Hit Abdampfniederschlag arbeitendes Lokomotivfahrzeug. Die Erfindung betrifft ein mit Abdampf niedersehlag arbeitendes Lokomotivfahrzeug, bei dem mindestens ein Teil des Abdampfes der als Kolbenmaschine ausgebildeten Fahr zeugantriebsmaschine vor seinem Nieder schlag der Reihe nach den für Feuerungs und Niederschlagshilfseinrichtungen erforder lichen Antriebsmaschinen zugeleitet wird.
Bei solchen Lokomotiven wird der Ab dampf meistens bei angenähert atmosphäri schem Druck in einer als Oberflächen-Luft wärmeaustauscher ausgebildeten Konden sationsanlage, die auf einem Beiwagen unter gebracht ist, niedergeschlagen. Die für die Kondensation benötigte Kühlluft wird von Ventilatoren geliefert, welche von, einer der erwähnten, mit Abdampf betriebenen An triebsmaschinen betätigt werden.
Die für den Antrieb dieser Ventilatoren benötigte Lei stung ändert sich mit der Temperatur der atmosphärischen Luft, indem sie bei kalter Witterung klein, bei warmer Witterung grö sser ist.
Bei kalter Witterung steht daher der Antriebsmaschine, welche die Ventilatoren an treibt, mehr Energie zur Verfügung, als für die Erzeugung,der von ihr verlangten Nutz leistung benötigt wird. Bisher ist die in sol chen Fällen zur Verfügung gestandene, über schüssige Energie in höchst unwirtschaft licher Weise durch Drosseln vernichtet worden.
Um in dieser Hinsieht eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit herbeizuführen, lässt sich bei einem Lokomotivfahrzeug der ein- der ein gangs erwähnten Art gemäss vorliegender Er findung der Abdampf .der die Niederschlags hilfseinrichtungen antreibenden Maschine durch eine Leitung, die ein in die Abdampf- leitung dieser Maschine eingebautes Absperr organ zu umgehen gestattet, einer weiteren Maschine zuführen, die einen, Generator an treibt, zum Zweck,
den erzeugten Strom für Zugsheizung und Zugsbeleuchtung ausnützen zu können.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel dee Erfindungsgegen- Standes in vereinfachter Darstellungsweise veranschaulicht, und zwar zeigt: Fig. 1 teilweise in Seitenansicht und teil weise in einem Längsschnitt eine mit Ab- dampfni,ederschl'ag arbeitende Lokomotive, deren Antriebsmaschine als Kolbenmaschine ausgebildet isst, und Fig. 2 eine Hilfseinrichtung zur Erzeu gung eines Vakuums in dem zum Nieder schlagen des. Abdampfes dienenden Raum.
1 bezeichnet einen Lokomotivkessel, von dessen Dom 2 der erzeugte Dampf durch eine Leitung 3 in eine Kolbenmaschine 4 gelangt, welche die Lokomotive antreibt. Der Ab dampf der Maschine 4 gelangt durch eine Leitung 5 in eine als Turbine ausgebildete Maschine 6, wo er sich unter Leistungsabgabe an eine als Ventilator 7 ausgebildete reue- rungshilfseinrichtung entspannt, um hier auf durch eine Leitung 8 noch in eine zweite Turbine 9 zu gelangen, wo er sieh weiter ent spannt.
Diese Turbine 9 treibt über ein Zahn radgetriebe 10, eine Welle 11 und ein Kegel rädergetriebe 12 einen zum Fördern von Kühlluft dienenden Ventilator 13 an, welcher eine Hilfseinrichtung der auf dem Beiwagen 14 angeordneten Kondensationsanlage 80 bil det. In letzterer wird der aus der Hilfstur- bine 9 durch eine Leitung 15 in dieselbe ge langende Abdampf bei angenähert atmosphä rischem Druck niedergeschlagen.
Von der Leitung 15 zweigt eine nach einer weiteren Hilfsturbine 17 führende Leitung 16 ab, in die ein einstellbares Absperrorgan 18 eingebaut ist. Die mit einem Fliehkraft regler 171 ausgestattete Hilfsturbine 17 treibt einen Strom liefernden Generator 19 an und deren Abdampf gelangt ebenfalls in den Nie derschlagsraum der luftgekühlten Konden sationsanlage 30. Der Durchfluss durch die Leitung 15 wird von einem Ventil ?0 be herrscht, das in Abhängigkeit von dem vor diesem Ventil herrschenden Druck so einge stellt wird, dass es um so mehr geschlossen wird, je höher der Gegendruck am Austritt der Turbine 9 ist.
