CH229429A - Verfahren zur Herstellung von mikroporösen bis grobporigen, als Lederaustauschstoff verwendbaren Massen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von mikroporösen bis grobporigen, als Lederaustauschstoff verwendbaren Massen.

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CH229429A
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polyvinyl chloride
porous
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Alexander Wacker Gesellsc Gmbh
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Wacker Chemie Gmbh
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08JWORKING-UP; GENERAL PROCESSES OF COMPOUNDING; AFTER-TREATMENT NOT COVERED BY SUBCLASSES C08B, C08C, C08F, C08G or C08H
    • C08J9/00Working-up of macromolecular substances to porous or cellular articles or materials; After-treatment thereof
    • C08J9/24Working-up of macromolecular substances to porous or cellular articles or materials; After-treatment thereof by surface fusion and bonding of particles to form voids, e.g. sintering

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Description


  Verfahren zur Herstellung von mikroporösen bis grobporigen, als     Lederaustauschstoff     verwendbaren Massen.    Es ist bekannt, dass sich poröse Massen  aus     Polyvinylchlorid    für Verwendungen in der  Bau-, Isolier- und Kältetechnik eignen. Zur  Herstellung dieser Massen erhitzt man dabei  ein Gemisch aus     Polyvinylchlorid    und Treib  mitteln unter rasch ansteigendem Vakuum.  Bei diesem Verfahren wirken sich die mit  verwendeten Treibmittel nachteilig aus; ausser  dem ist mit dem schnell ansteigenden Vakuum  keine gleichmässige und feine     Porosität    zu  erreichen.  



  Es ist ausserdem bekannt, poröse Massen  aus     Polymethacrylsäureestern    oder     Luvikan    für  die Herstellung von Filtern oder     Diaphragmeii     zu verwenden. Hierbei wird die     Porosität    der  Massen durch Versintern der genannten pulver  förmigen Massen unter gelindem Druck oder  durch die     Mitverwendung    von Lösungsmitteln  erreicht, die die     Polymerisatkörner    vor dem       Verpressen        oberflächlich    erweichen.

      Es wurde nun gefunden, dass sich das  zweite Verfahren sowohl auf     gewöhnliches    als  auch auf höchstmolekulares     Polyvinylchlorid     anwenden lässt, und dass dabei poröse -Hassen  entstehen, die sich überraschenderweise ganz  ausgezeichnet als     Lederaustauschstoff    eignen.  



  Gegenstand des vorliegenden Patentes ist  ein Verfahren zur Herstellung von mikro  porösen bis grobporigen, als Lederaustausch  stoff verwendbaren Massen, welches dadurch  gekennzeichnet ist,     da.ss    man     pulverföizniges     bis     grobkörniges        Polyvinylchlorid,zweckmässig     bei erhöhter Temperatur,     versintert.    Vor allem  haben sich dafür die     durchVersintern    von     weich-          macherhaltigen,    höchstmolekularen     Polyviriyl-          chloridpulvern    hergestellten porösen Massen  bewährt.

       Maii    kann diese dadurch erhalten,  dass man pulverförmige bis grobkörnige höchst  molekulare     Polyvinylchloride    zunächst mit  Weichmachern oder mit einem- Gemisch aus      Weichmachern und flüchtigen Lösungsmitteln  in einer     Mischvorrichtung    behandelt, bis die  Teilchen des Pulvers     bezw.    der Körner den  zugesetzten Weichmacher oder das Weich  macher-Lösungsmittel-Gemisch ganz oder zum  mindesten grösstenteils aufgesaugt haben,

   und  das so vorbehandelte Gut bei entsprechend  erhöhter Temperatur mit oder ohne Druck       versintert.    Die erwähnten flüchtigen Lösungs  mittel sollen das     Polyvinylclilorid    bei unter  der     Sinterungstemperatur    liegenden Tempera  turen noch nicht oder nur wenig lösen. Bei  so hergestellten porösen hassen kann die für       Lederaustauschstoffe    erforderliche Weichheit  und Schmiegsamkeit durch einen mengen  mässig abgestuften     Weichmacherzusatz    be  liebig eingestellt werden.  



