CH238737A - Elektrischer Isolator. - Google Patents
Elektrischer Isolator.Info
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Description
Elektrischer Isolator. Zahlreiche verlustarme keramische Iso- lierwerkstoffe, sowohl mit einer hohen als auch mit einer niedrigen dielektrischen Kon stante, sind bekannt. Namentlich bei den Werkstoffen mit einer hohen dielektrischen Konstante ist der Temperaturkoeffizient häufig sehr wichtig. Entsprechend ihrem Zweck kann die Zusammensetzung derart ge wählt werden, dass der Temperatuikoeffizient der dielektrischen Konstante entweder positiv oder negativ, oder sehr wenig von Null ver schieden ist.
Unter dem Temperaturkoeffizienten der dielektrischen Konstante eines Isolierwerk- stoffes ist im vorliegenden Fall der aus Messungen der Kapazität eines mit diesem Material als Dielektrikum hergestellten Kon- densators bei verschiedenen Temperaturen erhaltene Wert zu verstehen ohne irgend welche Korrektion für die wegen Wärme ausdehnungen eintretenden Änderungen.
Die Erfindung erlaubt, das Gebiet der auf keramischem Wege hergestellten verlust- armen Isolierwerkstoffe mit hoher dielektri- scher Konstante, und zwar mit Hilfe von Ceriogyd, weiter auszudehnen.
Durch Sinterung von Ceriogyd, das ent sprechend seiner Reinheit bei Temperaturen von 1450 bis 1600 C dichtgesintert werden kann, können nach der' Erfindung Produkte mit einer dielektrischen Konstante von z. B. 35 und einem schwachen positiven Tempera turkoeffizienten der dielektrischen Konstante, nämlich -f- 80 X 10-6 je<B>'</B> C erhalten werden.
Zur Herabsetzung der Sinterungstempe- ratur oder zur Beeinflussung der dielektri- schen Eigenschaften kann man gewünschten falls keramische Zuschlagstoffe, z. B. Ton oder Speckstein, verwenden. Dabei muss aber dem Umstand Rechnung getragen werden, dass alkalihaltige Werkstoffe im allgemeinen die dielektrischen Verluste erhöhen.
Weiter ist hierbei in Betracht zu ziehen, dass die er wähnten Zuschlagstoffe eine niedrige dielek- trische Konstante, z. B. etwa 5, und einen hohen positiven Temperaturkoeffizienten der dielektrischen Konstante, z. B. 500 > < 10-1 je C, haben, so dass durch deren Zusatz die dielektrische Konstante herabgesetzt und der Temperaturkoeffizient erhöht wird.
Durch Verwendung von Titandioxy d als Zuschlagstoff, das eine hohe dielektrische Konstante und einen hohen negativen Tem peraturkoeffizienten besitzt, lassen sich für bestimmte Anwendungen in dielektrischer Hinsicht interessante Ergebnisse erzielen, weil der Temperaturkoeffizient der dielektrischen Konstante schwächer positiv, gleich Null oder gewünschtenfalls auch negativ gemacht werden kann und weiter die dielektrische Konstante selbst noch stark gesteigert wird.
Wie üblich, werden die Zuschlagstoffe in beschränkten, immer weniger als die Hälfte des Gemisches betragenden Mengen ver wendet.
Es ist bekannt, dass bei Verwendung von Titandioxyd für keramische Isolierwerkstoffe dafür Sorge getragen werden muss, dass keine Reduktion zu leitendem niedrigerem Oxyd eintritt. Dies kann durch Anwendung einer hinreichend oxydierenden Atmosphäre erzielt werden.
Falls beim Sintern eine Reduktion erfolgt ist, so kann man diese dadurch rück gängig machen, da.ss von der Sinterungs- temperatur an so langsam bis auf eine Tem peratur unterhalb der Temperatur, bei der beim Erhitzen Sauerstoffabspaltung einzu treten anfing, abgekühlt wird, oder dass so lange bei einer darunterliegenden Tempera tur, bei der Sauerstoffaufnahme stattfinden kann, nacherhitzt wird, bis ein vollständig oxydiertes Produkt entstanden ist.
