CH231898A - Verfahren zur Herstellung eines Gerbmittels. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Gerbmittels.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung eines Gerbmittels. Man hat schon auf verschiedene Weise versucht, eine Verbesserung der Sulfitablau genextrakte für Gerbzwecke zu erzielen. Dies ist in mancher Hinsicht auch bis zu einem gewissen Grade gelungen. Beispiels weise brachte die Herstellung aschearmer Extrakte gewisse Vorteile. Im gerbend wir kenden Ligninanteil wurde dabei aber eine Verbesserung in qualitativer Beziehung nicht erzielt. Eine Verbesserung der Gerbwirkung gelang auch auf anderem Wege, zum Beispiel durch Dialyse der Ablauge; doch erwies ein solches Verfahren sich nicht als wirtschaft lich.
Die Versuche zur Gewinnung veredel ter Ligninsalzfraktionen durch Aussalzen mit Kochsalz oder durch Ausfällen mit über schüssigem Kalk führten ebensowenig zu einem praktischen Erfolg wie die versuchte Chlorierung der Sulfitablauge oder die Kon densation mit Phenolen usw., da die erziel ten geringen Verbesserungen in keinem Ver hältnis standen zu den für die meist um ständlichen Verfahren gemachten Aufwen- dungen. Durch Zusatz von geringen Mengen vegetabiler Gerbstoffe zur Ablauge hat man naturgemäss sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht verbesserte, gerb- staffreichere Extrakte gewonnen; aber die er zielte Gerbstofferhöhung entsprach immer nur der zu erwartenden Summenwirkung der Komponenten.
Ein anderer Effekt wird auch nicht erhalten, wenn die anfallende Sulfit ablauge direkt zur Extraktion gerbstoffhal- tiger Rohstoffe verwendet wird.
Es wurde nun gefunden, dass man durch Auslaugen pflanzlichen, gerbstoffhaltigen Materials, zum Beispiel von gerbstoffhaltigen Baumrinden, mittels Sulfitablauge in einer unter<B>10%,</B> zweckmässig bei etwa 4-6 Trockensubstanz liegenden Konzentration und bei einer Temperatur unter l00 C und nachheri.gem Eindampfen .des Extraktes ein Produkt mit sehr guter Gerbwirkung herstel len kann. Dieses Verfahren ist nicht nur praktisch leicht durchführbar, sondern stellt auch eine wirtschaftlich vorteilhafte Verede- Jung der Ablauge dar.
Dabei hat sich über- rasehenderweise gezeigt, dass nicht nur eine Vermehrung des gerbenden Anteils der Ligninsulfosäure um den Betrag des extra hierten Gerbstoffes stattfindet, sondern dass die Gesamtgerbwirkung über die Summe der Einzelwirkungen dieser Anteile hinaus wächst, anscheinend dadurch, dass sich aus dem Gerbstoff des extrahierten Gutes und der Ligninsulfosäure ein kombiniertes Gerbstoff molekül mit verbesserter Gerbwirkung bil det und dass phlobaphenartige Bestandteile des Extraktionsgutes in lösliche Form mit gerbenden Eigenschaften übergeführt werden.
Die verbesserte Gerbwirkung zeigt sich zum Beispiel darin, dass das mit dem neuen Gerbstoff gegerbte Leder einen weichen und vollen Griff sowie eine schöne helle Farbe und einen zarten, glatten Narben aufweist, während das zum Beispiel mit reinem Fich tenrindenextrakt gegerbte Leder eine dunkle Farbe hat und zu starkem Narbenzug, d.h. zu einer Bildung von Runzeln anstatt einer glat ten Oberfläche der Narbenseite des Leders neigt und anderseits das mit reinem Lignin extrakt gegerbte Leder hart und blechig wird.
Die für die Extraktion dienende Ablauge muss im genannten verdünnten Zustande ver wendet werden, da konzentriertere Ablaugen aus dem gerhstoffhaltigen Material nur wenig oder gar keinen Gerbstoff aufnehmen, unter Umständen sogar solchen an das Ex traktionsgut abgeben, welches denselben ver hältnismässig leicht absorbiert. Die Mengen verhältnisse werden zweckmässig so gewählt, dass etwa l2-15 % der Gerbstoffe des Fertig produktes aus dem extrahierten vegetabilen Anteil stammen.
