CH231898A - Verfahren zur Herstellung eines Gerbmittels. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Gerbmittels.

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CH231898A
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sep
waste liquor
tanning
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Waldhof Zellstofffabrik
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Waldhof Zellstoff Fab
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/08Chemical tanning by organic agents
    • C14C3/24Chemical tanning by organic agents using lignin derivatives, e.g. sulfate liquor

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description


  Verfahren zur Herstellung eines Gerbmittels.    Man hat schon auf     verschiedene    Weise  versucht, eine Verbesserung der Sulfitablau  genextrakte für Gerbzwecke zu erzielen.  Dies ist in mancher Hinsicht auch bis zu  einem gewissen Grade gelungen. Beispiels  weise brachte die Herstellung aschearmer  Extrakte gewisse Vorteile. Im gerbend wir  kenden Ligninanteil wurde dabei aber eine  Verbesserung in qualitativer Beziehung nicht  erzielt. Eine Verbesserung der Gerbwirkung  gelang auch auf anderem Wege, zum Beispiel  durch Dialyse der Ablauge; doch erwies ein  solches Verfahren sich nicht als wirtschaft  lich.

   Die Versuche zur Gewinnung veredel  ter Ligninsalzfraktionen durch Aussalzen mit  Kochsalz oder durch Ausfällen mit über  schüssigem Kalk führten ebensowenig zu       einem    praktischen Erfolg wie die versuchte  Chlorierung der Sulfitablauge oder die Kon  densation mit Phenolen usw., da die erziel  ten geringen Verbesserungen in keinem Ver  hältnis     standen    zu den für die meist um  ständlichen Verfahren gemachten Aufwen-    dungen. Durch Zusatz von geringen Mengen  vegetabiler Gerbstoffe zur Ablauge hat man  naturgemäss sowohl in quantitativer als auch  in qualitativer Hinsicht verbesserte,     gerb-          staffreichere    Extrakte gewonnen; aber die er  zielte Gerbstofferhöhung entsprach immer  nur der zu erwartenden Summenwirkung der  Komponenten.

   Ein anderer Effekt wird auch  nicht erhalten, wenn die anfallende Sulfit  ablauge direkt zur Extraktion     gerbstoffhal-          tiger    Rohstoffe verwendet wird.  



  Es wurde nun gefunden, dass man durch  Auslaugen pflanzlichen,     gerbstoffhaltigen     Materials, zum Beispiel von     gerbstoffhaltigen     Baumrinden, mittels     Sulfitablauge    in einer  unter<B>10%,</B> zweckmässig bei etwa 4-6       Trockensubstanz    liegenden Konzentration  und bei einer Temperatur unter l00  C und       nachheri.gem    Eindampfen     .des        Extraktes    ein  Produkt mit sehr guter     Gerbwirkung    herstel  len kann. Dieses Verfahren ist nicht nur  praktisch leicht     durchführbar,    sondern stellt  auch eine wirtschaftlich vorteilhafte Verede-      Jung der Ablauge dar.

   Dabei hat sich     über-          rasehenderweise    gezeigt, dass nicht nur eine  Vermehrung des gerbenden Anteils der  Ligninsulfosäure um den Betrag des extra  hierten Gerbstoffes stattfindet, sondern dass  die Gesamtgerbwirkung über die Summe der  Einzelwirkungen dieser     Anteile    hinaus  wächst, anscheinend dadurch, dass sich aus  dem Gerbstoff des extrahierten Gutes und der  Ligninsulfosäure ein kombiniertes Gerbstoff  molekül mit verbesserter Gerbwirkung bil  det und dass phlobaphenartige Bestandteile  des Extraktionsgutes in lösliche Form mit  gerbenden Eigenschaften übergeführt werden.  



  Die verbesserte Gerbwirkung zeigt sich  zum Beispiel darin, dass das mit dem neuen  Gerbstoff gegerbte Leder einen weichen und  vollen Griff sowie eine schöne helle Farbe  und einen zarten, glatten Narben aufweist,  während das zum Beispiel mit reinem Fich  tenrindenextrakt gegerbte Leder eine dunkle  Farbe hat und zu starkem Narbenzug, d.h. zu  einer Bildung von Runzeln anstatt einer glat  ten Oberfläche der Narbenseite des Leders  neigt und anderseits das mit reinem Lignin  extrakt gegerbte Leder hart und blechig  wird.  



