Auf verschiedene Abgleichungen, Spannungen oder dergleichen umstellbarer
ElektrizitÏtszÏhler.
Bei der Verrechnung der gelieferten elek trischen Arbeit ist es vielfach erforderlich, den Blindstrom durch Blind-oder Scheinver- brauchszähler zu berücksichtigen. Wahrend die Wirkverbrauchszähler, die, wie nahezu alle Wechselstromzähler, heute nach dem Ferraisoder Induktionsprinzip arbeiten, eine 90¯-Verschiebung, das heisst eine Versehiebung von 90 zwischen den motorisch wirksamen und einander zugeordneten Strom-und Span nungstriebflüssen bei Phasengleichheit von Strom und Spannung haben müssen, erfordern die Blindverbrauchszähler eme 180"-'Ver- schiebung.
Die auf der geringen Abweichung des Cosinus kleiner Winkel von 1 beruhenden
ScheinverbrauchszÏhler m ssen eine Verschiebung erhalten, die je nach dem cos.-Be- reich, innerhalb des sie arbeiten sollen, zwischen 90 und 180 liegt. Man baut Blind- verbrauchszähler, deren Me¯werke nur eine 60 -Abgleichung oder eine 90 -Abgleichung besitzen und bei denen die erforderliche 180 Verschiebung zusÏtzlich durch eine Bunst- sehaltung erreicht wird. Es gibt aber auch BlindverbrauchszÏhler, deren Me¯werke selbst schon auf die erforderliche 180¯-Verschiebung abgeglichen sind.
Wenn auch alle diese verschiedenen Arten von Blindver- brauchszÏhlern und ScheinverbrauchszÏhlern berechtigt sind und tatsÏchlich gebraueht werden, so erschweren sie wegen ihrer von den Wirkverbrauchszahlern abweichenden Ausführung ungemein die Serienherstellung, zumal sie auch stückzahlenmässig eine geringere Bedeutung als die Wirkverbrauchszähler haben.
Man ist in Amerika dazu übergegangen, nur WirkverbrauchszÏhler zu bauen, die Blind-undScheinverbrauchszahler aber durch äussere Kunstschaltungem, beziehungsweise durch die Anwendung von kleinen Transfor matoren, die als Phasenschieber wirken, zu erhalten.
Aus den Fig. l. bis 3 ist ein Beispiel zu ersehen, wie man ohne Änderung des Zäh- Iers selbst allein durch äussere Schaltmassnah- men aus dem Wirkverbrauchs- einen BlindverbrauchszÏhler machen kann. Fig. l zeigt die Schaltung eines normalen Wirkver- brauchszählers mit 3 Messwerken. der für Drehstrom-Vierle. iteranlagen bestimmt ist. Dic drei Messwerke T, II und III haben eine 90¯-Abgleichung. Die an den drei Me¯werken liegenden Spannungen sind in dem Vektor- diagramm Fig. 3a dargestellt.
Schaltet man nun, wie in Fig. 2 gezeigt ist, zwischen die drei Messwerke und die Phasen des Netzes drei kleineSpannungswandlerl,3und3, so liegen an den Messwerken die im Velitordiagramm Fig. 3b dargestellten Spannungen.
Man sieht, dass diese Spannungen den entsprechenden Spannungen des Wirkverbrauchs zählers um 90 nacheilen. Somit arbeiten die Me¯werke mit einer 180¯-Verschiebung, die den Zähler aber zu einem Blindverbrauehs- zähler werden lässt.
Das gezeigte Beispiel beruht auf einer Kunstschaltung. Es ist aber allgemein m¯glich, den Spannungskreisen der Me¯werke phasenschiebende Glieder, bestehend aus Widerständen, Selbstinduktionen und Kappa- zitäten vcrzuscha. Iten, durch die der Wirk verbrauehszähler zum Blind-oder Seheinver- brauchszähler wird.
Die phasensehiebenden Glieder können dabei so besehaffen sein, dass der entstandene Blind-oder Seheinverbrauehs- zähler in Kunstschaltung arbeitet, also ab hängig von der Phasenfolge RST ist, oder dass ¯ seine Me¯werke f r sich die jeweils erforderliche Verschiebung (zum Beispiel 180¯ Verschiebung bei Blindverbrauchszählern) erhalten, der ZÏhler demnach unabhÏngig von der Phasenfolge RST angeschlossen werden kann.