  Es ist     überraschend,    dass die porösen       Polyvinylchloridmassen    mit durchgehenden  Poren eine ganz ausserordentliche Reissfestig  keit besitzen. Dieses Ausmass der Überlegen  heit war aus den bekannten Eigenschaften  von kompaktem     Polyvinylclilorid    nicht abzu  leiten, da ja eine sehr erhebliche     Schwächung     der Festigkeit gerade durch die     durchgehenden     Poren zu erwarten war.

   Es     wird    nur durch  die ganz überraschende Tatsache     erklärlich,     dass die     Versinterungsstellen    von     Poly        vinyl-          chloridteilen    noch fester sind als die ursprüng  liche Masse.  



  Auch die Temperaturbeständigkeit der po  rösen     Polyviny        lcliloridmassen        übertrifft    alle  Erwartungen: So können lederähnliche Er  zeugnisse aus porösem     Polyvinylchlorid    in  Glyzerin bei     210-220"    zwecks Reinigung  ausgekocht werden, ohne ihre Struktur zu  verlieren oder eine sonstige Schädigung ihrer  Eigenschaften zu erleiden. Im Gegenteil er  weisen sich ausgekochte Gegenstände aus po  rösem     Polyvinylchlorid    noch     fester    als vor  dem Auskochen.  



  Nicht ohne weiteres zu erwarten     iv        amen     auch die folgenden wertvollen Eigenschaften  Platten und Blöcke aus porösem     Polyv        inyl-          chlorid    lassen sich mittels der üblichen Leder  spaltmaschine dank ihrer     überraschenden     Festigkeit glatt zu Folien von einer Dicke  von wenigen Zehntelmillimetern spalten.    Anderseits können diese Blöcke und Platten  durch Ausfräsen, Ausstanzen, Abdrehen, Ab  hobeln und     dergl.    in dünne, federnde Späne oder  eine poröse Wolle zerlegt     bezw.    in Zerreiss  maschinen auf Flocken verarbeitet werden.  



  Ferner ist die     Verseliw        eissbarkeit    so über  raschend gut, dass es genügt, neu zu vereini  gende Formteile aus porösem     Poly        vinylchlorid     nur     an    ihren Rändern zu verschweissen, so dass  an der Vereinigungsfläche die     Durchgängigkeit     des     grössten    Teiles der Poren gewahrt bleibt.  Das eröffnet die Möglichkeit, kompliziert zu  sammengesetzte und durchgehend poröse ge  formte Gegenstände aus     Poly        vinylchlorid    her  zustellen.  



  Als weiterer Vorteil der porösen     Polyvinyl-          chloridniassen    hat sich herausgestellt, dass sie  auch in     Werkstücken    erhältlich sind, deren  einzelne Schichten verschiedene     Porositätsgrade          bezw.    teils erhebliche, teils gar keine     Poro-          sität        besitzen.    Das hängt damit zusammen,

   dass       Polyvin        ylcliloride    in Pulverform mit oder ohne       vorherige    mehr oder weniger beträchtliche Ein  verleibung von die     Versinterung    erleichternden       '\@-eichniacllei-n        und,'oder    Lösungsmitteln durch  Versintern in die Form fest zusammenhängen  der poröser     Massen    gebracht werden können  und man es dabei in der Hand hat,

   durch       Lfibereinanderschichten    verschieden leicht     ver-          sinternder    Pulverschichten und dem Spezial  zweck angepasste Temperaturbehandlung und  Pressung die     Versinterung    beispielsweise in  der äusseren Zone bis zum völligen Verschluss  der     Poren,    in anderen Zonen aber nur bis  zur Ausbildung     offener    Poren zu treiben. In  analoger Weise     I:önnen    auch Folien hergestellt  werden, die     stellenweise    dicht, in der Haupt  fläche aber porös sind.  