  Die für die Extraktion     dienende    Ablauge  muss im genannten verdünnten Zustande ver  wendet werden, da konzentriertere Ablaugen  aus dem gerhstoffhaltigen Material nur  wenig oder gar keinen Gerbstoff aufnehmen,  unter Umständen sogar solchen an das Ex  traktionsgut abgeben, welches denselben ver  hältnismässig leicht absorbiert. Die Mengen  verhältnisse werden zweckmässig so gewählt,  dass etwa l2-15 % der Gerbstoffe des Fertig  produktes aus dem extrahierten vegetabilen  Anteil stammen.  



  Die Extraktion kann mit den verschieden  artigsten vergorenen oder auch unvergorenen  Sulfitzellstoffablaugen durchgeführt wer  den. Verwendet man ungereinigte Ablauge,  so kann eine Reinigung in einem späteren  Stadium durchgeführt werden. Anderseits  kann als Extraktionsgut naturgemäss jedes  pflanzliche Material dienen, welches mit Was  ser bezw. wässerigen Lösungen extrahier-    baren Gerbstoff in nennenswerter Menge ent  hält, vor allem also Rinden bezw. Hölzer von  Eiche, Fichte, Kastanie, Quebracho usw. Die  Behandlung des     gerbstoffhaltigen    Gutes mit  der Ablauge erfolgt bei Temperaturen unter  100  C: sie kann in einzelnen Partien oder  auch kontinuierlich in mehreren Stufen und  auch nach dem Gegenstromprinzip durchge  führt werden.

   Als zweckmässig hat es sich er  wiesen, das Extraktionsgut bei von Stufe zu       Stufe    gesteigerter Temperatur     auszulaugen,     so     dass    das fast fertig extrahierte Gut mit der  Heissesten Lauge behandelt wird.

    
EMI0002.0009     
  
    Es <SEP> ist <SEP> bekannt, <SEP> dass <SEP> auch <SEP> durch <SEP> Extrak  tion <SEP> mit <SEP> Sulfiten <SEP> aus <SEP> Fichtenrinde <SEP> und <SEP> der  gleiehen <SEP> zusätzlich <SEP> gerbende <SEP> Anteile <SEP> gewon  nen <SEP> werden <SEP> können; <SEP> hierbei <SEP> besteht <SEP> aber
<tb>  immer <SEP> die <SEP> Gefahr, <SEP> dass <SEP> bei <SEP> zu <SEP> weit <SEP> gehender
<tb>  Sulfitierun- <SEP> Abbau <SEP> des <SEP> Gerbstoffe,-" <SEP> und
<tb>  damit <SEP> Verlust <SEP> an <SEP> gerbender <SEP> Substanz <SEP> ein  tritt. <SEP> Ausserdem <SEP> bringt <SEP> die <SEP> Anwendung <SEP> von
<tb>  Sulfiten <SEP> eine <SEP> nachteilige <SEP> Anreicherung <SEP> an
<tb>  salzartigen <SEP> und <SEP> damit <SEP> aschebildenden, <SEP> anor  ganischeir <SEP> Nieht-Gerbstoffen <SEP> mit <SEP> sich..

   <SEP> Dem  gegenüber <SEP> liegt <SEP> in <SEP> der <SEP> Ligninsulfosäure <SEP> der
<tb>  Sttlfita.bla,uge <SEP> ein <SEP> nicht <SEP> .sa.lzartiges@ <SEP> und <SEP> dem  gemäss <SEP> nicht <SEP> aschebildendes <SEP> Material <SEP> mit
<tb>  Gerbwirkung <SEP> vor, <SEP> mit; <SEP> welchem <SEP> zugleich <SEP> ein
<tb>  viel <SEP> milderer <SEP> Phlobaphenaufschluss <SEP> erzielt
<tb>  wird, <SEP> ohne <SEP> Zuführung <SEP> eines <SEP> anorganischen,
<tb>  nicht <SEP> gerbenden <SEP> Bestandteils.       Beispiel 1:    250 kg zerkleinerte Fichtenrinde werden  in einem Änslaugebottich mit 1 m  Sulfit  zellstoffablauge von 4-5  Bé 2 Stunden bei  50  C behandelt.

   Die,     Extraktlösung    wird     al.s-          clann    abgezogen und die Rinde erneut mit       Sulfitablarige,    jeweils von höherer Tempe  ratur (etwa 60  C). extrahiert. Diese     Behand-          lung    wird     nochmals    mit Lauge von     i0     C       wiederholt    und schliesslich die     Auslaugung     durch .dreimalige     Behandlung    mit einer etwa  80   armen Lauge beendet.

