Einrichtung zur elektrischen Steuerung der Ventilation von Räumen, insbesondere von in der Erde gelegenen Zager- und Aufenthaltsräumen. Beider Ventilation von Räumen, wie zum Beispiel Kavernen, Tunnels und dergleichen, deren Temperatur während der heissen Jahres zeit tiefer liegt als die Temperatur der Frisch- oder Aussenluft, müssen besondere Massnah men, getroffen werden, um die Bildung von Kondenswasser zu verhindern.
Es sind bereits Anlagen bekannt, bei welchen der Ventilator durch selbsttätige SteuereinricMungen nur dann eingeschaltet und in Betrieb gehalten wird, wenn, die relative Feuchtigkeit der Frischluft nach Annahme -der Raumtempera tur ein gewisses Mass nicht übersteigt.
Zu die- gem Zweck werden die relative Feuchtigkeit der Aussenluft und .die Temperaturdifferenz zwischen Aussen- und Raumluft gemessen und der Ventilator in Abhängigkeit dieser Werte gesteuert, oder es wird die Aussenluft in einem Hilfskanal vorerst auf Raumtemperatur ab gekühlt und hierauf die relative Feuchtigkeit gemessen, -welche dann einen bestimmten Wert, zum Beispiel 90 %, nicht überschreiten darf, Diese Anlagen haben den Nachteil,
-dass die Lüftung auch stattfindet, wenn die ab solute Feuchtigkeit,der Aussenluft verhältnis mässig hoch ist, und dass die relative Feuch- tigkeitder Raumluft Werte annehmen kann, welche nur wenig unter dem Taupunkt liegen.
Im Gegensatz hierzu gestattet die vor liegende erfindungsgemässe Einrichtung stets die günstigsten Feuchtigkeitsverhältnisse der Aussenluft .auszunützen unddadurch,die re lative Feuchtigkeit der Raumluft auf den zur gegebenen Zeit möglichen, minimalen Wert herabzubringen.
Die Steuereinrichtung ist dadurch gekenn zeichnet, dass .die Feuchtigkeitsgehalte der Frischluft und .der Raumluft gemessen und verglichen werden, und dass der Ventilator nu,w eingeschaltet und in Betrieb gehalten wird, wenn die Frischluft trockener ist als die Raumluft.
Diese Einrichtung erlaubt also eine stän dige Trocknung der ventilierten Räume ent- sprechend,den zur Zeit bestehenden Feuehtig@ keitsverhältnissen der Frischluft. Beträgt die relative Feuchtigkeit .der Raumluft zum Bei spiel 90%, so wird Frischluft zugelassen, welche nach Annahme der Raumtemperatur eine relative Feuchtigkeit von weniger als <B>90%</B> aufweist;
beträgt die relative Feuch tigkeit der Raumluft jedoch nur<B>70%,</B> so wird nur Frischluft mit weniger als<B>70%</B> Feuch tigkeit bei Raumtemperatur zugelassen.
Um festzustellen, ob die Frischluft trok- kener ist als die Raumluft, das heisst zum Vergleich ,der absoluten Feuchtigkeitsgehalte, ist es zweckmässig,
Frisehluft und Raumluft vorerst auf gleiche Temperatur zu bringen und hierauf die relativen Feuchtigkeitswerte zu vergleichen oder aber die absoluten Feuch- ti@g eitswe@rte -der Frisch- und Raumluft bei Aussen- bezw. Raumtemperatur mittels tem- peraturkompensierter zu mes sen und zu vergleichen.
In der Zeichnung sind zwei entsprechende Ausführungsbeispiele der Erfindung darge stellt.
Fig. 1 zeigt eine Steuereinrichtung zur Ventilation einer Kaverne, bei welcher die Frischluft und die Raurriluft auf gleiche Temperatur gebracht und hierauf die Feuch tigkeitsgehalte gemessen und verglichen -werden.
Fig. 2 zeigt eine Einrichtung zu dem selben Zwecke, jedoch mit temperaturkom pensierten Aussen- und Raumhygrostaten, welche elektrisch miteinander in Verbindung stehen und den Ventilator steuern.
In Fig. 1 stellt Y den Ventilator mit. dem Zuluftkanal 1 und dem Verteilerkanal 2 dar. F ist ein nach dem Prinzip des Feucht thermometers arbeitender Differenz-Feuch- tigkeitsmesser mit einem um den Punkt 3 schwenkbaren Kontaktarm 4, welcher den Kontakt 5 öffnet und schliesst in Abhängig keit der Feuchtigkeitsdifferenz zwischen Frisch= und Raumluft. Der Feuchtigkeits messer F ist über die Kapillarrohre 6 und 7 mit den im Befeuehter B untergebrachten, durch je einen Docht 8, 9 benetzten Wärme- fühlern <B>10</B> und 11 verbunden.
