Automatische Feuerwaffe. Die automatischen Feuerwaffen des massenverriegelten Systems haben gegenüber den andern Verriegelungssystemen den Vor teil der grösseren Einfachheit und damit Feldtüchtigkeit. Dagegen besteht der Nach teil, dass die Realisierung grösseerkalibriger Waffen, das heisst vom Kaliber 20 mm an aufwärts, nach dem massenverriegelten Sy stem auf Schwierigkeiten stösst, weil die für die Aufnahme der Gasdruckkräfte notwen digen grossen Verschlussmassen nur eine ge ringe Feuergeschwindigkeit zulassen,
wenn nicht ausserordentlich stark dimensionierte Vorholfedern vorgesehen werden, die aber nicht genügend Betriebssicherheit bieten.
Es ist nun bereits vorgeschlagen worden, den eigentlichen Verschlusskörper nur in einem für die Patronenhülsenzu- und -abfuhr notwendigen Masse zu dimensionieren und zur Herbeiführung der Massenträgheit, welche für die Massenverriegelung erforder lich ist, dem Verschlusskörper während der Wirkung der Gasdrnckkräfte das Rohr mit Schlupf zuzukuppeln,
so dass die gesamte Trägheitsmasse nicht auf dem ganzen Ver- schlussweg hin und her bewegt werden muss. Bei dem bekannten Vorschlag wird dabei eine hydraulische Kupplung vorgesehen. Die vor liegende Erfindung stellt sich nun die Auf gabe, die Zukupplung des Rohres zum Ver- schlusskörper unter Schlupf während eines Teils des Rücklaufes des Verschlusskörpers mit rein mechanischen Mitteln zu lösen.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine automatische Feuerwaffe, bei der in bekannter Weise das Prinzip der Massen verriegelung dahingehend abgeändert ist, dass der nur für die Patronenzufuhr und Hülsen abfuhr dimensionierten Verschlussmasse als die Verriegelung bewirkende Trägheitsmasse das Rohr unter Schlupf zukuppelbar ist, die sich dadurch kennzeichnet, dass die Ver- schlussmasse über mindestens einen am Rohr befestigten,
beweglichen Hebel während eines Teils des Rücklaufes mit dem Rohr derart gekuppelt ist, dass während der Verbindung mit dem Verschluss eine Zukupplung des Rohres zum Verschluss unter Schlupf erreicht ist.
In der beiliegenden Zeichnung sind einige beispielsweise Ausführungsformen des Ge genstandes der vorliegenden Erfindung dar gestellt, an Hand welcher das Wesen der Er findung näher erläutert werden soll. Es zeigt: Fig. 1 eine automatische Feuerwaffe, teil weise im Schnitt, mit einer ersten Ausfüh rungsform des Kupplungsgliedes zwischen Verschluss und Rohr, Fig. 2 die Waffe nach Fig. 1 in einem um 90 versetzten Längsschnitt, Fig. 3 das Kupplungsglied nach Ent- kupplung des Verschlusses vom Rohr,
Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie I-I in Fig. 3, Fig. 5 das Kupplungsglied in der Stel lung, in der Verschluss und Rohr gekuppelt sind, Fig. 6 das Kräftediagramm, Fig. 7 eine automatische Feuerwaffe, teilweise im Schnitt, mit einer zweiten Aus 5 führungsform des Kupplungsgliedes, Fig. 8 die Waffe nach Fig. 7 im Augen blick, wo die Kupplung- zwischen Rohr und Verschluss eintritt, Fig. 9 die Waffe nach Fig. 7, wobei Rohr und Verschluss gekuppelt sind,
Fig. 10 eine Darstellung des Kupplungs hebels, Fig. 11 eine automatische Feuerwaffe, teilweise im Schnitt, mit einer dritten Aus führungsform des Kupplungsgliedes, Fig. 12 die Waffe nach Fig.11 im Augen blick, wo die Kupplung zwischen Rohr und Verschluss eintritt, Fig. 13 die Waffe nach Fig. 11, wobei Rohr und Verschluss gekuppelt sind, Fig. 14 die Waffe nach Fig.11 im Augen blick, wo die Kupplung zwischen Rohr und Verschluss aufgehoben wird,
Fig. 15 den - Kupplungshebel in ver grössertem Massstab, Fig. 16 das Kräftediagramm, Fig. 17 eine automatische Feuerwaffe, teilweise im Schnitt, mit einer vierten Aus führungsform des Kupplungsgliedes, Fig. 18 die Waffe nach Fig. 17 in einer Stellung bei Beginn des Verschlussrücklaufes, Fig. 19 eine vergrösserte Darstellung des Kupplungshebels.
