförmig ausgebildet und schliesst die eine Öffnung der Zwischenschale ab, wobei es um seine Mittelachse innerhalb der Zwischenschale verdrehbar ist.
Die schlie- ssende Schale besitzt einen nach aussen ge richteten Bolzen, der in eine Ausnehmung der Schale der einen Hauptwelle eingreift und einen nach innen gerichteten Bolzen, der in eine Ausnehmung der Kugel der andern Welle eingreift. Die beiden Bolzen liegen im gleichen Abstand von der Mittellinie der bei den gestreckten Hauptwellen, und zwar bei Strecklage der beiden Wellen mit ;fieser Mit tellinie in einer Ebene.
Da mehrere ineinanderliegende Kugel gelenke, wie eingangs erwähnt, in der Ferti gung sehr teuer sind, ist bei der vorliegen den Erfindung die Verwendung von Kugel gelenken zielbewusst verlassen. Die vorlie gendeErfindung betrifft vielmehr ein Kreuz gelenk mit senkrecht zueinander stehenden Gelenkachsen, bei welchem Gelenk zur Er zeugung gleicher Winkelgeschwindigkeit der beiden Wellen ein bei gegenseitiger Ver- schwenkung derselben in einer Ebene den halben Schwenkweg ausführendes, an der einen Hauptwelle angelenktes Zwischenglied und eine dieses bei Verschwenkung um des sen Gelenkachse im Winkelmittel zwischen den beiden Hauptwellen haltende Steuerungs einrichtung vorgesehen sind.
Die vorliegende Erfindung besteht dabei darin, dass das Zwi schenglied als die beiden Kreuzgelenkzapfen umfassender und den einen dieser Zapfen tragender Zwischenring ausgebildet ist, und dass das dem Zwischenring und der einen Hauptwelle gemeinsame Gelenk sowie der eine Zapfen der beiden Kreuzgelenkzapfen gleichachsig sind.
Die beiliegende Zeichnung zeigt beispiels weise Ausführungsformen des Kreuzgelenkes gemäss der Erfindung, und zwar zeigt: Fig. 1 ein Kreuzgelenk im Schnitt gemäss der Längsachse der gestreckten Hauptwellen, Fig. 2 einen Schnitt nach Linie A-B in Fig. 1, Fig. 3 das Ende der einen Hauptwelle samt Zwischenring im Aufriss, Fig. 4 den gleichen Teil in Stirnansicht. Fig. 4a, 4b und 4e einen Einzelteil im Aufriss und in Draufsicht, Fig. 5a und 5b einen weiteren Einzelteil in Draufsicht und im Aufriss mit teilweisem Schnitt, Fig.
G das Kreuzgelenk in gleicher An sicht wie Fig. 1, jedoch bei nur geschnitte nem Gehäuse, im abgewinkelten Zustand, Fig. 7 das Ende der einen Hauptwelle samt umfassendem Gehäuse im Längsschnitt, Fig. 8 eine weitere Ausführungsform des Kreuzgelenkes im Schnitt nach Linie C-1) der Fig. 9, Fig. 8a einen Einzelteil im Schrägriss, Fig. 9 einen Schnitt nach Linie E-F der Fig, 8, Fig. 10 einen Schnitt nach Linie G-H der Fig. 8, Fig.
Na den Zwischenring für sich allein in Draufsicht im Sinne der Fig. 8, Fig. 11 das Kreuzgelenk in einem der Fig. 8 entsprechenden Schnitt bei gegenein ander abgewinkelten Wellen, Fig. 12 eine weitere Ausführungsform des Kreuzgelenkes im Längsschnitt und in der Ebene der Querachse des Gehäuses, Fig. 13 einen gleichen Schnitt durch eine weitere Ausführungsform des Gelenkes, Fig. 14 einen zum Schnitt der Fig. 12 senkrecht stehenden Längsschnitt, Fig. 15 einen Schnitt bei abgewinkeltem Gelenk, Fig. 16 das gelenkseitige Ende der einen Hauptwelle für sich allein in einem der Fig. 14 entsprechenden Schnitt, Fig. 17 und 18 einen Einzelteil, Fig. 19 eine Stirnansicht des Gehäuses der Fig. 7, Fig. 20 das Gehäuse der Fig.
