Elektrische Anlage für Fahrzeuge, insbesondere für Kraftfahrzeuge. Bei elektrischen Anlagen für Fahrzeuge, insbesondere für Kraftfahrzeuge, in denen ein Stromerzeuger, eine von diesem zu ladende Batterie und Stromverbraucher, z. B. Lam pen, Wischer, Winker, Fahrtrichtungsanzei ger usw., vorhanden sind, sind Spannungs regelungseinrichtungen üblich, mittels denen entweder die Spannung bis zu einem be stimmten totalen Verbraucherstrom konstant gehalten und von diesem bestimmten Strom an auf rasch abfallende Werte geregelt wird oder mittels denen die Spannungsregelung in der Weise erfolgt, dass in Abhängigkeit vom Strom die Spannung mit zunehmender Strom stärke langsam abnimmt.
Eine Spannungs- und Stromregelung, etwa in einer der genannten Arten, ist eines teils erforderlich, um die Stromverbraucher, insbesondere die Glühlampen vor zu hoher Spannung, den Stromerzeuger dagegen vor Überlastung zu schützen. Die Spannungsregelung hat zur Folge, dass die Batterie nur mit der mit Rücksicht auf die Verbraucher eingeregelten Spannung geladen werden kann, auch wenn die Batte rie allein ohne die Verbraucher, also etwa bei Tagfahrt, an den Stromerzeuger angeschlossen ist.
Das ist insofern nachteilig, als die Ruf ladung der Batterie langsam und nicht mit dem Strom vor sich geht, den der Strom erzeuger zu leisten imstande ist, .da von einem bestimmten Ladezustand an die-Lade- spannung der Batterie so stark ist, dass sie die Regelspannung bereits erreicht, bevor der Strom auf seine zulässige Höhe angewachsen ist.
Gemäss der Erfindung ist bei allein mit dem Stromerzeuger verbundener, nicht voll geladener Batterie nur die stromabhängige Regelung wirksam und setzt die spannungs abhängige Regelung erst bei voll geladener Batterie ein. Nur wenn die Batterie voll geladen ist, setzt die spannungsabhängige Regelung ein, die bewirkt, dass nunmehr die Spannung auf den für die Verbraucher oder für die volle Batterie geforderten Wert geregelt wird.
Ist die Batterie dagegen allein an den Stromerzeuger angeschlossen, so ist. die Span nungsregelung ganz ausser Wirkung gesetzt, und der Stromregler sorgt allein für die Be grenzung des Stromes auf seinen für Strom erzeuger oder Batterie höchstzulässigen Wert. Die Batterie wird dann mit einem entspre chend höheren, im Grenzfalle mit dem höchstzulässigen Strom des Erzeugers unab hängig von ihrem Ladezustand in der über haupt zulässigen kürzesten Zeit aufgeladen.
In der beigeordneten Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegen standes dargestellt, und zwar zeigen Fig. 1 eine elektrische Anlage eines Fahr zeuges mit Spannungs- und Stromregelung, Fig. 2 eine elektrische Anlage mit nach giebiger Spannungsregelung und Stromrege lung.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 be sitzt ein Stromerzeuger 1. in einer elektri schen Anlage eines Kraftfahrzeuges eine Ne benschlusswicklung 2, die in Reihe mit einem Widerstand 3 liegt. Ein Spannungsregler 4 weist eine Spannungsspule 5 und einen An ker 6 auf, der Kontakte 7, 8 betätigen kann. Ein Stromregler 9 besitzt eine Stromspule 10 und einen Anker 11, der Kontakte 12, 13 be tätigen kann. Die Kontakte 7, 8 und 12, 13 liegen in Reihe miteinander und schliessen im Ruhezustand den Widerstand 3 kurz. Aber einen schematisch dargestellten selbsttätigen Schalter 14 kann der Stromerzeuger 1 mit einer Batterie 15 und Stromverbrauchern. z. B. Glühlampen 16, verbunden werden.
Die Spannungsspule 5 des Spannungsreg lers 4 ist nicht unmittelbar an die Klemmen des Stromerzeugers 1 angeschlossen, sondern einerseits über Kontakte eines Handschalters 17, mit dem die Verbraucher 16 eingeschal tet werden können, anderseits über Kontakte 18, 19 eines Relais 20, das eine durch die Batteriespannung erregte Wicklung 31 auf- weist. Die Wicklung 21 ist so bemessen, dass sie erst. bei einer bestimmten Batteriespan nung, z. B. derjenigen, die die Batterie im voll aufgeladenen Zustande besitzt, den An ker 2 5 des Relais 20 anzieht, der dadurch die Kontakte 18, 19 schliesst.
Sind die Kontakte 18, 19 geschlossen, dann ist auch die Wicklung 5 des Span- nungsreglers 4 unter Spannung gesetzt, und dieser regelt die Spannung zunächst in be kannter Weise durch periodisches Kurz schliessen und Einschalten des Widerstandes 3 auf einen konstanten Wert. Erreicht der Strom des Erzeugers 1 einen bestimmten, z. B. seinen hiöclistzulässigen Wert, so regelt der Stromregler 9 auf rasch abfallende Span nung. Der gleiche Regelungsvorgang tritt ein, wenn der Schalter 17 für die Verbrau cher 1(i einge.sehaltet ist.
