CH243394A - Verfahren zur Herstellung metallkeramischer Formkörper. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung metallkeramischer Formkörper.

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CH243394A
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    • C04B41/45Coating or impregnating, e.g. injection in masonry, partial coating of green or fired ceramics, organic coating compositions for adhering together two concrete elements
    • C04B41/50Coating or impregnating, e.g. injection in masonry, partial coating of green or fired ceramics, organic coating compositions for adhering together two concrete elements with inorganic materials
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Description


  verfahren zur Herstellung metallkeramischer Formkörper.    Es gibt pulverige Stoffe, die beim Erhit  zen schon weit unterhalb ihres Schmelzpunk  tes zusammenbacken, das heisst     sintern    und  dabei feste, starre Gebilde liefern. So werden  nach der Arbeitsweise der Pulver- oder     Sin-          termetallurgie    durch Pressen von Metallpul  vern und Anwendung hoher Temperaturen  metallische Formkörper hergestellt.  



  Die Verfestigung oder     Sinterung    in der  Hitze ist besonders ausgeprägt bei Silikat  hydraten, wie sie beispielsweise in den     Tonen     enthalten sind. Diese besitzen überdies eine  Eigenschaft, die andern Stoffen, auch Me  tallpulvern, nicht zukommt. Sie werden durch  Anfeuchten mit Wasser oder gewissen an  dern Flüssigkeiten     plastisch    formbar und las  sen sich leicht in bestimmte Gestalt bringen.  Ihre Plastizität ist häufig so gross, dass sie  eine beträchtliche Menge unelastischer Stoffe  zu binden vermögen. Die Keramik macht hie  von Gebrauch beim Aufbau üblicher     kerami-          3cher    Massen.

   Ein geringfügiger Zusatz von  hochplastischem Ton kann genügen, um aus       verschiedenartigen    unelastischen, sogenann-         ten    magern     Stoffen    formbare Massen zu er  halten. Darauf beruht beispielsweise die Her  stellung von     Graphittiegeln    sowie von Form  körpern aus Silizium,     Siliziumlegierungen     und     Siliziumkarbid.    Ton wirkt hier als Binde  mittel, das der rohen Masse Plastizität oder  Formbarkeit verleiht.  



  Gegenstand der Erfindung ist ein Ver  fahren zur Herstellung metallkeramischer  Formkörper aus einem Gemisch von     silikat-          hydrat-    und metallhaltigen Stoffen. Beim  Anfeuchten solcher Gemische entstehen pla  stische Massen, die nach keramischer Arbeits  weise, wie Drehen, Ziehen, Pressen oder nach  dem     Massebiessverfahren    geformt werden  können. Auch das Trockenpressen in Matri  zen kann angewandt werden.  



  Analog dem keramischen     Brennprozess     werden die rohen Formkörper durch Erhit  zen auf hohe Temperaturen verfestigt, das  heisst gesintert. Dieser     Brennprozess    erfordert  aber bei Massen, die freie Metalle enthalten,  besondere Sorgfalt, damit die Metalle im Fer  tigprodukt in metallischer Form     vorhanden         sind.

   Besteht beispielsweise der rohe Form  körper aus einem Gemisch von Eisenpulver  und Ton, so sind Massnahmen zu treffen, da  mit das Eisen nicht oxydiert     wird.        Hiefür     genügt es nicht, die Einwirkung von Luft  sauerstoff fernzuhalten, indem man etwa die  Formkörper in Kohle einbettet, mit einem  reduzierenden Gas umgibt oder im Vakuum       brennt.    Es ist auch der oxydierende Einfluss  von Wasserdampf zu berücksichtigen.    Die     Silikathydrate    der Tone, z. B. der       Kaolinit        A1202    . 2     SiO2    . 2 H20, spalten beim  Erhitzen Wasser ab. Beim Kaolin     beginnt     die Wasserabspaltung oberhalb 400 .

   Sie ist  aber erst beendet bei etwa 700 . Bei     andern          Silikathy        drate    enthaltenden Mineralien kön  nen die entsprechenden Temperaturen anders  liegen. Enthält nun die Masse metallisches  Eisen, so ergeben sieh unter anderem fol  gende Vorgänge:    3 Fe     -I-    4 1120     Fe20,        -I-    4     HZ    oder  Fe     -f-        E20        Fe0        -I--        HZ       Diese Reaktionen sind umkehrbar.

   Wird  dauernd Wasserdampf zu- und Wasserstoff  abgeführt, so laufen die Vorgänge so lange  im     Sinne    von links nach rechts, bis alles Ei  sen in Oxyd     verwandelt    ist. Wird umgekehrt  Wasserstoff zugesetzt und Wasserdampf ent  fernt, so laufen die Reaktionen von rechts  nach links, bis das Eisenoxyd zu metalli  schem Eisen reduziert ist. Bei andern Metal  len liegen die Verhältnisse ähnlich wie beim  Eisen.  