7 im Längsselinitt, mit Zwischenring in der Lage, in der dieser in (las Gehäuse eingeführt wird.
Das Gelenk dient der Verbindung der beiden Hauptwellen 1 und 2. Die Haupt welle 2 ist an ihrem freien Ende als das ei-entliche Gelenk umfassendes und schüt zendes einteiliges Gehäuse 3 ausgebildet. Dieses Gehäuse 3 ist gemäss Fig. 1 bis 7 teil weise hohlkugelförmig ausgebildet, ohne dass aber dieser Hohlkiwelteil den Bestandteil eines Kugelgelenkes darstellt.
Im übrigen ist die Innenwandung des Gehäuses 3 an zwei einander gegenüberliegenden Seiten mit Aus- nehmungen 4 versehen (Fig. 7, 10, 19 und 20), in welchen der Zwischenring 5 je mit zwei einander gegenüberliegenden, kreis bogenförmigen Führungsflächen 6 gelagert ist (Fig. 4, 10 und 10a). Die kreisbogenför migen Ausnehmungen 4 gehen gegen die offene Stirnseite des Gehäuses 3 hin in eine rechteckige Rinne über, wie Fig. 20 zeigt.
Der Abstand der beiden parallelen Rinnen- flanken 60 ist dabei so gross wie der Abstand der parallelen Seite 61 des Zwischenringes 5 (Fig. 19 und 2'0), so dass der Zwischen ring, -wie aus Fig. 20 ersichtlich, in der einen Lage von der Stirnseite her in das Gehäuse 3 eingeführt und nach dem Einführen um 90 in der Zeichenebene der Fig. 20 gedreht wer den kann. Er ist also nach dem Einführen und Verdrehen gegen achsiale Verschiebun gen gesichert, weil die Ausnehmungen 4 überhalbkreisförmig verlaufen.
Im Zwischenring 5 ist mittels Büchsen',' ein Vierkantzapfen 8 verdrehbar gelagert, welcher den Ringraum des Zwischenringes durchsetzt und dessen Längsachse senkrecht steht zur Gelenkachse des Gelenkes 4, 6. In den Ringraum des Zwischenringes 5 ragt das kugelförmig ausgebildete Ende 9 der einen Hauptwelle 1. Die Kugel stellt auch hier wiederum keinen Bestandteil eines Kugel gelenkes dar. Die Kugel besitzt eine doppel keilförmige Ausnehmung 10 mit in der Mitte liegendem Scheitel (Fig. 1), welche von dem Vierkantzapfen 8 durchsetzt ist. Der Ab stand der zueinander parallelen Wandungen der Ausnehmung 1.0 entspricht der Stärke des Vierkantzapfens B.
Senkrecht zum Vier kantzapfen 8 sind die Kugel 9 und der Vier kantzapfen 8 von einem weiteren Zapfen 11 durchsetzt, welcher in seiner ganzen Länge innerhalb der Kugel 9 liegt, an seinem einen Ende einen Kopf 12 besitzt und mit seinem andern Ende in Gewindeeingriff mit der Ku gel 9 steht, so dass die Kugel durch den Zap fen 11 gegen Verspreizung in Richtung des letzteren gesichert ist. Die eine Hauptwelle 1 ist also zunächst einmal um die Achse des Zapfens 11 verschwenkbar, und zwar in der Zeichenebene der Fig. 1. Die Verschwenkung ist durch die doppelkeilförmige Ausnehmung 1.0 ermöglicht. Die Längsachse des Zapfens 11 ist identisch mit der Achse des Gelenkes 4, 6, welches der Zwischenring 5 und das Ge häuse 3 gemeinsam haben.
Infolgedessen kann bei Verschwenkung der einen Haupt welle 1 in der Zeichenebene der Fig. 1 diese Welle sich auch um die Achse des Gelenkes 4, 6 drehen. Die Verschwenkung der einen Hauptwelle 1 in der Zeichenebene Fig. 2 ist ermöglicht durch die Büchsen 7 des Bolzens 8, welche verdrehbar am Zwischenring 5 ge lagert sind.
