CH236766A - Verfahren zur Herstellung von schwarzen Pigmenten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von schwarzen Pigmenten.

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CH236766A
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09CTREATMENT OF INORGANIC MATERIALS, OTHER THAN FIBROUS FILLERS, TO ENHANCE THEIR PIGMENTING OR FILLING PROPERTIES ; PREPARATION OF CARBON BLACK  ; PREPARATION OF INORGANIC MATERIALS WHICH ARE NO SINGLE CHEMICAL COMPOUNDS AND WHICH ARE MAINLY USED AS PIGMENTS OR FILLERS
    • C09C1/00Treatment of specific inorganic materials other than fibrous fillers; Preparation of carbon black
    • C09C1/44Carbon

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Pigments, Carbon Blacks, Or Wood Stains (AREA)

Description


  Verfahren zur Herstellung von schwarzen Pigmenten.    Die vorliegende Erfindung betrifft die  Herstellung von schwarzen     Pigmenten    aus  verkohlbaren Stoffen. Es ist bekannt, Schwär  zen aus Braunkohlen und dergleichen durch  Verkohlung zu gewinnen, wobei auch     vor-          g    esehlagen worden ist, das Ausgangsmaterial kn  vor der Verkohlung durch Mahlen in einen  Zustand feiner Verteilung zu bringen. Im all  gemeinen folgt dem Glühprozess eine Trock  nung und Feinmahlung der erhaltenen  Kohle.

   In ihren Eigenschaften unterscheiden  sich die nach den bekannten Verfahren er  haltenen Schwärzen wesentlich vom Russ, der  eine zarte, flockige     Masse    von samtartigem  Glanz darstellt, während die Schwärzen ein  ziemlich hartes, staubförmiges,glanzloses     Pul-          ver    von bedeutender Schwere sind. Das Ver  fahren gemäss der Erfindung gestattet, aus  verlkohlbaren Stoffen Pigmente zu gewinnen,  welche zufolge ihrer ausgezeichneten Eigen  s chaften den Russ in vielen Anwendungs  gebieten zu ersetzen vermögen.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung ist  dadurch gekennzeichnet, dass die zerkleiner-    ten, verkohlbaren Stoffe im heissen Zustand  unter Vermeidung des     Glühens    mit Stick  stoff behandelt werden. Nach einer bevor  zugten Ausführungsform wird das     Ausgangs-          ,gut    während der Behandlung mit Stickstoff  auf Temperaturen über 400 , vorzugsweise  zwischen 400 und 500  C, gegebenenfalls auf  noch höhere Temperaturen erhitzt. Zweck  mässig erfolgt im Rahmen des vorliegenden  Verfahrens die Erhitzung der     verkohlbaren     Stoffe in Gegenwart von Stickstoff -bei kon  tinuierlichem Durchgang durch aufeinander  folgende Zonen allmählich steigender Tem  peratur.

   Für die     Stickstoffbehandlung    kön  nen reiner Stickstoff oder an Stickstoff weit  gehend angereicherte Gasgemische, wie     Ge-          neratorgas,        Halbwassergas    oder stickstoff  reiche Abgase, die praktisch frei von Sauer  stoff sind, Verwendung finden.  



  Als     verkohlbare        Ausgangsstoffe    kommen  für das Verfahren gemäss der Erfindung ins  besondere     Lignite    und     ignitieche    Braunkoh  len, ferner     zellulosereiche        verkohlbare    Stoffe,      wie Torf, Holzabfälle, Holzmehl, Stroh,  Schilf und dergleichen in Betracht.  



  Falls erforderlich, geht der Stickstoffbe  handlung eine besondere Art der Vorbehand  lung der Ausgangsstoffe voraus, die in einer  besonders weitgehenden Feinmahlung und  einer chemischen Reinigung besteht. Die  Feinstmahlung kann hierbei am besten so  weit getrieben werden, dass das gemahlene  Gut der Hauptmenge nach durch ein Sieb  von 10 000 oder 20 000 Maschen pro cmê geht.  Die chemische Reinigung besteht zweck  mässig in einer Behandlung des feingemah  lenen Gutes mit einer schwachen Salzsäure  lösung vor der Behandlung mit Stickstoff in  der Hitze. Die besondere Feinmahlung und  eine chemische     Reinigung    des     Ausgangs-          gutes    werden vor allem bei kompakten Stof  fen, wie Ligniten und lignitischen Braun  kohlen, angewendet.  



  Die Einwirkung des Stickstoffes auf das  zerkleinerte Gut ist theoretisch nicht geklärt,  es kann sich sowohl um eine Bindung des Ga  ses als auch um eine     Adsorption    handeln.  Fest steht jedoch, dass eine erkennbare Beein  flussung des mit Stickstoff behandelten  Gutes eintritt, indem dieses während der Be  handlung bei Verminderung der Härte eine  tiefschwarze Farbe annimmt.  