Obwohl in geringerem Masse als bei Titan dioxyd, besteht auch bei Cerioxyd die Gefahr der Bildung eines leitenden niedrigeren Oxyds, was bei den Isolatoren nach der Er findung vermieden werden kann. Dazu ist im allgemeinen Sintern an der Luft hin reichend. Bei Verwendung von Titandioxy d als Zuschlagstoff ist es erwünscht, in höherem Masse der Reduktion entgegenzuwirken, z. B. durch Lufterneuerung oder durch Anwen dung einer Sauerstoffatmosphäre.
Falls beim Sintern eine gewisse Sauerstoffabspaltung erfolgt ist, so kann durch das Verfahren der langsamen Abkühlung oder Nacherhitzung, das oben für Titandioxyd erwähnt worden ist, das reduzierte Oxyd wieder vollständig oxydiert werden.
Weiter hat man zur Erzielung von kera mischen Isolatoren aus Titandioxy d mit niedrigen dielektrischen Verlusten empfohlen, nach dem Sintervorgang von einer Tempera tur von wenigstens 1100 C rasch abzukühlen.
Aueli bei den Isolatoren nach der Erfindung, insbesondere falls sie Titandioxyd enthalten, kann zum Zwecke, die dielektrischen Ver luste niedrig zu halten, entsprechend vor gegangen werden, wodurch Erzeugnisse mit einem tg ö kleiner als 10-3, gemessen bei ?00 ni Wellenlänge, crlialten werden.
Diejenigen erfindungsgemässen Isolatoren, die einen niedrigen Temperaturkoeffizienten der dielektrischen Konstante haben, sind ins besondere zur Verwendung als Dielektrikum für Kondensatoren geeignet, die zur Verwen dung in Schaltungen bestimmt sind, bei denen Temperaturabhängigkeit der Kapazi tät unerwünscht ist; ausserdem haben diese Isolatoren noch den Vorteil einer hohen di- elektrischen Konstante.
Für bestimmte Schaltungen, z. B. zum Ausgleich des Temperatureinflusses von Kon densatoren mit Dielektrika mit einem hohen negativen Temperaturkoeffizienten und einer hohen dielektrischen Konstante, die z. B. ganz oder teilweise aus Titandioxyd be stehen, kann man vorteilhaft Dielektrika nach der Erfindung verwenden, die einen hohen positiven Temperaturkoeffizienten und eine noch ziemlich hohe dielektrische Kon stante haben. Dazu kann man z.
B. alkali- arme Tonarten mit einem hohen positiven Temperaturkoeffizienten als Zuschlagstoff, und zwar bis zu einem Maximum z. B. von etwa.<B>30%</B> des Gemisches, verwenden, weil sonst die dielektrische Konstante zu niedrig wird.
Die Erfindung wird an Hand einiger Ausführungsbeispiele näher erläutert. <I>Beispiel 1:</I> Pulverförmiges Cerioxyd (Analyse: 98,8 % Ce02, 0,3 % Si02, 0,55 % FeO" 0,31 % Glüh verlust) wird unter hohem Druck zu einem Plättchen gepresst und während einer halben Stunde bei 1500 C an der Luft gesintert, worauf in etwa einer halben Stunde bis Zimmertemperatur abgekühlt wird.
Das er haltene dichtgesinterte Erzeugnis hat eine dielektrische Konstante von 35, ein tg ö von 4 X 10-4 bei 200 m und einen Temperatur koeffizienten der dielektrischen Konstante von -f- 80 X 10-6 je C.
<I>Beispiel 2:</I> Ein Gemisch von 90 Gewichtsprozent Cerioxyd (Analyse: 98,4% Ce02, 1,24% S10, 0,06% Fe203, 0,14% Glühverlust) und 10 Gewichtsprozent Ton (Analyse:
46,1 S102, 39,3.% A1203, <B>0,8%</B> Fe2O3, 0,15 Ca0, 0,15% Na20 + K20, 13,4% Glüh- verlust) wird mit einer wässerigen Tragant- lösung zu einer plastischen Masse geknetet. Davon wird ein Röhrchen gepresst, das während 20 Minuten bei 1350 bis 1400 C au der Luft gesintert und darauf rasch ab gekühlt wird.