Würde man sich vorstellen., dass die an dere Hauptwelle 2 unmittelbar starr am Zwi schenring 5 angreifen würde, so würde ein übliches, normales Kreuzgelenk vorliegen., das aber keinen Gleichgang besitzt. Die vor liegende Konstruktion unterscheidet sich von dem üblichen Kreuzgelenk dadurch, dass der die Kreuzgelenkzapfen 8, 11 umfassende Ring 5 als Zwischenring ausgebildet ist, wel cher für sich an das Gehäuse 3 der andern Hauptwelle 2 aasgelenkt ist.
Durch diese Konstruktion ist der Gleichgang gewährlei stet; es muss nur dafür Sorge getragen sein, dass der Zwischenring 5 bei Verschwenkung der einen oder andern Welle 1 bezw. 2 in der Zeichenebene der Fig. 1 stets im Winkelmit tel zwischen den beiden Wellen 1 und 2 ge halten bezw. jeweils in dieses Winkelmittel gebracht wird. Zu diesem Zweck ist eine be sondere Steuerungseinriehtung vorgesehen.
welche auf den Zwischenring 5 in solcher Weise einwirkt, dass er bei Verschwenkung der einen oder andern Hauptwelle 1 bezw. 2 in der Zeichenebene der Fig. 1 jeweils die Hälfte des gesamten Schwenkweges zurück legt. Es sei noch bemerkt, dass die Längs achsen des Gelenkes 4, 6, des Zapfens 8 und des Zapfens 11 sich in einem einzigen Punkt 13 schneiden.
Zur Steuerung des Zwischenringes 5 ist dieser mit einem Bügel 14 versehen, welcher mit seinen parallelen Armen 15 zu beiden Seiten an dem Zwischenring 5 aasgelenkt ist. Zu diesem Zweck besitzt der Zwischenring 5 an seinen beiden Stirnseiten keilförmige Aus nehmunben 16 von einer der Dicke der Arme 1.3 entsprechenden Tiefe, so dass die Arme 15 über die beiden Stirnseiten des Zwischenrin ges 5 nicht vorstehen. Im Bereiche der Aus- nehmunben 16 sind die Arme 15 mit Hilfe von Schrauben 17 an dem Zwischenring gelenkig befestigt.
Die Gelenkachse des Bü gels ist identisch mit der Achse des Zapfens 11 bezw. der Achse des Gelenkes 4, 6. Der Bügel 14 wird durch einen Kugelgelenkteil einer Gabel 18 umfasst, welche einen Fortsatz des kugelförmigen Endes 9 der einen Haupt welle darstellt.
Das Gehäuse 3 ist an zwei einander ge benüberliegenden Seiten mit kreisrunden Öff nungen 19 (Fig. 7) versehen, welche zum Einsetzen von Deckeln 20 ausgebildet sind. Die Deckel können mit Hilfe von Schrauben 21 (Fig. 5a) auf dem Gehäuse befestigt wer den. Jeder Deckel 20 trägt exzentrisch einen Mitnehmerzapfen 22, der bei aufgesetztem Deckel ?0 nach innen gerichtet ist. Die Zap fen ?? sind dazu bestimmt, in die einen Schlitze ?3 von Stenerungsplatten 24 (Fig. und 4e) einzugreifen. Diese Steuerungsplat ten besitzen je einen weiteren Schlitz 25, der dem Eingriff eines Bolzens 26 dient. Die Bolzen 26 sind an den Armen 15 des Bügels 14 starr befestigt.
Die beiden Schlitze 23 und 25 liegen in gleichem Abstand vom Punkt 29 der Steuerungsplatten 24, durch den in der Gelenklage nach Fig. 1 und 2 die Achsen der Bolzen 11 und 17 gehen.
Da die Steuerungsplatten 24 dazu be stimmt sind, den Zwischenring 5 in einer Mittellage zu halten, bezw. ihn in diese zu verbringen, müssen sie mit dem Zwischenring 5 in Eingriff stehen. Zu diesem. Zweck sind die beiden Steuerungsplatten 24 mit Mitneh mern 27 versehen, welche in Schlitze 28 (Fig. 3 ) des Zwischenringes 5 eingreifen.
Die Wirkungsweise ist wie folgt: Wird die eine Hauptwelle 1 in der Zei chenebene der Fig. 2 verschwenkt, so gleitet die Gabel 18 der Kugel 9 an dem Bügel 14, ohne diesen zu bewegen. Es erfolgt daher keine Beeinflussung der Lage des Zwischen- ringes 5. Die Welle 1 dreht sich bei dieser Verschwenkung um die Längsachse des Vier kantzapfens B.