Das Absperrorgan 18 in der Leitung 16 kann in Abhängigkeit von jenem Druck oder dann von Hand eingestellt wer- den. Ein in Abhängigkeit vom Druck in der Leitung 16 ,einstellbares Ventil 161 beherrscht.
eine Verbindung zwischen der Leitung 16 und der Abdampfleitung der Hilfsturbine 17 in solcher Weise, dass dieses Ventil 161 bei einer plötzlichen Entlastung des Generators 19, in welchem Falle das vom Drehzahl regler<B>17'</B> betätigte Ventil geschlossen wird, geöffnet wird, so dass dann Dampf unter Um gehung der Hilfsturbine 17 aus der Leitung 16 durch die Abdampfleitung dieser Turbine unmittelbar in die Kondensationsanlage 30, überströmen kann.
Das in letzterer nieder geschlageneKondensat wird von einer Pumpe 23 in einen auf dein Beiwagen 14 vorge sehenen Wasserbehälter \?4 gefördert.
Braucht es bei kalter Witterung zum Niederschlagen des Abdampfes in der Kon densationsanlage 30 wenig Kühlluft und ist deshalb der Leistungsbedarf für den Antrieb des Ventilators 13 dementsprechend klein, so steilt der Gegendruck hinter der Turbine 9 und das Ventil 20 wird daher in schliessendem Sinne beeinflusst. Wird jetzt auf irgend eine Weise das Absperrorgan 18 geöffnet,
so steht für die Verarbeitung in der Turbine 17 noch ein gewisses Wärmegefälle für Elen Antrieb des Generators 19 zur Verfügung, wobei das Organ 20 der Abdampfleitung 1.3 umgangen wird.
Der vom Generator 19 er zeugte Strom wird in erster Linie für die Zugsheizung ausgenutzt, da eine solche in direkte Ausnutzung des Wärmeinhaltes des Abdampfes, welcher in die Leitung 15 gelangt, wirtschaftlicher ist als eine unmittelbare Verwendung dieses Abdampfes zur Zugs heizung, indem im letzteren Falle die Wärme verluste in den den Heizdampf zuführenden Leitungen, an den Rohrkupplungsstellen und dergleichen bekanntlich recht gross sind.
Vom Generator 19 erzeugter Strom kann auch noch für die Zugsbeleuchtung und bezw. oder für den Antrieb des Beiwagens 14 verwendet werden, indem zum Beispiel der Generatorstrom ,einen Antriebsmotor des Beiwagens speist.
Unter Umständen lässt sieh die Turbine 9 ganz umgehen, so dass dann das für die Generatorantriebsturbine 17 zur Verfügung stehende Gefälle besonders gross ist. Eine solche Umgehungsleitung mit einstellbarem Absperrventil 22 ist in Fig. 1 mit dem Be zugszeichen 21 belegt.
Wird es für zweckmässig erachtet, im Niederschlagsraum der Kondensationsanlage mit Vakuum zu arbeiten, so kann dieses in der in Fig. 2 gezeigten Weise mit Hilfe eines Dampfstrahlejektors 25 erzeugt werden, der mit einem Teil des Abdampfes der Kolben- antriebsma,schine 26 der Lokomotive betrie ben werden kann.
PATENTANSPRUCH: Mit Abdampfniederschlag arbeitendes Lokomotivfahrzeug, bei dem mindestens ein Teil des Abdampfes der als Kolbenmaschine ausgebildeten Fahrzeugantriebsmaschine vor seinem Niederschlag der Reihe nach den für Feuerungs- und Niederschlagshilfseinrichtun- gen erforderlichen Antriebsmaschinen zugelei tet wird, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Abdampf der die Niederschlagshilfseinrich tungen antreibenden Maschine durch eine Leitung, .die ,ein in die Abdampfleitung die ser Maschine eingebautes Absperrorgan zu umgehen gestattet, -einer weiteren Maschine zuführen lässt, die einen Generator antreibt, zum Zweck,
den erzeugten Strom für Zug .s- heizung und Zugsbeleuchtung ausnützen zu können.