  Die rohen, trockenen Formkörper aus Me  tallmasse sind poröse Gebilde. Die Gasatmo  sphäre, die den Formkörper beim Brennen  umgibt, braucht nicht identisch zu sein mit  dem in den Poren enthaltenen Gas, weil Gas  diffusion durch die     feinen    Poren nur lang  sam     stattfindet.    Durch die fortschreitende  Wasserabspaltung aus dem Bindemittel fül  len sich die Poren immer     wieder    mit Wasser  dampf, der auf die Metallteilchen oxydierend  einwirkt. Das erklärt. dass das     Brennen    der  Formkörper in reduzierender Gasatmosphäre  nicht ohne weiteres zum Erfolg führt, denn  es bildet sich Metalloxyd, aus dem beim Fort  schreiten des Brennvorganges leicht schmelz  bare Silikate entstehen können, die Erwei  chung und Blähung bewirken.  



  Um aus einem Gemisch von Ton und Me  tallpulver Erzeugnisse herzustellen, die fast  alles Metall in metallischer Form enthalten,  ist es erforderlich, zunächst so weit zu erhit  zen, dass das Wasser des Tons entweicht, der    Formkörper aber porös bleibt. Alsdann wird  so lange in reduzierendem Gas erhitzt, bis  das durch     Wasserdampfeinwirkung    entstan  dene Oxyd möglichst vollständig in Metall  zurückverwandelt ist. Erst wenn dies erreicht  ist, kann die Temperatur weiter gesteigert  werden, bis die gewünschte Verdichtung       bezw.    der gewünschte     Sinterungsgrad    er  reicht ist.  



  Da also beim Erhitzen von Formkörpern  aus Metallpulver und Ton zunächst Oxyd  entsteht, das dann reduziert werden muss,  kann man die rohe Masse ebensogut aus einem  Gemisch von Metalloxyd und Ton bilden. Die  zu reduzierende     Oxydmenge    ist dann aller  dings in der Regel grösser, aber die Verwen  dung solcher Ausgangsmaterialien ist den  noch vorteilhaft. Die     oxydischen    Rohstoffe  sind leichter in zerkleinerter Form zu erhal  ten als die Metalle selber. Überdies braucht  man nicht von reinem Oxyd auszugehen, son  dern kann in vielen Fällen die natürlichen  Erze verwenden.  



  Bei der Reduktion muss das reduzierende  Gas durch die Poren des Körpers hinein und  das oxydierte Gas heraus diffundieren. Dieser  Vorgang verläuft nicht momentan, sondern  erfordert einige Geit. Wird ein Wasserstoff  strom angewendet, so lässt sich das Ende der  Reduktion daran erkennen, dass sich in dem  aus dem Ofen austretenden Gas kein Wasser  mehr kondensiert. Erst nachdem die Entwäs  serung der     Silikathydrate    beendet und das      dabei gebildete oder in der Masse schon vor  her enthaltene Metalloxyd möglichst voll  ständig reduziert ist, kann die Temperatur  weiter gesteigert werden, um die Verfesti  gung oder     Sinterung    zu verstärken.  



  Folgendes Beispiel mag zur Erläuterung  dienen:  20 Teile pulverisierter, feuerfester Ton,  80 Teile pulverisierter     Hämatit    (Eisenoxyd)  werden vermischt. Durch Zugabe von Wasser  entsteht eine plastische Masse, aus der ein  Körper von     gewünschter    Form gebildet wird.  Dieser wird getrocknet und alsdann allmäh  lich auf etwa 700  erhitzt, bis das Hydrat  wasser des Tons entwichen ist. Daraufhin       wird    der poröse Formkörper so lange im  Wasserstoffstrom auf etwa 800  erhitzt, bis  das Oxyd so vollständig als möglich zu Me  tall reduziert ist. Erst dann wird die Tem  peratur in dem mit Wasserstoff angefüllten  Brennraum so weit gesteigert, bis der ge  wünschte     Sinterungsgrad    erreicht ist.  



  Als metallhaltige Rohstoffe eignen sich  solche Schwermetalle, deren Oxyde durch  Wasserstoff reduziert werden können, wie  Eisen, Nickel, Kupfer, Wolfram,     Molybdän     und dergleichen, sowie deren Legierungen.  An ihrer Stelle können die entsprechenden  Oxyde oder Erze verwendet werden. Als zu  sätzliche     Massebestandteile    können Silizium,  Chrom, Mangan und dergleichen verwendet  werden, das heisst metallische Stoffe, die sich  nur schwer durch Wasserstoffreduktion ihrer  Oxyde     gewinnen    lassen und die deshalb in  metallischer Form oder als Legierungen zu  gesetzt werden. Solche Stoffe sind gegen  oxydierende Einflüsse wenig empfindlich.

    Durch gleichzeitige Verwendung mehrerer  Metalle     bezw.    deren Oxyde kann Legierungs  bildung     bewirkt    werden.  



