Lautstarke Verständigungsanlage mit auf Distanz bespr echbaren Mikrophonen an lärmgestörten Aufnahmeorten. Bei lautstarken Verständigungsanlagen, die auf Distanz besprochene Mikrophone be sitzen, ist bei vorhandenem Lärm das Ver hältnis Nutzlautstärke zu Störlautstärke klei ner und deshalb in bezug auf Verständlich keit ungünstiger als bei Telephonanlagen mit nahe besprochenen Mikrophonen. Die Erfah rung zeigt jedoch, dass in lärmgestörten Räu men auch lauter gesprochen wird, so dass eine lautstarke Verständigung auch bei vorhan denem Lärm noch aus einiger Distanz mög lich ist.
An Hand von Fig. 1 und 2 findet eine Erläuterung statt. Fig. 1 zeigt eine Verbin dung zwischen zwei Sprechstellen und Fig. 2 veranschaulicht in bekannter Weise die Sil benverständlichkeit für verschiedene Lärm pegel in Funktion der Besprechungslaut stärke, indem auf der Abszisse die Bespre chungslautstärke in Phon und auf der Or dinate die Silbenverständlichkeit in Prozent aufgetragen ist. Die Kurven geben den Lärmpegel in Phon an. Ein Maximum der Verständlichkeit beim Lärmpegel 0 Phon wird erreicht für eine Lautstärke von 70 Phon in einer gewählten Abhördistanz vom Lautsprecher L.
Ist beim Mikrophon M ein Lärmpegel vorhanden, der sich mit 40 Phon am Laut sprecher bei gleicher Abhördistanz auswirkt, so würde bei gleichbleibendem Nutzsignal die Silbenverständlichkeit sinken. Da der Spre cher dem Lärm ebenfalls unterworfen ist, wird er zur Ermöglichung der Kontrolle der eigenen Stimme veranlasst, lauter zu spre chen, so dass z. B. eine Nutzlautstärke von 90 Phon beim Lautsprecher resultiert. Wird die Verstärkung von Lärm und Sprache gleichmässig herabgesetzt, so bleibt, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, innerhalb eines Berei ches die Silbenverständlichkeit erhalten.
Wird eine Station nacheinander von Sta tionen mit verschiedenen Lärmpegeln be sprochen, so schwankt bei gleicher Leitungs dämpfung die Lautstärke, was zur Über steuerung des Lautsprechers führen kann. Sind, wie dies bei Gruppenschaltung meh rerer Stationen vorkommen kann, gleichzeitig verschiedene Mikrophone eingeschaltet, die in Räumen mit unterschiedlich starkem Lärm aufgestellt sind, so wird das Sprechen bei Stationen in Räumen mit kleinem Lärmpegel mehr oder weniger verdeckt, da dort die Be= sprechungsstärke dem kleineren Lärmpegel angepasst ist.
Hat man es mit sprachgesteuerten An lagen zu tun, so kann der Lärm eine Fehl steuerung einer Verbindung zwischen zwei Stationen bewirken.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine lautstarke Verständigungsanlage mit auf Di stanz besprechbaren Mikrophonen an lärm gestörten Aufnahmeorten und ist dadurch ge kennzeichnet, dass den Mikrophonen Mittel für die Anpassung der zu übertragenden Tonfrequenzleistung an den am Aufnahme ort herrschenden Lärmpegel zugeordnet sind. Ist in einem Aufnahmeraum der Lärm an nähernd konstant, so können diese Mittel an den mittleren Lärmpegel fest angepasst sein.
Treten jedoch grössere Schwankungen in der Störlautstärke auf, so werden zweckmässiger weise Mittel vorgesehen, welche die Anpas sung der zu übertragenden Tonfrequenzlei- stung automatisch in Funktion des Lärm pegels des Aufnahmeortes ändern.
Die Anpassung erfolgt zweckmässiger weise derart, dass keine Benachteiligung der Verständlichkeit eintritt. Es lässt sich unter Umständen sogar eine Erhöhung derselben dadurch erreichen, dass die zu übertragende Tonfrequenzleistung verkleinert wird, was aus Fig. 2 ersichtlich ist. Dies hat weiter den Vorteil, dass man mit einem kleineren Lautsprecher und einem kleineren Verstär ker auskommt.
Fig. 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung für konstante Anpassung. In ver schiedenen lärmgestörten Räumen sind die Mikrophone Ml-M" aufgestellt, jedem Mi krophon ist ein Dämpfungsglied D,-D" <I>zu-</I> geordnet, und die Leitungen führen zum Ein gang des Verstärkers T' und dem Lautsprecher L der Wiedergabestation.
