Böntgeiiemrichtuug für das direkte räumliche Sichtbarmachen der Durchleuchtungsbilder.
Es ist bekannt, stereoskopische Röntgen- durchleuchtungen eines Korpers dadurch dem Auge eines Beschauers zu vermitteln, daB man zwei nebeneinander befindliche Rönt- genröhren abwechselnd Strahlen aussenden lässt, in deren Gang sich ein Leuchtschirm und vor diesem-dem Beschauer zu-eine umlaufende Blende mit zwei Durchblicköffnungen befindet. Vor diesem Bekannten waren schon gleiche Zweeke verfolgende Röntgeneinriehtungen bekannt, die zwar auch mit zwei Röntgenröhren arbeiteten, denen jedoch noch eine besondere Blende zugeordnet war. Diese Blende und die dem Beschauer zugeordnete Blende wurden über eine rotierende biegsame Welle von einem Motor aus angetrieben.
Diese Einrichtung war-infolge der verwendeten mechanischen Antriebs-und Ubertragungsmittel so erheblichen Mängeln unterworfen, dass eine praktische Brauchbarkeit nicht erreicht werden konnte.
Letzteres hat auch der zuerst als bekannt ge nannte Vorschlag erkannt, weshalb nach diesem Vorschlage die Blenden vor den R¯ntgenröhren in Wegfall gebracht wurden. Es wurden jedoch auch hier wiederum für den Antrieb der dem Beschauer zugewandten Blende besondere Motoren in Anwendung gebracht, die wiederum die Ursache waren, dass kein Erfolg erzielt wurde.
Zur Erzielung von einwandfreien, nicht flimmernden Bildern bei der Raumbildprojektion nach dem Stroboskopverfahren sind nämlich hohe Frequenzen erforderlich, die einen schnellen Umlauf der verwendeten Wechselblenden erforderlich machen, und da auch nur bei vollkommen synchronem und phasengleichem Lauf der rotierenden Blende ein brauchbares Raumbild erzielt wird, machte sich bei dieser bisher bekannten Einrichtung mit über eine Welle angetriebenen Wechselblenden der schwerwiegende Mangel bemerkbar, dass diese Blenden bei der geringsten Ersehütterung ins Schwanken gerieten und so der phasengleiche Lauf gestört wurde, so dass ein brauchbares Raumbild nicht mehr erzielt werden konnte.
Erst recht tritt dieser Mangel ein, wenn mit diesen Blenden Orts veränderungen vorgenommen werden müssen, wie dies zum Beispiel bei diagnostiselien Röntgendurchleuchtungen erforderlich wird, denn zum genauen Erkennen des Innern eines Körpers muss das Bliekfeld des Untersuchen- den bewegt und auf die einzelnen Körperteile eingestellt werden.
Zur Beseitigung dieser Mängel, welche die praktische Anwendung der Röntgenraum- bild-Erzeugung naeh dem Stroboskopverfahren bisher unmöglich gemacht haben, wurde bereits eine Blende vorgeschlagen, die als schwingende Blende in ein durch Stromfluss erzeugtes magnetisches Wechselfeld eingeschaltet ist und in diesem in Bewegung versetzt wird. Dadurch wurde die bisher immer noch über eine Welle angetriebene und so zu Störungen und Mängeln Anlass gebende Umlaufblende in Fortfall gebracht und eine Blende geschaffen, die gegenüber von aussen einwirkenden Ersehütterungen unempfindlich ist und überdies gewichts-und raum mässig aussergewöhnlich klein gehalten werden kann.
Bei der Herstellung von Röntgeneinrich- tungen mit solchen Blenden ergaben sich aber Schwierigkeiten bei der Synchronisierung, und es kurde nul erkannt, dass besondere Massnahmen notwendig werden, um das rich tige Zusammenarbeiten zwischen den R¯nt genröhren und der Blende sicherzustellen.
Diese Aufgabe wird durch die vorliegende Erfindung gelöst.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Röntgeneinrichtung für das direkte räumliche Sichtbarmachen der Durchleuch tungsbilder, bei welcher die abwechselnd je mit einer Frequenz von mindestens 16 Hz aufleuchtenden Strahlen zweier nebeneinan- der angeordneter Röntgenantikathoden zusammenarbeiten mit mindestens einer schwin ? Blende, die durch Einsehaltung in ein durch Stromfluss erzeugtes, mit dem Stromkreis der Röntgenröhren elektrisch ge l ;
oppeltes magnetisches Wechselfeld in schwingende Bewegung versetzt ist, wobei die Phase der in den gekoppelten Stromkreisen der Röntgenröhren und der schvzTin- genden Blende fliessenden Strome durch mindestens ein zur Einstellung dieser Phase bestimmtes Mittel im Betrieb so eingestellt ist, da¯ das jeweilige Aufleuchten des Leuchtschirmes mit der Freigabe einer Schauöff nung durch die schwingende Blende oder die schwingenden Blenden zeitlich zusammenfällt.
Dabei können zum Beispiel zu Abstim mungszwecken vorgesehene Reaktanzen, zum Beispiel Kondensatoren, Induktionsspulen, Transformatoren, im Stromkreis der R¯nt genröhren oder im Stromkreis der schwingenden Blende oder in beiden Stromkreisen eingeschaltet sein. Vorteilhafterweise sind alsdann diese Reaktanzen regelbar ausgebildet und in der Abstimmlage eingestellt.
Versuche mit einer Ausfilhrungsform der erfindungsgemal3en Einrichtung haben eine einwandfreie und allen Bedingungen, Erfordernissen und Wünschen gerecht werdende räumliche Sichtbarmachung von Röntgen- durchleuchtungsbildern ergeben, die auch dem Beschauer weitgehende Bewegungsfreiheit gestattet, ohne da¯ dadurch Störungen in dem räumlich sichtbar gemachten Bilde bezw. in der Sicht des Raumbildes auch nur irgendwie auftreten.