  Als     silikathydrathaltige    Stoffe, die der  rohen Masse Formbarkeit und den rohen Form  körpern eine gewisse Festigkeit verleihen,       eignen    sich Ton, Kaolin, Talk (Speckstein),       Bentonit,        Halloysit,        Allophan    und derglei  chen. Dem Gemisch aus     silikathydrathaltigen     und metallhaltigen Stoffen können     weitere     Stoffe, wie sie bei der Herstellung bekannter    keramischer Materialien gebräuchlich sind,  zugesetzt werden.

   Um das Dichtsintern zu  erleichtern oder um allfällige Reste von  Oxyd von den Metallteilchen abzulösen, kön  nen der Masse     Flussmittel,    wie Feldspat, Bor  säure oder     Borate    zugesetzt werden. Auch       inerte    Stoffe, wie Quarz, Schamotte oder       Siliziumkarbid        können    beigefügt werden.  



  Als reduzierende Gase eignen sich ausser  Wasserstoff auch     Kohlenwasserstoffe    oder  Kohlenoxyd. Das letztere kann beispielsweise  so angewendet werden, dass der abgeschlos  sene     Brennraum    ausser den Formkörpern  Kohlenstücke enthält. Das bei der Reduktion  von Metalloxyd gebildete CO" wird dann an  der. Kohle     wieder    zu CO reduziert.  



  Das Verfahren ermöglicht nicht nur die  Herstellung metallkeramischer Formkörper  von verschiedener Gestalt und Grösse, son  dern gestattet auch, diese Erzeugnisse mit  verschiedenartigen, dem Verwendungszweck  angepassten Materialeigenschaften auszustat  ten. Es geschieht dies durch Auswahl und  Bemessung der Rohstoffe im rohen Gemisch       bezw.    der rohen Masse     und    Einhaltung be  stimmter Brenn-     bezw.        Sinterbedingungen.     Man erhält so eine ganze Reihe von Mate  rialien.

   Am einen Ende dieser Reihe stehen  keramische Erzeugnisse üblicher Art mit ge  ringem Gehalt an Metall, am andern Metall  körper mit ganz geringem,     feinverteiltem          Silikatgehalt.    Zwischen diesen Grenzen ist  jede gewünschte Abstufung möglich. Der  Metallcharakter lässt sich dosieren. Dies gilt  sowohl     hinsichtlich    der chemischen als auch  der mechanischen, magnetischen und elektri  schen Eigenschaften. Überdies können die  metallkeramischen Erzeugnisse porös oder  dichtgesintert hergestellt werden. Die erste  ren sind nützlich als metallische     Filter,    die  letzteren als elektrische Widerstände     bezw.     Heizkörper.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRtCHE I. Verfahren zur Herstellung metallkera mischer Formkörper, dadurch gekennzeich net, dass man aus einem Silikathydrat enthal tenden Stoff und einem Material, das min- Bestens eines derjenigen Metalle enthält, die aus ihren Oxyden durch Erhitzen in einem reduzierenden Gas gewinnbar sind, eine form bare Masse bildet, durch Erhitzen der daraus geformten Körper das Wasser des Silikat- hydrates entfernt und die porösen Körper in einem reduzierenden Gas erhitzt, worauf die Temperatur zur weiteren Sinterung der Formkörper gesteigert wird.
    II. Nach dem Verfahren gemäss Patent anspruch I erhaltener metallkeramischer Formkörper, bestehend aus einem gesinterten Gemisch von metallischen und silikathaltigen Stoffen. UNTERANSPRüCIIE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass als metallhaltiges Material ein Metallpulver verwendet wird. 2.. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass als metallhaltiges Material eine pulverisierte Legierung ver wendet -wird. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da- durch@ gekennzeichnet, da.ss als metallhaltiges Material ein Metalloxyd verwendet wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass als metallhaltiges Material ein Erz verwendet wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass gleichzeitig meh- rere metallhaltige Materialien verwendet werden. 6. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass der Masse als wei terer Bestandteil ein metallischer Stoff zuge setzt wird, der sich nur schwer durch Was serstoffreduktion seines Oxyds gewinnen lässt.
    7. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass der Masse als wei terer Bestandteil die Legierung eines metalli schen Stoffes zugesetzt wird, der sich nur schwer durch Wasserstoffreduktion seines Oxyds gewinnen lässt. B. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass der Masse weitere keramische Rohstoffe zugesetzt werden. 9. Metallkeramischer Formkörper gemäss Patentanspruch II, bestehend aus silikathal- tigem Metall. 10. Metallkeramischer Formkörper gemäss Patentanspruch II, bestehend aus einem me tallische Stoffe enthaltenden, keramischen Material. 11.
    Metallkeramischer Formkörper gemäss Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass er porös ist. 12. Metallkeramischer Formkörper gemäss Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass er dicht gesintert ist.
CH243394D 1943-05-24 1943-05-24 Verfahren zur Herstellung metallkeramischer Formkörper. CH243394A (de)

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