   Die     ab;ezoge-          nen        Fliissigkeitsmengen    werden vereinigt und  auf übliche Weise mittels Eindampfen zu       flüssigem    oder festem     Gerbextrakt    weiter  verarbeitet.      Eine mit solchem Extrakt gegerbte Blösse  zeigt den Charakter eines vegetabilisch ge  gerbten Leders mit Eigenschaften, wie sie  weder vom reinen Lignin- bezw. Fichtenrin  denextrakt noch von einfachen Mischungen  derselben erreicht werden.  



  Beispiel 2:  Von den zu einer Mehrkörper-Auslauge  batterie zusammengeschalteten fünf Aus  laugebehältern sind ständig vier Behälter in  Betrieb, während jeweils ein fünfter entleert  und neu mit Gerbstoffrohmaterial beschickt  wird. Jeder Behälter ist mit 250 kg zerklei  nerter Fichtenrinde gefüllt und vermag  gleichzeitig 1 m  Sulfitablauge als Extrak  tionsmittel zu fassen.

   Die Auslaugungwird nun  kontinuierlich mit Ablauge von 4-5 Bé und  steigender Temperatur (50 bis 80  C) in der  Weise durchgeführt, dass jeweils der mit fri  schem Gerbstoffmaterial gefüllte Behälter  zunächst mit Lauge niedrigster Temperatur  (50  C)     beschickt    wird, nach deren Ablassen  er als zweite Beschickung eine 60  C warme,  als dritte Beschickung eine auf 70  C und  zuletzt eine auf 80  C erhitzte Ablauge er  hält, wobei zweckmässig jede Laugenmenge  jeweils zuerst auf 80  erhitzt verwendet wird  und dann nacheinander den andern in Be  trieb befindlichen Behältern zur     Auslaugung     bei den tieferen Temperaturen zugeführt  wird.

   Nachdem der normale Turnus einmal  eingestellt ist, kann man beispielsweise ein  fach so verfahren, dass man die auf 80  er  hitzte Ablauge zunächst in den Bottich mit  der schon am weitesten     ausgelaugten    Rinde       treten    lässt. Sie kühlt sich in diesem Behäl  ter allmählich etwas ab und tritt mit etwa  70  C in den nächsten Behälter über und so  fort, bis sie schliesslich mit etwa 50  C in den  mit frischer Rinde beschickten Behälter ge  langt.

   Aus diesem wird sie abgezogen und,  eventuell nach Vornahme einer üblichen Rei  nigung und einer Zumischung von gegebenen  falls erforderlichen Zusätzen, zu dem ge  wünschten flüssigen oder festen Extrakt ein  gedampft, der die gleichen     vorteilhaften            Eigenschaften    zeigt, wie in Beispiel 1 ange  geben.  



  Beispiel 3:  Gleich gute Gerbextrakte erhält man  durch Behandeln von Eichenrinde an Stelle  von Fichtenrinde nach Beispiel 1 oder 2.  



  Beispiel 4:  An Stelle von 250 kg Fichtenrinde wer  den 220 kg zerkleinertes Kastanienholz ver  wendet, die im     übrigen    genau nach Beispiel 1  oder 2 behandelt werden.  



  Beispiel 5:  An Stelle von 250 kg Fichtenrinde wer  den 100 kg zerkleinerte Dividivi=Schoten ver  wendet, die genau nach Beispiel 1 und 2 be  handelt     werden.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines Gerb mittels durch Veredelung von Sulfitablauge, dadurch gekennzeichnet, dass Sulfitzellstoff- ablauge in. einer unter 10 % Trockensubstanz liegenden Konzentration und bei Temperatu ren unter 100 C, über pflanzliches, gerbstoff- haltiges Material geleitet und das so erhal tene Produkt eingedampft wird.
    UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, -dass .die zu veredelnde @Sulfit- ablauge in eingestelltem Turnus in einer Mehrkörper -Auslaugebatterie derart auf pflanzliches Gerbstoffrohmaterial zur Ein wirkung ,gebracht wird, dass -die auf die Höchsttemperatur von 80 bis 90 C erhitzte Ablauge zunächst in den Bottich mit dem schon am weitesten ausgelaugten eingeführt wird,
    von .diesem nach er folgter Abkühlung auf etwa 70 C in den nächsten Behälter übertritt und so. fort, bis sie ,schliesslich mit etwa 50 C in den letzten, mit frischem Gerbstoffrohmaterial beschick ten Behälter gelangt, aus welchem sie abge lassen und der genannten Weiterbehandlung zugeführt wird.
CH231898D 1941-07-25 1942-07-08 Verfahren zur Herstellung eines Gerbmittels. CH231898A (de)

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