Erfolgt jedoch eine Verschwenkung der einen Hauptwelle 1 in der Zeichenebene der Fig. 1, so wird durch die Gabel 18 der Bügel 1-1- mitgenommen. Bei dieser Verschwenkung dreht sich die Welle 1 uni die Achse des Bolzens 11; da der Bügel 14 bleichachsig mit dem Bolzen 11 an dem Zwischenring 5 befestigt. ist, so führt er also denselben Schwenkwinkel aus wie die Welle 1. Durch den Bügel 14 werden jedoch über die Zapfen 26 die Steuerungsplatten 24 beeinflusst. Da die Bolzen 22 fest sind, so werden die Steue rungsplatten 24 mit der Achse der Bolzen ?? als Drehachse verschwenkt.
Die Mitnehmer 7 der Steuerungsplatten 24 liegen nun auf einer Linie, die das :Mittel 29 (Fig. 4e) des Abstandes der Schlitze 23 und ?5 schneidet. Der Erfolg ist der, dass die Steurungsplatten 24 über die Mitnehmer 297 den Zwischenring, 5 mitnehmen, aber nur um die Hälfte des je- ,veili-en Schwenkweges des Bügels 14 bezw. der Welle 1.
Der Zwischenring 5 wird also jeweils im Mittel zwischen den beiden Wel len 1 und 2 gehalten bezw. in dieses Mittel verbracht. Bei dieser Verschwenkung dreht sich der Zwischenring :5 um die Achse seines Gelenkes 4, 6.
Es findet also, mit andern \Vorten -ausgedrückt, bei einer Verschwen- kun- der Welle 1. in der Zeichenebene der Fig. 1 eine Verdrehung der Kugel 9 um die Achse des Zapfens<B>11</B> und ausserdem noch eine, der Hälfte des Schwenkweges entspre chende Verdrehung des Zwischenringes 5 um die Achse dessen Gelenkes 4. 6 statt.
Da durch wird der Gleichgang des Gelenkes be dingt. Würde der Zwischenring 5 nicht je weils im Winkelmittel zwischen den beiden Hauptwellen 1 und 2 gehalten werden, so würde sieh. bei bestimmter Lage eine Sper rung ergeben.
Das Gelenk gemäss der Ausführungsform der Fig. 8 bis<B>11</B> unterscheidet sieh vom Ge lenk der vorgeschriebenen Figuren lediglich durch die Art der Steuerungseinrichtung. Gemäss Fig. 8 bis 11 sind die Arme 1 5 des Bügels 14 an ihren Enden verbreitert und überhalbkreisförmig ausgebildet. Die Kreis segmente 30 sind in entsprechenden, über halbkreisförmigen Ausnehmungen 31 von Schlitten 3,2 geführt, welche an zwei innern Seiten des Zwischenringes 5 senkrecht zu des sen Mittelebene verschiebbar geführt sind. Im übrigen sind die Kreissegmente 30 ver drehbar am Gehäuse 3 gelagert.
Zu diesem Zweck ist das Gehäuse 3 von Bolzen 33 durchsetzt, welche den Zwischenring 5 (Fig.10a) in gekrümmten Schlitzen 34 durch setzen. Diese Schlitze haben die Aufgabe, eine Verschwenkung des Zwischenringes 5 trotz des Vorhandenseins der Bolzen 33 zu ermöglichen. Die Bolzen 33 greifen in die Segmente 30 ein, und zwar in solcher Weise, dass der Abstand der Bolzen 33 vom Kreis mittelpunkt 35 des Segmentes 30 in kon struktiv bestimmtem Verhältnis zu dem Ab stand von der Gelenkachse des Gelenkes 4, 6 steht.
Die Wirkungsweise dieser Einrichtung ist wie folgt: Bei Verschwenkung in der Zeichenebene Fig. 8 wird der Bügel 14, wie oben beschrie ben, mitgenommen. Da die Achsen der Bol zen 33 des Bügels 14 exzentrisch gegenüber der Achse des Zapfens 11 liegen, darüber hinaus die Achsen der Bolzen 33 sich in be stimmtem abstand von der Achse des Zap fens 11 bezw. des Gelenkes 4, 6 wie vom Kreismittel der Segmente 30 befinden, so wird, ähnlich wie oben, der Zwischenring 5 nur den halben Schwenkweg der Welle 2 aus führen. Die Segmente 30 drehen sich in den überhalbkreisförmigen Ausnehmungen 31 der Schlitten 32, die dabei gleichzeitig in ihren Führungen verschoben werden.
