Vorrichtung zur selbsttätigen periodischen Spülung von Körperhöhlungen, insbesondere der Harnblase.
Bei Blasenleiden und insbesondere nach transurethraler Prostataresektion wird die Sp lung der Harnblase mit desinfizierender Flüssigkeit vorgenommen.
Gewöhnlich erfolgt die Spülung mittels einer Handspritze, die bei jeder Spülung von einem Arzt oder einer Krankenpflegerin bedient werden muss. Eine selbsttätige Spülung erfordert geringeren Aufwand an Arbeitskraft, und die Sp lung kann häufiger erfol- gen, als es sonst aus praktischen Rücksichten möglich wÏre.
Es ist wichtig, dass die Spülung periodisch und nicht kontinuierlich erfolgt, wie sie zum Beispiel mittels eines Doppelkatheters mit Einlauf durch die eine und Ablauf durch die andere Rohre denkba-r wäre. Die periodische Spülung bezeichnet man als Gezeiten- oder Wellenschlagsp lung.
Grosse Ablaufgeschwindigkeit und v¯llige Entleerung ist sehr wünschenswert, weil dadurch die Möglichkeit geschaffen wird, feste Verunreinigungen wie Gries und Fasern mit der Sp lfl ssigkeit entfernen zu können.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur selbsttÏtigen periodischen Spülung von Eorperhohlungen mit Sp lflüssigkeit. Die Erfindung ermöglicht die Schaffungeinereinfachenundbetriebs- sicheren Vorrichtung zu diesem Zweck. Durch die angegebene Gestaltung der Vorrichtung ist ferner beabsichtigt, eine mit den oben angegebenen Gesichtspunkten für eine g nstige Wirkung der Spülung übereinstimmende Arbeitsweise zu erreichen.
Die Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, da¯ ein Dosiergefäss mit einer Zulauf- leitung der FIüssigkeit aus einem hoher ge stelltenBehälterund mit einer Ablaufleitung der für die Höhlung bestimmten Spülflüssig- keit auf einer Waageangebracht ist, deren Schwerpunkt hoher liegt als ihre Schwin- gungsachse und durch deren Ausschläge infolge der durch das Dosiergefäss mit seinem Flüssigkeitsgehalt zustandegebrachten Be- lasting die Sp lfl ssigkeitszuleitung und Ableitung derart gesteuert wird,
da¯ durch die Bewegung der Waage abwechselnd eine im voraus bestimmte Flüssigkeitsmenge zur Spülung der Körperhohlung dem Dosiergefäss zugeführt bezw. von ihm abgelassen wird.
Die Vorrichtung ist vorzugsweise so ein- gerichtet, da¯ die Waage durch ihre AusschlÏge zugleich eine von der Höhlung wegführende Entleerungsleitung steuert.
Die beiliegende Zeichnung veranschau- licht eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes.
Fig. 1 zeigt einen Teil der Vorrichtung in Seitenansicht, teilweise im Schnitt nach der Linie I-I in Fig. 2,
Fig. 2 in grösserem Massstab einen waag- rechten Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1,
Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III in Fig. 2 und
Fig. 4 das Strömungsschema der Vorrich- tung.
Die Vorrichtung besitzt eine Waage mit einem Gewichthebel 10. der durch Messer oder Zapfen 14 an einem Rahmen 12 schwenkbar gelagert ist. Der Hebel 10 weist einen waag- rechtenDoppelarm 16 auf, an dessen einem Ende ein Gefäss 18, beispielsweise wie gezeigt eine sogenannte Niveaukugel, aufgehängt ist, die durehein am andern Ende des Armes 16 vorzugsweise einstellbar aufgehängtes Gewieht 20 ausbalanciertwird. Der Hebel 10 hat ferner einen aufwärtsgerichteten Arm 22. auf welchem ein abnehmbares Gewicht 24 an- gebracht ist.