Die Extraktion kann mit den verschieden artigsten vergorenen oder auch unvergorenen Sulfitzellstoffablaugen durchgeführt wer den. Verwendet man ungereinigte Ablauge, so kann eine Reinigung in einem späteren Stadium durchgeführt werden. Anderseits kann als Extraktionsgut naturgemäss jedes pflanzliche Material dienen, welches mit Was ser bezw. wässerigen Lösungen extrahier- baren Gerbstoff in nennenswerter Menge ent hält, vor allem also Rinden bezw. Hölzer von Eiche, Fichte, Kastanie, Quebracho usw. Die Behandlung des gerbstoffhaltigen Gutes mit der Ablauge erfolgt bei Temperaturen unter 100 C: sie kann in einzelnen Partien oder auch kontinuierlich in mehreren Stufen und auch nach dem Gegenstromprinzip durchge führt werden.
Als zweckmässig hat es sich er wiesen, das Extraktionsgut bei von Stufe zu Stufe gesteigerter Temperatur auszulaugen, so dass das fast fertig extrahierte Gut mit der Heissesten Lauge behandelt wird.
EMI0002.0009
Es <SEP> ist <SEP> bekannt, <SEP> dass <SEP> auch <SEP> durch <SEP> Extrak tion <SEP> mit <SEP> Sulfiten <SEP> aus <SEP> Fichtenrinde <SEP> und <SEP> der gleiehen <SEP> zusätzlich <SEP> gerbende <SEP> Anteile <SEP> gewon nen <SEP> werden <SEP> können; <SEP> hierbei <SEP> besteht <SEP> aber
<tb> immer <SEP> die <SEP> Gefahr, <SEP> dass <SEP> bei <SEP> zu <SEP> weit <SEP> gehender
<tb> Sulfitierun- <SEP> Abbau <SEP> des <SEP> Gerbstoffe,-" <SEP> und
<tb> damit <SEP> Verlust <SEP> an <SEP> gerbender <SEP> Substanz <SEP> ein tritt. <SEP> Ausserdem <SEP> bringt <SEP> die <SEP> Anwendung <SEP> von
<tb> Sulfiten <SEP> eine <SEP> nachteilige <SEP> Anreicherung <SEP> an
<tb> salzartigen <SEP> und <SEP> damit <SEP> aschebildenden, <SEP> anor ganischeir <SEP> Nieht-Gerbstoffen <SEP> mit <SEP> sich..
<SEP> Dem gegenüber <SEP> liegt <SEP> in <SEP> der <SEP> Ligninsulfosäure <SEP> der
<tb> Sttlfita.bla,uge <SEP> ein <SEP> nicht <SEP> .sa.lzartiges@ <SEP> und <SEP> dem gemäss <SEP> nicht <SEP> aschebildendes <SEP> Material <SEP> mit
<tb> Gerbwirkung <SEP> vor, <SEP> mit; <SEP> welchem <SEP> zugleich <SEP> ein
<tb> viel <SEP> milderer <SEP> Phlobaphenaufschluss <SEP> erzielt
<tb> wird, <SEP> ohne <SEP> Zuführung <SEP> eines <SEP> anorganischen,
<tb> nicht <SEP> gerbenden <SEP> Bestandteils. Beispiel 1: 250 kg zerkleinerte Fichtenrinde werden in einem Änslaugebottich mit 1 m Sulfit zellstoffablauge von 4-5 Bé 2 Stunden bei 50 C behandelt.
Die, Extraktlösung wird al.s- clann abgezogen und die Rinde erneut mit Sulfitablarige, jeweils von höherer Tempe ratur (etwa 60 C). extrahiert. Diese Behand- lung wird nochmals mit Lauge von i0 C wiederholt und schliesslich die Auslaugung durch .dreimalige Behandlung mit einer etwa 80 armen Lauge beendet.