  Der     Stickstoffbehandlung    kann     eine    neuer  liche Zerkleinerung der erhaltenen Schwarz  pigmente und gewünschtenfalls eine geson  derte Wärmebehandlung nacbfolgen. Nach  der letzten Behandlung findet zwechmässig  eine Feinstmahlung statt. Die Behandlung  mit Stickstoff sowie die     allfälligen    übrigen  Stufen des Verfahrens werden, wenn erfor  derlich, so oft wiederholt, bis ein leichtes,  flockiges und fein verteilbares Pigment ge  wonnen ist. Die Temperaturen in den Wärme  behandlungen richten sieh im wesentlichen  nach dem Wassergehalt des Ausgangspro  duktes.

   In der Vortrocknung vor der Behand  lung mit Stickstoff wird der Wassergehalt  des Ausgangsmaterials, wenn dieses einen  hohen     Wassergehalt    besitzt, auf etwa 5 bis  10%, vorzugsweise auf ein möglichst niedri  ges Ausmass herabgesetzt. In der Regel soll    die Temperatur in der der Stickstoffbehand  lung nachfolgenden Wärmebehandlungstufe,  wenn eine solche vorgenommen wird, etwa  geringer sein als bei der Vorbehandlung.  



  Beispiel:  50 kg Rohkohle - aussortierte lignitisehe  holzfaserige hohle - mit einem Feuchtig  keitsgehalt von beispielsweise 48 bis 52  werden nacht dem     #Fleissnerverfahren"    vorge  trocknet. Die getrocknete Kohle wird zu  nächst in einer Hammermühle auf ein Korn  von 0 bis 5 min zerkleinert und hernach zum  Beispiel in einer Stiftmühle mit pneumati  scher Sichtung (Desintegrator mit 12 000 Um  drehungen pro Minute) einer allenfalls wie  derholten Feinstmablung unterworfen, bis bei  der Siebanalyse mit einem Sieb von 20 000  Maschen pro ein' der Rückstand etwa ¸ bis  1 % beträgt.  



  In einen Holzbottieh von etwa 400 Liter  Inhalt werden 700 Liter Wasser eingebracht,  denen 5 Liter techn. Salzsäure (32,7 %ig) zu  gesetzt werden. In diese     Lösung    werden  50 kg des Mahlgutes eingerührt. Nach zehn  Minuten Einrührens (zum Beispiel mittels  eines elektrischen Rührwerkes) wird in den  Kochbottich direkter Dampf von 2 atü ein  geführt. Während der Reaktion unter Sieden  nimmt das Volumen des Gutes um das Dop  pelte zu, wobei sich eine aussergewöhnlich  starke Sehaumbildung zeigt. Nach     Beendi-          güng    der Reaktion sinkt der Inhalt des Koch  bottichs auf sein ursprüngliches Volumen zu  rück.

   Der Inhalt des Kochbottiehs wird unter  gleichzeitiger starker Wasserzuleitung in eine       Zentrifuge        abgelassen.    Das Gut wird in der       Zentrifuge    bis zur neutralen     Reaktion        durch-          gewa3ehen.Aus    der     Zentrifuge    gelangt das  Gut, das einen     Wassergehalt    von etwa     33%     aufweist, über eine     Schneidwalze    in einen       Dampfrohrtrockner,

      wo es     nötibenfAls    bei  mehrfachem     Durchgang    durch den Trockner       vorgetrocknet    wird. Das vorgetrocknete Gut:       wird    in einen Trommeltrockner     eingebracht.     in     welchem    es     bei    einer Temperatur von etwa       140 ,        vorzugsweise    bis auf einen     Feuchtig-          keitsgeha-lt    von 2 %,     heruntergetrocknetwird.         Das feinzerkleinerte, entasehte und ge  trocknete Gut wird nun, beispielsweise mit  Hilfe einer     geschlossenen    Transportschnecke,

    unter gleichzeitiger sehr langsamer Stickstoff  zufuhr durch einen Russofen geführt, wobei  es stufenweise in einem ersten Sektor des  Russofens langsam auf 200  C, in einem zwei  ten Sektor bis zu 840  C und in einem dritten  Sektor auf 500  C erhitzt und auf dieser Tem  peratur bis zum Austritt aus dem Russofen  gehalten wird. Die durch eine Kühlschlange  aus dem Russofen ausgetragene russähnliche  Masse hat eine Temperatur von 120-130 C,  welche durch die     Wasserkühlung    auf 16 bis  18 C herabgesetzt wird. Das abgekühlte  Scehwarzpigment geht weiter über einen Ma  gnet, durch den es von allfällig vorhandenen  Eisenteilchen befreit wird. Das erhaltene  Schwarzpigment wird in einer Kugelmühle  einer Feinstmahlung unterworfen und her  nach abgefüllt.