Die Ausführungsformen nach den Fig. 12 bis 18 unterscheiden sich von den erläuterten Ausführungsformen ebenfalls nur durch die Art der Steuerung. Die Innenseite des Ge häuses 3 ist in diesem Falle hohlkugelförmig ausgebildet. Zwischen der Kugel 9 lind der hohlkugelförmigen Innenwandung des Ge häuses 3 ist ein Kugelsegment 36 angeord- net, welches mittels eines Ringansatzes 37, der kugelförmige Oberfläche besitzt, an der hohlkugelförmigen Innenwandung des Ge häuses 3 anliegt. Mit seiner einen Seite stützt sich das Kugelsegment 36 über den von Ku geln gebildeten Ring 38 an der einen Stirn seite des Zwischenringes 5 ab.
Wie aus Fig. 13 ersichtlich, kann an Stelle des Rin ges 38 ein Ringansatz 39 des Segmentes 36 treten, der sich an dem Zwischenring 5 ab stützt. Das Segment 36 trägt zwei Zapfen 40 und 41, welche bei gestrecktem Gelenk in der durch die Längsachsen der beiden Hauptwel len 1 und 2 und die Achse des Zapfens 11 bestimmten Ebene liegen. Der Zapfen 40 steht in Richtung des Gehäuses 3 über die Oberfläche des Segmentes 36 vor und greift verdrehbar in ein Gleitstück 42 ein, welches in einer gekrümmten Längsnut 43 der Innen wandung des Gehäuses 3 geführt ist. Die Längsnut 43 liegt in derselben Ebene wie die Zapfen 40 und 41 bei gestreckten Wellen.
In ähnlicher Weise steht der Zapfen 41 in der andern Richtung über die Oberfläche des Segmentes 36 vor und trägt verdrehbar ein Gleitstück 44, welches in einer gekrümm ten Nut 45 der Kugel 9 geführt ist. Die Nut 4.5 liegt ebenfalls in der Ebene der Zapfen 40 und 41, wenn beide Wellen gestreckt sind. Die Zapfen 40 und 41 liegen. zu beiden Sei ten in je gleichem Abstand von der Längs mittelachse des Gelenkes bezw. der gestreck- ten Wellen 1 und 2. Die Wirkungsweise dieser Einrichtung ist wie folgt: Beim Verschwenken der Welle 1 in der Zeichenebene der Fig. 12 erfolgt eine Beein flussung des Segmentes 36 nicht. Lediglich das Gleitstück 44 gleitet dabei in der zuge hörigen Nute 45.
Wird dagegen die Welle 1 in der Zeichenebene der Fig. 14 verschwenkt, dann wird das Gleitstück 44 durch die Längsnut 45 mitgenommen, mit der Wir kung, dass das Segment 36 um seine geo metrische Mitte verdreht und der Segment zapfen 40 mit seinem Gleitstück 42 in der Nut 43 nachgezogen wird. Die Schwenkbewegung zwischen den bei den Hauptwellen in der Zeichenebene der Fig. 14 wird nur zum einen Teil, und zwar zur Hälfte, auf das Segment 36 übertragen. Bei der Verschwenkung beider oder einer der beiden Hauptwellen gleitet das Gleitstück 4..1 in der Nut 45 und das Gleitstück 42 in der Nut 43.
Zufolge dieses Gleitens erfährt das Segment 36 auch eine Verdrehung um die -Mittelachse der Hauptwelle 2. Da sich somit die Versehwenkung der beiden Hauptweilen zum einen Teil in einer Verdrehung des Seg mentes 36 ausdrückt, so kann der Schwenk weg des Segmentes 36 um die Achse der Bol zen 11 bezw. 52 ebenfalls nur einen Teil des Schwenkweges der beiden Hauptwellen aus machen.