In Fig. 1 ist mit 1 das Rohr bezeichnet, das in die Rohrhülse 2 eingesetzt ist. Der schematisch dargestellte, im Abzugsgehäuse 3 befindliche Abzugshaken 4 wird über ein Gestänge 5 betätigt. Der Verschluss 6 gleitet in der Rohrhülse 2 entgegen der Wirkung der Vorholfeder 7. Das Rohr mit Rohrhülse ist in einer Wiege 8 mit Ansätzen 9 und 10 rück laufbeweglich gelagert, wobei die Rücklauf bewegung durch eine Feder 11 abgefedert ist.
Auf der Rohrhülse 2 sind zwei Hebel 12 und 13 angeordnet. Die Hebel 12, 13 sind mittels !-lugen 57 und 58 in auf der Rohr hülse 2 vorgesehenen Lappen 14, 15 durch die Bolzen 16, 17 befestigt. Mit einer über die Lagerung in den Augen 14, 15 nach vorn hinausragenden Verlängerung liegen die Hebel 12, 13 auf der Rohrhülse auf. An ihrem hintern Ende weisen die Hebel 12, 13 Nasen 18, 19 auf, die in die Bahn von auf dem Verschluss@körper 6 vorgesehenen Nocken 20, 21 eingreifen. Die Hebel 12, 13 weisen ferner Augen 22, 23 auf.
In dem Auge 22 des Hebels 12 sind (vergl. Fig. 4) die Winkel hebel 24, 25 durch einen Bolzen 26 gelagert und zugleich untereinander verbunden, wäh rend in dem Auge 23 des Hebels 13 die Winkelhebel 27, 28 mittels eines Bolzens ge lagert und verbunden sind.
In den Fig. 3 und 4 ist die Anordnung und Lagerung der Winkelhebel 24, 25 näher dargestellt. Die Anordnung ist auf der ge genüberliegenden Seite genau die gleiche, so dass auf eine besondere Darstellung verzichtet werden konnte. Die Winkelhebel 24, 25 stützen sich einerseits mit einem Absatz auf der Rohrhülse 2 ab und ragen mit den An sätzen 29, 30 in die Rohrhülse und damit die Bahn des Nockens 20 des Verschlusses 6 hinein, während sie anderseits mit der Stange 31 gelenkig verbunden sind. Die Stange 31 trägt einen Kolben 32, der in einem zylin drischen Gehäuse 33 gleitet und unter der Wirkung einer Feder 34 steht. Das Gehäuse 33 ist an einem Auge 35 des Hebels 12 dreh bar gelagert.
Wie bereits erwähnt, sind die Anordnungen am Hebel 13 genau gleich wie für den Hebel 12 beschrieben getroffen.
Die Wirkungsweise der gezeigten Ein richtung ist kurz folgende: Bei vorgehendem Verschluss werden durch die Nocken 20 und 21 am Verschlusskörper 6 die in die Verschlussbahn hineinragenden An sätze 29, 30 der Winkelhebel 24, 25 und 27, 28 nach vorn gedreht, wobei diese Drehbewe gung die Kolben 32 in den Zylindern 33 unter Zusammendrüekung der Federn 34 nach hinten zieht. Die federnden Hebel 12 und 13 hintergreifen nun mit ihren Nasen 18, 19 die Nocken 20 und 21, wenn der Verschluss in seiner vordern Umkehrstellung angelangt ist, wie Fig. 5 zeigt.
Bei Wirkung der Gasdruck- k.räfte wird der Verschluss nach hinten ge drückt, muss aber das Rohr mitnehmen, weil dieses nunmehr über die Hebel 12 und 13 mit dem Verschlusskörper gekuppelt ist. Bei der Rückwärtsbewegung, die nun das Rohr mit dem Verschluss gemeinsam ausführt, wird durch Abgleiten der Nasen 18, 19 der Hebel 12 und 13 an den Nocken 20 und 21 die Ver bindung des Rohres mit dem Verschluss wie der aufgehoben. In diesem Augenblick wer den auch die Winkelhebel 24, 25, 27, 28 durch die ihnen zugeordneten Federn 34 wie der in die Ausgangslage zurückgeführt.
