CH231448A - Verfahren zur Ausführung von Stollenbauten. - Google Patents
Verfahren zur Ausführung von Stollenbauten.Info
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Description
Verfahren zur Ausführung von Stollenbauten. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ausführung von Stollenbauten, - unter Stollenbauten werden auch Tunnelbauten ver standen - vorzugsweise in gebrächem und druckhaftem Gebirge, namentlich Freilei- tungs- und Druckwasserstollen durch Berg sturzgebiete, Moräne und dergleichen, die wegen Einsturzgefahr und Druckwirkung bisher eine Holzzimmerung erforderten.
Die Vortriebsarbeiten gehen in solchem Gebirge sehr langsam vorwärts und die Ko sten werden entsprechend hoch. Die Über profile werden gross und der Holzverbrauch ist bedeutend. Meistens geht kostbare Zeit verloren und der Ausnützungsfaktor des Personals und der Bauinstallationen ist ein ungenügender.
Das Verfahren, auf welches sich die Er findung bezieht, ist dadurch gekennzeichnet, dass, unter Vermeidung einer Holzzimmerung zur Sicherung gegen Einbruch des Gebirges, während des Vortriebes mittels eines als Lehre dienenden Ringes unmittelbar eine Verkleidung der freigemachten Stollenwände mit vorbereiteten, in der Form dem Stollen profil angepassten Formsteinen erfolgt, die mit Nut und Kamm ineinanderpassen.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel des erfindungsgemässen Verfahrens veranschaulicht.
Fig. 1 zeigt das Vortriebsende eines im Bau begriffenen Stollens mit Verkleidung, Fig. 2 die Stirnansicht einer solchen Ver kleidung mit Lehrring und Einbauhölzern. Fig. 3 und 4 zeigen in Längs- und Quer schnitt das Vortriebsende des Stollens oder Tunnels in kleinerem Massstab.
Fig. 5 stellt eine Ansicht eines einzelnen Formsteines- dar.
Fig. 6 bis 8 zeigen Einzelheiten.
Das Bauverfahren verläuft beispielsweise etwa folgendermassen: Mit fortschreitendem Stollenvortrieb wird laufend mit der Freilegung des jeweils be- nötigten. Raumes, um jedes Nachdrängen von Gebirgsmasse sofort zu verhindern, ohne vor herige Zimmerung gleich eine aus vorberei teten Formsteinen a bestehende Auskleidung b eingebaut. Diese Formsteine a, die z.
B. aus Beton oder Kalksandstein bestehen, greifen in der Umfangsrichtung der Auskleidung mittels Kamm 1 und Nut 2, in der Längs richtung des Stollens mittels Kamm S und Nut 4 ineinander, wobei in der U mfangsrich- tung aufeinanderfolgende Steine in der Längsrichtung des Stollens gegeneinander um die halbe Steinlänge versetzt sind. Die Kämme und Nuten können statt eckigen, wie auf der Zeichnung dargestellt, halbkreisför migen Querschnitt erhalten und auf der glei- ehen Stirnseite in Mehrzahl vorgesehen sein.
Jeder neu gebildete Kranz oder Ring aus solchen Steinen wird, wie aus Fig. 1 ersicht lich, mit Hilfe des Lehr- und Montageringes c versetzt, gesichert und mit einer Hinterfül lung d (Fix. 4) versehen, je nach der Art des Gebirges trocken oder mittels Mörtelmauer werk oder Beton hintermauert. Ganz gebräche Stellen im Gebirge können an der Stollen verkleidung b fixiert und später, durch An bohrung, mit Zement injiziert werden. Trok- kene Auskeilung dürfte jedoch in vielen Fällen genügen.
Der Schutz der Stirnseite der letztver mauerten Steine kann an der Sohle mittels Feinschutt, am obern Teil des Stollenquer schnittes, wie durch Fig. 6 angedeutet, durch segmentförmige Blechkappen s bewirkt wer den, die durch in die Hinterfüllung d getrie bene Bolzen t festgehalten werden.
Im Tempo des Vortriebes und der Aas mauerung werden druckfeste, z. B. aus U- Eisen bestehende Ringe, genau dem innern Stollen- oder Tunnelprofil entsprechend, lau fendeingebaut, wieder gelöst, nach vorn ver schoben und wieder eingebaut, um zugleich als Lehrbogen für das Einsetzen der Steine und als Druckbogen zur Aufnahme des Ge- birgsdruckes zu dienen.
Der Lehr- und Montagering c besteht aus zwei hinsichtlich der Form dem Stollenprofil angepassten, meistens also halbkreisförmig ge bogenen U-Eisen e1, e2, die unten durch ein Gelenk f (Fix. 2 und 7) miteinander verbun den sind, während oben der Kreis durch einen zwischen die Enden der beiden Eisen einge- führten, mittels eines nicht gezeichneten Stif tes gesicherten Keil g (Fig. 8) geschlossen wird. Dieses Schliessen kann aber auch auf andere Weise geschehen.
Auf der Innenseite der U-Eisen e1, e2 sind in geeigneten Abständen Winkeleisen i und gegebenenfalls (nicht gezeichnete) Eisenplat ten angebracht als Widerlager für etwa not- wendig werdende hölzerne Druckstempel k und k'. An die Lehrbogen, c angeschweisste Griffe n erleichtern ihre Handhabung.
