CH232875A - Verfahren zur Herstellung eines Siebes. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Siebes.

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Ag Vereinigte Seidenwebereien
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Ver Seidenwebereien Ag
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Description


  Verfahren zur Herstellung eines Siebes.    Die     Erfindung        betrifft    ein Verfahren zur  Herstellung eines Siebes und ist dadurch ge  kennzeichnet, dass als Siebgewebe ein Gewebe  aus Naturseide verwendet wird, das mit     Quell-          mitteln    behandelt und danach     unter    solchen  Massnahmen getrocknet, dass die Fäden des Ge  webes gegeneinander gepresst wurden sowie  gegebenenfalls schliesslich noch appretiert  wurde.  



  Die bisher zur     Herstellung    von Sieben  übliche Müllergaze stellt bekanntlich ein  naturseidenes Gewebe dar, bei dem die Ge  webefäden durch die Schlinger- oder Dreher  bindung besonders fest miteinander verbun  den sind,damit sie auch bei starker mecha  nischer Beanspruchung ihre Lage nicht ver  ändern. Ausserdem wird das Gewebe meist  noch mittels starker Klebemittel, wie tieri  schen und     pflanzlichen        Leimen,    natürlichen  und künstlichen Harzen, Polymerisations  produkten und andere mehr nachbehandelt,  wodurch die Verbindung der Kett- und    Schussfäden wie auch die Widerstandsfähig  keit des     Gewebes    gegen mechanische Bean  spruchung vermehrt werden.

   Hinzu kommt  noch, dass mittels besonderer Zusätze zur  Appreturmasse dem Gewebe besondere Eigen  schaften verliehen werden können, so dass die  Gewebe z. B. wasserabstossend, alkalifest,  säurefest usw., also chemikalienfest, werden.  



  Neben der Müllerg uze mit     Schlingerbin-          dung    ist beider Herstellung von Sieben auch  gebräuchlich, ein Siebgewebe zu verwenden,  das statt der Schlingerbindung eine Taft  bindung aufweist. Diesem Gewebe gibt man  nachträglich durch die Appretur eine gewisse  Schiebefestigkeit und Haltbarkeit. Da aber  die Appreturmittel stets nach einer gewissen  Zeit abgebraucht sind, verliert das Gewebe  dann wieder seinen Halt,     und    die Maschen  des Gewebes verschieben sich .     schon    bei ge  ringen     mechanischen        Beianspruclvungen.     



  Es ist nun     gefunden        woTd'en,        .dass    man be  sonders .dauerhafte Siebe, vor allen Dingen      auch unter Verwendung von Siebgeweben  ohne Schlingerbindung, erhalten kann, indem  man für die Herstellung der Siebe solche  Siebgewehe aus Naturseide verwendet, bei  welchen die natürlichen Eigenschaften der  Naturseide für die innige Verbindung von  Kett- und, Schussfädenausgenutzt wurden.  Bekanntlich besteht der natürliche Seiden  faden aus Fibroin und Serizin. Es ist nun  möglich, sowohl das Fibroin als auch das  Serizin durch geeignete Chemikalien zu     be-          einlussen.    So kann man z.

   B. das Serizin,  das ähnliche Eigenschaften wie tierischer  Leim hat, durch Behandlung in geeigneten  Flüssigkeiten (heisses Wasser, warme Seifen  lösung oder dergleichen) zum Aufquellen  bezw. zum Anlösen bringen. Nachdem dann  in dem Seidenfaden das Serizin genügend auf  geweicht ist, verbinden sich beim nachträg  lichen Trocknen unter den gernannten Mass  nahmen die Bett- und Schussfäden innig mit  einander (Beispiel 1).  



  Man kann aber auch nur das Fibroin auf  quellen und beim Trocknen unter den genann  ten Massnahmen plastisch verformen und da  durch eine erhöhte Schiebefestigkeit erzielen  (Beispiel 2). Ferner kann man auch das Fi  broin und das Serizin gleichzeitig aufquellen,  so dass ein Verkleben und ein plastisches Ver  formen stattfindet (Beispiel 3 und 4).  