  Eine weitere überraschende Eigenschaft  der     Polyv        iiiylchloride    bestellt darin, dass sie  auf einer zu überziehenden Oberfläche in     situ     in die poröse Form gebracht werden können.  Handelt es sich um das Überziehen einer  ebenen Unterlage, so     braucht    das Pulver, ge  gebenenfalls nach vorheriger     Imprägnierung     mit Weichmachern     und\oder    Lösungsmitteln  oder sonstigen Zusätzen, wie z. B.

   Stabilisatoren,  nur auf sie aufgeschichtet und     finit        einem.    er-           hitzten    Spachtel, Bügeleisen oder     dergl.    unter  angemessener Pressung aufgebügelt oder auf  kalandert zu werden.

   Sind kompliziert ge  formte     Oberflächen    zu überziehen, so Aastet  man das Pulver durch Verarbeiten mit mehr  Flüssigkeit, als es aufsaugen kann, gegebenen  falls auch unter Mutverwendung von Binde  mitteln ab, streicht     bezw.    spachtelt die Paste  auf die zu überziehende     Oberfläche    auf und  führt sie gegebenenfalls nach vorheriger  Trocknung und im Bedarfsfalle Verdickung  des Überzuges durch mehrmaliges Aufbringen,  durch     Bügeln    oder     dergl.    in die gewünschte  poröse Form über.  



  Es hat sich ferner der nicht vorauszu  sehende Vorzug ergeben, dass die porösen       Polyvinylchloridmassen    innerhalb einer viel  weiteren und viel feiner     abstufbaren    Skala  und noch dazu viel gleichmässiger     färbbar    sind  als andere     Kunststoffmassen,    insbesondere  gummiartige. Auch die Überlegenheit in dieser  Hinsicht spielt bei manchen     Verwendungen     eine grosse Rolle.  



  Hierzu kommen die bekannten wertvollen  Eigenschaften der     Polyvinylchloride,    vor allem  ihrer besonders hochmolekularen Form, bei  spielsweise ihre hohe Beständigkeit gegen die  meisten organischen Flüssigkeiten, gegen kon  zentrierte Säuren,     Wasserstoffsuperoxyd,    Per  sulfatlaugen, Halogene,     Alkalien    und andere  stark angreifende     Agentien    auch bei hohen  Temperaturen und ihr schon im nichtporösen  Zustande hohes     Isolationsvermögen,    ihre Nicht  brennbarkeit, ihre     Unempfindlichkeit    gegen  die Einwirkung der Sonne, Luft,     Feuchtigkeit     und Alterung usw.  



  Durch das Hinzutreten der oben dargelegten  bisher nicht bekannten Eigenschaften zu den  bekannten hat sich die hervorragende Eignung  dieser porösen Masse für Zwecke des Leder  austausches ergeben, die eine alle Erwartungen  übersteigende Überlegenheit der     por    ölen Massen  aus     Polyvinylchlorid,    insbesondere hochpoly  meren, gegenüber den bekannten porösen Massen  aus anderen Kunst- und     Naturstoffen    begründet.  



  So werden die Folien aus porösem     Polyvin3>1-          chlorid    in der Schuhfabrikation eine eigenartige  Bedeutung gewinnen, die ganz verschieden ist    von der der bisherigen Kunstleder und von  Gummi: Im Gegensatz zu     diesen-Stoffen    lassen  die Kunstleder aus porösem     Polyvinylchlorid     die     Transpiration    durch und verhalten sich in  ihrer Fähigkeit, etwas     Feuchtigkeit    aufzu  saugen und leicht wieder abzugeben, dem ge  wissermassen Feuchtigkeit atmenden echten  Leder viel ähnlicher.

   Noch dazu können alle  diese     Eigenschaftenwunschgemäss    allen Spezial  forderungen weitgehend     angepasstwerden.    Diese  Vorteile, zu denen die     Alterungsbeständigkeit     und sonstige Widerstandsfähigkeit     kommt,     sichern den     Folien,    Fellen und Häuten aus  porösen     Polyvinylchloriden    eine führende Stel  lung auch auf allen anderen Gebieten, auf  denen Leder, insbesondere auch Wildleder,  durch einen     Kunststoff    zu ersetzen ist.  