Der Schwerpunkt des belasteten Gewichthebels 10 der Waage wird hierdurch oberhalb der Schwingungsaehse des Hebels liegen. Der Zweck dieser Einriehtung ist. @@ils dass der Gewichthebel nur in den Aussenstellungen soll stehen können, teils dass der Stellungswechsel plötzlieh erfolgen soll, und schlie¯lich da¯ beim Aufh¯ren der Abwiegebewegung genügende Kraft f r die unten näher angegebenen Steuerfunktionen vorhanden sein soll,
Das Gefäss 18 steht am obern Rand durch eine gekriimmte R¯hre 25 mit der Aussenluft in Verbindung, so da¯ im Gefäss stets Atmo sphärendruck herrscht.
Ausserdem ist das Gefäss oben durch einen Kautschukschlauch 26 (Fig. 4) mit einem höhergelegenenBehälter 28 für Spülflüssigkeit und unten durch einen weiteren Kautschukschlauch 30 mit dem einen Schenkel eines Y-f¯rmigen Abzweig- organes 32 verbunden, dessen Stamm durch einen Kautsehukschlauch 34 mit einem nicht gezeigten Katheter verbunden ist, der in die zu spülende Höhlung, beispielsweise in die Harnblase, eingeführt wird.
Der zweite Sellenkel des Abzweigorganes 32 ist ebenfalls an eine durch einen Kautschukschlauch 36 gebildete Ent.IcerungsIeitungangeschlossen, die zu einem Eimer 38 führt. In Fig. 4 sind diese SchlÏuche durch strichpunktierte Linien dargestellt.
Jeder der SchlÏuche 26, 30 und 36 hat eineStelle,anwelcher der Flüssigkeitsstrom durch den betreffenden Schlauch ge¯ffnet bezw. gesperrt werden kann. An diesen Stellen werden die Schläuche durch die Aus sehläge der oben beschrieltenen Waage beein- flusst, wobei die SchlÏuche 26 und 36 auf der rechten Seite der Schwingungsaehse der Waage, der Sehlauch 30 aber auf der linlen Seite dieser Achse beeinflusst werden.
In der gezeigten Ausführungsform ist an jeder Steuerstelle des betreffenden Schlauches mittels Glasröhren 40 eine nachgiebige Rohre, beispielsweise ein Kautschuksehlauchstück 42 (siehe Fig. 2) eingeschaltet. Die einzelnen Kautschukschlauchst cke 42 werden ber leistenförmigen ITnterlagen 44, die an Quer stüeken 46 an der obern Endfläehe der SÏule des Gestelles 12 befestigt sind. unter Verwen dung von Klemmen 48 in ihrer Lage festge- halten (siche auch Fig. 3), welche Klemmen um die Glasr¯hren 40 und ber die Enden der daran eingeschalteten Schläuche greifen.
Di Klemmen 48 sind an die Enden der Quer- stiieke 46 durch Bolzen 50 festgespannt, welehe ausserdem die Klemmen zusammenpres- sen.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, sind die Schlauchstücke 42 unmittelbar unter dem Gewichthebel 10 angebracht, so da¯ sie durch die Ausschliigo der Waage beeinflusst und dadurch vom Hebel selbst, z. B. mittels daran vorgesehener Kamme 52 zusammengepresst werden können.
Die Vorrichtung arbeitet wie folgt : Anfänglich nimmt der Gewichthebel 10 die in Fig. 1 gezeigte Stellung ein. Der Durchfluss durch den links zur Schwingungsachse liegenden Schlauchteil 42 ist gesperrt, indem dieser Schlauchteil zwischen der Unterlage 44 und dem Kamm 52 zusammengeklemmt ist. Dagegen ist der Durchfluss durch die rechts zur Schwingungsachse liegenden Schlauchteile 42 frei. Bei dieser Lage ist das Gefäss 18 fast leer. Sämtliche Schläuche 26, 30, 34 und 36 sind mit Flüssigkeit gefüllt.
Die Flüssigkeit im Behälter 28 fliesst nun langsam, beispielsweise durch eine Schlauch- klemme 54 (Fig. 4) geregelt, zum Gefäss 18, das allmählich gefüllt wird, indem der Ablauf durch den Schlauch 30 gesperrt ist. Aus der Höhlung-z. B. der Harnblase des Cran- ken-wird die bereits zugeleitete Flüssig- keitsmenge durch die Schläuche 34 und 36 entleert, und diese Flüssigkeit fliesst in den Eimer 38.