Bei voller Batterie 15 bezw. bei einge schalteten Verbrauchern 16 ist also der Span nungsregler 4 in Tätigkeit. Sind die Ver braucher 16 dagegen abgeschaltet und ist die Batterie 15 nicht voll aufgeladen, so wird die Wicklung 5 nicht erregt und die Span nungsregelung ist unwirksam. Nunmehr ist nur noch der Stromregler 9 in Tätigkeit, der den Strom auf seinen bestimmten Wert be grenzt. Mit diesem Strom wird die Batterie 15 nun unabhängig von ihrem Ladezustande aufgeladen. Dieser Strom kann ein Mehr faches sein von dein, der bei gleichzeitiger Tätigkeit des Spannungsreglers auftritt.
Da die Ladespannung der Batterie bei niedrigeren Temperaturen, insbesondere bei solchen unter Null Grad Celsius, höher liegt als bei höheren Temperaturen, so kann die Anordnung dementsprechend so getroffen werden, dass die Beeinflussung der Span nungsregelung durch das Relais 20 bei nied rigeren Aussentemperaturen erst bei höheren Spannungen erfolgt.
Die Einrichtung kann auch so getroffen werden, dass, solange die Batterie allein mit dem Stromerzeuger verbunden ist, auf eine höhere Spannung geregelt wird. Dies kann dadurch geschehen, dass auf dem Regler 4 eine weitere, die Spule 5 unterstützende Spannungsspule vorgesehen wird. Beide Spu len zusammen bewirken dann bei angeschal teten Verbrauchern die Regelung auf den für die Verbraucher bezw. die volle Batterie er forderlichen Wert, während bei allein ein geschalteter Batterie nur die eine Spule wirk sam ist, durch die die Spannung auf einen wesentlich höheren Wert geregelt werden kann. Diese Anordnung ist ähnlich derjeni gen des an Hand der Fig. 2 weiter unten be schriebenen Ausführungsbeispiels.
Statt einer zusätzlichen Spule kann auch ein in Reihe mit der Spannungsspule des Reglers 4 lie gender Widerstand verwendet werden, der bei allein eingeschalteter Batterie vorgeschal- tet wird.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 entspricht die Anordnung des Stromerzeu gers 30 derjenigen des Erzeugers 1 in Fig. 1. Die Nebenschlusswicklung 31 liegt mit einem Widerstand 32 in- Reihe, der durch Kontakte 34, 35 eines Reglers 33 zwecks Spannungsregelung in bekannter Weise periodisch kurzgeschlossen und eingeschaltet werden kann. Der Regler 33 weist zwei Spannungsspulen 36 und 37 und eine Strom spule 38 auf. Sämtliche Spulen wirken im gleichen Sinne magnetisierend. Ein Anker 39 betätigt die Kontakte 34, 35. Über einen selbsttätigen Schalter 40 sind eine Batterie 41 und Stromverbraucher 42 mit dem Er zeuger 30 verbunden.
Die Spule 36 ist unmittelbar an die Klem men des Erzeugers 30 angeschlossen, die Spule 37 dagegen einerseits über Kontakte eines Handschalters 43 für die Verbraucher 42, anderseits über einen Schalter 44. Dieser Schalter 44 ist im Verschlussstöpsel 45 der Batterie 41 untergebracht und wird in nicht dargestellter Weise durch ein Ventil betätigt, das seinerseits durch den Druck des bei der Ladung in der Batterie entwickelten Gases betätigt wird. Das Ventil ist so bemessen, dass die bei vollgeladener Batterie einsetzende Gasentwicklung erst für seine Betätigung genügt.
Der Regler 33 regelt auf sogenannte "nachgiebige" Spannung. Durch Wirkung der Stromspule 38 wird die Spannung des Erzeugers 30 mit zunehmendem Strom auf langsam abnehmende -Werte geregelt.
Ist der Schalter 43 für- die Verbraucher 42 oder der Gasdruckschalter 44 eingeschal tet, so sind beide Spannungsspulen 36 und 37 wirksam. Die Spannung wird dann auf den für die Verbraucher 42 oder für die volle Batterie 41 nötigen Wert geregelt. Sind die Verbraucher abgeschaltet bezw. ist die Batterie 41 nicht voll geladen und der Schal ter 44 demnach offen, so wirkt nur die Span nungsspule- 36 zusammen mit der Stromspule 38. Infolgedessen wird, bei entsprechender Bemessung der Spulen 36 und 37, nunmehr die Spannung auf einen wesentlich höheren Wert geregelt, so dass die Batterie 41 mit einem entsprechend grösseren Strom geladen wird.
Die neue Anordnung hat neben den bereits genannten Vorteilen der raschen Auf ladung der Batterie und der Möglichkeit der vollen Ausnützung des Stromerzeugers noch den weiteren Vorteil, dass die Spannungs regelung bei eingeschalteten Verbrauchern diesen genauer augepasst werden kann, als dies bisher mit Rücksicht auf die Ladung der Batterie möglich war.