Die ab;ezoge- nen Fliissigkeitsmengen werden vereinigt und auf übliche Weise mittels Eindampfen zu flüssigem oder festem Gerbextrakt weiter verarbeitet. Eine mit solchem Extrakt gegerbte Blösse zeigt den Charakter eines vegetabilisch ge gerbten Leders mit Eigenschaften, wie sie weder vom reinen Lignin- bezw. Fichtenrin denextrakt noch von einfachen Mischungen derselben erreicht werden.
Beispiel 2: Von den zu einer Mehrkörper-Auslauge batterie zusammengeschalteten fünf Aus laugebehältern sind ständig vier Behälter in Betrieb, während jeweils ein fünfter entleert und neu mit Gerbstoffrohmaterial beschickt wird. Jeder Behälter ist mit 250 kg zerklei nerter Fichtenrinde gefüllt und vermag gleichzeitig 1 m Sulfitablauge als Extrak tionsmittel zu fassen.
Die Auslaugungwird nun kontinuierlich mit Ablauge von 4-5 Bé und steigender Temperatur (50 bis 80 C) in der Weise durchgeführt, dass jeweils der mit fri schem Gerbstoffmaterial gefüllte Behälter zunächst mit Lauge niedrigster Temperatur (50 C) beschickt wird, nach deren Ablassen er als zweite Beschickung eine 60 C warme, als dritte Beschickung eine auf 70 C und zuletzt eine auf 80 C erhitzte Ablauge er hält, wobei zweckmässig jede Laugenmenge jeweils zuerst auf 80 erhitzt verwendet wird und dann nacheinander den andern in Be trieb befindlichen Behältern zur Auslaugung bei den tieferen Temperaturen zugeführt wird.
Nachdem der normale Turnus einmal eingestellt ist, kann man beispielsweise ein fach so verfahren, dass man die auf 80 er hitzte Ablauge zunächst in den Bottich mit der schon am weitesten ausgelaugten Rinde treten lässt. Sie kühlt sich in diesem Behäl ter allmählich etwas ab und tritt mit etwa 70 C in den nächsten Behälter über und so fort, bis sie schliesslich mit etwa 50 C in den mit frischer Rinde beschickten Behälter ge langt.
Aus diesem wird sie abgezogen und, eventuell nach Vornahme einer üblichen Rei nigung und einer Zumischung von gegebenen falls erforderlichen Zusätzen, zu dem ge wünschten flüssigen oder festen Extrakt ein gedampft, der die gleichen vorteilhaften Eigenschaften zeigt, wie in Beispiel 1 ange geben.
Beispiel 3: Gleich gute Gerbextrakte erhält man durch Behandeln von Eichenrinde an Stelle von Fichtenrinde nach Beispiel 1 oder 2.
Beispiel 4: An Stelle von 250 kg Fichtenrinde wer den 220 kg zerkleinertes Kastanienholz ver wendet, die im übrigen genau nach Beispiel 1 oder 2 behandelt werden.
Beispiel 5: An Stelle von 250 kg Fichtenrinde wer den 100 kg zerkleinerte Dividivi=Schoten ver wendet, die genau nach Beispiel 1 und 2 be handelt werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines Gerb mittels durch Veredelung von Sulfitablauge, dadurch gekennzeichnet, dass Sulfitzellstoff- ablauge in. einer unter 10 % Trockensubstanz liegenden Konzentration und bei Temperatu ren unter 100 C, über pflanzliches, gerbstoff- haltiges Material geleitet und das so erhal tene Produkt eingedampft wird.UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, -dass .die zu veredelnde @Sulfit- ablauge in eingestelltem Turnus in einer Mehrkörper -Auslaugebatterie derart auf pflanzliches Gerbstoffrohmaterial zur Ein wirkung ,gebracht wird, dass -die auf die Höchsttemperatur von 80 bis 90 C erhitzte Ablauge zunächst in den Bottich mit dem schon am weitesten ausgelaugten eingeführt wird,von .diesem nach er folgter Abkühlung auf etwa 70 C in den nächsten Behälter übertritt und so. fort, bis sie ,schliesslich mit etwa 50 C in den letzten, mit frischem Gerbstoffrohmaterial beschick ten Behälter gelangt, aus welchem sie abge lassen und der genannten Weiterbehandlung zugeführt wird.
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