Wenn man den Schlauch 36 weit nach unten führt-zweokmässigerweise ist er von der Steuerungsstelle an so lang, da¯ dies ermöglicht wird-und den Eimer 38 an eine niedrige Stelle setzt, so kann die Flüssigkeitssäule dieses Schlauches dazu dienen, die Blase auszusaugen, so dass sie schnel- ler entleert wird, wodurch dem Obenange- führten zufolge die in der Blase infolge deren Erkrankung etwa befindlichen Verunreini- gungen wirkungsvoller entfernt werden k¯nnen.
Durch eine Schlauchklemme 56 am Schlauch 36 kann man, falls erwünscht, das Aussaugen der Blase unabhängig von der Saughöhe einstellen, so da¯ eine angemessene EntIeerungsgeschwindigkeit erreicht und die Entleerung beendet wird, bevor eine neue Fl ssigkeitsmenge der Blase zugef hrt wird.
Beim allmählichen Füllen des Gefässes 18 nimmt die Belastung an der rechten Seite des Hebels 10 zu. Wenn eine Fl ssigkeitsmenge, deren Gewicht im wesentlichen durch das Gewicht 24 bestimmt ist, eingeströmt ist, stellt sich der Eebel 10 mit einem Ruck um, so daB plötzlich der Durehlauf durch den Schlauch 30 geöffnet und der Durchlauf durch die Schläuche 26 und 36 gesperrt wird.
Hierdurch wird die Flüssigkeitszuleitung zum Gefäss 18 abgesperrt, und die dort vorhandene Flüssigkeit fliesst durch die Schläuche 30 und 34 zur Blase, da die Fliissigkeit nicht durch den Schlauch 36 zum Eimer 38 strömen kann.
Besonders zweckdienlich ist es, dass die S'pül- fl ssigkeit durch dieselbe Leitung zur Blase und von ihr weg geleitet wird, so da¯ man einen, Katheter mit einem einzigen Kanal benutzen kann,wodurchsich'eingrösserer.Strö- mungsquerschnitt erreichen lässt als bei einem D'oppelkatheter, indem der gesamte äussere Querschnitb des Katheters dadurch beschrÏnkt ist, da¯ derselbe in KanÏle des Korpers eingeführt werden muB. Wenn das Gefϯ 18 bis zu einem Niveau entleert ist, das im wesentlichen durch das Gewicht 20 bestimmt ist, schaltet der Hebel 10 in entgegengesetzte Richtung um, und die bereits beschriebenen Vorgänge wiederholen sich.
Die Vorrichtung bewirkt also ein selbst- tätiges periodisches Einströmen bezw. Ausströmen einer im voraus bestimmten Flüssigkeitsmenge in die Harnblase, und zwar in solcher Weise, da¯ die Blase stets ganz ent leert sein wird, bevor man die nächsbe Dosis einführt. Durch Ersetzung des Gewichtes 24 durch eine andere Belastung abweichender Schwere kann man die periodisch eingeführte Fl ssigkeitsmenge Ïndern.
Die Erfindung ist nicht an die gezeigte Ausführungsform gebunden. So kann zum Beispiel die dabei benutzte Steuerung der Strömung in den verschiedenen Leitungen durch Zusammenpressen nachgiebiger SchlÏu che durch eine Ventil-oder eine Schiebersteuerung ersetzt werden, die gegebenenfalls durch Relaiswirkung betätigt werden kann, wobei die Ableitung der f r die Steuerung erforderlichen Energie aus einer fremden Energiequelle erfolgt, welche durch die durch die Ausschläge der Waage erzeugten schwa- chen Impulse ausgelost werden kann.
Die beschriebene Vorrichtung weist den besonderen Vorteil auf, dass grosse Druck- mterschiede nicht entstehen können, indem diese ausschliesslich durch das Niveau im Dosiergefäss und im Entleerungsgefäss bestimmt werden. Ferner lϯt sich die Vorrich- tung leicht reinigen, da sie aus einem sozusagen geschlossenen System besteht, das mit sterilisierender Flüssigkeit durchgespült und gefüllt sein kann, wenn sie ausser Gebrauch ist. Man braucht daher die Vorrichtung nicht zu zerlegen, um sie zu reinigen.