Besitzen die Auf- nahmeräume verschieden hohe Lärmpegel und demgemäss auch verschieden hohe Bespre chungslautstärke, selbst dann, wenn die Be sprechung nacheinander durch die gleiche Person erfolgt und werden diese Stationen nacheinander mit der Hörstelle L verbunden, wobei die eingeschalteten Dämpfungsglieder Dl D" vorerst den Dämpfungswert <I>0</I> dB besitzen mögen, so machen sich die verschie denen Besprechungslautstärken unangenehm im Lautsprecher bemerkbar, und der Ver stärker Tr müsste für die maximale Lautstärke einschliesslich Lärm dimensioniert werden.
Werden die Dämpfungsglieder aber entspre chend den Lärmpegeln dimensioniert, also bei grösserem Lärm der Dämpfungswert er höht, so kann erreicht werden, dass die Laut stärke im Lautspreeher L von allen Auf nahmeorten her ungefähr gleich wird, wobei die Verständlichkeit aller Stationen erhalten bleibt.
Sind die Mikrophone @'lIi-t1T" gleichzeitig mit dem Lautsprecher L verbunden, wie dies z. B. bei Gruppenaufruf der Fall sein kann, so wird der Lärm bei allen Mikrophonen im Lautsprecher hörbar. Bei einem Mikro phon mit wenig Lärm hat jedoch der Spre cher keine direkte Veranlassung lauter zu sprechen, und es besteht deshalb die Gefahr der Verdeckung dieses Signals im Laut sprecher. Werden jedoch die Dämpf ungs- glieder entsprechend den beiden Mikrophonen vorhandenen Lärmpegeln fest eingestellt und also bei stärkerem Lärm deren Dämpfung grösser gemacht, so wird die Verständlich keit erhöht.
Es ist zweckmässig die Dämp fung so zu wählen, dass die Lautstärke des Nutzsignals allein ungefähr auf den Wert des Signals, wie es von einem lärmfreien Raum aus vorhanden ist, reduziert wird. Dann sind alle Stationen auch bei verschie denen Aufnahmeverhältnissen gleich gut und gleich stark hörbar.
Handelt es sich um Anlagen, die eine Be sprechung in beiden Richtungen gestatten, so ist es wichtig, die Dämpfungsglieder nur in abgehender Richtung einzuschalten, da bei einer Station, die in lärmigen Räumen als Lautsprecher arbeitet, die Verständlichkeit durch Erhöhung der Lautstärke gefördert werden kann, wie sich dies wiederum aus Fig. 2 ergibt.
Schwankt in einem Raum der Lärmpegel, so ist es zweckmässig, die Dämpfung dem Lärmpegel automatisch. anzupassen.
Fig. 4 zeigt ein Beispiel der Erfindung für automatische Anpassung. Der elektro akustische Wandler M. dient als Mikrophon zur Aufnahme der Sprache in einem lärm gestörten Raum. und ist über die beiden Klemmen L1 und L2 mit einem Verstärker und dem Wiedergabelautsprecher der Emp fangsstation verbunden. In demselben Raum befindet sich ein Hilfsmikrophon DTH zur Aufnahme des Lärmpegels, welches durch die Sprache nicht oder nur unwesentlich be einflusst werden soll.
Dieses Hilfsmikrophon ist über einen Übertrager Ü und einen Gleich richter G an den Gitterkreis einer Verstärker röhre R angeschlossen, welcher einen Ab leitwiderstand Rg und einen Kondensator C aufweist. Im Anodenkreis der Röhre liegt die Erregerspule E des elektroakustischen Wandlers M.
Die vom Hilfsmikrophon 1VIH abgegebene Wechselspannung wird zur Steue rung des Anodenstromes der Röhre R ver wendet und bewirkt eine Schwächung des selben, wodurch eine Schwächung der Er regung und dadurch eine Verminderung der Empfindlichkeit des Wandlers erfolgt. Der Kondensator C bewirkt eine gewisse Verzöge rung der Regelung gegenüber dem Lärm pegel, so dass sehr kurzzeitige Änderungen die Regelung nicht beeinflussen.
Dient der elektroakustische Wandler 1V1 gleichzeitig bei Wecbselsprechverkehr auch als Lautsprecher, so kann die beschriebene Einrichtung wiederum zur Anpassung der Erregung des elektroakustischen Wandlers verwendet werden, jedoch so, dass bei vor handenem Lärm die Erregung grösser wird, was durch Umpolung des Gleichrichters G erfolgt. Dadurch kann die vom Lautsprecher abgegebene Nutzlautstärke dem vorhandenen Lärmpegel angepasst werden, so dass die Silbenverständlichkeit gewahrt bleibt. Wird bei sprachgesteuerten Anlagen, z. B.
ebenfalls durch Veränderung der Empfind- lichkeit des Mikrophons, den Organen der Sprachsteuerung die regulierte Nutz- und Lärmleistung zugeführt, so können Fehlsteue rungen auch in lärmbehafteten Räumen ver mieden werden. Es ist klar, dass auch hier eine feste Anpassung an den Lärmpegel oder eine automatische Regulierung vorgenommen werden kann.