Durch einen Hilfsventilator HV, welcher dauernd in Be trieb ist, wird Frischluft durch die Leitun gen 12, 13 und Raumluft durch die Leitun gen. 14, 15 angesogen und mit den Wärme fühlern 10, 11 in Berührung gebracht. Auch die Kapillarrohre 6 und 7 sind noch teil weise der Lufttemperatur in den Leitungen 15 und 13 ausgesetzt zwecks Erzielung einer hohen Messge nauigkeit. Die Luft gesehwindigkeit beträgt hierbei mindestens 1,5 mlSek.,
wodurch bekanntlich die Feucht- temperatur der Wärmefühler nur wenig von eventuell sich einstellenden Geschwindig keitsänderungen der Luft abhängig ist. Dureh die Wärmeaustauscher W1 und W2, welche aus auf zirka 10 m konzentrisch ge führten Leitungen bestehen, werden Frisch luft und Raumluft auf gleiche Temperatur gebracht, und zwar auf eine Temperatur, welche stets zwischen Raum- und Aussen temperatur liegt.
In der mit geringer Nei gung in der Strömungsrichtung versehenen Frischluftzuleitung 12, 13. ist ein Kondens topf 16 eingeschaltet, welcher zur Abschei- dung des Kondenswassers dient, falls die Frischluft unter den Taupunkt abgekühlt wird beim Durchströmen des Wärmeaustau- schers T1Tl.. Der Wärmeaustauscher hY2 dient zum Nachkühlen der Lufttemperatur nach Abscheiden des Wassers im Kondensations- topf,
um eventuell entstandene Kondensa tionswärme auszugleichen.
D ist ein an das Benetzungsgefäss B bezw. an die Saugleitung des Hilfsventila tors angeschlossener Sieherheitsdruekregler und dient. dazu, den Ventilator V abzuschal ten, sobald der Saugdruck infolge Störung (zum Beispiel Verstopfung) an einer Saug leitung ein gewisses Mass überschreitet, da hierdurch Fehlmessungen entstehen könnten.
Der Wasserstand in dem Benetzungsge- fäss B wird durch einen Niveauregler<I>NB</I> innerhalb engen Grenzen konstant gehalten. Sinkt das Wasserniveau unter einen gewissen Wert, so öffnet das Schwimmerventil 17 und lässt Wasser aus dem Reservoir 18 nach- s@trömen, bis das Normalniveau wieder er reicht ist. Das Reservoir 18 kann vorteilhaft zum Ansammeln von Regenwasser dienen.
Zur Vermeidung von Überschwemmungen der Temperaturfühler bei eventuellen Störungen am Niveauregler ist der letztere mit einem Überlauf 19 versehen.
Mit dem Sicherheitsdruckregler D und dem Feuchtigkeitsregler F ist die Erreger spule 20 des den Ventilator steuernden Mo torschützes S in Reihe geschaltet. Ist die Temperatur des Wärmefühlers 11 tiefer als diejenige des Fühlers 10, was, der Fall ist, wenn der absolute Feuchtigkeitsgehalt der Frischluft niedriger ist als derjenige der Raumluft bezw. wenn die Frischluft trocke ner ist als die Raumluft, so ist der Kontakt 5 des Reglers F geschlossen und der Venti lator eingeschaltet.
Ist der Feuchtigkeitsge halt der Frischluft hingegen gleich oder höher als derjenige der Raumluft, so wird der Kontakt 5 geöffnet und der Ventilator ausgeschaltet, bis .die Feuchtigke-itsverhält- nisse eine Einschaltung wieder erlauben. Schwankungen der Lufttemperatur in den Messleitungen 13 und 15 infolge Veränderun gen der Aussentemperatur haben keinen Ein fluss auf die Richtigkeit der Messung, da sich diese gleichmässig auf beide Temperatur fühler 10, 11 auswirken. Die Empfindlich keit der Messung wird jedoch mit zunehmen der Lufttemperatur höher, weshalb es zweck mässig ist, mit möglichst hoher Temperatur zu arbeiten.
