1Geuehtsehaltbild. In bekannten Leuchtschaltbildern für elektrische Anlagen werden Leitungsstrecken, Sammelschienen, Schalter, Trenner und ähn liche Apparate der betreffenden Anlage ein zeln dargestellt. Man erhält somit bis auf die Form der einzelnen Symbole ein getreues Abbild der Anlage, unabhängig davon, ob sämtliche Anlageteile ybeleuchtet sind oder etwa teilweise auf das Schaltbild aufgemalt; sind. Diese für kleinere Anlagen sehr über sichtliche und vollständige Darstellung wird leicht unübersichtlich, wenn es sich um grö ssere Anlagen mit mehreren Stationen, vielen Leitungen und guppelleitungen sowie Trennstrecken handelt.
Schon aus Platzgrün den besteht in solchen Fällen das Bedürf nis nach einer einfacheren, klaren und den noch alle wesentlichen Schalt- und Betriebs zustände aufzeigenden Teuchtschaltbildäus- führung. Diese Verhältnisse liegen nicht nur vor bei den erwähnten Anlagen elektrischer Art, sondern auch dort, wo es sich um die Darstellung komplizierterer thermischer oder Förderanlagen handelt.
In allen diesen Fäl- len ist auch der schaltungstechnische Auf wand deswegen recht beträchtlich, weil die Darstellung jedes einzelnen Anlageteils in ge trennten Leuchtsymbolen im allgemeinen für jedes dieser Symbole ein besonderes Steuer organ zur Festhaltung des Schaltzustandes und zur Ableitung allfälliger schaltungstech nischer Zusammenhänge, z. B. bei einer Ver- riegelungsschaltung, verlangt.
Vorliegende Erfindung betrifft ein Leuchtschaltbild zur Darstellung von Schalt organe sowie Leitungsstrecken enthaltenden Anlagen. Sie ist gekennzeichnet durch die Anordnung von Leuchtsymbolen, welche die Darstellung von mindestens zwei, verschiede nen Aufgaben dienenden Anlageteilen ver einigen. Beispielsweise kann ein Leitungs- schalter mit mindestens einem Teil der an ihn anschliessenden Leitungsstrecke in einem einzigen Leuchtsymbol vereinigt sein.
In thermischen Anlagen tritt an die Stelle eines Schalters das ihm äquivalente Ventil. Auch kann etwa ein Leistungserzeuger oder Verbraucher mit einem Teil der an ihn anschliessenden Leitungsstrecke im glei chen ,Symbol vereinigt sein. Mehr als zwei verschiedenen Aufgaben dienende Anlageteile lassen sich mit Vorteil z. B. dann in einem einzigen Symbol vereinigen, wenn es sich um die Darstellung eines Leistungserzeugers, des zugehörigen Leistungsschalters und der an ihn anschliessenden Leitungsstrecke handelt.
In allen diesen Fällen ist es wesentlich, dass das vom betreffenden Leuchtsymbol abgege bene Kennzeichen abhängig vom Schaltzu stand aller durch das Symbol dargestellten Anlageteile ist. Als Schaltzustände kommen für Schalter im allgemeinen nur zwei, näm lich der Ein- und der Ausschaltzustand, in Betracht. Für Leitungen handelt es sich um die Frage, ob dieselben Spannung führen oder nicht, in thermischen Anlagen, ob die Leitun gen unter Druck stehen oder nicht, für Ma schinen und dergleichen um die Frage, ob die Maschine in Betrieb ist oder nicht. Als Über gangszustände kommen in Frage: der An lasszustand einer Maschine oder die Erdung einer Leitungsstrecke und ähnliches mehr.
