CH230361A - Vorrichtung zur objektiven Bestimmung des örtlichen Distinktionsvermögens bei menschen. - Google Patents
Vorrichtung zur objektiven Bestimmung des örtlichen Distinktionsvermögens bei menschen.Info
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Description
Torrichtung zur objektiven Bestimmung des örtlichen Distinktionsverm¯gens bei Menschen.
Die bis heute gebräuchlichen und bekann ten Verfahren, die Sehschärfe bei Menschen festzustellen, waren alle Tein subjektiv, d. h. sie beruhten darauf, die zu untersuchende Person gewissen optischen Eindrücken zu unterwerfen, um dann anschliessend diesen Patienten sich selber ber Eigenschaften des Eindruckes äussern zu lassen, welche in einem ihm bekannten Zusammenhang mit der Sehschärfe s'tehen. So wurde zum Beispiel eine Tafel mit verschieden graben und ver schieden gestellten E-Lettern in einer bestimmten Entfernung von dem zu untersuchenden Auge aufgestellt, worauf sic der Patient zu äussern hatte, welche Grosse der Lettern er sofort deutlieh wahrnehmen könne.
Der Befragte wusste, dass die Wahr nehmung nur eines grossen Zeichens auf eine reduzierte Sehschärfe hindeutete, und wenn er ein Interesse an einer solchen Diagnose hatte, so blieben dem untersuchenden Arzt, wenn es si-ch um einen Einäugigen handelte, keine Mittel, absichtlich falsche Aussagen zu erkennen, oder bei Zweiäugigen nur sogenannte Simulationsproben, die darauf beruh- ten, den Patienten darüber zu tÏuschen, mit welchem Auge er blickt, aber wieder auf seine subjektiven Angaben abstellten.
DieSehschärfeLsteinMassdesörtlichen Distinktionsverm¯gens des Aug¯s. Sie wird durch den kleinsten Winkelabstand gemessen, den zwei Objekte voneinander haben dürfen, um gerade noch als zwei Objekte wahrgenommen zu werden (Minimum sepa- rabile). Empfindungen. und Wahrnehmungen sind subjektive Phänomene. Nur wenn zwangläufig an dem Individuum, das die Empfindung oder Wahrnehmung hat, zugleich f r andere sichtbare k¯rperliche Zeichen auftreten,isteinobjektiverNachweis solcher Empfindungen oder Wahrnehmungen möglich.
Objektive Sehschärfenbestimmung wurde also bedeuten, da¯ jedesmal, wenn von einem Beobachter gerade das Minimum separabile wahrgenommen wird, dieser dies an seinem K¯rper, ohne es zu sagen, verrät.
Gelingt einesolcheobjektiveSehsphärfebc- stimmung, so ist das besonders zur Entlar- vung von Simulanten eines Sehdefektes von grösster Bedeutung.
Es ist nun bekannt, dass ein Auge, das vorüberziehende, einzeln genau wahrnehmbare Gegenstände beobachtet, nicht in einer starren Stellung verharrt, um so an einer ganz bestimmten Stelle jeden Gegenstand zu er fassen, sondern einzelne, besonders liervor- stechende Gegenstände auf ihrer Bewegung verfolgt und, nachdem diese aus dem Gesiehts- feld versohwunden sind, zuriickspringt, nm einen neuen festzuhalten. Diese Bewegung des Auges ist gänzlich unabhängig vom Willen des Beobachters und hat in bezug auf ihr Vorkommen beim Betrachten der Landschaft vom fahrenden Zuge aus den Namen Eisen ba, hnnystagmus.
Die Eigenschaft dieses Phä- nomens nun, dass es absolut vom Willen des Beobachters unabhängig ist, gestattet seine Anwendung zu einer objektiven, von jedem bewussten Zutun des Patienten unabhängigen SehschÏrfebestimmungsmethode.
Erfindungsgegenstand ist eine Vorrichtung zur Bestimmung des ¯rtlichen Distinktionsvermogens bei Mensehen an Hand von vom Willen des zu Untersuchenden unabhän- gigen Augenbewegungen. Diese Vorrichtung weist eine auf einer sich bewegenden Flache angebrachte Figur auf, welche für den die Flac. he Beobachtenden erst dann sichtbar wird, wenn sein Minimum separabile erreicht ist.
Eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes sei an Hand der Zeichnung eingehender beschrieben.
Die Fig. 1 zeigt diese schematiseh und die
Fig. 2 ist ein Ausschnitt aus einer der für die Feststellungen benützten Flächen.
Dicht hinteridem Fenster A einer ortsfesten, dünnen Wand B aus Pappe, Sperrholz oder dergleichen ist eine ähnliche, aber kleinere FlÏche C an Federn D aufgehÏngt, derart, dass nach einem ersten Impuls die FlÏche C sich auf- und abwÏrts bewegt, aber auch bei der Bewegung nie der Rand der FlÏche C im Fenster A erscheint. Die Federn sind so gewählt, da¯ die Bewegung der Fläehe ieh mit den Aug-en verfolgen lässt und lang genug dauert, um das Bestimmungsver- fahren zu Ende zu führer.