Die Stärke der Formsteine richtet sieh nach dem Gebirgsdruck der im Stollen, z. B. auf Grund geologischen Gutachtens, etwa zu erwarten ist und die Form der Steine nach dem Stollenprofil, das zur Anwendung ge langen soll (womöglich rund). Die Grösse der Steine soll so gewählt werden, dass stets nur ein kleiner Raum zum Versetzen der Steine frei gemacht werden muss, weil dies die Ge fahr des Nachbruches verringert. Der Stein soll sodann nicht schwerer ausgeführt wer den, als dass er von 1 bis 2 Mann gut gehoben und versetzt werden kann. Für Stollen von 1,8 bis 2,5 m Durchmesser wird im allge meinen eine Steinstärke von 1,5 bis 25 cm dienen. Gegebenenfalls können die Form steine in mehreren konzentrischen Ringen eingebaut werden.
Um jedes ungleichmässige Nachgeben von Mörtelfugen zu vermeiden, werden die F'ormisteine so ausgebildet, dass -sie aufein- < -iiid erpassen. -,venn die StossAigen lediglich L, mit einem dichtenden Anstrich (wie z. B.
Zement, Sikasehlamm, Asphaltlösung, Emul sion) oder einem geeigneten dichtenden Mit tel versehen werden.
Die gegen den Stollenraum sichtbaren Fugen der durch die Formsteine gebildeten Verkleidun können durch leichte Abschrä- bung V (Fix. 5) gegebenenfalls eine Erwei- terung erfahren.
um die Fugendichtung auf zunehmen, sofern nicht ein wasserdichter Verputz aus Mörtel mit wasserabweisender Seifenlösung oder mit Bitumenbeimisehung aufgetragen werden soll, oder ein innerer armierter Betonring für höheren Wasser druck, betoniert oder gunitiert, zur Ausfüh- rung gelangt. Soll ein solcher Betonring an gebracht werden, so wird die Auftragseite der Steine der besseren Haftung des Betons wegen zweckmässigerweise gerauht oder ge rillt.
Die Formsteine selbst sollen von derart guter Qualität sein, dass sie kein Wasser durchlassen. Die dem Gebirge zugekehrte Fläche der Steine kann übrigens schon auf dem Lagerplatz mit einem geeigneten, auch gegen aggressive Wasser, wie kohlensäurehal tige oder gipsführende Wasser, schützenden Anstrich aus Asphalt, Kunstharzlösung oder Emulsion versehen werden.
Das beschriebene Verfahren zur Verklei dung mit Formsteinen lässt sich natürlich auch bei Stollenbauten in standfestem Ge birge anwenden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Ausführung von Stollen bauten, vorzugsweise in gebrächem und druckhaftem Gebirge, dadurch gekennzeich net, dass, unter Vermeidung einer Holzzimme rung zur Sicherung gegen Einbruch des Ge birges, während des Vortriebes mittels eines als Lehre dienenden Ringes unmittelbar eine Verkleidung der freigemachten Stollenwände mit vorbereiteten, in der Form dem Stollen profil angepassten Formsteinen erfolgt, die mit Nut und Kamm ineinanderpassen. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Formsteine so ausgebildet sind, dass sie aufeinanderpassen, wenn die Stossfugen lediglich mit einem dich tenden Anstrich versehen werden. 2.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Stossfugen nach innen durch eine leichte Abschrägung erweitert werden und mit einer Dichtungs masse ausgefüllt werden. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass innerhalb der Ver kleidung ein armierter Betonring ausgeführt wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die dem Gebirge zugekehrte Fläche der Formsteine einen Schutzanstrich gegen agressive Wasser er hält. 5. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Formsteine sowohl in der Umfangsrichtung als auch in der Längsrichtung des Stollens mit Kamm und Nut ineinandergreifen und dass in der Umfangsrichtung aufeinanderfolgende Steine in der Längsrichtung gegeneinander versetzt ,sind. 6.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass als Formsteine Betonsteine verwendet werden. 7. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass als Formsteine Kalksandsteine verwendet werden. B.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass im Tempo des Vortriebes und der Ausmauerungdruckfeste Ringe, genau dem innern Stollenprofil ent sprechend, laufend eingebaut, wieder gelöst, nach vorn verschoben und wieder eingebaut werden, um zugleich als Lehrbögen für das Einsetzen der Steine und als Druckbögen zur Aufnahme des Gebirgedruckes zu dienen. 9.Verfahren nach Patentanspruch, da durch .gekennzeichnet, :dass@ die Ringe als Stützgerüst für den Einbau hölzerner Druck stempel gegen die Stollenbrust verwendet werden. 10. . Verfahren nach Unteranspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass Ringe verwen det werden, die je aus zwei halbkreisförmi- gen U-Eisen bestehen, die am einen Ende durch ein. Gelenk miteinander verbunden sind, während zwischen ihre andern Enden ein Keil eingetrieben wird,und dass an der Innenseite dieser U-Eisen Winkeleisen und Stützplatten als Widerlager für hölzerne Druckstempel befestigt sind. 11. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass Formsteine in mehreren konzentrischen Ringen. einbebaut werden.
Applications Claiming Priority (1)
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1221663B (de) * | 1963-07-01 | 1966-07-28 | Wayss & Freytag Ag | Tuebbingauskleidung fuer Tunnel oder Stollen |
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1942
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