Die neue Röntgeneinrichtung soll überall dort Anwendung finden, wo mit Röntgenstrahlen gearbeitet wird, also nicht nur auf ärztlichem Gebiete, sondern auch auf dem Gebiete der Metall-und Werkstoffuntersuchungen usw.
Auf der Zeichnung sind beispielsweise zwei Ausf hrungsformen der erfindungsgemässen Röntgeneinrichtung schematisch veranschaulicht.
An die mit A und B bezeichnete Wechselstromleitung sind der Hochspannungstrans- formator C und eine später noch näher be schriebene schwingende Blende D angeschlossen. Über diesen Transformator C wird der Strom zwei nebeneinander befindlichen R¯ntgenröhren 1 und 2 derart zugeführt, da¯ sie abwechselnd Strahlen aussenden, und zwar je mit einer Frequenz von 50 Hz. 3 und 4 sind Batterien, die den Heizstrom für die Glühkathoden abgeben, der sich durch die Regler 5 und 6 nach Bedarf einstellen lässt.
In dem Gang der Röntgenstrahlen befindet sich ein Leuchtschirm 7, dem ein Spiegel 8 vorgeordnet ist, über welchen das Durchleuchtungsbild durch die Blendeneinrichtung 9 betrachtet wird.
Diese Blendeneinrichtung 9 ist bei D vergrössert herausgezeichnet. Sie weist eine Grundplatte 10 auf, die im Augenabstand befindliche Durchblicköffnungen 11 hat, denen eine in einem magnetischen Wechsel- feld eingebaute schwingende Blende 12 zugeordnet ist. Diese Blende 12 sitzt an einer bei 13 eingespannten Feder 14. Wird der Elektromagnet 15 vom Wechselstrom durchflossen, gerät die eingespannte Feder 14 mit der daran sitzenden, durch einen Dauermagneten 16 polarisierte Blende 12 in hinund hergehende Schwingung, wobei sie die Schauoffnungen 11 abwechselnd verdeckt und freigibt. Die Schaltung und die Lagerung des Elektromagneten und auch die Lagerung der Blende ist so gewählt, dass, wenn sie die linke Offnung 11 verdeckt, sie die rechte Offnung 11 freigibt und umgekehrt.
Da das aus der Feder 14 und der Blende 12 bestehende Schwingungssystem eine Eigenschwingung besitzt, ist durch Wahl geeigneter Massenverhältnisse der Blende 12 zu der Elastizität der Feder 14 dafür gesorgt, dass die Eigenfrequenz der Sehwingfeder mit der Frequenz des magnetischen Wechsel- feldes übereinstimmt.
Damit nun jeweils das kurze Aufleuchten des Leuchtatismes mit der Freigabe einer Schauöffnung zeitlich zusammenfällt, ist in die Leitung zur Blendeneinrichtung ein Kon- densator 17 eingeschaltet, der über das Schaltsegment 18 eine Regelung in ausreichenden Grenzen gestattet. Durch diese ka pazitive Reaktanz lässt sich die Phase des das Wechselfeld erzeugenden Stromes so regeln, daB die obige Bedingung erfüllt ist.
Im Betrieb ist die Eapazität dann in der Abstimmlage eingestellt.
In dem im untern Teil der Zeichnung dargestellten Ausftihrungsbeispiel-der Transformator C, die Röntgenröhren, der Leuchtschirm usw. sind hier nicht veran schaulicht-sind zu Abstimmzwecken bestimmte Reaktanzen sowohl im Stromkreis zu den Röntgenröhren als auch in den Stromkreisen zu einer zwei Blenden besitzenden Blendeneinrichtung eingeschaltet.
Als induktive Reaktanzen sind im Stromkreis der Röntgenröhren beispielsweise zwei Zwischentransformatoren 19 und 20 vorgesehen, die durch Uberbrückung sowohl in der Gesamtheit als auch einzeln abschaltbar sein können, um die Abstimmung in grösseren Grenzen einregeln zu können. Die zu dieser Einrichtung gewählte Blendenvorrichtung besitzt zwei in magnetischen Wechselfeldern schwingende Blenden 21 und 22, und es füh- ren von den diesen Blenden zugeordneten Elektromagneten 23 bezw. 24 getrennte Leitungen zu der Hauptleitung A, B. In jede dieser Leitwmgen ist, wie im ersteren Falle, je ein Kondensator 25 bezw. 26 eingeschaltet, die wiederum über ein Schaltsegment 27 bezw. 28 in grösseren Grenzen regelbar sind.
Vorgesehen ist dabei, jeden Kondensatoren für sich einzuregeln ; es kann aber auch eine gleichzeitige gemeinsame Regelung angeordnet sein.
Bei den vorbeschriebenen Einrichtungen sind sowohl die Röntgenröhren wie auch die Schwingblende bezw. die Schwingblenden an derselben Spannung angeschlossen. Man kann aber auch eine Mehrphasenspannung verwenden, zum Betriebe der Schwingblende eine andere Phase als zum Betriebe der Röntgenröhren wählen und ein Mittel zur Einstellung der Phase dieser Spannungen verwenden, um so die richtigen und angestrebten Abstimmungsverhältnisse zu erhalten. Bei starrer Phasenlage der Spannungen wird man die Einstellung der Stromphase ebenfalls mittels einer zu diesem Zweck vorgesehenen Reaktanz vornehmen. Dieselbe kann ebenfalls ein für allemal auf den richtigen Wert abgeglichen sein, oder regelbar ausgebildet und jeweils im Betrieb in der Abstimmlage eingestellt sein.