Im allgemeinen genügt es, wenn die Leuchtsymbole nur für ausgezeichnete Be triebszustände unterschiedliche Kennzeichen abgeben. Bei der Kombination eines Schal ters mit einer Leitungsstrecke sind beispiels weise vier Zustände möglich, nämlich Schal ter: "Aus"-Leitung: spannungslos, Schal ter: "Aus"-Leitung: unter Spannung; Schal ter: "Ein"-Leitung: spannungslos, ;Schalter: .,Ein"-Leitung: unter Spannung. Für den Betriebsleiter genügt es -im allgemeinen, wenn das Symbol den erst- und letztgenann ten Fall beispielsweise durch Licht verschie dener Farbe kennzeichnet.
Im ersten Fall ist nämlich die Anlage ausser Betrieb und im letzten Falle vollständig in Betrieb. Es ist oft von Vorteil für die Übersichtlichkeit des Leuchtschaltbildes, wenn der Zustand des völligen Ausserbetriebes durch unbeleuchtete Symbole gekennzeichnet ist. In diesem Falle würde man bei obigem Beispiel die beiden Kennzeichen: Beleuchtung und Nicht-Be- leuchtung anwenden. Bei im Zustande des völligen Ausser betriebes unbeleuchteten Symbolen kann aber ein Irrtum dadurch entstehen, dass beim Ver sagen der Beleuchtungslampen das den Be triebszustand anzeigende Kennzeichen nicht erscheint.
In solchen vereinfachten Anlagen müsste man eine Hilfseinrichtung vorsehen für die Kontrolle von Ausserbetriebs- und,!oder Schaltzuständen der verschiedenen Anlage teile. Eine solche Kontrolle könnte darin be stehen, dass jeder Station eine Wahltaste zu geordnet ist, durch deren Betätigung sämt lichen unbeleuchteten Symbolen der Station beispielsweise Blinklicht zugeführt wird: Das Fehlen dieses Blinklichtes würde dem Betriebsleiter sofort den Defekt der Beleuch tungseinrichtung aufzeigen.
In der Zeichnung sind verschiedene Aus führungsbeispiele der Erfindung dargestellt. In Fig. 1a ist das übliche .Schaltschema eines mit der Leitung 1 über einen Schalter 2 ver bundenen Abzweiges 3 dargestellt. In einer bekannten Ausführungsform des Leucht- schaltbildes würden entsprechend Fig. 1b alle diese Anlageteile durch die Symbole 4, 5 und 6 dargestellt.
Das rechteckige Leucht- symbol 5 wäre danach dem ,Schalter 2 zu geordnet und würde je nach dessen Schalt zustand beispielsweise in der einen oder an dern Farbe aufleuchten. Beim Ausführungs beispiel nach Fig. 1c werden nun die Anlage teile 2- und 3;
welche verschiedenen Auf gaben dienen, nämlich einerseits der Schal ter 2 und anderseits mindestens ein Teil der Leitung 3, durch das gemeinsame Leucht- symbol 8 beispielsweise in Form einer Lei tungsstrecke dargestellt. 7 entspricht bei die ser Darstellung der Hauptleitung 1 bezw. 4. Die Vereinfachung des Bildes ist schon aus diesem kleinen Detail ersichtlich, insofern als zunächst eine Reduktion der Symbole von drei auf zwei erfolgt.
In der Fig. 2a ist das Schaltungsschema einer komplizierten Schaltstation mit Sam melschiene 21, dem über einen Schalter 22 angeschlossenen Transformator 23 sowie den beiden über die Schalter 24 angeschlossenen Abzweigen 25 dargestellt. Gemäss der Er- findung lässt sich diese Darstellung auf jene der Fig. 2b reduzieren. Der Schalter 22 mit der zugehörigen Leitungsstrecke zum Trans formator wird durch das Symbol 27, der Transformator durch das Symbol 28, die bei den Abzweige mit den Schaltern durch die Symbole 29 dargestellt.