Die Fläehe B ist weiss oder grau oder gerastert. Die FlÏche C erscheint aus grösserer Entfernung gleichmässig grau. Dieses gleich- mϯige Grau wird dadurch erzielt, da¯ die Fläche mit einem System von feinen Rastern E bedeekt ist. In einem oder mehreren be stimmten Gebieten von beliebiger Form ist cler Raster viel gröber, aber so, da¯ die ganze FlÏche C aus einer Entfernung beobachtet, in der das Auge auch den groben Raeter nieht'sieht,überall den gleichen gleichmässig grauen Eindruck macht, so daB die vom groben Raster gebildete, hier übertrieben deutlich gezeichnete Figur F völlig unsichtbar ist.
Man kann Punktraster beliebiger Art (Einzelpunkte. Schaehbrettmuster) oder Linienra.sterverschiedener Art (Streifen raster, Netzraster) wählen, in denen ein Teil der FlÏche von einem groberen Raster gebil- det wird, der aus grosser Entfernung aber genau gleich grau wie die übrige Fläche er scheint.Stattdos feinen Rasters kann natür- lich auch eine homogen graue Fläehe benützt werden ; es können auch in einer FlÏche, die aus dem groben Ra-stergebildet ist, eine oder mehrere Figuren aus feinem Raster oder Homogengrau liegen.
Nur mu¯ immer die Bedingung eingehalten werden, da¯ aus gr¯ sserer Entfernung als der, aus welcher der grobe Raster vom Auge als Raster wahrge- nommen wird. nur eine gleichmässige graue Fläche zu sehen ist, aus geringerer hingegen, weil der grole Raster nun gesehen wird, die von diesem gebildete Figur als Figur aus der grauen Fläche hervortritt. Mit dem Erreichen des Minimum separabile (Unterschei- dung zweier Rastereinheiten) tritt eine gro¯e Figur auf der grauen FlÏche hervor, die bei ihrer Bewegung das beobachtende Auge mitnimmt.
Die Vorrichtung wird wie folgt ge- braucht :
Der Patient stellt sich vor dem erwÏhnten Fenster in einer Entfernung auf, in wel cherderWinbela.bsta.ndauchfürdieEle- mente der Figur kleiner ist als das Minimum s'epara.bile. Er sieht von seinem Standort aus s nichts als die graue Fläche C im Fenster- rahmen A. Nun wird diese den die Bewegung ausf hrenden Gegenstand bildende FlÏche in Schwingung versetzt, während die Vorrich- tunglangsamnäheranden Patienten herangebracht wird.
Im Moment, wo der Winkel- abstand der Elemente der Figur für den betreffenden Patienten das Minimum separabile erreichthat,erseheintihm'die mit der Fläche schwingende Figur auf der durch die andern Elemente gebildeten grauen Fläche. Im glei clien Moment beginnt der Untersuchte auf Grund des. früher beschriebenen Effektes, diesen Bewegungen mit seinen Augen zu folgen. Dieses Moment kann nun der untersuchende Arzt sehr genau feststellen.
Die leicht zu ermittelnde Entfernung zwischen Auge und Vorrichtung gibt ein Ma¯ für das ortliche Distinktionsvermogen des Patienten an,ohnedass es ihm möglichwäre,durch subjektive Einwirkung das Resultat der Diagnose zu verfälschen.
Die Schwingungen könnben auch moto risch unterhalten werden.
Es konnte auch statt vertikaler Bewegung eine horizontale und statt einer schwingenden eine s'olchegewähltwerden,beider die Fläche C iibler Rollen als unendliches Band geführt in einer oder in wechselnder Richtung an der Fensteröffnung vorbeigezogen würde.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH : Vorrichtung zur Befstimmung des örtlichen Distinktionsvermogens bei Menschen an Hand von vom menschlichen Willen unab hängigen Augenbewegungen) dadurch ge- kennzeichnet,dasssieeine auf einer sich bewegenden FlÏche angebrachte Figur aufweist, welche erst dann für den die Flache Beobachtenden sichtbar wird, wenn sein Minimum separabile erreicht ist.UNTERANSPRÜCHE : 1. Vorrichtung nach Patentanspruch,da- durchgekennzeichnet,dassdie Figur aus einem groben Raster inmitten einer Flache von feinem Raster gebildet ist.2. Vorrichtung naeh Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die sich bewegende, die Figur aufweisende Fläche durch ein Fenster erscheint, welches in einer zweiten Fläche, welche einen Raster trägt, einge- schnitten ist.3. Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Figur durch einen feinen Raster inmitten einer Fläche von grobem Raster gebildet ist.4. VorrichtungnachPatentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Figur aus einem Raster inmitten einer Fläche von ho mogenem. Grau gebildet ist.5. Vorrichtun nach Patentanspruch, da- durchgekennzeichnet,dassdieFigurdurch homogenes Grau inmitten von Raster gebildet ist.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH230361T | 1942-07-31 |
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|---|---|
| CH (1) | CH230361A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4040353A (en) * | 1974-10-31 | 1977-08-09 | Opi Metriservice, Societe Anonyme | Process for coloring surfaces |
-
1942
- 1942-07-31 CH CH230361D patent/CH230361A/de unknown
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