Erfindungsgemäss werden die Umstell- mittel für die innere Abgleichung in einem auf das Zählerklemmenbrett aufsetzbaren, insbesondere aufsteckbaren GehÏuse untergebracht. Das Gehäuse ist beispielssveise a-uf der dem Zäblerklemmenbrett zugekehrten Seite mit Steckerstiften versehen, die in passende Locher der Zählerklemmen eingesteekt werden können. E. s bildet zweckmässigerweise des den Abschlussdeckel ftir das ZÏhlerklemmenbrett und kann mittels plom Merbaren Schrauben am Zähler befestigt werden.
Das die Umstellmittel enthaltende Gehäuse erhält mit Vorteil eine Aufschrift, aus der die jeweilige innere Abgleichung ent- nommer werden kann. Unter UmstÏnden k¯nnen die Umstellmittelselbstverstellbarsein, zum Beispiel aus einem mit Anzapfungen ver- sehenen Transformator oder Drehtransfor- matorbestellen. In diesem Falle wird am besten auf der Vorderseite des Gehäuses eine Anzeigevorrichtung angebracht, die die jeweilige Abgleichstufe erkennen lϯt.
Genau so wie die zur Umstellung der innern Abgleichung dienenden Mittel auf dem ZÏhlerklemmenbrett aufgebracht werden k¯nnen, k¯nnte man auch andere Abgleichmittel, zum Bei spiel Vorrichtungen zur Umstellung der ZÏhlerspannung, in der gleichen Weise unter- bringen.
In Fig. 4 ist schematisch ein Teil eines DrehstromzÏhlers mit Klemmenbrett in der Stirnansicht dargestellt. Fig. 5 zeigt die glei- che Anordnung in der Seitenansicht mit auf gestellter Umstellvorrichtung. Die Fio. 6 und 7 zeigen Schaltbilder der Vorrichtung.
In Fig. 4 sind die Phasen RST und der Nulleiter in der blichen Weise an die Klem- men des Klemmenbrettes ! angeschlossen. Die Stromklemme 2 und die Spannungsklemme 3 jerler Phase ist mit, einer Einsteeköffnung 4 5 versehen, in die entsprechende Stecker 6, 7 des attfsetzbareu, die Umstellmittel, zum Beispiel den Transformator 8, enthaltenden Ge häuses 9 passen. Die Schaltung des Transformators 8 entspricht der bekannten Schaltung' nach Fig. 2. doch konnten statt dessen auch andere Kunstschaltungen verwendet werden.
Auch konnte der Transformator 8 durch einen lleinen Drehtransformator oder einen Trans formator mit umschaltbaren Anzapfstellen ersetzt werden, damit der Zähler auf ver schiedene Innere Ahg'Ieichungen eingestellt werden ka, nn. Da, solche Schaltungen und ihre Wirkungsweise an sich bekannt sind, sollen sie nicht näher erläutert werden. Wenn der Zähler als Wirkverbrauchszähler verwendet werden soll, genügen die einfachen Leitungsverbindungen 10 (Fig. 7) für die Stecker 6, 7.
Das Gehäuse 9, das die Umstellmittel ent- hält, findet in der Raumecke zwischen dem höheren Zählergehäuse und dem niedrigeren Klemmenbrett l Platz und ist durch plom- bierbare Schrauben 14 mit dem Klemmenbrett 1 verbunden. Auf der Stirnseite des Gehäuses 9 befindet sich ein Schild 15, aus dessen Aufschrift die durch das Aufstecken der Umstellmittel erzielte innere Abgleichung er kennbar ist.
Sol1 der Zähler von einem Wirk verbrauchs-in einen Blindverbrauohszähler oder umgekehrt umgewandelt werden, dann brauchen nur die betreffenden Gehäuse 9 ausgetauscht, oder, falls die Umstellmittel verstellbar sind (Drehtransformator, Anzapftransformator usw.), gegebenenfalls nach Losung der Plombe, entsprechend verstellt zu werden.
Gleiche oder ähnliche aufsteckbare Cre- hÏuse kann man auch benützen, um den Zäh- ler auf verschiedene Spannungen oder Span- nungs'bereiche u. mzustelllen.