Durch die Ausbildung der Auflagefläche, mit der die Hebel 1.2 und 13 an den Nocken 20 und 21 aufliegen, und die Dimensionie- rung der bei ihrer Bewegung zur Lösung der Kupplung zwischen Verschluss und Rohr federnd aufgebogenen Hebel 12 und 13 wird eine Kupplung erreicht, die einen Schlupf 59 zwischen Rohr- und Verschlussbewegung zu lässt und sich daher nach dem Diagramm in Fig. 6 gestaltet, worin neben dem Schlupf 59 die durch die Zukupplung des Rohres ent stehende Bremskraft 60 dargestellt ist.
Nachdem der Hauptgasimpuls durch ela stische Formänderung der Hebel 12; 13 auf- genommen worden ist, haben die Hebel 12, 13 die in Fig. 3 gezeigte Stellung eingenommen. Der Verschluss wird mit einer für seinen Rücklauf genügenden Geschwindigkeit aus der Schlupfverriegelung entlassen; in diesem Augenblick nimmt das Rohr mit der Rohr hülse die hintere Rücklaufstellung ein und wird, unabhängig von der Verschlussbewe- gung, von der Vorholfeder 11 wieder nach vorn getrieben.
Der nach seiner hintern Um kehr wieder nach vorn eilende Verschluss wird durch die schon beschriebene Umsteuer bewegung der Winkelhebel 24, 25, 27, 28 über die Biegehebel 12, 13 wieder mit dem Rohr gekuppelt, wie Fig. 5 zeigt.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 7 bis 10 ist eine Waffe gleichen Auf baus wie in den Fig. 1 bis 6 dargestellt ge wählt, die Kupplung zwischen Rohr und Verschluss wird jedoch durch einen Hebel 36 bewerkstelligt. Der Hebel 36 ist durch einen Bolzen 37 mit der Rohrhülse und damit mit dem Rohr fest, aber drehbar verbunden. Der Hebel 36 ist als Winkelhebel ausgebildet, der sich mit seinem Teilstück 38 an einem Bolzen 39 an der Wiege abstützt. Bei diesem Aus führungsbeispiel wird bei vorgehendem Ver schluss ein an diesem angeordneter Bolzen 40 in eine entsprechende Öffnung im Hebel 36 eingeführt und nimmt diesen nach vorn mit.
Dabei wird durch einen an der Wiege vor gesehenen beweglichen Hebel 41, der unter der , Wirkung einer Feder 42 nach oben in die Verschlussbahn gedrückt wird, dafür gesorgt, dass beim Einführen. des Bolzens 40 in die Öffnung des Hebels 36 das Rohr mit Rohr hülse unter Wirkung der Vorholfeder 11 ; nach vorn bewegt wird, so dass also eine Drehung des Hebels 36, der ja ebenfalls an der Wiege mittels des Bolzens 39 abgestützt ist, im Gegenuhrzeigersinn ohne weiteres möglich ist. Dabei kuppelt sich das Rohr mit , dem Verschluss, indem nunmehr die in Fig. 9 gezeigte Stellung erreicht wird.
In diesem Fall wird jedoch die Zukupplung des Rohres mit Schlupf zum Versehluss nicht durch eine Beanspruchung auf Biegung des kuppelnden Hebels erreicht, sondern durch die Über- setzimg, die durch die Abstützung des langen Endes 38 des Winkelhebels 36 an der Wiege erreicht wird.
In Fig. 10 ist dargestellt, dass zwischen dem Verschlussweg 61 und dem Rohrweg 62 durch den Hebel 36 ein Schlupf zugelassen wird, indem infolge des Übersetzungsverhält nisses der Verschlussweg 61 grösser ist als der Rohrweg 62. Wenn dann der Bolzen 40 aus der Öffnung im Hebel 36 heraustritt, ist eine Entkupplung von Rohr und Verschlussmasse eingetreten. Der Hauptgasimpuls ist von Rohr und Verschluss aufgenommen worden; der Verschluss verlässt die Kupplung mit einer für seinen Rücklauf ausreichenden Ge schwindigkeit.
