CH232971A - Verfahren zum Aufkleben von zellstoffhaltigen Folien auf Platten mit rauher Oberfläche. - Google Patents

Verfahren zum Aufkleben von zellstoffhaltigen Folien auf Platten mit rauher Oberfläche.

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CH232971A
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Description


  Verfahren zum     Aufkleben    von     zellstoffhaltigen    Folien auf Platten mit rauher     Oberfläche.       Die Erfindung betrifft ein Verfahren  zum Aufkleben von zellstoffhaltigen Folien  auf Platten mit rauher     Oberfläche.     



  Die rauhe Oberfläche ist vielfach un  erwünscht, beispielsweise bei der Verwen  dung von Sperrholz- oder Kunststoffplatten  zum Herstellen von Möbeln oder bei der Ver  wendung als Wand- und     Deckenbekleidung     bei der Innenausstattung von Räumen.  



  Es ist bekannt, Platten mit rauher Ober  fläche ,dadurch zu veredeln, dass man sie unter  Druck mit Papier- oder     Furnierfolien    oder  dergleichen beklebt, wobei man beispielsweise  solches Papier verwendet, auf das eine     Holz-          oder    Steinmaserung aufgedruckt ist. Papier  leidet aber unter der     Einwirkung    von Wasser  oder Säure und ist auch gegen mechanische       Einwirkungen,    z. B. durch Stossen und Krat  zen, wenig widerstandsfähig. Ausserdem kann  sich das Papier den Rauheiten der     Oberfläche,     der Platte oder dergleichen anpassen, so dass  diese durch das Papier hindurch bemerkbar  bleiben.

   Zur     Beseitigung    dieser Mängel hat  man bereits vorgeschlagen, das Papier nach    dem Aufziehen auf z. B. die Sperrholz- oder  Kunststoffplatte mit     Nitro-Schellack-Lösun-          gen    zu lackieren. Durch die aufgetragene  Lösung verziehen sich aber die aufgeklebten  Papierbahnen und mit diesen die Platten  selbst. Man hat auch bereits vorgeschlagen,  die Papierbahnen vor dem Aufbringen auf  die Platten zum Schutz     mit    einem Zelluloid  film zu versehen. Das mit dem     Zelluloidfilm     überzogene Papier     schwindet    aber nachträg  lich auch nach dem Aufbringen auf die Plat  ten, so dass es diese wölbt, das heisst nach  vorn hohl zieht.  



  Es ist auch bekannt, rauhe Flächen, ins  besondere von     Asbestzementschiefer        mittels     Phenol -     Formaldehyd-Kondensationsproduk-          ten    zu glasieren. Dabei geht man in der  Weise vor, dass man den die     rauhe    Fläche       aufweisenden    Körper, z.

   B. eine     Asbest-          zementplatte,    und eine hochglänzende Platte  unter     Zwischenschaltung    einer Schicht     aus     einem flüssigen oder formbaren Kunstharz  produkt     gegeneinanderpresst    und erhitzt,  wobei das     Kunstharzprodukt    in harten, unlös-      liehen Zustand übergeht und an der rauhen  Fläche haftet, dagegen von der glatten  Platte, die aus Metall oder Glas bestehen  kann, abspringt, so     dass    man schliesslich nach  dem     Härtungsvorgang    die glatte Platte ab  heben kann.

   'Man kann auch derart vorgehen,       da.ss    man vor der Zwischenschaltung der       Kunstbarzschicht    und Vereinigung beider  Platten auf die Glanzplatte einen     besonderen     Film aus einem     Kunstharzprodukt    aufträgt  und diesen durch Erhitzen härtet, wonach  man beide Platten unter Zwischenschaltung  einer weiteren Schicht aus flüssigem Kunst  harz     gegeneinanderpresst    und diese Schicht  durch Erhitzen erhärtet. Diese letztere Schicht.  wirkt als Bindemittel zwischen der muhen  Platte und der erstgenannten Schicht.

   Das  Kunstharz beider Schichten verbindet sich bei  der zweiten     Härtung    zu einer homogenen       t        berzugsmasse.     



  Durch dieses Verfahren gelingt es dem  nach, eine muhe Platte dadurch zu veredeln,  dass man auf ihrer Oberfläche einen     Kunst-          ha.rzfilm    aufträgt. Das bekannte Verfahren       ist    jedoch nicht. dazu bestimmt und geeignet,  auf Platten mit rauher Oberfläche zur Ver  edelung dienende Folien aus Papier oder Fur  nier aufzukleben.  



  Es ist auch bekannt, Platten aus Mischun  gen     härtbarer,    künstlicher Harze, wie     Phenol-          Aldehyd    - Kondensationsprodukte mit ver  arbeiteten oder     unverarbeiteten    Faserstoffen,  wie losen Fasern, Papierbahnen, Bahnen aus  Baumwolle, Wolle, Seide, Kunstseide und  dergleichen herzustellen und deren Ober  flächen mittels Schichten von Füllstoffen  und Harzen zu veredeln, die in Pulverform  aufgetragen und unter Druck und gleich  zeitiger oder anschliessender Einwirkung von  Wärme     aufgepresst    werden.