Das erhaltene dichtgesinterte Produkt hat eine dielektrische Konstante von 26, ein tg Ö von 9 X 10-4 bei 200 m und einen Temperaturkoeffizienten der dielektrischen Konstante von + <B>380</B> X I0-6 je C.
<I>Beispiel 3:</I> Ein Gemisch von 95 Gewichtsprozent Cerioxyd (Analyse: 99,6% Ce02, 0,09 SiO2, 0,2% Fe203, 0,15% Glühverlust) und 5 Gewichtsprozent Titanoxyd (Analyse:
98,6 T102, 0,2% Fe20a, <B>0,3%</B> A1203, <B>0,5%</B> S03, 0,2 % P20, 0,1 % Glühverlust) wird entspre chend Beispiel 2 zu einem Röhrchen ge presst, während einer halben Stunde bei etwa 1300 C in einem Sauerstoffstrom erhitzt, darauf in 10 Minuten bis zu 1100 C und dann rasch an der Luft abgekühlt.
Das erhaltene dichtgesinterte Erzeugnis hat eine dielektrische Konstante von 36, ein tg ö von 8,1 X 10-4 bei 200 m und einen Temperaturkoeffizienten der dielektrischen Konstante von -i- 8,4 X 10-6 je C. <I>Beispiel</I> Ein Gemisch von 90 Gewichtsprozent Cerioxyd und 10 Gewichtsprozent Titanoxyd (Analyse entsprechend Beispiel 3) wird gemäss Beispiel 3 verarbeitet.
Das erhaltene dichtgesinterte Produkt hat eine dielektrische Konstante von 39, ein tg Ö von 6,2 X 10--4 bei 200 m und einen Tempe raturkoeffizienten der dielektrischen Kon stante von -64 X 10-6 je a C.
Claims (1)
- PATENTANSPRüCHE: I. Elektrischer Isolator, dadurch gekenn zeichnet, dass er aus einer dichtgesinterten Masse besteht, die mindestens 50 Gewichts prozent Cerioxyd enthält. II. Verfahren zur Herstellung eines elek trischen Isolators nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass eine mindestens 50 Gewichtsprozent Cerioxyd enthaltende Masse nach dem Formen in einer oxydieren den Atmosphäre dichtgesintert wird. UNTERANSPRüCHE: 1.Elektrischer Isolator nach Patentan spruch I, dadurch gekennzeichnet, dass er einen alkaliarmen Zusatzstoff enthält. 2. Elektrischer Isolator nach Patentan spruch I und Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass er Titandioxyd als Zusatz stoff enthält. 3. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass der Isolator von einer Temperatur von wenigstens 1100 C so schnell abgekühlt wird, dass der dielektrische Verlustfaktor, gemessen bei einer Wellen länge von 200 m weniger als 10<B>--3</B> beträgt. 4.Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass der Isolator von der Sinterungstemperatur an so langsam bis auf eine Temperatur unterhalb der Tempera tur; bei der beim Erhitzen Sauerstoffabspal tung einzutreten anfing, abgekühlt wird, dass ein vollständig oxydiertes Produkt entsteht. 5. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass der Isolator so lange bei einer Temperatur unterhalb der Temperatur, bei der beim Erhitzen Sauer stoffabspaltung einzutreten anfing, nach- erhitzt wird, bis ein vollständig oxydiertes Produkt entstanden ist.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| NL238737X | 1940-11-25 |
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| CH238737D CH238737A (de) | 1940-11-25 | 1941-11-24 | Elektrischer Isolator. |
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| CH (1) | CH238737A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE894261C (de) * | 1948-09-30 | 1953-10-22 | United Insulator Company Ltd | Verfahren zur Herstellung eines gesinterten keramischen Koerpers |
| DE1124109B (de) * | 1952-08-02 | 1962-02-22 | Siemens Ag | Keramisches Dielektrikum aus Mischungen von Titanaten mit ueberwiegendem Anteil an Bariumtitanaten |
-
1941
- 1941-11-24 CH CH238737D patent/CH238737A/de unknown
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