In den Fig. 11 bis 16 ist eine Ausfüh rungsform dargestellt, bei welcher die Kupp lung zwischen Rohr und Verschluss durch einen Hebel 43 erfolgt, der wiederum durch einen Bolzen 44 mit der Rohrhülse und damit mit dem Rohr drehbar verbunden ist. Der Hebel 43 weist wiederum, analog dem Hebel 36 im Beispiel nach den Fig. 7 bis 10, eine Öffnung oder Ausnehmung auf, in die ein am Versehluss 6 vorgesehener Bolzen 40 ein fahren kann. Der Hebel 43 ist mit einem An satz 45 versehen, der bei Drehung des Hebels 43 um den Bolzen 44 im Uhrzeigersinn in den Bereich eines in der Rohrhülse gleitend gelagerten, einseitig geschlossenen Hohl zylinders 46 gelangt.
Dieser Zylinder 46 ragt mit der geschlossenen Seite aus der Rohr hülse heraus und stützt sich an einem in ihm angeordneten Ringfederpaket 47 ab, das an derseits an der Rohrhülse, das heisst am Boden der Bohrung in der Rohrhülse, in der der Zylinder 46 gleitet, anliegt.
In Fig. 12 ist der Hebel 43 in der Stel lung gezeigt, in der er den Bolzen 40 des vor gehenden Verschlusses gerade aufnimmt. Da durch wird der Hebel 43 in die in Fig. 13 dargestellte Stellung gedreht und das Ring federpaket 47 entlastet. Bei zurückgehendem Verschluss wird der Hebel 43 im Uhrzeiger sinn gedreht, und er muss daher, bis er in die entkuppelte Stellung gedreht ist, das Ring federpaket 47 zusammendrücken. In Fig. 14 ist die Stellung, in der der Bolzen 40 die Öff nung im Hebel 43 verlässt, dargestellt.
Fig. 15 zeigt den Hebel 43, den Zylinder 46 und das Ringfederpaket 47 in vergrösser tem Massstab. Das in Fig. 16 dargestellte Ar beitsdiagramm verdeutlicht die Wirkung der Vorrichtung, wobei mit 59 der Schlupf und mit 60 die Bremskraft am Verschluss bezeich net ist. Bei der Wirkung der Gasdruck kräfte wird zunächst der Bolzen 40 mit dem Verschluss 6 zurückgedrückt. Der Hebel 43 wird durch diese Bewegung gedreht. Nun ist seine Drehbewegung aber gebremst, indem das Ringfederpaket bei Drehung des Hebels 43 durch dessen Ansatz 45 immer mehr zu sammengepresst werden muss.
Es erfolgt daher entsprechend der Bremsung eine Mit nahme des Rohres, das heisst es kann, je nach Dimensionierung des Ringfederpaketes und damit grösserer oder kleinerer Bremsung der Drehbewegung des Hebels 43, eine grössere oder geringere Zugkraft auf das Rohr erzielt werden. Bei dem Beispiel wurde ein Ring federpaket zur Bremsung des Hebels 43 ge wählt, weil bekanntlich derartige Feder pakete viel Arbeit aufzunehmen in der Lage sind und diese nur zu einem kleinen Teil wieder abgeben. Dies hat zur Folge, dass der Eintritt des Bolzens 40 in die Öffnung des Hebels 43 und die Herstellung der Kupp lungsstellung ohne wesentlichen Widerstand erfolgt.
Die Bewegung des Hebels 43 im U1hr- zeigersinn unter Zusammendrüekung des R.ingfederpaketes erzeugt also die auf den Gasimpuls abgestimmte, das Rohr mit ziehende Widerstandskraft, während die Be wegung des Hebels 43 im Gegenuhrzeiger sinn infolge der Entlastungscharakteristik der Ringfeder praktisch widerstandslos er folgt.
In den Fig. 17 bis 19 ist schliesslich eine letzte Ausführungsform dargestellt, bei wel cher das den Verschluss mit dem Rohr kuppelnde Glied aus mehreren miteinander gelenkig verbundenen Hebeln besteht. Der die Aufnahmeöffnung für den Bolzen 40 auf weisende, in der Rohrhülse gelagerte Hebel 48 ist über eine Stange 49 mit dem einen 4 Ende des Winkelhebels 50 verbunden. Dabei ist die Stange 49 mittels Bolzen 51 gelenkig in dem Hebel 48 und mittels Bolzen 52 ge lenkig in dem Winkelhebel 50 gelagert.