Die Schaltstation bezw. die sie repräsentierende Sammelschiene wird hier durch ein beleuchtetes oder nur aufgemaltes Symbol 26 dargestellt. Dieses Symbol kann flächenhaft oder mit Vorteil durch einen geschlossenen Linienzug darge stellt werden.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel speist gemäss Fig. 3a ein Generator 31 über einen Schalter 32 die Leitung 33. In Fig. 3b werden nun diese drei Teile durch ein einziges beleuchtetes Symbol 34 darge stellt, während in Fig. 3c der .Schalter 32 und die Leitung 33 durch ein einziges beleuchte- tes Symbol dargestellt sind und der Genera tor nur aufgemalt ist.
Wenn noch mehrere Generatoren in derselben Anlage vorhanden sind, wird man die Darstellung nach F'ig. 3b bevorzugen, in welcher 35 das Sammelschie- nensystem veranschaulicht. Handelt es sich jedoch um eine Station mit einem einzigen Generator, die im Leuchtschaltbild darge stellt werden soll, so wird es nach F'ig. 3e zweckmässiger sein, die Leitungsstrecke 37 zu beleuchten und den Generator 36 bezw. die Station 3<B>8</B> nur auf das Schaltbild aufzu malen.
Besonders auffällig wird die Einfachheit der Darstellung bei verwickelteren Schaltan lagen, z. B. gemäss F'ig. 4a. Dort werden an das Doppelsammelschienen-System 41 meh rere Einzelabzweige 42 und wahlweise mit tels der Schalter 44 an die beiden Sammel schienen anschaltbare Abzweige 43 darge stellt. 45 stellt den üblichen Kupplungsschal ter für die beiden Sammelschienen dar.
Hier werden mit Vorteil die beiden Sammel schienen je als geschlossener Linienzug 46 dargestellt, an welchen die abgehenden Lei tungen aus. den jeweils gewünschten Richtun gen herangeführt werden können. Die nach Fig. 1c dargestellten Symbole 47 entsprechen den Abzweigungen 42.
Die wahlweise mit tels der Schalter 44 an beide Sammelschienen anschliessbaren Leitungen 43 sind durch die mehrteiligen Symbole 48, 49, 50 dargestellt, wobei jeweils zwei Symbolteile, nämlich der die Strecke 43 darstellende Symbolteil 48 und wahlweise der einen Schalter 44 dar stellende Symbolteil 49 oder 50 das gleiche Kennzeichen abgeben. Bei der üblichen Dar stellung solcher Abzweigleitungen entspricht den Symbolen 49 und 50 je ein Schalter, während das unabhängige Symbol 48 die Leitung 43 darstellt.
In Fig. 5 ist das Leuchtschaltbild einer Anlage mit den :Stationen<I>A, B</I> und C darge stellt. Die Sammelschienen sind hier kreis förmig, so dass die Leitungen 52, 53, 54 nach beliebigen Richtungen geradlinig geführt werden können. Der eine Teil der Leitung 54 entspricht zusammen mit den Symbolen 55 und 56 den Symbolen 48, 49 und 50 der Fig. 4b. Der die beiden Sammelschienen 57 verbindende Kupplungsschalter 59 kann hier ähnlich wie das Symbol 51 der F'ig. 4b an beliebiger Stelle dargestellt werden. 58 würde einer einfachen Stichleitung mit ihrem zu gehörigen Schalter entsprechen.
Bei solchen Anlagen wird die Leistungs erzeugung gewöhnlich in wenigen .Stationen vorgenommen.
In diesem Falle erweist es sich oft als zweckmässig, die verschiedenen Speisepunkte mit verschiedenen Farben voneinander zu unterscheiden und die von diesen Punkten aus gespiesenen Zweigstrecken in derselben Farbe aufleuchten zu lassen.
Dies bedingt, dass die von den Symbolen solcher Netzteile abgegebenen Kennzeichen nicht nur ab hängig sind vom Schaltzustand der durch das Symbol dargestellten Anlageteile, son dern auch vom Zustand der benachbarten Anlageteile. Unter Annahme, dass die Sta tionen A und C zwei solche .Speisepunkte darstellen, würde die Leistungsstrecke 58 je nachdem, ob die betreffende .Sammelschiene 57 mit der einen oder andern Station in un mittelbarer Verbindung steht,
in der dieser Station zugeordneten Farbe aufleuchten müssen.