   Geht man an Stelle von     ligni-          tiseher    Braunkohle von Torf aus, so kann die  weitgehende Feinmahlung durch einen ein  fachen Zerfaserungsprozess ersetzt werden.  Auch entfällt in diesem     Falle    die chemische  Reinigung, weil der Torf aschearm ist. Holz  abfälle können zur Vorbereitung der     Stiek-          stoffbehandlung    zu Feinschliff verarbeitet  werden, eine chemische Reinigung ist auch  in diesem Falle nicht erforderlich.  



  Die in der angegebenen Weise gewonne  nen Schwarzpigmente     haben        eine    Feinheit,  welche von keiner Schwärze erreicht worden  ist. Das erhaltene Schwarzpigment ist an  Stelle von Flammruss auf den verschiedensten  Anwendungsgebieten einsatzfähig.

   Die nach  dem     Verfahren    der     Erfindung        erhaltenen     Pigmente eignen sich insbesondre zur Her  stellung von Anstrichfarben; sie lassen sich  in allen üblichen Farbbindemitteln, wie Ölen,  zum Beispiel Leinöl und Leinölersatzstoffen,  ferner in Firnissen und Firnisersatzstoffen,  in Harzlacken, Kunstharzlacken und in Zel  luloselacken usw. in feinste Verteilung brin  gen und sind weiter auch in organischen Lö  sungsmitteln, wie Benzol, Spiritus usw.,  kolloidal dispergierbar. Die mit diesen Pig  menten hergestellten Anstriche zeigen eine    gleichmässige tiefschwarze Farbe, sind rissfrei  und     blättern        nicht    ab. Sie können für Holz,  Eisen, Beton, Glas usw. Anwendung finden.

    Die Farben können auch bei Wahl geeigneter  Bindemittel, zum Beispiel     Kumaronharz-          oder    Kunstharzlacke, eingebrannt werden.  



  Die erfindungsgemäss hergestellten Pig  mente können aber auch noch für viele andere  Zwecke an     Stelle    von Russ Verwendung fin  den, zum Breispiel als Zusatz zu Schuhwichse.  Schliesslich haben sich die nachdem Verfall  ren gemäss der Erfindung erhaltenen Schwarz  pigmente auch in der Gummiindustrie als  Füllmittel für Natur- und synthetischen  Kautschuk hervorragend bewährt.  



  Der bei der beschriebenen Hitzebehand  lung anfallende Teer     besitzt    besondere Eigen  schaften; er zeichnet sich durch das Fehlen  von Paraffin und durch einen aussergewöhn  lich hohen Gehalt an Phenolen und harzarti  gen Stoffen aus. Die durch Wasserdampf  destillation aus dem Teer erhältlichen Öle s  sind auch ohne weitere Raffination direkt zur  Herstellung von Kunstharzen     (Phenol-Form-          aldehyd-Kondensationsprodukten)    geeignet.  Die     Neutralöldestillate    können - mit synthe  tischen     Kohlenwasserstoff    en     gemischt    - auf  Treiböle verarbeitet     werden.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von schwarzen Pigmenten aus verkohlbaren Stoffen, da durch gekennzeichnet, dass das zerkleinerte Ausgangsgut in heissem Zustande unter Ver- memdung des Glühens mit Stickstoff behan delt wird.
    UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach dem Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, ,dpa ,das Gut während :der Behandlung mit Stickstoff auf Tempera turen bis über 400 C erhitzt wird. 2.
    Verfahren nach dem Patentanspruch, dadurch .gekennzeichnet, dass das zerkleinerte Gut kontinuierlich durch aufeinanderfolgende Zonen allmählich steigender Temperatur, unter gleichzeitiger Behandlung mit Stick stoff, geführt wird. 3. Verfahren nach dem Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Behandlung mit Stickstoff in der Hitze eine Feinstmah- lung des Ausgangsgutes vorausgeht. 4.
    Verfahren nach dem Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das mit Stick stoff behandelte Gut schliesslich feinst ge mahlen wird. 5. Verfahren nach dem Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Stickstoff behandlung in der Wärme mit reinem Stick stoff durchgeführt wird. 6. Verfahren nach dem Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass de Stickstoff behandlung mit an Stickstoff angereicherten Gasgemischen, die praktisch frei von Sauer stoff sind, durchgeführt wird. 7. Verfahren nach dem Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Stickstoff behandlung in der Wärme lignitische Sub stanzen unterworfen werden. B.
    Verfahren nach dem Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Stickstoff- behandlung in der Wärme zellulosereiche Stoffe unterworfen werden. 9. Verfahren nach dem Patentanspruch und Unteranspruch 8, dadurch gekennzeich net, dass der Stickstoffbehandlung in der Wärme Torf unterworfen wird. 1.0.
    Verfahren nach dem Patentanspruch und L'nteransprueh 8, dadurch gekennzeich- net, @dass der Stickstoffbehandlunb in der Wärme zerkleinertes Holz unterworfen wird.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2202922A1 (de) * 1972-07-05 1974-05-10 Univ California

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FR2202922A1 (de) * 1972-07-05 1974-05-10 Univ California

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