Deshalb, weil die beiden Bolzen 40 und 41 bei gestreckten Wellen je in gleichem Abstand von der Mittellängsachse der 'Welle 2 liegen und auch in einer Ebene, die diese Mittellängsachse schneidet, drückt sich der Schwenkweg der beiden Wellen zur einen Hälfte in einer Verdrehung des Segmentes 36 und zur andern Hälfte in einer Verschwen- kung des Segmentes 36 aus. Diese Verschwen- kung des Segmentes 36 wird über den Kugel ring 38 bezw. über den Ringansatz 39 der Fig. 13 auf den Zwischenring 5 übertragen, der somit stets im Winkelmittel zwischen den beiden Wellen gehalten wird.
Der Vorteil der Steuerungseinrichtung ge mäss Fig. 12 bis 18 besteht darin, dass sie eine Bauart mit geringerem Durchmesser des Gelenkes zulässt. Die Steuerungseinrichtung ist darüber hinaus ausserordentlich einfach. Wenn auch eine Führung des Segmentes 36 an der hohlkugelförmigen Oberfläche des Ge häuses 3 vorliegt, so ist deshalb noch nicht, wie bei den Gleichganggelenken bekannter Art, ein Zwiebelschalen-Kugelgelenk vorhan den, das heisst also ein Kugelgelenk mit min destens zwei konzentrischen Kugellagern.
Das Segment 36 hat keine Schubkräfte, son dern nur Verspreizungsdrücke aufzunehmen, die zudem im wesentlichen die Gleitstücke 42 und 44 übernehmen. Eine besonders günstige Anordnung ist darin zu erblicken, dass das Segment 36 nur mit dem kugelflächenförmi- gen Ring 37 an der innern Oberfläche des Gehäuses 3 geführt ist. Damit sind vor allen Dingen die Schmierung gesichert, die Her stellung vereinfacht und die Reibung ver ringert.
Da das Rubelsegment 36 zwischen den beiden Hauptwellen 1 und 2 liegt, so müssen auch Vorkehrungen getroffen sein, um das Gelenk zusammenbauen zu können. Deshalb besteht das Gehäuse 3, wie aus Fig. 16 er sichtlich, aus den beiden Teilen 46 und 47, die durch Schraubenbolzen, für die entspre chende Bohrungen 48 vorgesehen sind, zu sammengehalten werden können.
Die geteilte Anordnung des Gehäuses 3 macht es möglich, den Zwischenring 5 in be sonderer Weise lagern zu können. Die beiden Teile 46 und 47 haben an gegenüberliegen den Seiten je eine halbkreisförmige Ausneh- mung 49, die sieh bei zusammengesetzten Teilen zu kreisrunden Öffnungen ergänzen. In diese sind Lagerbüchsen 50 eingesetzt, welche zwecks Haltens derselben am Um fang Ringansitze 51 tragen, die in entspre chende Nuten in der Wandung der Ausneh- mungen 49 eingreifen. Die Lagerbüchsen 50 stellen die Lager für die Zapfen 52 des Zwi schenringes 5 dar.
Der Zwischenring 5 besitzt an. der äussern Stirnseite sich kegelförmig erweiternde Aus- nehmun.gen, welche die Abwinkelung der Welle 1 zulassen. Da bei der Abwinkelung ; der Welle 1. in der Zeichenebene der Fig. 12 der Zwischenring 5 nicht mitgenommen wird, sondern stehen bleibt, so ist die Ausnehmung 53 in dieser Ebene und seitlich davon tiefer, als in der Zeichenebene des Schwenkbereiches der Fig. 14, da bei der Verschwenkung in der Zeichenebene der Fig. 1.4 der Zwischen ring 5 mitgenommen tvird.
Die erläuterten Konstruktionen entspre chen in jeder Weise den Anforderungen, die nach allen Rielitungen hin. an ein technisch einwandfreies Kraftübertragungsgelenk ge stellt werden. Die Bauweise ist einfach, < las Gelenk besteht aus relativ wenig Einzeltei len, die im Serienbau leicht und billig herzu stellen sind. Das Auseinandernehmen und Wiederzusammensetzen des Gelenkes sowie das Auswechseln von einzelnen Teilen kann mit wenigen Griffen und ohne besondere Werkzeuge vorgenommen werden.
Der Ab- winkelungsbereich beträgt 45 von der Mit tellinie aus, es liegt mathematisch genauer Winkelgleichgang vor.