In Fig. 6 ist gezeigt, wie die Schaltung eines solchen einfacheren Schaltbildteils ausgeführt werden müsste. Die beleuchteten Symbole 61 und 63 sowie das beispielsweise nur aufgemalte Stationssymbol 62 stellen einen fortlaufenden Leitungszug mit Zwi- 5zchenstation dar. Das Symbol 61 vereinigt die Leitung und den diese gegen die Sta tion 62 abschliessenden Schalter. Die einge zeichneten Beleuchtungslampen 64 sind ab- bängig vom Schaltzustande beider Anlage teile.
Ist also der Schalter eingeschaltet, so werden die Kontakte 68 des dem Schalter zugeordneten Hilfsrelais 69 geschlossen. Falls ferner die Leitung von der einen oder andern Seite Spannung erhält, gelangt eine entsprechende Ffilfsspannung als Beleuch tungsspannung über den obern Kontakt 67 auf die Lampen. Kommt die Netzspannung von links, so gelangt die entsprechende Be leuchtungsspannung über den Hilfsschalter 65 und die punktiert angedeutete Leitung 66 über den obern Kontakt zu den Lampen des betrachteten Symbols.
Kommt die Span nung jedoch von rechts, so ist das dem zwei ten Stationsschalter zugeordnete Relais 70 angezogen und die Beleuchtungsspannung; kann von rechts her aus der Richtung 71 über den untern Kontakt des Relais 70, den untern und den obern Kontakt des Relais 69 zu den Beleuchtungslampen gelangen. Sind der zweite Stationsschalter und das ihm ent sprechende Relais 70 ausgeschaltet, so ist die Zuführung einer Beleuchtungsspannung von rechts her offenbar ausgeschlossen.
Mit dem Schalter 65 ist es möglich, den Beleuchtungslampen auf einer besonderen Schaltstellung auch etwa Blinklicht zuzu führen. Dies ist beispielsweise dann er wünscht, wenn vor der eigentlichen Schalt handlung dieselbe auf ihre Wirkung hin überprüft werden soll. In diesem Falle ist es üblich, zum Zwecke des sogenannten Vor zeichnens den unter Spannung zu setzenden Anlageteilen zunächst Blinklicht zuzuführen, an Hand dessen man sich über die Tragweite der vorzunehmenden Schalthandlung klar werden kann.
Danach wird die betreffende Schalthandlung ausgeführt, womit das Blink licht in das die Erreichung des gewünschten Betriebszustandes anzeigende Dauerlicht über geführt wird. Dies geschieht im allgemeinen automatisch durch Umlegung des Schalters 65 auf die entsprechende Stellung.
Bei der Vornahme von Schalthandlungen des Anlageteils 61, 62, 63 ist es zweck mässig, die Stellung der Schalter bezw. der ihnen zugeordneten Relais 69 und 70 zu kon trollieren, da hier die Ausschaltzustände nicht durch besonderes Licht gekennzeichnet sind. Dies geschieht beispielsweise durch eine über die Leitung 72 zuzuführende Blinkspannung, welche, wie man sich leicht überzeugen kann, diejenigen Symbole aufleuchten lassen muss. deren zugehöriger Schalter sich in der Ein schaltstellung; befindet. Im Beispiel gelangt das Blinklicht über die Leitung 74 und einen wahlweise einstellbaren Drehwähler 73 auf die Stationsleitung 72.
An Stelle der Einstel lung des dargestellten Drehwählers kann auch etwa. eine Druckknopfbetätigung oder eine ähnliche Manipulation die Kontrolle er möglichen. Um den Zustand der Beleuch tungslampe zu prüfen, muss man eine hier nicht dargestellte direkte Speisung derselben mit einer besonderen Prüfblinkspannung vor nehmen.