CH233179A - Verfahren zur Herstellung von Vinylestern. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Vinylestern.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Tinylestern. Bei dem, bekannten Verfahren zur Her stellung von Vinylestern durch Überleiten von Gemischen aus Acetylen und Ca.rbon- säuredampf über auf Reaktionstemperatur erhitzte Katalysatoren. unter Rückführung der nicht kondensierten Anteile in den Kon taktraum im Kreislauf hat man bisher ört liche Überhitzungen und Wärmestauungen und die durch sie bedingten unerwünschten Nebenreaktionen, bezw. Schädigungen der Katalysatoren, Verrussungen und dergleichen dadurch vermieden,
dass man die Reaktions komponenten mit grossen Geschwindigkeiten durch den Reaktionsraum führte. Es wurde dabei ein nur 10- bis 15%iger Umsatz in Kauf genommen, so dass das Kondensat des in dem Reaktionsraum entstandenen Dampf gemisches überwiegend aus nicht umgesetzter Carbonsäure bestand.
Es wurde nun gefunden, dass man höhere Umsätze und dementsprechend Kondensate mit höherem Gehalt an Vinylestern, ja sogar mit Gehalten von über 90 % , die die Bein gewinnung des Vinylesters ausserordentlich erleichtern, durch entsprechende Verringe rung der Durchsatzgeschwindigkeit der Re aktionskomponenten ohne Steigerung der Ne benreaktionen erreichen kann.
Das wird er findungsgemäss dadurch ermöglicht, dass man durch einen Kontaktofen mit sehr guter Kühlwirkung ein Gemisch aus Acetylen und Carbonsäuredämpfen in einem solchen Ver hältnis und so langsam durchleitet, dass das anfallende Kondensat überwiegend aus Vi- nylester besteht, und dass man dabei der durch den hohen Umsatz an sich bedingten Leistungsverminderung des Katalysators durch sorgfältige Entfernung der gebildeten Vinylester aus dem den Reaktionsofen ver lassenden Gas-Dampfgemisch entgegenwirkt.
Bei dem vorliegenden Verfahren wird also die bei der Reaktion auftretende .Wärme nicht durch hohen Acetylen- und Säure umlauf von hoher Geschwindigkeit abge führt, sondern vorzugsweise durch eine ge eignete Kühlflüssigkeit, zum Beispiel durch Isophoron. Der Katalysator kann dabei ent weder in einzelnen Kammern bezw. Rohren verteilt sein, die von der Kühlflüssigkeit um spült werden, oder es kann der Katalysator von zahlreichen Kühlrohren durchsetzt sein.
Überraschenderweise bewirkt dieses zur wärmetechnischen Beherrschung exothermer Gasreaktionen an sich bekannte Prinzip der Anordnung zahlreicher Reaktions- bezw. Kühlzonen auch bei der erfahrungsgemäss gegen Wärmestauungen besonders empfind lichen Herstellung von Vinylestern eine praktisch völlige Ausschaltung von Neben reaktionen, wie Spaltung des Acetylens in Russ und Wasserstoff, Zersetzung der Car- bonsäure in C0, und Keton,
sowie Bildung von Äthylidenestern. Die geringeren Carbon- säuredurchsätze verhindern zusätzlich das Entstehen der Äthylidenester und begün stigen die Bildung reiner Vinylester. Über raschenderweise ermüden die Katalysatoren selbst bei Erzeugung von über 90 % igem Vinylester durchaus nicht schneller.
Die Katalysatorleistung, das heisst die pro Zeit- und Raumeinheit erhaltene Menge Vinylester sinkt jedoch mit steigendem Um satz. Das Absinken derselben kann nun über raschenderweise durch sorgfältige Abtren nung der gebildeten Vinylester aus den Ab gasen, die den Reaktionsofen verlassen und im Kreislauf zirkulieren, völlig kompensiert werden, so dass die Vorteile des hohen Um satzes und des Wegfalles umständlicher De stillationsarbeiten einen grossen wirtschaft lichen Fortschritt bringen.
Die sorgfältige Abtrennung der gebildeten Vinylester aus den Abgasen des Reaktionsofens kann mit an sich bekannten Methoden, beispielsweise durch geeignete Tiefkühlung der Abgase oder durch ihre Kompression oder durch eine Kom bination beider Massnahmen bewirkt -erden.
Diese Ausführungsform des erfindungs gemässen Verfahrens besteht also in der Kom- bination einer möglichst vollständigen Kon densation der dampfförmigen Bestandteile des den Ofen verlassenden Reaktionsgemi sches mit der Verwendung eines Ofens der oben beschriebenen Wirkungsart.
<I>Beispiel 1:</I> Durch einen Röhrenofen, dessen 50 Rohre von 35 mm Durchmesser und 2950 mm Länge mit dem bekannten Vinylacetatkatalysator aus Zinkacetat-Aktivkohle gefüllt sind und durch zirkulierendes Isophoron geheizt, bezw. gekühlt werden können (Gesamtkata.lysator- raum 142 Liter), leitet man bei einer Reak tionstemperatur von 185 bis 235 stündlich etwa 6 kg Essigsäuredampf und 15 m? Ace tylen.
Die den Reaktionsofen verlassenden Gase werden bei 17 bis 18 und 1 atü Druck kondensiert und die dabei nicht. kondensier- baren Anteile wieder in den Ofen zurückge führt. Im Kondensat scheidet sich dabei 93 % iges Vinylacetat ab. Die stündliche Lei stung des Katalysators beträgt auf den Liter Katalysatorraum berechnet 54,2 g reines Viny lacetat, entsprechend einem EssigSäure- umsatz von 89,5% .