  Beim Trocknen der mit den Quellmitteln  behandelten Siebgewebe können beispielsweise  Pressen, Zylinder oder Spannrahmen verwen  det werden. Die Gewebe werden so mit diesen  Maschinen verarbeitet, dass die Fäden eng  aufeinandergepresst werden.  



  Verwendet man Siebgewebe, die ausserdem  noch in der bei der Müllergazeherstellung  g e bräuchlichen Art mit n geeigneten Appretur  mitteln behandelt wurden, so erhält man  Siebe von ausserordentlicher Dauerhaftigkeit,  da das Siebgewebe seinen Halt nicht nur  durch die Bindung und die Appreturmasse,       sondern    vor allem durch das Verkleben oder  Verformen der Fäden erhält. Dieser Halt geht  auch bei der Abnutzung der Appreturmasse  nicht verloren, da er sieh auf die Eigen  schaften des     Fadens    selbst stützt.    Bei gewissen Zusätzen zur Appreturmasse  oder als Folge besonderer Bäder oder schliess  lich als Folge einer geeigneten Behandlung  vor dem Verweben im Strang können die zu  verwendenden Siebgewebe auch noch weitere  giinstige Eigenschaften besitzen. So z. B.

    wasserabstossende Eigenschaften, Alkalifestig  keit, Säurefestigkeit und andere mehr, also  Chemikalienfestigkeit.  



  Für das     erfindungsgemässe    Verfahren  können beispielsweise Gewebe verwendet  werden, die wie folgt behandelt wurden:  1. Man behandelt ein Seidengewebe 5 Mi  nuten bei 60 C in einer 10%igen wässrigen       Seifenlösung    und trocknet anschliessend in der  angegebenen Weise.  



  2. DMan behandelt ein Seidengewebe in  einer quellend wirkenden Lösung, die man  wie folgt hergestellt hat: 10 Teile Kupfer  sulfat kiest, werden in 100 Teilen Wasser  gelöst und dann mit 5 g konz. Glyzerin ver  setzt. Unter langsamem Rühren gibt man  dann so lange konz. Natron- oder Kalilauge  zu, bis der anfangs entstehende Niederschlag  gerade wieder gelöst ist. Auf 1 Teil dieser  Lösung nimmt man ein Teil Wasser und be  handelt mit diesem Bald das Gewebe kalt wie  unter 1, beschrieben und wäscht dann die  Chemikalien     wieder        aus.     



  3. Ein     Seidengewebe        -wird    mit einer     an-          gesäuerten        Lösun-    von 50 Teilen     Cale-ium-          rho@danid    in 100 Teilen     Wasser        behandelt    und  die Chemikalien nach der     Fertigbehandlung     entfernt. Alsdann wird in der genannten  Weise getrocknet.  



  4. Ein Seidengewebe wird mit 80 %     iger     Schwefelsäure wie nach Beispiel 3     behandelt.     5.     Dran    behandelt ein     Seidengewebe    mit       kalter    konzentrierter     Ameisensäure    bis zur  geeigneten     Quellung;    alsdann wird in der Be  nannten Weise     getrocknet.     



  Die     Siebgewebe    werden     beispielsweise    in  an sich     bekannter        Weise    durch Einspannen  derselben in Rahmen     zii    Sieben verarbeitet.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH 1: Verfahren zur -Herstellung eines Siebes, dadurch gekennzeichnet, dass als Siebgewebe ein Gewebe aus Naturseide verwendet wird, das mit Quellmitteln behandelt und danach unter solchen Massnahmen getrocknet wurde, dass die Fäden des Gewebes gegeneinander gepresst wurden. UNTERANSPRUCH: 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man ein Gewebe verwendet, das ausserdem noch appretiert wurde. PATENTANSPRUCH II: Sieb, dadurch gekennzeichnet, dass es nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I her gestellt wurde. UNTERANSPRUCH: 2.
    Sieb nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Siebgewebe auf weist, daG ausserdem noch appretiert ist.
CH232875D 1940-10-07 1941-09-08 Verfahren zur Herstellung eines Siebes. CH232875A (de)

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