In Fig. 2 bedeuten V wiederum ein Ven tilator mit dem Zuluftkanal 1' und dem Ver teilerkanal 2', S ein Motorschütz,<I>HA</I> ein der Aussenluft und Aussenlufttemperatur ausgesetzter Hygrostat, <I>HR</I> ein der Raum luft und der Raumtemperatur ausgesetzter Hygrostat und R ein von den beiden Hygro- staten beherrschtes Differentialrelais.
Der Hygrostat <I>HA</I> weist eine Rolle 21 auf, über welche ein feuchtigkeitsempfindliches Band, wie zum Beispiel ein Cellophanstreifen, ge legt ist. Das Band 22, welches Längenände rungen in Abhängigkeit der relativen Luft feuchtigkeit unterworfen ist, ist einerends an einem um den Drehpunkt 25 schwenk baren Hebel 23: befestigt und am andern Ende durch eine Feder 2'4 gespannt.
Der Hebel 26 wird gegen die Kurvenscheibe 26 gedrückt, welche durch die Bimetallspirale 27 in Abhängigkeit von der Aussenlufttem- peratur verdreht wird. Hierdurch wird das feste Ende des Bandes 22' in Abhängigkeit der Temperatur auf und ab bewegt und die Rolle 21 dreht sich sowohl in Abhängigkeit von der relativen Luftfeuchtigkeit als auch der Temperatur. An der Rolle 21 ist ein Kontaktarm 28 befestigt, welcher auf einem Potentiometerwiderstand 29 schleift.
Die Steigung der Kurvenscheibe 26 ist so ge wählt, dass die Verdrehung der Rolle<B>21</B> bezw. die Widerstandsänderung am Potentio- meter 29 innerhalb bestimmter Grenzen der Lufttemperatur nur von der absoluten Feuch tigkeit der Luft abhängig ist.
Der Hygrostat HR weist dieselben Teile 21', 22', 24',<B>2</B>8' und 29' auf wie der Hygro- stat HA. Da die Schwankungen der Raum temperatur bei derartigen Anlagen gering sind, :genügt zur Temperaturkompensation ein gerader Bimetallstreifen 3-0, an welchem das Band 22,' befestigt ist. Die Arbeitsweise dieses Hygrostaten ist im übrigen die gleiche wie diejenige von<I>HA.</I>
In die Verbindungsleitungen der Potentio- meter 29 und 29' ist je eine Spule 3.1, 32 des Differentialrelais B geschaltet. In diese Spu len taucht ein um den Punkt 33 schwenkbar gelagerter Magnetanker 34, an welchem eine Kontaktzunge 35 befestigt ist, welche den Kontakt<B>316</B> je nach dem Verhältnis der Ströme in den Erregerspulen .31, 312 öffnet oder schliesst und damit den Ventilator V ein- oder ausschaltet. Die Kontaktarme 28,
28' der Potentiometer 29, 29' sind über die Leitungen 37 und 3'8 mit der Stromquelle E verbunden. Ist der absolute Feuchtigkeits gehalt der Aussenluft höher als derjenige der Raumluft, so ergibt die Stellung der Kon taktarme 28, 28' einen höheren Strom in der Relaisspule 32 wodurch der Kontakt 36@ ge schlossen wird; ist der Feuchtigkeitsgehalt der Aussenluft jedoch höher, so wird umge kehrt der Strom in der Spule 3,1 höher als in der Spule -32, was ein Of f neu des Kon- taktes 36 und ein Abschalten des Ventilators bewirkt.
Ausser den in Fig. 1 und Fig. 2 angege benen Steuerapparaten könnten natürlich noch weitere vorhanden sein, so zum Beispiel ein Temperaturregler zur Begrenzung der Raumtemperatur nach oben oder nach unten, oder eine Schaltuhr, welche das Einschalten des Ventilators nur zu bestimmten Tageszei ten erlaubt. Im weiteren sind unter Umstän den zusätzliche Steuerapparate zweckmässig, welche den Ventilator nach einer bestimmten Betriebszeit selbsttätig wieder abschalten, oder ein weiterer Raumhygrostat, welcher die Feuchtigkeit der Raumluft nach oben begrenzt.
Die dargestellten Einrichtungen sind lediglich als beispielsweise Ausführungs arten der Erfindung zu betrachten. So könn ten zum Beispiel in Fig. 1 an Stelle des Differenz-Feiichtthermometers I' auch zwei Haar- oder Cellophanhygrometer in Differen tialschaltung verwendet werden. Die Benet- zungseinrichtung würde in diesem Falle in Wegfall kommen.