  Eines dieser Gebiete ist die Sattlerei. Sättel,  insbesondere Fahrradsättel werden mit beson  derem Vorteil aus den porösen und federnden       Polyvinylchloridmassen    hergestellt. Beispiels  weise sind Folien aus porösen     Polyvinylchlo-          riden    auch als gegen Feuchtigkeit und Boden  kälte schützende federnde Zeltunterlagen sehr  geeignet. Insbesondere die     Trikresylphosphat     als Weichmacher enthaltenden Folien lassen  trotz ihrer     Porosität    Wasser nur wenig durch.

    Sie können aber durch Durchpressen oder       Durchsaugen    von ölhaltigem Benzin sogar  völlig undurchlässig für Wasser gemacht wer  den.     Im    Polster- und     Tapezierergewerbe    lassen  sich Polster, Stuhl-, Sofa- und Möbelüberzüge  und     dergl.    mit grossem Vorteil aus den neuen  Werkstoffen herstellen. Insbesondere stellen die  Flocken, Späne und Wollen aus porösen     Poly-          vinylchloriden    ein vorzügliches und nicht altern  des Polstermaterial dar.

   All diese Vorzüge  lassen sich auch bei der Herstellung von       Galanteriewaren,    beispielsweise Handtaschen,  Schreibunterlagen und     dergl.,    sehr nutzbringend  verwenden.  



  Bemerkt sei noch, dass bei der Herstellung  von porösen Folien durch     Versinterung    von       Polyvinylchloridpulver    zwischen zwei Heiz  platten durch entsprechende Ausgestaltung  dieser auch eine Ledernarbung oder eine andere  plastische Musterung erzeugt werden     kann-          Auch        im    Sattlerei- und     Galanteriegewerbe    ist      die     Möglichkeit    des     Aufbringens    der     porösen     Überzüge in     situ    unter Umständen     wertvoll.     



  Das gegebenenfalls noch durch     zw        eckent-          sprechende    Imprägnierung zu     verst,irkende          Adsorptionsvermögen    macht Folien aus mikro  porösen     Polyvinylchloriden        auch    zu einem ge  eigneten     Werkstoff    für     AtemschutzmaAhen.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von mikropo rösen bis grobporigen, als Lederaustauschstoff verwendbaren Massen, dadurch gekennzeichnet, dass man pulverföimiges bis grobkiirniges Poly- vinylchlorid versintert. UNTERAN SPRtiCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man körniges höchstmole kulares Polyvinylchlorid verwendet. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch"gekennzeichnet, dass man ein Gemisch von körnigem höchstmole- kularern Polyvinylchlorid mit einem Weich- inacher verwendet. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch und I irteranspi-ucli 1. dadurch gekennzeichnet, dass man ein Geiniscli von körnigem höchstmole kularem Polyv inylchlorid mit einem flüchtigen Lösungsmittel verwendet.
    4. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteran.sp-üchen 1 und \?, dadurch gekenn zeichnet, dal,) inan dem Polyvinylchlorid- Weichmacher-(remisch noch ein flüchtiges Lösunasniittel zusetzt. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, daP@ die Sinterung unter An- wendung von Druck erfolgt.
CH229429D 1940-09-10 1942-06-16 Verfahren zur Herstellung von mikroporösen bis grobporigen, als Lederaustauschstoff verwendbaren Massen. CH229429A (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE941389C (de) * 1951-04-19 1956-04-12 Basf Ag Verfahren zur Herstellung poroeser Formkoerper aus thermoplastischen Kunststoffen
DE1139972B (de) * 1954-07-21 1962-11-22 Ruhrchemie Ag Verfahren zur Herstellung poroeser Koerper aus hochmolekularen thermoplastischen Kunstharzen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE941389C (de) * 1951-04-19 1956-04-12 Basf Ag Verfahren zur Herstellung poroeser Formkoerper aus thermoplastischen Kunststoffen
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