Der Winkelhebel 50 ist mittels Bolzen 53 an der Rohrhülse angelenkt. An seinem andern Ende trägt der Winkelhebel 50 eine Rolle 54, die auf einem auf der Wiege be festigten Formstück 55 aufliegt. In der Rohrhülse ist wiederum ein einseitig ge schlossener Hohlzylinder 56 verschiebbar ge lagert, der sich an einem Ringfederpaket ab stützt, das anderseits an der Rohrhülse an liegt.
Dieses Ausführungsbeispiel enthält ge genüber dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 11-16 -das neue Merkmal, dass zur Un terstützung des Ringfederpaketes als Hem mung für den die Kupplung bewirkenden Hebel noch ein Kniegelenk vorgesehen ist.
Die Kupplung des Verschlusses mit dem Rohr ist in der in Fig. 17 dargestellten Stel lung starr, indem die Gelenkverbindung 49, 50 eine gestreckte Lage einnimmt. Diese starre Verriegelung besteht aber nur ganz kurze Zeit, indem bei Wirkung der Gasdruck kräfte der Verschluss und damit auch die Ge lenkverbindung nach hinten gedrückt wird. Dadurch läuft die Rolle 54 auf die Erhöhung des an der Wiege vorgesehenen Formstückes auf und bringt die Gelenkverbindung zum Einknicken. Die starre Verriegelung ist damit bereits aufgehoben. Nun wirkt als Hemmung für den die Kupplung bewirkenden Hebel wieder das Ringfederpaket, wobei aber dessen Wirkung durch den Winkelhebel noch verstärkt wird.
Bei fortschreitender Ein knickbewegung wird die an sich für den Ein knickvorgang benötigte Kraft immer gerin ger, und es wirkt immer mehr nur noch das Ringfederpaket als Hemmung für die Dreh bewegung des Hebels 48. Bei diesem Aus führungsbeispiel ist die erstrebte Wirkung, nämlich die der Zukupplung des Rohres zum Verschluss mit Schlupf, immer noch erreicht, weil ja, wie ausgeführt, die starre Verriege lung in der Ausgangsstellung nur ganz kurze Zeit zur Aufnahme der ersten Gas- druckspitze besteht und hierauf die mehrfach beschriebene, das Rohr mit dem Verschluss unter Zulassung eines Schlupfes verbindende Kupplung eintritt.
In Fig. 19 ist die Gelenkverbindung in vergrössertem Massstab dargestellt. Dabei ist die Lage der einzelnen Teile bei Beginn der Wirkung der Gasdruckkräfte ausgezogen ge zeichnet, während die Lage bei Entkupplung des Rohres vom Verschluss gestrichelt darge stellt ist.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 17 bis 19 wäre aber noch eine Variante möglich. Die Gelenkverbindung könnte so angeordnet werden, dass sie in der Ausgangslage nach Fig. 17 nur beinahe gestreckt ist. In diesem Fall bedarf es des an der Wiege vorgesehenen Formstückes 55 zur Einleitung der Ein knickung nicht. Es besteht in diesem Fall eine halbstarre Verriegelung, die in bekannter Weise zu ihrem Ausknicken grosser Kräfte bedarf, die dann wiederum bei fortschreiten der Einknickung progressiv abnehmen.
Auch in diesem Fall ist daher während der Wir kungszeit der hohen Gasdruckkräfte zur Un terstützung der Hemmung des Hebels 48 durch das beschriebene Ringfederpaket ein anfänglich grosse Kräfte aufnehmender Win- kelhebelmechanismus zugeordnet.
Zu erwähnen ist noch, dass selbstverständ lich bei den Ausführungsbeispielen nach den Fig. 7 bis 19 jeweils auf beiden Seiten der Waffe ein die Kupplung des Rohres mit dem Verschluss herbeiführender Hebel vorzusehen ist, da sonst unzulässige einseitige Bean spruchungen auftreten würden.
Mit den gezeigten Ausführungsbeispielen sind die Lösungsmöglichkeiten der rein me chanischen Zukupplung des Rohres mit Schlupf zum Verschluss keinesfalls erschöpft. Es sollte damit lediglich ein Lösungsprinzip gezeigt werden, das im übrigen noch weit- , gehend variiert und erweitert werden kann.