   Ferner ist es be  kannt, Metall- und Holzplatten oder andere  Gegenstände mit     Zellulose-Lösungen    zu be  handeln und durch nachfolgende Einwirkung  eines hochglänzenden Körpers, z. B. erwärm  ter Walzen, zu glätten. Bei diesen Verfahren  handelt es sich aber auch nur um das Auf  tragen eines Filmes oder dergleichen auf die  Oberfläche des zu veredelnden Körpers, jedoch    nicht um das Aufkleben von Folien aus Pa  pier oder Furnier.  



  Schliesslich ist es auch bereits bekannt,  solche Folien auf aus     Kunstharzpressmassen     herzustellende Körper aufzuziehen, wobei  man jedoch die Folie während der Herstel  lung des     Kunstharzkörpers    aufbringt,     indem     man die Herstellungsform kurz vor dem Er  härten der     Kunstharzmassen    öffnet, die Folie  in die Form einbringt und danach bei der       unter    Druck und Hitze stattfindenden Fertig  stellung des     Kunstharzpresslings    fest mit die  sem     verbindet.    Bei diesem Verfahren ist es       bekannt,

      die Folien ein- oder beiderseits mit  einer     Harnstoff-Formaldehydharzlösung    zu  imprägnieren     bezw.    zu lackieren, bevor sie  auf den     Kunstharzpresskörper    aufgetragen  werden. Bei diesem Verfahren wird die Ver  bindung der Folie mit dem     Pressling    beispiels  weise bei 140  C vorgenommen. Bei dem be  kannten Verfahren ist jedoch das nachträg  liche Aufkleben von Papier- oder Furnier  folien auf fertig vorliegende Platten aus  Sperrholz oder Kunststoffen nicht vorge  sehen.  



  Das Verfahren gemäss der     Erfindung    be  steht darin, dass die zellstoffhaltige Folie auf  der Unterseite mit einem Film einer bei 90  bis 100  wieder flüssig werdenden, als Kleb  stoff dienenden und anschliessend erhärtenden       Kunstharzmodifikation    und auf der Ober  seite mit einem Film einer ohne besondere  Wärmezuführung erhärtenden Kunstharz  modifikation versehen und bei der genannten  Temperatur auf die Platte     aufgepresst    wird.  



  Es ist bekannt, dass     Harnstoff-Form-          aldehydharzlösung    in zwei Modifikationen  auftreten. Die eine derselben erhärtet an der  Luft beispielsweise bei Zimmertemperatur  von 20-25  C ohne besondere Wärmezufüh  rung, das heisst ohne Zuführung künstlich  erzeugter Wärme in einigen Stunden. Diese  gehärtete Modifikation wird auch unter  Druck und Hitze nicht wieder flüssig, jeden  falls nicht in einem     erheblichen    Masse. In  folgedessen eignet sich diese Modifikation  für die Behandlung der Oberseite der Folie,  weil sie infolge des Umstandes, dass sie nicht      wieder flüssig wird, unter Hitze mit     Press-          werkzeugen    behandelt werden kann, z. B.

    Walzen oder Platten, ohne dass die Folie an  diesen haften bleibt. Die andere Kunstharz  modifikation wird bei 90 bis l00  C wieder  flüssig und kann daher bei dieser Temperatur  als Klebstoff dienen; sie erhärtet anschlie  ssend.  



  Durch das erfindungsgemässe Verfahren  kann die behandelte Platte eine     wasser-,     säure-, stoss- und kratzfeste Oberfläche erhal  ten. Es ist gefunden worden, dass eine der  artige Platte mehrere Stunden in Wasser  oder Säure verbleiben kann, ohne dass sich die       zellstoffhaltige    Folie, wie z. B. Papier oder  ein Furnier, ablöst. Eine derartige Platte ist  daher einer     Edelholzplatte    oder einer Sperr  holzplatte mit     Edelholzfurnier    hinsichtlich  der Widerstandsfähigkeit ihrer Oberfläche  gegen Wasser, Säure, Stossen und Kratzen  überlegen.

   Die Oberflächenhärte kann grösser  sein als die einer     Eichenholzplatte    und der       Abnutzungswiderstand    etwa     doppelt    so gross  wie der einer     Rotbuchenplatte.    Die darge  legten Vorzüge wirken sich derart aus, dass  eine erfindungsgemäss behandelte Platte mit  Seifenwasser abgewaschen und für Desin  fektionszwecke mit Chemikalien behandelt  werden kann, ohne dass ihre Oberfläche Scha  den leidet. Derartige Platten können auch  schwer entflammbar und in erheblichem  Masse splitterfest sein. Solche Platten können  beispielsweise im Waggonbau zur Beklei  dung der Waggonwände, aber auch für viele  andere Zwecke verwendet werden. Man kann  die Oberfläche auch mit Nitrozellulose  Schellackpolitur auf Hochglanz polieren.