Werden die den Reaktionsofen verlassen den Gase nicht bei Überdruck, sondern bei Normaldruck und einer Temperatur von 20 kondensiert, so sinkt die Leistung des Ka talysators auf 45.3 g Viny lacetat.
Bei weiterer Erhöhung des Druckes in der Kondensationsvorlage steigt die Konzen tration des Kondensates, vor allem aber die Leistung stark an. Das zeigt das folgende Beispiel <I>Beispiel 2:</I> Leitet man durch den Ofen nach Beispiel 1 etwa 7 kg Essigsäuredampf und 14 m2 Acetylen und werden die Ofenabgase bei 16 und 3 atü Druck kondensiert, so erhält man pro 1 Liter Katalysator stündlich 66,1 g Vinylacetat in einer Konzentration von 95%, entsprechend einem Essigsäureumsatz von <B>93,6%.</B>
In den vorstehenden Beispielen werden auf je 1 Mol Essigsäure etwa 6,7 bezw. 4,7 Mol Acetylen durch den Reaktionsofen ge schickt; der Essigsäuredurchsatz beträgt dabei nach Beispiel 1 etwa 0,7 und nach Bei spiel 2 etwa 0,8 Mol Essigsäure pro Liter Katalysator und Stunde.
Der Vorteil des hohen Essigsäureumsatzes und die dadurch bedingte Ersparnis an Destillationsarbeit ist jedoch nicht auf die angegebene Menge der durchgeschickten Essigsäure und auf das an gegebene Verhältnis von Essigsäure zu Ace tylen beschränkt. Der Vorteil dieses Verfah rens ist vielmehr auch noch in stärkstem Masse gegeben, wenn das Acetylen im zehn fachen oder im zweieinhalbfachen Überschuss zur Essigsäure durch den Katalysator ge schickt wird, ja sogar bei Verwendung eines molaren Verhältnisses.
Die Essigsäuremenge, die stündlich durch 1 Liter Katalysator ge leitet wird, kann dabei zwischen 0,4 bis 4 Mol liegen.
Die Strömungsgeschwindigkeit und das Verhältnis der Reaktionskomponenten sind selbstverständlich auch von der Wirksamkeit des Katalysators und von dem Durchmesser der Katalysatorröhren abhängig. Je wirk samer der Katalysator, um so mehr Essig säure kann durch den Reaktionsofen ge schickt werden, und je enger anderseits die Katalysatorröhren, um so geringer kann der Überschuss an Acetylen über die stöchio- metrisch notwendige Menge sein. Die zur Er zielung eines hohen Essigsäureumsatzes nötigen Bedingungen sind bei gegebener Ap paratur und gegebenem Katalysator durch Vorversuche leicht festzustellen.
Die durch den hohen Essigsäureumsatz bedingten Vorteile sind in der Grosstechnik von ausserordentlichem Wert. Durch die hohe Vinylesterkonzentration . der anfallenden Kondensate können bei der anschliessenden Destillation die Entgasungskolonne, in der das Kondensat von gelöstem Acetylen befreit wird, sowie die Rohkolonne, in der eine an nähernde Trennung zwischen nicht um gesetzter Essigsäure und gebildetem Vinyl- ester erfolgt, eingespart werden. Man kann deshalb mit dem anfallenden Kondensat so- fort über eine Vorlaufkolonne zur Reindestil- lation gehen.
Hierdurch verringert sich der Aufwand an Wärme und Arbeit, sowie der Destillationsverlust ausserordentlich; auch der notwendige Raum für die Destillationsanlage wird bedeutend kleiner. Da sich die Essig säure zum grössten Teil umsetzt, verringern sich die Anteile an nicht umgesetzter und im Kreislauf dem Essigsäureverdampfer wieder zugeführter Essigsäure sehr stark,
wodurch nochmals eine beträchtliche Ersparnis an Ver- dampfungswärme hinzukommt. Die Verrin gerung der Destillationsverluste und die Ver meidung der Nebenproduktbildung bei die sem Verfahren wirken sich naturgemäss gün stig auf die Ausbeute aus.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Vinyl- estern organischer aliphatischer Säuren durch Überleiten von Acetylen und Carbonsäure- dämpfen über auf Reaktionstemperatur er hitzte Katalysatoren unter Rückführung der nicht kondensierten Anteile in den Kontakt raum im Kreislauf, dadurch gekennzeichnet,dass man durch einen Kontaktofen mit sehr guter Kühlwirkung ein Gemisch aus Ace tylen und Carbonsäuredämpfen in einem sol chen Verhältnis und so langsam durchleitet, dass das anfallende Kondensat überwiegend aus Vinylester besteht, und dass man dabei der durch den hohen -Umsatz an sich beding ten Leistungsverminderung des Katalysators durch sorgfältige Entfernung der gebildeten Vinylester aus dem den Reaktionsofen ver lassenden Gas-Dämpfgemisch entgegenwirkt. UNTERANSPRÜCHE:1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man als Kontakt raum einen mit Isophoron gekühlten Röhren ofen verwendet. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die sorgfältige Entfernung der Vinyl- ester durch Tiefkühlung bewirkt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die sorgfältige Entfernung der Vinyl- ester durch Kompression bewirkt wird. 4.Verfahren nach Patentansprueh und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die sorgfältige Entfernung der Vinyl- ester durch Tiefkühlung und Kompression bewirkt wird.
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| DE1106755B (de) * | 1957-10-21 | 1961-05-18 | Lonza Elek Zitaetswerke | Verfahren zur Herstellung von Vinylestern |
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1942
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