   Der  auf die Oberfläche der zellstoffhaltigen  Folie aufgetragene Film kann durchschei  nend oder durchsichtig sein, so dass die natür  liche Farbe oder Maserung der Folie sichtbar  bleibt. Auch kann die Folie     in    der an sich  bekannten Weise auf der Schauseite mit  einem geeigneten Aufdruck, z. B. der Nach  bildung einer Holzmaserung, versehen wer  den, um das Aussehen der Platte zu verbes  sern oder dem jeweils in Betracht kommen  den Verwendungszweck anzupassen.

      Eine Ausführungsform des     erfindungs-          gemässen    Verfahrens besteht     beispielsweise     im folgenden: Eine     Papierbahn    wird auf der  Oberseite, das     heisst    der nach dem Aufziehen  der Papierbahn auf die zu beklebende     Platte     sichtbaren Schauseite, mit     einer    Harnstoff  Formaldehydharzlösung überzogen, so dass  eine vollkommen gleichmässige glatte Schicht       entsteht.    Dabei wird eine solche     Kunsthärz-          modifikation    verwendet,

   die an der Luft bei  spielsweise bei 20-25  C in einigen     Stun-          den,    und zwar     etwa    4     Stunden    ohne Zufüh  rung künstlich erzeugter Wärme trocknet  und erhärtet. Alsdann wird auf die Rück  seite der Papierfolie     eine        Harnstoff-Form-          aldehydharzlösung    derjenigen Modifikation  aufgetragen, die unter Druck und Wärme bei  90 bis l00  C flüssig wird und anschliessend  erhärtet.

   Die gleiche     Kunstharzmodifikation     bringt man auf die rauhe Oberfläche einer  Sperr- oder     Kunstholzplatte    auf und presst  dann die Papierfolie durch Flächen- oder  Walzendruck bei 90 bis l00  auf die Platte  auf. Dabei findet     eine    innige Verschmelzung  der     zwischen    der Folie und der     Platte    befind  lichen     Kunstharzschichten    statt, wodurch die  Papierfolie     unlösbar    mit der Platte verbun  den wird.

   Der zwischen der     Grundplatte     und der Papierfolie     befindliche    Kunstharz  film kann infolge des unter Hitze wirkenden  Walzen- oder Flächendruckes die     Rauhig-          keiten    der Platte vollkommen ausgleichen  und die Papierfolie bis zum Oberflächenüber  zug     durchdringen,    so dass die Papierbahn  durch die verschmelzenden Schichten in einen  harten, widerstandsfähigen, sich nicht ver  ziehenden     Film    gewandelt wird, der     wasser-,     säure-, stoss- und kratzfest ist.

   Mit Beendi  gung dieses Arbeitsganges hat die Platte eine  Oberfläche erhalten, die einer mattpolierten,  echten Holzplatte im Aussehen entspricht,  dieser aber durch Härte und Widerstands  fähigkeit. der Oberfläche und geringeren Her  stellungspreis überlegen ist.  



       In=gleicher    Weise können Holzfurnier  folien auf Sperrholz- oder     Kunststoffplatten     aufgezogen werden. Es ist     nicht        notwendig,     dass man die Folien unmittelbar nachdem sie      mit dem Kunstharz überzogen worden sind  auf die Plätten aufklebt, sondern man kann  die mit dem Kunstharz versebenen Folien  auch aufheben und das Aufkleben auf die  Platten zu einem späteren Zeitpunkt vorneh  men. Diese Abart des Verfahrens kann sich  wegen der Verteilung der Arbeit auf ver  schiedene Werkstätten, wegen der Verein  fachung der Beförderung oder der besseren  Anpassung an die jeweiligen Verwendungs  zwecke der Platte empfehlen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Aufkleben von zellstoff haltigen Folien auf Platten mit rauher Ober- fläche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie auf der Unterseite mit einem Film einer bei 90 bis l00 wieder flüssig werdenden, als Klebstoff dienenden und anschliessend erhär tenden Kunstharzmodifikation und auf der Oberseite mit einem Film einer ohne beson dere Wärmezuführung erhärtenden Kunst harzmodifikation versehen und bei der ge nannten Temperatur auf die Platte aufge- presst wird.
CH232971D 1942-01-14 1942-01-14 Verfahren zum Aufkleben von zellstoffhaltigen Folien auf Platten mit rauher Oberfläche. CH232971A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
CN110951408A (zh) * 2019-12-02 2020-04-03 苏州泰仑电子材料有限公司 用于多种粗糙度表面的保护膜

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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CN110951408A (zh) * 2019-12-02 2020-04-03 苏州泰仑电子材料有限公司 用于多种粗糙度表面的保护膜

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